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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 16.06.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 86. Helmholtz Open Science Newsletter des Helmholtz Open Science Office, der in deutscher und englischer Sprache verfügbar ist. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Leiten Sie diesen Newsletter gerne weiter.

Für tagesaktuelle Informationen zum Thema Open Science: Die interne Mailingliste os-pro-helmholtz „Helmholtz Open Science Professionals“ richtet sich an Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich für Open-Science-Themen, wie zum Beispiel Open Access, offene Forschungsdaten und Open Research Software interessieren. Neben der Information über aktuelle Entwicklungen wird die Diskussion zu praktischen Fragen erleichtert. Sie können sich hier für die Liste anmelden. (Hinweis: Diese Liste ist nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft verfügbar).

1. Save-the-Date: 59. Online-Seminar zu Forschungsdatenmanagement

Am Mittwoch, den 23.06.2021, findet von 15:00 bis 16:00 Uhr das 59. Helmholtz Open Science Online-Seminar statt. Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner wird zum Thema Forschungsdatenmanagement im Kontext von Biodiversität und des Projekts MOSAiC referieren. Prof. Glöckner ist Leiter der Datenabteilung des Rechen- und Datenzentrums des Helmholtz-Zentrums für Polar- und Meeresforschung Alfred-Wegener-Institut, Professor an der Universität Bremen und betreut das Forschungsdatenrepositorium PANGAEA.

Das einstündige Online-Seminar wird in englischer Sprache mit der Videokonferenz-Software Zoom durchgeführt und nicht aufgezeichnet.

Um an der kostenlosen Veranstaltung teilzunehmen, registrieren Sie sich bitte vorab hier. Weitere Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

2. Neuigkeiten aus dem Projekt re3data COREF: Poster gewinnt ersten Platz auf dem Poster-Wettbewerb der 17. Tagung der Research Data Alliance (RDA)

Das vom Projekt re3data COREF eingereichte Poster hat den ersten Platz auf dem Poster-Wettbewerb der 17. Tagung der Research Data Alliance (RDA) gewonnen! Das Poster beleuchtet die Zusammenarbeit zwischen re3data, dem FAIRsFAIR-Projekt und DataCite. Es beschreibt Aktivitäten, mit deren Hilfe Nutzenden die Recherche nach Forschungsdatenrepositorien, welche FAIR-Data-Praktiken fördern, erleichtert werden soll. Die Research Data Alliance (RDA) ist ein internationaler Zusammenschluss mit dem Ziel, die sozialen und technischen Infrastrukturen für offene gemeinsame Nutzung und Wiederverwendung von Daten aufzubauen und weiterzuentwickeln. Außerdem war das COREF-Projekt mit einer Präsentation auf der virtuellen Generalversammlung der EGU 2021 im April 2021 vertreten.

Derzeit wird im Rahmen des Projekts eine Studie mit Betreiber*innen, der in re3data verzeichneten Forschungsdatenrepositorien, zum Datenqualitätsmanagement durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie werden für die Öffentlichkeit verfügbar gemacht sowie in die weitere Überarbeitung des re3data-Metadatenschemas einfließen (betrifft die geplante Version 4.0). Für die erste überarbeitete Version 3.1 des Schemas wurden vor kurzem Kommentare und Feedback eingeholt. Der Entwurf für Version 3.1 wird derzeit aufgearbeitet und zeitnah implementiert.

Regelmäßige Updates und Wissenswertes aus dem Projekt re3data COREF werden ab sofort auch über den neuen Projekt-Blog publiziert. Das Projekt re3data COREF, an dem auch das Helmholtz Open Science Office beteiligt ist, wird seit Januar 2020 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) für drei Jahre gefördert und arbeitet an der Weiterentwicklung des Dienstes re3data – Registry of Research Data Repositories.

3. Aktualisierte Liste der Forschungsdatenrepositorien mit Helmholtz-Beteiligung auf os.helmholtz.de

Seit 2012 ist das Helmholtz Open Science Office in den Betrieb von re3data – Registry of Research Data Repositories involviert. Dieser globale Dienst bietet Forschenden, Förderorganisationen und weiteren Akteuren eine Übersicht über digitale Forschungsinfrastrukturen zur Zugänglichmachung von Forschungsdaten. Im Juni 2021 listet das Verzeichnis knapp 2.700 Repositorien. Seit Januar 2020 widmet sich das DFG-Projekt re3data COREF der Weiterentwicklung von re3data. Eine aktualisierte Liste aller in re3data indexierten Forschungsdatenrepositorien mit Beteiligung von Helmholtz-Zentren ist auf der Webseite des Helmholtz Open Science Office zu finden (s. Newsletter 83).

