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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 20.11.2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 77. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Editorial

Wir starten mit Informationen in eigener Sache: Aus dem Helmholtz Open Science Koordinationsbüro wird das Helmholtz Open Science Office. Unter diesem kompakten Namen wollen wir auch in Zukunft den Diskurs über Open Science aktiv mitgestalten und unseren Beitrag leisten das Thema inhaltlich weiter zu formen.

Zudem gibt es Neues aus unseren Drittmittelprojekten DeepGreen und Options4OA und natürlich auch sonst viel Spannendes aus der Open-Science-Welt, u. a. zum Thema Forschungssoftware. Aber lesen Sie selbst!

Ihr Helmholtz Open Science Office

Neues aus DeepGreen

Nach dem Start der erweiterten Testphase des DFG-geförderten Projekts DeepGreen im Juli 2019 (s. Newsletter 76) nehmen nun 23 weitere deutsche Institutionen an DeepGreen teil. Somit geht DeepGreen mit 50 beteiligten Einrichtungen in den Beta-Betrieb. DeepGreen ist eine Datendrehscheibe, die auf die automatisierte Verteilung von Artikeln im Grünen Weg des Open Access von Verlagen an Repositorien setzt. Bisher nehmen die Verlage S. Karger, SAGE Publications, De Gruyter, MDPI und Frontiers teil, damit können nun auch OA-Gold-Artikel verteilt werden.

Arbeitspapier zum Thema Informationsbudget erschienen

Um die Kosten der Open-Access-Transformation an einer wissenschaftlichen Einrichtung belastbar benennen zu können, bedarf es Monitoringverfahren, die Publikationen und damit verbundene Kosten zentral erfassen. Ein Arbeitspapier, das im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes „Options4OA“ entstanden ist, beschreibt die Chancen und Herausforderungen bei der Etablierung von Monitoringverfahren, die über den Bibliotheksetat hinaus alle Kosten einer wissenschaftlichen Einrichtung für die Informationsversorgung und das Publizieren erfassen. Das Arbeitspapier argumentiert für die Weiterentwicklung des Bibliotheksetats hin zu einem Informationsbudget, um die Förderung der Kostentransparenz bei der wissenschaftlichen Informationsversorgung zu fördern.

Pampel, H. 2019: Auf dem Weg zum Informationsbudget. Zur Notwendigkeit von Monitoringverfahren für wissenschaftliche Publikationen und deren Kosten. Arbeitspapier. https://doi.org/10.2312/os.helmholtz.006

Research Software Engineering: ein Podcast, eine Umfrage und die deRSE20

Warum es wichtig ist Forschungssoftware zugänglich zu machen, das aber in der Praxis kompliziert sein kann, erläutert Carina Haupt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausführlich in einem sehr hörenswerten Podcast. Mit Sebastian Ritterbusch vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) spricht sie über die Rolle von Forschungssoftware bei der Verifizierbarkeit und Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen im Sinne von Open Science. Es werden konkrete Ansätze, unter anderem Workshops und die Software Engineering Guidelines, für den nachhaltigen Umgang mit Forschungssoftware am DLR vorgestellt.

Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft wird im Rahmen des Inkubator-Projekts Helmholtz Federated IT Services (HIFIS) zur Zeit eine Umfrage durchgeführt um die Bedarfe für die Entwicklung von nachhaltiger Forschungssoftware zu erfassen. Arbeiten Sie an einem Helmholtz-Zentrum und spielt Forschungssoftware eine Rolle im Rahmen Ihrer Tätigkeit? Dann nehmen Sie gerne an der Umfrage teil. Der Link zur Umfrage kann auch gerne an Helmholtz-Kolleg*innen weitergeleitet werden.

Wer sich in der deRSE-Community engagieren möchte, hat aktuell eine gute Gelegenheit dazu: für das Organisationskomitee der zweiten internationalen Konferenz der Research Software Engineers in Deutschland (deRSE20) werden Mitwirkende gesucht. Was die deRSE20 ist, wie man sich einbringen kann und welche Rollen zu vergeben sind, ist dem deRSE20 Call for Committee Members zu entnehmen. Ein Rückblick auf die deRSE19 ist im Newsletter 75 zu finden.

