116. Helmholtz Open Science Newsletter

Ausgabe vom 16. September 2026

1. GWK sichert NFDI-Förderung ab 2029 und bestätigt Konsortien der 2. Runde

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat beschlossen, die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) von 2029 bis 2038 im Rahmen einer neuen Bund-Länder-Vereinbarung mit bis zu 98,7 Millionen Euro jährlich weiterzufördern. Gleichzeitig bestätigte die GWK die Fortführung aller elf Konsortien der 2. Förderrunde (BERD@NFDI, DataPLANT, FAIRmat, PUNCH4NFDI, NFDI4Earth, NFDI4DataScience, NFDI4Health, NFDI4Microbiota, NFDI4Objects, FAIRagro und NFDI4Memory). 

Grundlage für die Entscheidung war die Strukturevaluation durch den Wissenschaftsrat (WR). Dieser betonte, dass die NFDI wichtige Aufbauarbeit für das Forschungsdatenmanagement in Deutschland geleistet hat, nun aber angesichts wachsender Herausforderungen weiterentwickelt werden muss. Neben der empfohlenen Verstetigung ab 2029 riet der WR unter anderem dazu, die Aktivitäten innerhalb des NFDI e. V. künftig in wissenschaftlichen Fachbereichen zu organisieren sowie ein DFG-geführtes Innovationsprogramm und die Anbindung an europäische Initiativen wie die EOSC zu stärken. Dem Votum des WRs folgend schafft der GWK-Beschluss langfristige Planungssicherheit für die etablierten Dateninfrastrukturen. 

Gleichzeitig bekräftigt die Zusage die strategische Bedeutung der Helmholtz-Gemeinschaft innerhalb der NFDI, deren Zentren an 21 von 26 Konsortien beteiligt sind und maßgebliche Basisdienste wie IAM4NFDI, PID4NFDI und nfdi.software mitgestalten. Eine detaillierte Übersicht zur Helmholtz-Beteiligung stellt das Helmholtz Open Science Office auf seiner Website bereit. 

Weitere Informationen finden Sie beim Wissenschaftsrat sowie im GWK-Beschluss.

2. PID-Roadmap für Deutschland: DFG-Projekt PID Network veröffentlicht finale Ergebnisse

Nach dreijähriger Projektlaufzeit ist die Förderphase für das Projekt PID Network Deutschland im August 2026 ausgelaufen. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Projektnummer: 506475377) geförderte Projekt wurde gemeinsam von den Partnerorganisationen DataCite, der Deutschen Nationalbibliothek, dem Helmholtz Open Science Office, der Universitätsbibliothek Bielefeld und der Technischen Informationsbibliothek (TIB) getragen. 

Zum Projektabschluss liegen zentrale Ergebnisse vor, die das Fundament für ein nachhaltiges und vernetztes PID-Ökosystem in Deutschland festigen. Ein wesentlicher Meilenstein ist die Publikation der nationalen „PID-Roadmap für Wissenschafts- und Kultureinrichtungen in Deutschland“ (deutsch: https://doi.org/10.5281/zenodo.21703674 | englisch: https://doi.org/10.5281/zenodo.21713802). Die Roadmap bietet einen strategischen Fahrplan mit fünf konkreten Handlungsempfehlungen. Sie basiert auf den empirischen Erhebungen der Projektphase – darunter eine bundesweite PID-Umfrage, deren wissenschaftliche Auswertung im Data Science Journal (https://doi.org/10.5334/dsj-2026-028) veröffentlicht wurde. Die Vorstellung der Roadmap und der Austausch zu den Handlungsempfehlungen finden am Mittwoch, den 16. September 2026, von 13:30 bis 15:30 Uhr im Rahmen eines Online-Seminars statt (Anmeldung hier).

Ergänzend stehen aus der Projektlaufzeit weitere praxiserprobte Ergebnisse zur Verfügung. Hierzu zählen Reports zu Pilotprojekten mit der LMU München und der Technischen Universität Dortmund. In diesen wird beschrieben, wie von der Community mitgestaltete Metadaten-Leitlinien in konkrete Verbesserungen der lokalen Repositorien und DOI-Arbeitsabläufe umgesetzt werden können.

Die erzielten Ergebnisse bilden einen starken Grundstein für ein nachhaltiges PID-Ökosystem. Um auch künftig Interoperabilität, Transparenz und das Vertrauen in PID-Systeme weiter zu stärken, bedarf es jedoch auch künftig koordinierter Ansätze.