4. Onlinekurs „Gute wissenschaftliche Praxis“ des KIT

Der Onlinekurs „Gute wissenschaftliche Praxis“ ist unter der gemeinsamen Projektleitung der KIT-Bibliothek und des Schreiblabors am House of Competence des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entstanden. In diesem Onlinekurs lernen Studierende, welche Regeln und Normen des Wissenschaftssystems bereits im Studium relevant sind und wie Forschung redlich durchgeführt wird. Der Kurs ist Teil des landesweiten Projekts helpBW, das an den beiden KIT-Einrichtungen angesiedelt ist.

Der Onlinekurs „Gute wissenschaftliche Praxis“ ist für KIT-Angehörige auf der Lernplattform ILIAS verfügbar; externe Interessierte können über die Plattform Open Courses KIT darauf zugreifen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) empfiehlt diesen Onlinekurs und hat ihn in das Portal „Wissenschaftliche Integrität“ als Beispiel für die Vermittlung guter wissenschaftlicher Praxis aufgenommen. Das Portal dient zur Konkretisierung des DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“, indem Beispiele und Materialien zur Verfügung gestellt werden, die die DFG-Empfehlungen ergänzen. Ebenso verlinkt auch das DFG-Gremium „Ombudsman für die Wissenschaft“ auf den am KIT entwickelten Onlinekurs. Das Gremium dient Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland als Anlaufstelle bei Fragen und Konflikten im Bereich guter wissenschaftlicher Praxis und stellt u. a. Lehrmaterialien hierzu bereit. Weitere Informationen: https://helpbw.de/2021/05/17/dfg-empfiehlt-den-onlinekurs-gute-wissenschaftliche-praxis/

5. Die DFG hat DORA unterzeichnet

Im DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ ist für die Leitlinie 5 „Leistungsdimensionen und Bewertungskritierien“ die San Francisco Declaration on Research Assessment (DORA) eine wichtige Referenz. Eine Kernaussage von DORA lautet: „Do not use journal-based metrics, such as Journal Impact Factors, as a surrogate measure of the quality of individual research articles, to assess an individual scientist’s contributions, or in hiring, promotion, or funding decisions.“ Weltweit haben bereits über 2200 Institutionen und Organisationen die Erklärung unterzeichnet. Bisher ist die Zahl der Unterschriften aus Deutschland allerdings gering. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist nun mit gutem Beispiel vorangegangen.

6. Report des Forums zu Indikatoren für Open Science erschienen

Open Access, Open Research Data und Open Research Software: Diese Themen prägen die aktuellen Diskussionen zu Open Science in der Helmholtz-Gemeinschaft. Doch an welchen Indikatoren lässt sich der Kulturwandel hin zu Open Science ausmachen? Welche Anreize setzen Indikatoren für die Entwicklung von Open Access? Diesen und weiteren Fragen widmete sich das virtuelle Helmholtz Open Science Forum unter dem Motto „Indikatoren für Open Science“ am 20. Januar 2021 (s. Newsletter 83). Im Zuge der Veranstaltung wurden anhand von Impuls- und Praxisvorträgen Indikatoren für Open Science vorgestellt, untersucht und mit einem breiten Publikum aus der Helmholtz-Gemeinschaft diskutiert. Der nun veröffentlichte Report fasst die Vorträge und Diskussionen des Forums zusammen und bildet die Basis für weitere Entwicklungen des Themenfeldes in der Gemeinschaft.

Der Report ist hier verfügbar: https://doi.org/10.48440/os.helmholtz.024

7. Rückblick: Helmholtz Open Science Forum „Helmholtz in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)“

Mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) verfolgen Bund und Länder das Ziel, Datenbestände aus der Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem nach den FAIR-Prinzipien systematisch zu erschließen, damit diese für Dritte zugänglich gemacht werden. Die NFDI wird als Netzwerk von Konsortien über einen Zeitraum von drei Jahren ab 2019 in drei aufeinanderfolgenden Förderphasen aufgebaut. 