RDA-Deutschland-Tagung im Februar

Die RDA-Deutschland-Tagung 2020 findet vom 25. bis 27. Februar 2020 wie in den Vorjahren am Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ statt. Am 25. Februar werden mit mehreren parallelen Satellitenveranstaltungen vor allem Angebote zur Aus- und Weiterbildung gemacht. Das Hauptmeeting beginnt am 26. Februar mittags und endet am 27. Februar ebenfalls mittags. Thematisch steht die Konferenz wieder ganz im Zeichen von EOSC, NFDI, FAIR etc., aber mit anderer Schwerpunktsetzung als im letzten Jahr.

Call for Poster: Im Rahmen der Konferenz können wieder Poster ausgestellt werden. Besonderes Interesse besteht an Beiträgen zu Themen, die mit der Arbeit von RDA-Arbeitsgruppen verbunden sind, generell sind Poster aus dem Bereich (Forschungs-)Datenmanagement willkommen. Einsendeschluss ist der 11. Februar 2020.

Rückblick: 14th RDA Plenary Meeting

Ende Oktober 2019 fand in Helsinki die 14. Plenartagung der Research Data Alliance (RDA) statt. Die große Anzahl der Sitzungen innerhalb der Tagung und in Parallelveranstaltungen macht ein kurzes Resümee regelmäßig schwierig. Die folgenden vier Schlaglichter reflektieren den Eindruck, den das Open Science Office von der Tagung gewonnen hat:

  • Die Diskussion um die FAIRifisierung von Daten wird um eine Orientierung an ethischen Werten wie beispielsweise die CARE-Prinzipien ergänzt.
  • EOSC: Infrastrukturen, die als Teil der EOSC registriert werden sollen, werden von einer noch zu schaffenden Stelle eine Zertifizierung benötigen. CoreTrustSeal kann ein erster Schritt dazu sein.
  • EOSC: Repräsentanten der EU-Kommission betonten in Stellungnahmen zur EOSC, dass sich diese nicht nur durch technische Standards (FAIR), sondern auch durch die Geltung des europäischen Rechtsrahmen, z. B. Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auszeichnet.
  • Mehrfach wurde der Einsatz von übergreifenden, standardisierten PID-Systemen als aktuelle Herausforderung benannt.

RfII zur Datenqualität

Der Rat für Informationsinfrastrukturen sieht in seinem aktuellen Positionspapier zu den Herausforderungen bei der Qualität von Forschungsdaten die Notwendigkeit, die Dokumentation von Forschungsdaten als methodische Kernaufgabe integral in der Forschungspraxis zu verankern.

Herausforderung Datenqualität. Empfehlungen zur Zukunftsfähigkeit von Forschung im digitalen Wandel. Herausg. vom Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII), November 2019. Report. http://www.rfii.de/?p=4043

NIH diskutieren neue Regeln zu Forschungsdaten

In den USA haben die National Institutes of Health (NIH), einer der größten Forschungsförderer weltweit, jetzt den Entwurf einer neuen Richtlinie zur Nachnutzung von Forschungsdaten aus NIH-geförderten Projekten veröffentlicht. Förderanträge sollen künftig einen Plan zum Forschungsdatenmanagement enthalten und die FAIR-Prinzipien beachtet werden. Die neue Richtlinie geht über bisherige Regeln von Einzelprogrammen hinaus, z. B. zu Genomdaten (s. Newsletter 50) und zum „Cancer Moonshot“ (s. Newsletter 76). Der Entwurf der Richtlinie kann bis Januar 2020 kommentiert werden.

DINI-Zertifikat 2019 veröffentlicht

Das DINI-Zertifikat, der in Deutschland weit verbreitete Standard für Open-Access-Repositorien und -Publikationsdienste, wurde im Oktober 2019 in der sechsten Auflage veröffentlicht. Das Zertifikat wird von der Arbeitsgruppe „Elektronisches Publizieren“ der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) inhaltlich verantwortet und vermittelt Best Practices des digitalen wissenschaftlichen Publizierens. Gegenüber der Vorgängerversion aus dem Jahr 2016 gab es in der aktuellen Version des Kriterienkatalogs diverse größere Veränderungen. Neben der Empfehlung eines weiteren Metadatenformates im OAI-Protokoll (DataCite) und der Ausweitung der Empfehlungen zur Autorinnen- und Autorenidentifikation (ORCID) erfolgten Anpassungen an die Änderungen des Urheberrechts sowie eine sprachliche Überarbeitung und geschlechterneutrale Sprache des Zertifikatstextes.