3. Neuerungen bei Forschungsinformationen: GEPRIS modernisiert und Version 2.1 des KDSF veröffentlicht

Im Juli hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) GEPRIS, das zentrale Informationssystem der DFG zu geförderten Projekten, modernisiert und inhaltlich erweitert. Laut DFG bietet die neue Version „eine optimierte Nutzerführung, leistungsfähigere Recherchefunktionen und ein zeitgemäßes, barrierearmes Design“. Neben einer optischen Neugestaltung mit responsiver sowie barrierearmer Darstellung sind auch die Daten nun besser strukturiert und untereinander verlinkt. Die Recherchefunktionen wurden erweitert, sodass mithilfe kontextbezogener Filter zielgerichteter als zuvor nach Projekten, Personen und Einrichtungen gesucht werden kann. Zudem werden Projektergebnisse und -publikationen nun einheitlicher und, wo vorhanden, mit verlinkten DOIs ausgegeben. Die Informationen aus GEPRIS sind weiterhin frei nutzbar. Eine Schnittstelle (API) zum Bezug der Daten in strukturierter Form gibt es jedoch leider weiterhin nicht. Eine solche Möglichkeit besteht laut FAQ der DFG nur auf Anfrage und „[u]nter im Einzelfall zu klärenden Voraussetzungen“ und nur „für wissenschaftliche Analysezwecke“. Hier besteht bei der DFG weiterhin Ausbaupotenzial auf dem Weg zu offenen, nachnutzbaren Fördermetadaten.

Parallel dazu hat die Kommission für Forschungsinformationen in Deutschland (KFiD) im Juli 2026 den KDSF-Standard für Forschungsinformationen in Deutschland auf Version 2.1 aktualisiert. Der KDSF dient als Referenz für das Forschungsinformationsmanagement an Hochschulen und Forschungseinrichtungen und als Leitlinie für Berichte und Darstellungen von Forschungsinformationen. Die bereits im Vorjahr erfolgte große Aktualisierung auf Version 2.0 war bereits eine grundlegende strukturelle Weiterentwicklung des Forschungsinformationsstandards. Mit der nun erfolgten Veröffentlichung des KDSF 2.1 erfolgten insbesondere inhaltliche Weiterentwicklungen im Bereich Transfer, die von der Community seit langem gewünscht wurden, sowie die Umsetzung von datenschutzrechtlichen Empfehlungen eines unabhängigen Rechtsgutachtens. Eine Dokumentation gibt eine Übersicht aller Änderungen. Die KFiD bietet außerdem ein vor Kurzem initiiertes offenes Register für Auszeichnungen und Preise (ORAP) sowie die ebenfalls kürzlich aktualisierte FIS-Landkarte.

4. Implementierung des Helmholtz-Qualitätsindikators für Forschungssoftware im Research Software Directory

Forschungssoftware ist ein zentraler Bestandteil moderner Wissenschaft. Im Rahmen der internationalen Bemühungen zur Reform der Forschungsbewertung hat die Helmholtz-Gemeinschaft Qualitätsindikatoren entwickelt, um Daten und Software jenseits klassischer Textpublikationen als eigenständige Leistung zu würdigen. Diese Kriterien basieren auf den FAIR-Prinzipien und erfassen die Qualität von Daten- und Softwarepublikationen systematisch über ein Reifegradmodell. Mehr dazu hier. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung und Helmholtz Federated IT Services (HIFIS) haben den Helmholtz-Qualitätsindikator für Softwarepublikationen nun als reguläre Funktion in das Helmholtz Research Software Directory (RSD) integriert. 

Entwickler:innen aus Helmholtz können ihre im RSD registrierten Softwarepublikationen damit eigenständig anhand der definierten Qualitätsdimensionen bewerten. Das Tool wertet die Angaben aus und generiert ein Reifegrad-Profil, das den aktuellen Stand der Software objektiv abbildet. Dadurch wird den Entwickler:innen transparent aufgezeigt, in welchen Bereichen die Software hinsichtlich Transparenz, Wiederverwendbarkeit und Offenheit weiterentwickelt werden kann.

Weitere Details zur Implementierung und zur Nutzung der neuen Funktion sind in der offiziellen Mitteilung von HIFIS dokumentiert.

5. Helmholtz Modular Curriculum Vitae Template veröffentlicht

Das Helmholtz Modular Curriculum Vitae Template wurde entwickelt, um Einstellungs-, Ernennungs- und Beförderungsprozesse innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und darüber hinaus zu unterstützen. Es basiert auf dem vom Helmholtz Pakt für Forschung und Innovation entwickelten Lebenslaufformat und berücksichtigt Empfehlungen der Helmholtz Task Group Research Assessment sowie des Helmholtz Open Science Office, einschließlich zusätzlicher Bewertungskriterien, die im Rahmen einer Helmholtz-weiten Umfrage ermittelt wurden. 

