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Helmholtz Open Science Newsletter vom 07.10.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 82. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Helmholtz Open Science Briefings

Mit den Helmholtz Open Science Briefings kommuniziert das Helmholtz Open Science Office wichtige Entwicklungen aus dem Open-Science-Bereich an die Gemeinschaft und die Zentren. Die Helmholtz Open Science Briefings werden im Open Access unter der Lizenz CC-BY 4.0 veröffentlicht und sind über eine DOI dauerhaft verfügbar.

Das erste, jetzt erschienene Helmholtz Open Science Briefing dieser neuen Reihe trägt den Titel „Checkliste. Open Science für potenzielle Verbundprojekte im Rahmen der Kampagne ‘Die Corona-Pandemie: Erkenntnis, Bewältigung, Prävention’ der Helmholtz-Gemeinschaft“. Die Checkliste begleitet die Kampagne „Die Corona-Pandemie: Erkenntnis, Bewältigung, Prävention“ der Helmholtz-Gemeinschaft.

Open Access Monitor: Integration von Informationen zu Projekt DEAL

Die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich entwickelt unter Förderung des BMBF den OAM - Open Access Monitor Deutschland (s. Newsletter 72). Dieser ging hervor aus der Datenstelle des Nationalen Open-Access-Kontaktpunkts (OA2020-DE), die von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen gefördert wird. Der OAM erfasst das gesamte Publikationsaufkommen deutscher Forschungseinrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften und ermöglicht so ein detailliertes Monitoring der Transformation des akademischen Publikationswesens hin zu Open Access. Das Tool aggregiert diverse Datenquellen, wodurch Publikationszahlen in Open- sowie in Closed-Access-Zeitschriften, Subskriptions- und Publikationskosten, Nutzungsstatistiken sowie Zitationen gemeinsam auf einer Oberfläche abgebildet werden können. Zusätzlich zu ihrer Darstellung über eine Web-Applikation können die Informationen des OAM über eine offene API-Schnittstelle abgerufen und damit auch in andere Systeme integriert werden (s. Literatur zum OAM).

Mit Hilfe der Anwenderoberfläche und eines gestuften Rechtemanagements können die aus den externen Quellsystemen übermittelten Daten des OAM für die angestrebten Nutzungszwecke abgefragt werden. Die Webanwendung wurde nun um einen Bereich zur Auswertung der DEAL-Verträge erweitert. Die Funktion unterstützt wissenschaftliche Einrichtungen bzw. deren Bibliotheken bei der Ermittlung ihres bisherigen Publikationsaufkommens für die in den jeweiligen Verträgen enthaltenen Zeitschriften. Damit lässt sich für die Institutionen leichter abschätzen, welche Kosten bei publikationsbasierter Abrechnung auf sie zukommen. Im DEAL-Bereich sind alle Zeitschriften hinterlegt, die in den jeweiligen Verträgen als Hybrid bzw. Gold OA erfasst werden, sodass jede Einrichtung ihre eigenen Publikationen in diesen Zeitschriften unkompliziert ermitteln kann.

Für die kürzlich gestartete zweite Projektphase (Förderzeitraum 01.09.2020 - 31.08.2023) des OAM ist die Anbindung weiterer Electronic-Resource-Management-Systeme (ALMA und FOLIO) geplant, um die Datenlage zu den Subskriptionskosten zu verbessern. Potenzial zum Ausbau des Tools steckt außerdem in der Erfassung zusätzlicher Dokumentarten (z. B. Monographien) und der Darstellung versteckter Publikationskosten (Druckkostenzuschüsse, Farbgebühren etc.). Mit der Integration der Web of Science (WoS) Knowledge Base als neue Datenquelle für Publikations- und Zitationszahlen ist ein erstes Arbeitspaket sogar schon realisiert. Alternativ zur Dimensions-Ansicht, die alle Publikationen einer Einrichtung listet, können Nutzende in Kürze in der WoS-Ansicht explizit nach „Corresponding Authors“ filtern. Das ist vielfach notwendig für die Zuordnung von Kosten.