Zur Förderung des Dialogs zur NFDI in Helmholtz veranstaltete das Helmholtz Open Science Office am 04. Mai 2021 ein digitales Helmholtz Open Science Forum unter dem Motto „Helmholtz in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)“ mit knapp hundert Teilnehmer*innen. Neben einer Einführung durch das NFDI-Direktorat stellten exemplarische Vorträge die Bandbreite der NFDI-Beteiligung in Helmholtz dar (z. B. Praxisberichte von genehmigten Konsortien, Umgang mit der NFDI aus Perspektive eines Zentrums, eines Forschungsbereichs und einer Inkubatorplattform), auch wurde das Zusammenspiel von NFDI und EOSC beleuchtet. Im Zentrum stand die Diskussion zu Helmholtz-spezifischen Aspekten bei der Realisierung der NFDI. Eine Dokumentation des Forums wird zeitnah zur Verfügung gestellt.

8. Rückblick: Helmholtz Forum „Forschungssoftware“

Am 06. Mai 2021 fand der gemeinsam von der Task Group Forschungssoftware, der Plattform HIFIS und dem Helmholtz Open Science Office durchgeführte Workshop „Policies für Forschungssoftware“ statt. Auf der virtuellen Veranstaltung mit über 100 Teilnehmer*innen zeigte sich das große Interesse aller Helmholtz-Zentren an der Thematik. Die anvisierte Zielgruppe (primär Policy-Maker und Teamleiter der Softwareentwicklung z. B. aus Datenzentren, Infrastruktur, Wissenschaftsmanagement, Bibliotheken, Recht und Technologietransfer oder Scientific-Software-Communities) war in voller Breite vertreten.

Das vollständige Programm finden Sie auf der Veranstaltungsseite. Nach dem Grußwort von Wolfgang Marquardt und den Impulsvorträgen konnte in vier Zoom Breakout Sessions ein produktiver Dialog in Gang gesetzt werden.

Die Ergebnisse wurden auf virtuellen Whiteboards dokumentiert und sind die Basis für einen weitergehenden Austauschprozess. In diesem sind weiterhin alle Helmholtz-Akteure herzlich willkommen, sich aktiv an der kollaborativen Erarbeitung einer Checkliste zur Entwicklung und Einführung einer Policy in den Zentren zu beteiligen – das Forum Forschungssoftware freut sich auf weiterhin produktiven Austausch!

9. Rückblick: 58. Online-Seminar mit Irene Barbers zum Open Access Monitor

Anlässlich des 58. Helmholtz Open Science Online-Seminars berichtete Irene Barbers (Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich) am 28. April 2021, wie der Open Access Monitor eingesetzt werden kann, um die Open-Access-Transformation zu unterstützen. Das Online-Seminar richtete sich an alle Interessierten aus der Helmholtz-Gemeinschaft und anderen Institutionen. Es nahmen rund 210 Personen, und davon über 30 Personen aus der Helmholtz-Gemeinschaft, am Vortrag und der anschließenden offenen Diskussionsrunde teil.

Die Folien des Vortrags sind hier zu finden (verfügbar unter CC BY 4.0 International). Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der begleitenden Veranstaltungsseite, auf der in Kürze auch das die Veranstaltung begleitende Factsheet erscheinen wird.

10. Rückblick: 5. ORCID DE Workshop

Am 02. Juni 2021 fand der fünfte ORCID DE Workshop zum Thema „ORCID in Publikations- und Informationsinfrastrukturen“ statt. Mehr als 370 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der Veranstaltung teil, um sich zu den Integrationsmöglichkeiten von ORCID in Forschungsinformationssystemen, Forschungsdatenrepositorien und Publikationsdiensten, wie OJS und Open-Access-Repositorien, zu informieren und auszutauschen.

Diese überwältigende Beteiligung zeigt, dass der Informationsbedarf an ORCID und seinen Implementierungsmöglichkeiten ungebrochen groß ist. Das Programm finden Sie auf der Veranstaltungsseite, die Folien der Referent*innen und Moderator*innen der Breakout-Room-Session sind auf Zenodo in der Gruppe „ORCID DE“ veröffentlicht.

Das ORCID DE Projekt bedankt sich bei allen Teilnehmenden, Referent*innen und Moderator*innen für diesen spannenden Workshop!

Projektpartner von ORCID DE sind DataCite, die Deutsche Nationalbibliothek, das Helmholtz Open Science Office am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover und die Universitätsbibliothek Bielefeld. Das Projekt wurde durch die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) initiiert und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

11. In eigener Sache: Verstärkung gesucht

Das Helmholtz Open Science Office am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ sucht Verstärkung für sein Team. Für die Mitarbeit im BMBF-Projekt EcoDM – Ökosystem Datenmanagement und im Helmholtz Open Science Office wird ein*e Referent*in (w/m/d) gesucht. Bewerbungen werden bis zum 20.06.2021 entgegengenommen. Hier geht es zur Stellenausschreibung: https://www.gfz-potsdam.de/karriere/stellenangebote/job-detail/5265/.