Das CV Template ermöglicht es, ein breites Spektrum an Forschungsbeiträgen in narrativer Form darzustellen und ermöglicht dadurch eine umfassendere und ausgewogenere Bewertung der wissenschaftlichen Leistung, die sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte berücksichtigt. Das CV Template ist nicht dazu gedacht, den Bewerber:innen in ihrer Gesamtheit vorgelegt zu werden; vielmehr dient es den Auswahl- oder Einstellungsgremien als Hilfsmittel, um zu ermitteln, welche Module und Kriterien für die jeweilige Stelle am relevantesten sind, und gegebenenfalls Ergänzungen oder Änderungen vorzunehmen. Um die Benutzerfreundlichkeit und Zugänglichkeit zu maximieren, wird das modulare CV Template in mehreren Dateiformaten (PDF, DOCX und ODT) bereitgestellt; weitere Informationen finden Sie hier.

6. Projektstart: Advancing Research Assessment Through Integrated Open Practices and Narrative (ARION)

Das EU-geförderte Projekt ARION (Advancing Research Assessment through integrated Open practices and Narrative), mit Projektstart im September 2026, fördert eine verantwortungsvolle Forschungsbewertung in Europa, indem es etablierte Grundsätze in praktische, skalierbare Lösungen umsetzt. Hintergrund ist, dass die europäische Forschungsbewertung sich nach wie vor stark auf veraltete Kennzahlen stützt, die vielfältige Forschungsbeiträge wie Datenverwaltung, Mentoring und gesellschaftliches Engagement unterbewerten. Zwar haben CoARA und DORA Grundsätze für eine verantwortungsvolle Forschungsbewertung festgelegt, doch haben viele Einrichtungen Schwierigkeiten, diese Rahmenwerke in die tägliche Praxis umzusetzen, was zu fragmentierten Reformbemühungen in ganz Europa führt. 

ARION schließt diese Umsetzungslücke durch die Integration digitaler Infrastruktur, die vier Interventionsinstrumente unterstützt, die in acht Pilotinstitutionen angepasst werden: 1) erweiterte digitale Forschendenprofile, um unsichtbare Beiträge durch die Integration offener Infrastruktur sichtbar zu machen; 2) narrative Lebensläufe, die es Forschenden ermöglichen, vielfältige Auswirkungen jenseits traditioneller Kennzahlen darzustellen; 3) institutionelle Modellrichtlinien, die Rahmenbedingungen für das Veränderungsmanagement bieten, um Reformen in die Governance zu verankern; sowie 4) HR-Toolkits, die auf die ResearchComp-Rahmenwerke abgestimmt sind und eine systematische Umsetzung ermöglichen. Das Projekt fördert gerechtere, transparentere und ganzheitlichere Bewertungsverfahren, die die gesamte Vielfalt der Forschungsbeiträge anerkennen. Gemeinsam mit dem Helmholtz Open Science Office sind 13 weitere Projektpartnereinrichtungen beteiligt; weitere Informationen sind hier zu finden.

7. UNESCO Open Science Dashboards

Die UNESCO Open Science Platform bietet ein Open-Science-Dashboard an, das einen Überblick verschafft über die Umsetzung der UNESCO-Empfehlungen zu Offener Wissenschaft durch die Mitgliedsstaaten nach einer Umfrage aus dem Jahr 2025. Aus sieben verschiedenen Kategorien können Fragen der Umfrage ausgewählt werden, um die Antworten der Mitgliedsstaaten visuell anzeigen zu lassen, z. B. ob ein Staat die UNESCO-Empfehlungen befördert oder ob es Open-Science-Infrastrukturen gibt. Ebenso ist es möglich, die Antwort-Verteilung global oder nach Region sortiert anzeigen zu lassen. Eine weitere Darstellung ist die der am meisten erwähnten Herausforderungen und Bedenken.

Dieses Dashboard reiht sich ein in eine Reihe weiterer Open-Science-Dashboards - eine Übersicht solcher Dashboards bietet z. B. das Projekt OA Datenpraxis.

