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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 10.06.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 80. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Neue Open-Access-Zeitschrift unter Beteiligung des FZJ

Aktuell wird Open Science u. a. mit der Suche nach einem Impfstoff gegen COVID-19 verbunden. Die positiven Effekte, die von Open Science erwartet wurden, sind jedoch für alle Forschungsfelder relevant. Die Batterieforschung ist ein Forschungsfeld, das für die Energiewende herausragende Bedeutung hat. Es ist deshalb erfreulich, dass eine Gruppe von Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Prof. Dr. Rüdiger-A. Eichel, dem wissenschaftlichen Direktor des am Forschungszentrum Jülich angesiedelten Instituts für Energie- und Klimaforschung, sich entschieden haben ihre neue Zeitschrift Electrochemical Science Advances als Open-Access-Zeitschrift zu konzipieren. Mit dieser Entscheidung unterstützt das Herausgeberteam sowohl die Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft als auch die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung.

Neues zur Open-Access-Transformation in den Geistes- und Sozialwissenschaften? „ENABLE!“

Als Kontrast zu den Entwicklungen der Open-Access-Transformation in den Naturwissenschaften und der Medizin versteht sich die kürzlich entstandene Plattform „ENABLE! - Bibliotheken, Verlage und Autor*innen für Open Access in den Geistes- und Sozialwissenschaften“. Das Pilotprojekt, welches am Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE angesiedelt ist, veröffentlichte im Mai 2020 ein „Mission Statement“. Zur gleichen Zeit gab es Erstunterzeichner aus Universitätsbibliotheken, Fachrepositorien und aus dem Verlagswesen. Diese positionierten sich dazu, in einem Community-Building-Prozess Erfahrungen zum Open-Access-Publikationsprozess austauschen und als Akteure untereinander kooperieren zu wollen.

Interessant wird der Mehrwert von ENABLE! sein, gerade im Hinblick auf die Open-Access-Transformation und neue Finanzierungsmodelle für Open-Access-Publikationen in den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Preprint-Server EarthArXiv zieht um zur California Digital Library

EarthArXiv ist ein Preprint-Server für die Geowissenschaften, der 2017 gestartet ist und bisher vom Center of Open Science betrieben wurde (s. Newsletter 58). Aus Kostengründen hat der Beirat von EarthArXiv jetzt entschieden, den Dienst künftig in Zusammenarbeit mit der California Digital Library zu betreiben. Als technische Grundlage für den Preprint-Server soll nach dem Umzug die am Birkbeck College der University of London entwickelte Open-Source-Plattform Janeway eingesetzt werden.

cOAlition S veröffentlicht Preis-Transparenzanforderungen an Verlage

In Prinzip 5 von Plan S (s. Newsletter 75) verlangt die cOAlition S von Verlagen, ihre Kosten transparent zu machen. Diese Transparenz soll den Wettbewerb zwischen den Verlagen fördern und der cOAlition S ermöglichen Obergrenzen für Publikationsgebühren festzulegen. Diese Forderung verband die cOAlition S mit der Ankündigung einer Konkretisierung der Transparenzanforderung. Im Mai 2020 gab sie nun bekannt, dass diese Konkretisierung fertig gestellt wurde.

Zwei Think Tanks, Fair Open Access Alliance und InformationPower haben in Abstimmung mit der cOAlition S und zwei Gruppen von Verlagen je eine Implementierung, sprich ein Berichtsformat entwickelt, die beide von der cOAlition S akzeptiert wurden. Die Mitglieder der cOAlition S haben mit der Bekanntgabe der Konkretisierung von Prinzip 5 des Plan S ihre Entschlossenheit betont ab Juli 2022 nur noch APC-Kosten von Verlagen zu finanzieren, die diesen Transparenzanforderungen entsprechen.

Datenanalyse: die Welt ist nicht schwarz-weiß

Was passiert, wenn 70 Forscherteams unabhängig voneinander denselben Datensatz analysieren, um dieselben Hypothesen zu testen? Nahezu 200 Forschende aus verschiedenen Fächern haben sich zusammengeschlossen, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. In einer großangelegten Studie, die in Nature veröffentlicht wurde, haben sie untersucht, wie sich die Art der Datenanalyse auf die Ergebnisse auswirkt. Verwendet wurden Daten der bildgebenden Hirnforschung. Beteiligt waren auch Forschende aus dem Forschungszentrum Jülich.

Die Studie belegt, dass die Art der Analyse komplexer Neuroimaging-Datensätze einen starken Einfluss auf das Ergebnis haben kann – trotz identischer Ausgangsdaten und festgelegter Fragestellungen. „Der Grund dafür ist, dass Forscher bei so komplexen Datensätzen auf dem Weg zum Ergebnis viele einzelne Entscheidungen treffen müssen, wie die vorliegenden Daten verarbeitet, geordnet, modelliert, analysiert werden“, so Simon Eickhoff aus Jülich. „Da die Endresultate die Breite der Daten auf eine einfache Ja-Nein-Antwort reduzierten, hatte das zur Folge, dass selbst sehr ähnliche Zwischenergebnisse zu anderen Endresultaten führten.“ Für den Wissenschaftler ist die Studie ein gutes Beispiel für die Komplexität der wissenschaftlichen Arbeit. Sowohl Forschungsdaten als auch verwendete Computercodes der Studie sind offen zugänglich. Alle Analysen sind reproduzierbar.