12. Neue Projektausschreibung der Helmholtz Metadata Collaboration (HMC) veröffentlicht

In der ersten Projektausschreibung der Helmholtz-Inkubatorplattform Helmholtz Metadata Collaboration (HMC) wurden neun Projekte mit insgesamt 3,45 Millionen Euro zur Förderung ausgewählt – die Hälfte davon wird vom Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft bereitgestellt. Beteiligt sind 12 Helmholtz-Zentren, die alle sechs Forschungsbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft repräsentieren. Jedes Projekt hat eine Laufzeit von 24 Monaten.

Alle Projekte haben zur Aufgabe, Aktivitäten im Bereich Metadaten innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft zu fördern. Dies beinhaltet unter anderem die Anregung zur Nutzung interoperabler Metadatenstandards, Vokabulare und/oder Ontologien sowie die Adaption und Entwicklung von Werkzeugen zur Datenanreicherung (z. B. automatisierte Metadatengenerierung zur Beschreibung von Datensätzen und Arbeitsabläufen) und Maßnahmen zur Bewertung von Metadatenqualität und -kuratierung (siehe Newsletter 85).

Die neue jährliche Ausschreibung der Helmholtz Metadata Collaboration (HMC) für 2021 ist am 7. Juni 2021 veröffentlicht worden. Anträge können bis zum 16. August 2021 eingereicht werden.

13. KIT entwickelt Tool zur Qualitätssicherung wissenschaftlicher Software

Wenngleich Forschungssoftware von zentraler Bedeutung für die Gewinnung neuer Erkenntnisse ist, können Zeitdruck und Geldmangel beim Entwickeln zu Qualitätsmängeln führen. Zur automatisierten Bewertung von Softwarequalität haben Informatiker des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie des Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) das Tool SoftWipe entworfen und ihre Ergebnisse im Nature Scientific Reports Journal veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine in Python3 geschriebene Pipeline, die Software kompiliert und ausführt, um dabei Programmierfehler zu erkennen und einen Qualitätsscore zwischen 0 (schlecht) und 10 (sehr gut) zu berechnen.

14. Das Projekt SoftWert fördert den transferorientierten Umgang mit wissenschaftlicher Software

Das BMBF-finanzierte Projekt „SoftWert - Methodenbaukasten zur Verwertung von wissenschaftlicher Software“ erarbeitet als Kooperation von Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), dem Helmholtz-Zentrum Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), dem Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) der Leibniz-Gemeinschaft, und der Universität des Saarlandes, „einen Methodenbaukasten für den Transfer wissenschaftlicher Software aus der Grundlagenforschung in andere Forschungszentren und Anwendungsbereiche innerhalb der Forschung, aber auch hin zu Industrieanwendungen“. Das Projekt sieht einen hohen Bedarf an Nachnutzung, teilweise auch in Kombination mit wertvollen Forschungsdaten und Technologien. Transfer wird aber oft erheblich durch rechtliche und ethische Vorgaben erschwert und entsprechend geht viel Potential aus entwickelter Software verloren. Im Rahmen des Projekts werden geeignete Methoden zum transferorientierten Umgang mit wissenschaftlicher Software in Wissenschaftseinrichtungen entwickelt, erprobt, etabliert und in Form von Leit- bzw. Richtlinien zugänglich gemacht sowie prototypisch in Einrichtungen der Helmholtz- und Leibniz-Gemeinschaft sowie führenden Hochschulen umgesetzt.