Internationale Open-Access-Week 2020

Die Internationale Open Access Week 2020 findet in diesem Jahr vom 19. bis zum 25. Oktober 2020 unter dem Motto „Open with Purpose: Taking Action to Build Structural Equity and Inclusion“ statt. Im Rahmen der jährlichen Open Access Week gibt es wieder zahlreiche nationale und internationale Veranstaltungen zur Offenheit in der Wissenschaft.

Das Helmholtz Open Science Office organisiert zu diesem Anlass am 20. Oktober 2020 von 16 bis 17 Uhr sein 56. Online-Seminar: Open Access Publishing for Early Career Researchers at Helmholtz, zum Thema Open-Access-Publizieren für Doktorand*innen, Nachwuchswissenschaftler*innen und PostDocs der Helmholtz-Gemeinschaft – alle interessierten Personen sind hierzu herzlich eingeladen.

Aus der Helmholtz-Gemeinschaft wurden zudem bereits die folgenden Aktivitäten angekündigt:

Im Raum Berlin-Brandenburg findet zudem u. a. der Thinkathon Open Access Monitoring Berlin-Brandenburg „Open Access – mehr als APC“ am 22. und 23. Oktober 2020 statt, organisiert vom Open-Access-Büro Berlin und dem Projekt Kompetenzentwicklung Open Access Brandenburg. Eine Übersicht mit weiteren Veranstaltungshinweisen für die Open Access Week wird vom open-access.network bereitgestellt.

Rückblick: Open-Access-Tage 2020

Vom 15. bis 17.09.2020 fanden die Open-Access-Tage 2020 unter dem Motto „Open Access 2020 – Wege, Akteur*innen, Effekte“ aus Bielefeld organisiert online über eine Videokonferenzplattform statt. „At home but open“ können alle eingereichten Präsentationen eingesehen und heruntergeladen werden.

Unter anderem wurde das neue und kostenfreie Open-Access-Forum der Informationsplattform des vom BMBF geförderten Projekts open-access.network mit Beteiligung des Helmholtz Open Science Office vorgestellt und ein Workshop initiiert. Die während der Open-Access-Tage gestartete Plattform wird von Mitarbeiter*innen des Netzwerks betreut und dient der Information, Kompetenzvermittlung und Vernetzung der Open-Access-Gemeinschaft Deutschlands. Ein weiterer Workshop wurde von ORCID DE und ORCID angeboten: Unter dem Titel „Persistente Identifikatoren für Open Science“ stellten die ORCID-DE-Projektpartner*innen den rund 60 Teilnehmenden in Impulsvorträgen zunächst PID-Anwendungen von ORCID, DataCite, Gemeinsame Normdatei (GND), OpenAIRE, Research Organization Registry (ROR) und re3data vor. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden, wie offen, transparent, nachhaltig und vertrauenswürdig PID-Anwendungen im Kontext der drei Schwerpunktthemen Open Access, Open Research Software und Open Research Data gestaltet werden müssen und welche Herausforderungen dabei zu bewältigen sind. Die Folien der Impulsvorträge und die Kern-Diskussionspunkte sind auf der Projektwebsite zu finden. Ebenfalls am Mittwoch fand eine Präsentation zum Open Access Monitor Deutschland statt. Das BMBF-Projekt zum Aufbau des OAM befindet sich nun in der zweiten Förderphase am FZJ, der Zwischenstand wurde an dieser Stelle präsentiert. Die nächsten Open-Access-Tage werden vom 27. bis 29. September 2021 in Bern stattfinden.