EOSC: Entwurf des „Interoperability Framework“ kann kommentiert werden

Die Ausgestaltung der European Open Science Cloud (s. Newsletter 65) ist ein für die Wissenschaft äußerst wichtiges Thema. Die EOSC wird durch die Vernetzung bestehender Infrastrukturen realisiert. Die erste Version des Katalogs der Anforderungen, die hierfür von den teilnehmenden Infrastrukturen erfüllt werden müssen, wurde Anfang Mai 2020 veröffentlicht und kann aktuell noch kommentiert werden. Die nächste Version des Katalogs der Anforderungen soll im Oktober veröffentlicht werden.

Frankreich: Open Science ist fester Bestandteil der nationalen Digitalisierungsstrategie

Für die Regierung Frankreichs hat die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Landes im Kontext der Digitalisierung größte Bedeutung. Das wird z. B. am Engagement Frankreichs für den Aufbau der europäischen Dateninfrastruktur GAIA-X illustriert, für den vor wenigen Tagen der offizielle Start verkündet wurde.

Die Digitalisierungsstrategie Frankreichs schließt das Bekenntnis zu Open Science ein. Bereits im Jahr 2018 veröffentlichte das Ministerium für Hochschulbildung und Forschung die Open-Science-Strategie Frankreichs. Im November vergangenen Jahres wurde diese Strategie durch die Roadmap for Open Science des Centre national de la recherche scientifique (CNRS), der größten Wissenschaftsorganisation des Landes ergänzt. Alle Entwicklungen in Frankreich im Zusammenhang mit Open Science können auf einer eigenen Webseite verfolgt werden.

UNESCO plant Empfehlung zu Open Science

Auf globaler Ebene wird das Thema Open Access bzw. Open Science seit vielen Jahren innerhalb der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) diskutiert (s. Newsletter 14). Im Jahr 2019, im Rahmen ihrer 40. Generalversammlung, haben die Mitgliedsstaaten der UNESCO beschlossen eine Empfehlung zum Thema Open Science zu erarbeiten.

Dieser Prozess soll transparent und partizipativ gestaltet werden. Die Deutsche UNESCO-Kommission möchte den Meinungsbildungsprozess von Akteurinnen und Akteuren im Kontext dieses Entscheidungsprozesses moderieren. Als Aufschlag hierzu hat sie vor wenigen Tages das Papier Open Science – Perspektiven aus Deutschland auf die Erarbeitung der geplanten Empfehlung der UNESCO veröffentlicht, in welchem Open-Science-Aktivitäten in Deutschland dokumentiert werden. Parallel wird von der UNESCO noch bis zum 15. Juni 2020 eine Umfrage zum Thema Open Science durchgeführt, an der sich alle Interessierten beteiligen können.

Literaturhinweise

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Björk, B.-C. & T. Korkeamäki 2020: Adoption of the open access business model in scientific journal publishing: a cross-disciplinary study. arXiv:2005.01008

Blomberg, N. & K.B. Lauer 2020: Connecting data, tools and people across Europe: ELIXIR’s response to the COVID-19 pandemic. European Journal of Human Genetics. https://doi.org/10.1038/s41431-020-0637-5

Coudert, F.-X. 2020: The rise of preprints in chemistry. Nature Chemistry. https://doi.org/10.1038/s41557-020-0477-5

Fraser, N. et al. 2020: Preprinting a pandemic: the role of preprints in the COVID-19 pandemic. bioRxiv:2020.05.22.111294

Frick, C. & C. Kaier 2020: Publikationskosten für Zeitschriftenartikel abseits von Open-Access-Publikationsfonds – Lost in Transformation? o-bib – das offene Bibliotheksjournal 7: 1-15. https://doi.org/10.5282/o-bib/5586

Gregory, K. et al. 2020: Lost or found? Discovering data needed for research. Harvard Data Science Review. https://doi.org/10.1162/99608f92.e38165eb

Kirkham, J.J. et al. 2020: A systematic examination of preprint platforms for use in the medical and biomedical sciences setting. bioRxiv:2020.04.27.063578

Riedel, N., M. Kip & E. Bobrov 2020: ODDPub – a text-mining algorithm to detect data sharing in biomedical publications. bioRxiv:2020.05.11.088021

Tremouilhac, P. et al. 2020: The repository Chemotion: infrastructure for sustainable research in chemistry. Preprint. http://doi.org/10.26434/chemrxiv.12195318.v1

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Katja Faensen, Lea Maria Ferguson, Heinz Pampel, Antonia Schrader und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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