15. Gesetz zur Umsetzung der DSM-Richtlinie in deutsches Urheberrecht beschlossen

Am 7. Juni ist mit dem Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarktes die jüngste Novellierung des deutschen Urheberrechtsgesetzes in Kraft getreten. Mit diesem Gesetz wird die „EU-Richtlinie 2019/790 vom 17. April 2019 über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmarkt und zur Änderung der Richtlinien 96/9/EG und 2001/29/EG“ (im Folgenden DSM-Richtlinie) in deutsches Recht umgesetzt. Zentrales Anliegen des europäischen Gesetzgebers war eine stärkere Beteiligung der Rechteinhaber*innen an den Profiten der großen Internet-Plattformen. Dies soll durch eine Stärkung der Rechteinhaber*innen gegenüber den Inhaber*innen der Plattformen erreicht werden. Die Plattformen waren bislang vor der Haftung für die Verletzung von Urheberrechten durch nicht lizenzierte Zugänglichmachung urheberrechtlich geschützter Inhalte geschützt. Dieser Schutz wird durch die DSM-Richtlinie aufgehoben. Diesbezüglich wurden insbesondere die Problematik von Upload-Filtern und die Sorge vor „Overblocking“ kontrovers diskutiert (siehe dazu https://irights.info/artikel/referentenentwurf-des-bmjv-leitet-entscheidende-phase-fuer-umfassende-urheberrechtsreform-ein/30351).

Für die Wissenschaft ist an der DSM-Richtlinie bzw. ihrer Umsetzung in deutsches Recht besonders bedeutsam, dass die Richtlinie die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, in ihren Urheberrechtsgesetzen bestimmte Schranken (Erlaubnisse) für Bildung und Wissenschaft einzufügen. Im bisher geltenden deutschen Urheberrechtsgesetz sind diese Schranken in den §§ 60a ff bereits vorhanden. Die Geltung dieser Schranken hatte der deutsche Gesetzgeber jedoch im Rahmen der letzten Novellierung des UrhG bis einschließlich Februar 2023 befristet. Aufgrund der DSM-Richtlinie war der deutsche Gesetzgeber jetzt verpflichtet diese Befristung für einen Teil der im deutschen Urheberrechtsgesetz verankerten Schranken für Bildung und Wissenschaft zu entfristen. Die Vertreter der Wissenschaft und auch der Bundesrat setzten sich im Gesetzgebungsverfahren für die Entfristung aller Schrankenbestimmungen für Bildung und Wissenschaft ein. Dieser Forderung wurde am Ende eines schwierigen Entscheidungsprozesse entsprochen. Dies erhöht die Rechtssicherheit für die Wissenschaft.

16. Nachnutzung von Daten öffentlicher Stellen – Umsetzung der EU-Open-Data-Richtlinie in deutsches Recht

Im Juli 2019 trat die "EU-Richtlinie 2019/1024 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2019 über offene Daten und die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors" (im Weiteren Open-Data-Richtlinie) in Kraft. Sie soll durch zwei Gesetze, das Gesetz zur Änderung des E-Government-Gesetzes (2. E-Government-Gesetz) und das Gesetz für die Nutzung von Daten des öffentlichen Sektors (Datennutzungsgesetz) in deutsches Recht umgesetzt werden. Die Vorschläge für die beiden sich ergänzenden Gesetze werden im parlamentarischen Verfahren mit einem Gesetzentwurf (Bundestagsdrucksache 19/27442) prozessiert. Innerhalb der Bundesregierung sind das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (2. E-Government-Gesetz) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Datennutzungsgesetz), jeweils federführend für eines der beiden Gesetze zuständig. Im Bundestag ist der Innenausschuss federführend.

Die beiden Gesetze sind wesentliche Bausteine der Open-Data-Strategie der Bundesregierung. Um der interessierten Öffentlichkeit Gelegenheit zu Fragen zu den Gesetzentwürfen bzw. zu deren Diskussion zu bieten, wurden beide (Teil-)Gesetze am 22. Februar 2021 und 30. April 2021 in jeweils einer gemeinsamen öffentlichen Online-Veranstaltungen des Helmholtz Open Science Office und des RDA-DE e.V. durch die beiden zuständigen Referatsleiter*innen Eileen Fuchs (BMI) und Andreas Hartl (BMWi) vorgestellt.

In beiden Veranstaltungen wurde an der hohen Anzahl der Teilnehmer*innen, jeweils ca. 170, zunächst einmal das große Interesse für diese Gesetzgebung deutlich. Aus der engagierten Diskussion ging außerdem hervor, dass die Betroffenen sich vielfach nicht ausreichend informiert fühlen. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, obwohl die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet sind, die Open-Data-Richtlinie bis zum 17. Juli 2021 in nationales Recht umzusetzen.

17. Royal Society setzt sich Ziele zur Open-Access-Umwandlung von Zeitschriften

Die Royal Society hat im Mai 2021 bekanntgegeben, dass vier ihrer traditionellen Zeitschriften vollständig auf Open Access umgestellt werden sollen, sobald der Open-Access-Anteil der publizierten Artikel auf 75 % ansteigt. Diese Selbstverpflichtung soll für die „hybriden“ Zeitschriften Biology Letters, Interface, Proceedings A und Proceedings B gelten. Die Umstellung wird vor allem durch die Ausweitung von „Read-and-publish“-Vereinbarungen mit großen Forschungseinrichtungen vorangetrieben, die es ermöglichen, deren Forschungsergebnisse als Open-Access-Artikel in den Zeitschriften der Gesellschaft zu veröffentlichen.

