Helmholtz bei der EOSC
Helmholtz ist auf vielen Ebenen in die Strukturen der European Open Science Cloud (EOSC) eingebunden.
EOSC Governance
Die European Open Science Cloud (EOSC) wurde 2015 auf Initiative der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Sie ist eine europaweite Initiative zum Aufbau einer offenen, föderierten Infrastruktur, die den freien Zugang zu Forschungsdaten und digitalen wissenschaftlichen Ressourcen über Landesgrenzen und Disziplinen hinweg ermöglicht. Als übergreifende Plattform vereint die EOSC Forschende, Institutionen und Datenanbieter aus ganz Europa.
Ziel der ist es, einen inklusiven und offenen Raum für den Austausch und die effiziente Nutzung von Forschungsdaten zu entwickeln. Dabei baut die EOSC auf bereits bestehenden Infrastrukturen und Diensten auf, um diese zu einem konsolidierten, föderierten „System der Systeme“ zusammenzuführen. Durch diesen Ansatz entsteht ein verlässliches „Netzwerk aus FAIR-Daten und -Diensten“ (Web of FAIR Data and Services) für die europäische Wissenschaft. Dieses soll eine zentrale Anlaufstelle für den Zugriff, die Speicherung und das Teilen von Forschungsdaten bieten und fördert europaweit die Implementierung der FAIR Prinzipien.
Die Zusammenarbeit in der EOSC beruht auf der Kooperation zwischen der EU, vertreten durch die Kommission, den teilnehmenden Ländern im EOSC Steering Board sowie den europäischen Forschungsinstitutionen, vertreten durch die EOSC Association. Gemeinsam engagieren sie sich für die Etablierung und das Monitoring von Open Science in der europäischen Forschungslandschaft, wobei nationale und europäische Forschungspolitik aufeinander abgestimmt werden.
Nationale EOSC-Knoten
Für die praktische Umsetzung und Integration der nationalen Infrastrukturen spielen sogenannte EOSC-Knoten (Nodes) eine zentrale Rolle.
Der EOSC EU-Knoten
Als erste betriebsbereite Plattform der Föderation bildet der von der Europäischen Kommission bereitgestellte EOSC EU Node das technische und administrative Fundament der gesamten europäischen Open-Science-Infrastruktur. Er dient Forschenden als zentrales, DSGVO-konformes Zugangstor zu multidisziplinären digitalen Diensten – von virtuellen Maschinen und Cloud-Speicher über interaktive Notebooks bis hin zu sicheren Werkzeugen für den Transfer großer Datenmengen. Gleichzeitig fungiert der EOSC EU Node als Referenzmodell und architektonischer Blaupause für die Interoperabilität nationaler und thematischer Knotenpunkte wie dem deutschen EOSC-Knoten. Damit schafft er den gemeinsamen Rahmen, um die Vision einer vernetzten europäischen Wissenschaftsallmende in die operative Realität umzusetzen.
Der EOSC Node Germany
In Deutschland fungiert die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) als der deutsche EOSC-Knoten. Dieser Knoten dient als zentrale Plattform, die durch die gezielte Integration einer durchgängigen AAI-Konnektivität (Authentifizierungs- und Autorisierungs-Infrastruktur) dafür sorgt, die technologischen Hürden für deutsche Organisationen beim Beitritt zur europäischen EOSC-Föderation signifikant zu senken und eine nahtlose Vernetzung zu ermöglichen.
Helmholtz-Beteiligung an der EOSC
Auf internationaler Ebene ist die European Open Science Cloud (EOSC) als Grundpfeiler für die digitale Souveränität in Europa von strategischer Bedeutung für die datenintensive Forschung der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Helmholtz-Zentren erweisen sich hierbei als maßgebliche Treiber dieser europäischen Landschaft:
Derzeit sind die folgenden Helmholtz-Zentren als Mitglied oder Beobachter in der EOSC Association aktiv:
- Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)
- Deutsches Klimarechenzentrum GmbH (DKRZ)
- Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Forschungszentrum Jülich
- Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI)
- Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie (HZB)
- Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Im Rahmen des Förderprogramms Horizon Europe werden diverse Projekte finanziert, die zum Aufbau und zur Weiterentwicklung der EOSC beitragen. Seit 2018 sind Helmholtz-Zentren an 23 der insgesamt 49 laufenden und abgeschlossenen EOSC-Projekte beteiligt, und auch in der ab 2026 startenden neuen Projektgeneration ist die Gemeinschaft in 8 von 13 zukünftigen Vorhaben vertreten. Zudem sind acht Zentren als Mitglieder oder Beobachter in der EOSC Association aktiv und Helmholtz-Repräsentant:innen in jeder Task Force vertreten.
| Laufend | Abgeschlossen |
| AquaINFRA: Hereon, KIT | AI4EOSC: KIT |
| Blue-Cloud 2026: AWI | EOSC4CANCER: DKFZ |
| EOSC-Beyond: DESY, FZJ, KIT | FAIR-EASE: AWI |
| EOSC Data Commons: FZJ | FAIR-IMPACT: KIT |
|
EOSC United: FZJ |
Skills4EOSC: KIT |
| EVERSE: HZDR | |
| O.S.C.A.R.S: DESY |
Startet 2026:
- EOSC4ALL: FZJ
- EOSC-ARENA: KIT
- EOSC Mesh: DESY, FZJ, KIT
- EOSC-Marine: AWI
- Fluid-AI: KIT, UFZ
- GenAI4Earth: GFZ, KIT, UFZ
- RenAi: KIT, UFZ
- STARDAST: UFZ
An den EOSC Task Forces sind zahlreiche Forschende aus Helmholtz beteiligt. Sie geben Feedback zu EOSC-Projekten und unterstützen die Weiterentwicklung der Strategic Research & Innovation Agenda für die EOSC (SRIA).
Das Helmholtz Open Science Office agiert gemeinsam mit dem Helmholtz Büro Brüssel als strategische Schnittstelle zur EOSC und organisiert regelmäßig Foren und weitere Austauschformate. Damit leistet das OS Office einen maßgeblichen Beitrag zum kontinuierlichen Monitoring der Helmholtz-Aktivitäten in der EOSC. Das Community Building führt die dezentralen Akteure zusammen, schafft Synergien und stellt sicher, dass die Aktivitäten der einzelnen Zentren mit der gemeinsamen Helmholtz-Vision im Einklang stehen.