Kooperation zwischen dem Projekt DeepGreen und Wiley

Gute Neuigkeiten aus dem deutschlandweiten DeepGreen-Projekt: Im Rahmen des 2019 unterzeichneten DEAL-Wiley-Vertrags (s. Newsletter 72) ist nun die Kooperation zwischen Wiley und DeepGreen zustande gekommen. Dank dieser Kooperation können 500 deutsche akademische Einrichtungen, die am DEAL-Wiley-Vertrag teilnehmen, automatisiert Volltext-PDF-Dateien und Metadaten der im Rahmen der Vereinbarung veröffentlichten Artikel über den DeepGreen-Router erhalten, auch Gold-Open-Access-Artikel.

Die erste der geplanten halbjährlichen Datenlieferungen enthält alle 2019 publizierten, verifizierten Open-Access-Artikel der Wiley/Projekt-DEAL-Vereinbarung. Diese und weitere Lieferungen sind auf diejenigen Einrichtungen beschränkt, die am Projekt DEAL teilnehmen. Die dazugehörige Pressemitteilung ist ebenfalls in englischer Sprache verfügbar. Das durch die DFG geförderte Projekt DeepGreen unter Beteiligung des Helmholtz Open Science Office ermöglicht das automatisierte Verteilen von Artikeldaten an Repositorien.

Finanzierung für ROR für zwei Jahre gesichert

Mit der Open Researcher and Contributor ID (ORCID) können sich wissenschaftliche Einrichtungen eindeutig mit ihren Affiliierten, Fördernehmer*innen und Autor*innen vernetzen. Die ORCID-ID hat sich seither als internationaler Standard für Autor*innenidentifikation in der Wissenschaft etabliert. Das Helmholtz Open Science Office trägt mit seiner Beteiligung am Projekt ORCID DE zur Förderung der ORCID-ID im deutschsprachigen Raum bei. Im Gegensatz dazu hat sich für die Identifikation von wissenschaftlichen Organisationen bislang kein globaler Standard durchgesetzt. 

Die Entwicklung einer solchen Organisations-ID, die dazu Community-betrieben und offen ist, hat sich die Research Organization Registry – ROR zum Ziel gesetzt (s. Newsletter 72). Die über Community-Beiträge und Fundraising unterstützte Initiative konnte nun verkünden, dass das Institute of Museum and Library Services (IMLS) und die National Science Foundation (NSF) die Umsetzung von Schlüsselprojekten in den nächsten zwei Jahren fördern. Mit dieser Finanzierung und den bisher erhaltenen Gemeinschaftsbeiträgen ist ROR nun in einer stärkeren Position um seine Entwicklungen und die Verbreitung der ROR-ID auszuweiten.

Barrierefreiheit für Repositorien

Repositorien sind von zentraler Bedeutung für die Verbreitung von und den Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ein offener Zugang für alle Menschen im Sinne von Open Science ist jedoch erst gewährleistet, wenn Repositorien barrierefrei gestaltet sind. In einem aktuellen Zeitschriftenbeitrag geben die Autorinnen und Autoren einen Überblick zum Stand der digitalen Barrierefreiheit von Repositorien und erläutern, wie Barrieren vermindert werden können.

Andrae, M. et al. 2020: Barrierefreiheit für Repositorien. Ein Überblick über technische und rechtliche Voraussetzungen. Mitteilungen der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare 73. https://doi.org/10.31263/voebm.v73i2.3640

PREMIER: Qualitätsmanagement für Forschungsprojekte

Das Projekt PREMIER (Predictiveness and Robustness through Modular Improvement of Experimental Research) hat sich zum Ziel gesetzt die Qualität in der biomedizinischen Forschung zu verbessern, auch unter Einbeziehung von Open Science. Die Ergebnisse der ersten Projektphase werden jetzt der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Nutzung über eine Website zur Verfügung gestellt. Das Projekt am QUEST Center des Berlin Institute of Health wird weiterhin von der VolkswagenStiftung gefördert.

BMBF legt „Aktionsplan Forschungsdaten“ vor

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat Anfang Oktober 2020 einen „Aktionsplan Forschungsdaten“ (PDF) vorgelegt. Dieser umfasst drei Bereiche: Datensouveränität/Dateninfrastrukturen, datenbasierte Innovationen und Datenkompetenzen.