Gegenüber der cOAlition S strebt die Royal Society für diese Zeitschriften den Status von „Transformationszeitschriften“ an. Dies erfordert die Verpflichtung, die Zeitschriften ab der 75%-Schwelle auf Open Access umzustellen, eine transparente Preisgestaltung einzuführen und den Anteil der Open-Access-Artikel jährlich zu erhöhen (s. Newsletter 80).

18. Breite Beteiligung des Helmholtz Open Science Office am 109. Deutschen Bibliothekartag

Das Helmholtz Open Science Office ist dieses Jahr mit mehreren Beiträgen auf dem 109. Bibliothekartag vertreten, der vom 16. bis 18. Juni 2021 stattfindet:

In der Session „Autor*innenidentifikation und ORCID-Monitoring“ am Donnerstag, den 17. Juni, 09:00 bis 10:00 Uhr, werden Antonia Schrader und ihre Kolleg*innen aus dem Projekt ORCID DE zum Thema „Autor*innenidentifikation mit ORCID an wissenschaftlichen Einrichtungen im Zusammenspiel mit der GND” vortragen und den neu entwickelten ORICD-DE-Monitor vorstellen.

Nina Weisweiler stellt in der Session „Repositorien: Verzeichnis und Betrieb“ am Freitag, den 18. Juni, 13:30 bis 15:00 Uhr, den Service re3data – Registry of Research Data Repositories vor und informiert über Neuigkeiten aus dem Projekt re3data COREF.

Am Freitag, den 18. Juni, referiert Lea Maria Ferguson im Rahmen der Session „Gute wissenschaftliche Praxis“ von 14:40 bis 15:40 Uhr, zum Thema „Gute wissenschaftliche Praxis und Open Science: Zur Rolle der Bibliotheken im DFG-Kodex“ .

Literaturhinweise

Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2021). Datentracking in der Wissenschaft: Aggregation und Verwendung bzw. Verkauf von Nutzungsdaten durch Wissenschaftsverlage (Informationspapier). Deutsche Forschungsgemeinschaft. https://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/programme/lis/datentracking_papier_de.pdf

Fraser, N., Brierley, L., Dey, G., Polka, J. K., Pálfy, M., Nanni, F., & Coates, J. A. (2021). The evolving role of preprints in the dissemination of COVID-19 research and their impact on the science communication landscape. PLOS Biology, 19(4), e3000959. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3000959

Hobert, A., Jahn, N., Mayr, P., Schmidt, B., & Taubert, N. (2021). Open access uptake in Germany 2010–2018: Adoption in a diverse research landscape. Scientometrics. https://doi.org/10.1007/s11192-021-04002-0

Hrynaszkiewicz, I., Harney, J., & Cadwallader, L. (2021). A survey of code sharing practice and policy in computational biology [OSF Preprints]. https://doi.org/10.31219/osf.io/f73a6

Kreutzer, T., & Lahmann, H. (2021). Rechtsfragen bei Open Science. Ein Leitfaden (2nd ed.). Hamburg University Press. https://doi.org/10.15460/HUP.195

Laakso, M., & Björk, B.-C. (2021). Open access journal publishing in the business disciplines: A closer look at the low uptake and discipline-specific considerations. Journal of Librarianship and Information Science, 09610006211006769. https://doi.org/10.1177/09610006211006769

Mittermaier, B. (2021). Auswirkungen des „DEAL“ auf das Publikationsverhalten. http://hdl.handle.net/2128/27787 

Weisweiler, N. L. (2021). Im Spannungsfeld zwischen Zweckrationalität und Idealismus – Eine Analyse des Fachdiskurses zu Projekt DEAL mit Fokus auf den Begriff „Open Access“. Bibliothek Forschung und Praxis, 45(1), 163–183. doi.org/10.1515/bfp-2020-0116

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Roland Bertelmann, Dr. Christoph Bruch, Lea Maria Ferguson, Dr. Reinhard Messerschmidt, Heinz Pampel, Antonia C. Schrader, Dr. Paul Schultze-Motel und Nina Weisweiler


Kontakt: open-science@helmholtz.de

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