8. Das Open Science Framework OSF reduziert drastisch seine Funktionen ab Februar 2027

Am 11. August hat die US-basierte Non-Profit-Organisation Center for Open Science (COS) angekündigt, die Funktionalität der Plattform Open Science Framework (OSF) drastisch zurückzufahren, um sich künftig auf Kernfunktionen wie offene Zugänglichkeit von Forschungsprojekten zu beschränken. Das Besondere an OSF war seit Beginn im Jahr 2012 die Möglichkeit, in Open-Science-Strukturen kollaborativ an Forschungsprojekten zu arbeiten, sowie Daten oder ganze Projekte unkompliziert zu gewünschten Zeitpunkten zu veröffentlichen. Damit war OSF ein wichtiger Link zwischen aktiven Arbeits- und reinen Publikationsumgebungen wie Repositorien - und das mit soliden Strukturen für Langzeitverfügbarkeit, DOI-Vergabe und Speicherkapazitäten.

Nach dem 16. November 2026 können keine neuen Projekte mehr angelegt werden und nach dem 19. Februar 2027 reduziert OSF die geführten Projekte auf eine reine Archivierungsfunktion. Prospektiv werden nicht publizierte Projekte vermutlich entfernt, während die Funktionen Präregistrierung (OSF Registries) und OSF Preprints erhalten bleiben sollen. Laut COS sind die instabile Fördersituation (eingebrochene Finanzierung in den Jahren 2025 und 2026), steigende Kosten für den Betrieb der Plattform (4-5 Mio. US-Dollar jährlich), aber auch die mittlerweile bessere Ausgestaltung der Open-Science-Angebote Gründe für diese Umstrukturierung. Während in Deutschland die Nationale Forschungsdateninfrastruktur NFDI eine wegweisende Rolle für die Wichtigkeit offener, nachhaltig finanzierter wissenschaftsgeleiteter Infrastrukturen für die Wissenschaft innehat, werden international viele Forschende neue Workflows etablieren müssen. 

Weitere Informationen zur Transition finden sich auf OSF-Help.  

9. Entwicklungen zur Reform des Urheberrechts auf EU-Ebene, inklusive des Zweitveröffentlichungsrechts

Auf EU-Ebene wird eine Reform des Urheberrechts vorangetrieben. Die EU-Kommission hat ein Konsultationsverfahren zur Sammlung von Stellungnahmen zu gezielten Maßnahmen eröffnet, um die praktische Wirkung der Richtlinie „Copyright in the Digital Single Market“ von 2019 zu prüfen und das EU-Urheberrecht zu modernisieren. Im Mai und Juni lief dazu ein Call-for-Evidence-Verfahren, für das 432 Stellungnahmen von Organisationen aus allen Interessenbereichen des Urheberrechts eingegangen sind. Auch aus der deutschen Wissenschaftslandschaft gab es Beteiligung; beispielweise hat die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen eine Antwort eingereicht und veröffentlicht. In einer zweiten Phase des Prozesses später im laufenden Jahr soll eine öffentliche Konsultationsmöglichkeit folgen.

Das Vorhaben und Thema berührt zentrale Ziele des Europäischen Forschungsraums (European Research Area, ERA). Denn das Urheberrecht beeinflusst, wie Forschende auf digitale Inhalte zugreifen, diese nutzen und weiterverwenden können, was wiederum für Datenaustausch, Innovation und wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa entscheidend ist. Ein zentraler Baustein der laufenden Debatte ist daher auch das Zweitveröffentlichungsrecht (Secondary Publication Right) für wissenschaftliche Publikationen. Es soll Autor:innen öffentlich geförderter Forschung das Recht geben, eine Version ihrer Arbeit – etwa das Manuskript oder die Verlagsversion – nach einer bestimmten Frist oder unmittelbar in Open-Access-Repositorien frei zugänglich zu machen, selbst wenn Verlagsverträge dies einschränken. Bisher gibt es nationale Regelungen zum Zweitveröffentlichungsrecht nur in einigen EU-Mitgliedstaaten (z. B. Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien, Niederlande, Bulgarien, Slowenien), die sich teils voneinander unterscheiden, was zu einem Flickenteppich führt. Im ERA-Kontext wird daher eine EU-weite Harmonisierung geprüft. 

Studien von 2024 und 2026 haben die ökonomischen Effekte eines EU-weiten Zweitveröffentlichungsrechts sowie einer harmonisierten urheberrechtlichen Schranke für Forschungszwecke analysiert. Ziel ist, den grenzüberschreitenden Zugang zu und die Nachnutzung von Forschungsergebnissen zu erleichtern und so Open Science im ERA zu stärken. Konkret wird diskutiert, ein verpflichtendes, unionsweit einheitliches Zweitveröffentlichungsrecht einzuführen – idealerweise ohne Embargo und mit Schutz vor vertraglicher Umgehung. Die Vorhaben stehen in Zusammenhang mit der ERA Policy Agenda 2025–2027, die unter anderem eine Stärkung von Open Science vorsieht („Enabling open science via sharing and re-use of data, including through the European Open Science Cloud“).