In einer Pressemitteilung erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: „Daten sind der Treibstoff der Digitalisierung. Die Verarbeitung und Nutzung von Daten birgt enormes Potential für neue Technologien, Wertschöpfungsketten oder Geschäftsmodelle. Für eine erfolgreiche digitale Zukunft müssen wir dieses Potential bestmöglich ausschöpfen. Grundlage hierfür ist, dass wir einen systematischen und nachhaltigen Zugang insbesondere zu Forschungsdaten schaffen. Denn diese sind Grundlage für wissenschaftliche Erkenntnisse und Innovationen.“

Neben der Förderung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) und weiteren strategischen Themen wie GAIA-X und European Open Science Cloud (EOSC) werden auch ganz praktische Themen des Forschungsalltags adressiert. So kündigt das Ministerium an, dass „Datenpublikationen nach den FAIR-Standards […] als wissenschaftliche Leistung beispielsweise bei der Begutachtung von Förderanträgen berücksichtigt werden.“ Zuwendungsempfänger des BMBF müssen ihre Forschungsdaten zukünftig nach den FAIR-Prinzipien „möglichst standardbasiert“ verarbeiten und aufbewahren. Hierzu stellt das Ministerium fest: „[d]as Management von Forschungsdaten ist Teil der wissenschaftlichen Arbeit“. Vor diesem Hintergrund werden auch die „notwendigen Ausgaben für das Forschungsdatenmanagement bei BMBF-geförderten Projekten mit entsprechendem Datenbezug als zuwendungsfähige Ausgaben“ anerkannt. Weitere Informationen bietet die Website aktionsplan-forschungsdaten.de.

Literaturhinweise

Beck, J. et al. 2020: Building trust in preprints: recommendations for servers and other stakeholders. Preprint. https://doi.org/10.31219/osf.io/8dn4w

Besançon, L. et al. 2020: Open science saves lives: lessons from the COVID-19 pandemic. bioRxiv:2020.08.13.249847

Chan, L. et al. 2020: Open science beyond open access: for and with communities. A step towards the decolonization of knowledge. Ottawa: Canadian Commission for UNESCO’s IdeaLab. http://cradall.org/content/open-science-brief-unesco-step-towards-decolonization-knowledge

David, R. et al. 2020: FAIRness literacy: the Achilles’ heel of applying FAIR principles. Data Science Journal 19: 32. https://doi.org/10.5334/dsj-2020-032

Frick, C. 2020: Peer-Review im Rampenlicht. Ein prominentes Fallbeispiel. Preprint. http://doi.org/10.5281/zenodo.3949570

Godel, R. et al. 2020: Förderung wissenschaftlicher Buchpublikationen im Open Access (Open-Access-Bücher). Standards und Richtlinien für die Gestaltung infrastruktureller Rahmenbedingungen und die Vergabe von Fördermitteln durch wissenschaftliche Einrichtungen. Handreichung der AG Wissenschaftliches Publikationssystem im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen. https://doi.org/10.3249/allianzoa.014

Laakso, M., L. Matthias & N. Jahn 2020: Open is not forever: a study of vanished open access journals. arXiv:2008.11933

Pollack, P., D. Ecker & S. Rosenberger 2020: Open Access Monitor Deutschland – Technik. In: 34. Österreichischer Bibliothekartag Graz 2019. Herausg. von C. Köstner et al. Graz: Unipress. https://doi.org/10.25364/guv.2020.voebs15.13

Töwe, M. & C. Barillari 2020: Who does what? – Research Data Management at ETH Zurich. Data Science Journal 19: 36. https://doi.org/10.5334/dsj-2020-036

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Katja Faensen, Lea Maria Ferguson, Dr. Reinhard Messerschmidt, Heinz Pampel, Antonia Schrader, Dr. Paul Schultze-Motel und Nina Weisweiler

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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