Ab sofort kann das neue Zertifikat durch Betreiberinnen und Betreiber von Publikationsdiensten via Online-Fragebogen beantragt werden. Daran schließt sich ein Begutachtungsprozess an, in dem zwei von DINI benannte Gutachter*innen überprüfen, ob die Mindestanforderungen des Zertifikates erfüllt sind.

Müller, U. et al. 2019: DINI-Zertifikat für Open-Access-Publikationsdienste 2019. Version 6.0. DINI Schriften 3-de. https://doi.org/10.18452/20545

COAR und cOAlition S unterstützen Repositorien

Die cOAlition S hat bekanntgegeben, dass sie Open-Access-Repositorien künftig gemeinsam mit der internationalen Confederation of Open Access Repositories (COAR) dabei unterstützen will, kompatibel zu Plan S zu werden (s. Newsletter 75). Ziel ist es, den in Plan S vorgesehenen Grünen Weg des Open Access durch technische und organisatorische Maßnahmen zu stärken und damit die Zweitveröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen in Plan-S-kompatiblen Repositorien auf einfache Weise zu ermöglichen. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist seit 2011 Mitglied von COAR (s. Newsletter 36).

BMBF: Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein Grundsatzpapier zur Wissenschaftskommunikation veröffentlicht. Wissenschaftskommunikation meint hier „vor allem die allgemeinverständliche, dialogorientierte Kommunikation und Vermittlung von Forschung und wissenschaftlichen Inhalten an Zielgruppen außerhalb der Wissenschaft“. Im Sinne von Open Science sollen nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Prozesse und Methoden wissenschaftlicher Arbeit transparent gemacht werden. Das Überdenken von Reputationslogiken wird angeregt. Das Vertrauen in die Wissenschaft soll durch Transparenz und Dialog gestärkt, Dialog- und Beteiligungsformate (u. a. Citizen Science) sollen entwickelt und gefördert werden. In einem Interview erklärt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek Wissenschaftskommunikation zur Chefsache.

(Online)-Ressourcen zu Open Science

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Lebenswissenschaften bietet der ORION MOOC einen Überblick darüber, was Open Science ist und warum Open Science sie dabei unterstützen kann ihre Forschung effektiver zu kommunizieren. Dabei werden Themen wie Forschungsdatenmanagement, FAIR Data, Open-Access-Publizieren sowie Wissenschaftskommunikation und Bürgerwissenschaften behandelt. Der Online-Kurs wurde am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) im Rahmen des EU-geförderten Projekts ORION entwickelt, das auch weitere Materialien zu Open Science anbietet.

Für eine breitere Öffentlichkeit hingegen veranstaltet die Universität Hamburg die Ringvorlesung „Offenheit in der Wissenschaft“, die unter anderem Themen wie Open-Access-Publikationen, Open Educational Resources, Forschungsdatenmanagement und Citizen Science behandelt. Die Vorlesungen sind auch online verfügbar.

Literaturhinweise

Chiarelli, A. et al. 2019: Accelerating scholarly communication. The transformative role of preprints. Bristol: Knowledge Exchange. https://doi.org/10.5281/zenodo.3357727

Colavizza, G. et al. 2019: The citation advantage of linking publications to research data. arXiv:1907.02565

Lamprecht, A.-L. et al. 2019: Towards FAIR principles for research software. Data Science (pre-press). https://doi.org/10.3233/DS-190026

Parsons, M.A., R.E. Duerr & M.B. Jones 2019: The history and future of data citation in practice. Data Science Journal 18: 52. https://doi.org/10.5334/dsj-2019-052

Piwowar, H., J. Priem & R. Orr 2019: The future of OA: a large-scale analysis projecting open access publication and readership. bioRxiv:795310

Rusch, B. et al. 2019: DeepGreen – DeepGold: Open-Access-Transformation – Entwicklung und Perspektiven. GMS Medizin – Bibliothek – Information 19: Doc07. https://doi.org/10.3205/mbi000432

Sandt, S. van de et al. 2019: Practice meets principle: tracking software and data citations to Zenodo DOIs. arXiv:1911.00295

Stoy, L., R. Morais & L. Borrell-Damián 2019: Decrypting the big deal landscape. Follow-up of the 2019 EUA big deals survey report. Brussels & Geneva: European University Association. https://eua.eu/resources/publications/889:decrypting-the-big-deal-landscape.html

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel, Paul Vierkant und Eike Wannick

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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