10. Editoren-Abgang und Gründung des Diamond-Journals Semantics of Natural Languages bei OLH

Die Herausgeber:innen des Springer-Nature-Journals Natural Language Semantics sind zurückgetreten, ausgelöst durch die verlagsseitige Forderung, die Anzahl an Publikationen signifikant zu erhöhen (siehe dazu einen Artikel der Retraction Watch). Das alte Journal wird eingestellt, wie auf der Journal-Website verkündet wird. Im Gegenzug wird das Diamond-Open-Access-Journal Semantics of Natural Languages als spiritueller Nachfolger gegründet, wie die Editoren in einem Open Letter verkünden. Die ersten akzeptierten Artikel sind bereits in einer Pre-Publication-Version vorhanden.

Das neue Journal wird durch Open Library of Humanities veröffentlicht, die ein ausführliches Interview mit dem Editoren-Team veröffentlicht haben. Dies gibt u. a. Einblick in den Entscheidungsprozess hinter der Kündigung und der Bildung eines neuen Journals, sowie unterschiedliche Vertrautheit der Editoren mit (Diamond-)Open-Access-Modellen.

Das ist nicht das erste Mal, dass so ein Vorgang bei einem namhaften Linguistik-Journal vorkommt. Der bekannteste Fall dürfte das Journal Lingua sein, als dessen Nachfolge das Journal Glossa gegründet wurde. 2024 traten die Editoren des Journals Syntax zurück und gründeten das Diamond-Open-Access-Journal Syntactic Theory and Research, das auch von Open Library of Humanities veröffentlicht wird.

Eine Liste solcher Vorfälle, unabhängig von der Disziplin, wird bei der Retraction Watch Mass Resignation List gepflegt.

11. In eigener Sache: Unser neuer Matrix-Kanal für den Open-Science-Austausch

Die Helmholtz-Gemeinschaft ist im Juli 2026 von Mattermost auf die föderierte Chat-Plattform Matrix umgezogen. Im Zuge dieses Wechsels hat auch das Helmholtz Open Science Office sein Chat-Angebot aktualisiert: Der neue Matrix Space “Helmholtz Open Science” steht allen Interessierten – sowohl innerhalb von Helmholtz als auch der weiteren Open-Science-Community – als Plattform für den niederschwelligen Austausch, Fragen und Vernetzung offen. Wir freuen uns darauf, die Diskussionen rund um Open Science dort gemeinsam fortzuführen! Hier geht es direkt zu unserem Matrix-Kanal.

Save the Dates

Literaturempfehlungen

Ad-hoc-Arbeitsgruppe "Resilienz in der Wissenschaft" des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). (2026). Positionspapier zur Stärkung der Freiheit und Resilienz der Wissenschaften: Orientierungen und Empfehlungen / Position Paper on Strengthening the Academic Freedom and Resilience of Research: Guidance and Recommendations. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). https://doi.org/10.5281/zenodo.21353471  

Barnett, A., & Spick, M. (2026). Who chooses open peer review and is it an indicator of article quality? An observational study of PLOS journals. MetaArXiv (OSF). https://doi.org/10.31222/osf.io/2b7z5_v1  

DINI-AG Künstliche Intelligenz. (2026). Positionspapier: Für Digitale Souveränität im Bereich Künstlicher Intelligenz. DINI Schriften 23-de, Version 1.0. https://doi.org/10.18452/38456 

Euler, E. (2026). Titelrechte und wissenschaftsgeleitetes Publizieren: Entstehung, Bedeutung und Sicherstellung von Titelrechten. Zenodo. https://doi.org/10.5281/ZENODO.21623321  

Fadeeva, Y. (2026). Wissenschaftstracking und Lock-in-Effekt: Ein Deal gegen digitale Souveränität. Melusina Press. https://doi.org/10.26298/1981-5920https://doi.org/10.26298/1981-5920 

Lee, T., Gregory, K. & Rushforth, A. (2026). Advancing open research information: exploring the persistence of proprietary bibliographic databases. https://doi.org/10.31235/osf.io/ezkj7_v1  

Vleugel, M., & Ferguson, L. M. (2026). CoARA Generic Presentation - German/Deutsch. CoARA. https://doi.org/10.5281/zenodo.21642897

Wildermuth, M., Lange, M., Kindling, M., Hentschel, A. & Fischer, G. (2026). Offen, aber rechtens! Rückblick auf einen Workshop zu rechtlichen Fragen rund um Open Research (BiblioCon 2026). Open Research Blog Berlin. https://doi.org/10.59350/z6xhw-pj107 

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