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Helmholtz Open Science Newsletter vom 29.09.2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 58. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

HZB beschließt Richtlinie zu Forschungsdaten

Die im Juni 2016 durch die Geschäftsführung des Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) beschlossene Data Policy gilt für alle Forscherinnen und Forscher am HZB und für externe Nutzerinnen und Nutzer der HZB-Großgeräte. Für eine Nutzung der Großgeräte müssen Nutzerinnen und Nutzer der Richtlinie zustimmen. Darüber hinaus regelt die Data Policy den Umgang mit den in diesem Rahmen entstandenen Forschungsdaten.

„Die Data Policy strebt einen fairen Interessensausgleich zwischen den Produzenten der Daten einerseits und dem Wunsch nach Open Access zu Daten andererseits an“, erklärte Ants Finke, IT-Hauptabteilungsleiter. Gemäß der Forschungsdatenrichtlinie haben die Produzenten der Daten in der Regel zunächst fünf Jahre lang exklusiven Zugriff. Nach diesem Zeitraum sollen die Forschungsdaten für alle verfügbar sein. Um die Umsetzung der beschlossenen Data Policy hinsichtlich Open Access und Datenarchivierung zu gewährleisten, werden derzeit am HZB Forschungsinformationsinfrastrukturen aufgebaut sowie Workflows an den Messplätzen angepasst.

Leistung aus Vielfalt: Positionspapier des Rats für Informationsinfrastrukturen (RfII)

„Es sind die ‚Köpfe‘, die durch Integration von Daten, Informationen und Wissen aus heterogenen Quellen und über Domänengrenzen hinweg für die Entstehung neuen wissenschaftlichen Wissens und damit für die Wertschöpfung aus den Daten sorgen.“ Dies ist eine zentrale Aussage in dem Positionspapier „Leistung aus Vielfalt“, mit dem der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) Empfehlungen für das Forschungsdatenmanagement in Deutschland ausspricht. Dabei werden die mit dem digitalen Wandel einhergehenden Veränderungen in Betracht gezogen und die Bedeutung einer das Gesamtsystem Wissenschaft umfassenden Herangehensweise betont.

Die Empfehlungen beziehen sich unter anderem auf eine Anpassung der Fördermechanismen, auf Effizienz und Koordination durch die Etablierung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die Förderung einer Datenkultur, die durch Datenverantwortung in allen Phasen des Datenlebenszyklus geprägt ist, Mechanismen zur Qualitätssicherung und Monitoring, die Förderung von Personalentwicklung auf allen Ebenen, eine verstärkte internationale Vernetzung sowie die finanzielle Untermauerung der Gestaltung der Übergangsprozesse von Forschungsdatenmanagement zum digitalen Forschungsdatenmanagement und von Forschungsmethoden zu digitalen Forschungsmethoden.

Leistung aus Vielfalt. Empfehlungen zu Strukturen, Prozessen und Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland. Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII), Mai 2016. http://www.rfii.de/?wpdmdl=1998

ORCID-DE-Konsortium im Aufbau

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „ORCID DE - Förderung der Open Researcher and Contributor ID (ORCID) in Deutschland“ und die Technische Informationsbibliothek (TIB) haben ein Memorandum of Understanding zum Aufbau und Betrieb eines ORCID-Konsortiums für wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland unterzeichnet. Die ORCID ist eine Kennung für Forscherinnen und Forscher, die ihnen u. a. die Pflege ihrer Publikationsliste erleichtert. Jede Person, die im wissenschaftlichen Arbeitsprozess einen Beitrag leistet, kann sich über ihre ORCID mit ihren Werken eindeutig vernetzen. Bereits 2,5 Millionen Publizierende verwenden eine ORCID.

Die TIB wird die administrative Führung des ORCID-Deutschland-Konsortiums übernehmen und dabei die ORCID-Mitgliedschaft für wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland betreuen. An einer ORCID-Mitgliedschaft interessierte wissenschaftliche Einrichtungen sind eingeladen, sich dem ORCID Deutschland Konsortium anzuschließen (s. Kontaktformular). Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro ist Partner im ORCID-DE-Projekt.

Workshops zu wissenschaftlicher Software und Forschungsdaten

Mit der voranschreitenden Digitalisierung von Forschung und Lehre steigt die Zahl an Software-Lösungen, die an wissenschaftlichen Einrichtungen entstehen und zur Verarbeitung wissenschaftlicher Daten genutzt werden. Die unter dem Stichwort Open Science geforderte Zugänglichkeit und Nachnutzung von wissenschaftlichen Ergebnissen kann in vielen Fachgebieten nur sichergestellt werden, wenn Forschungsdaten und Programmcode offen zugänglich gemacht werden. Ziel des Helmholtz Open Science Workshops „Zugang zu und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software“ am 22. und 23. November 2016 im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) ist es, in interaktiven Sessions Problemstellungen, Herausforderungen, Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen des Zugangs zu und der Nachnutzung von wissenschaftlicher Software zu erörtern. Weitere Informationen zum Workshop, inklusive dem vorläufigen Programm sowie dem Link zur Anmeldung, finden Sie auf der HZDR-Website.

Zum Thema Forschungsdaten findet das dritte RDA-Deutschland-Treffen am 28. und 29. November 2016 im Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam statt und wird dort vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro organisiert. Im Rahmen dieses Treffens möchte das Programmkomitee neben der Darstellung des Standes von Aktivitäten der Research Data Alliance und dem Angebot von interessanten Keynote-Vorträgen vor allem auch Vorträge und Poster von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens ermöglichen und Trainingskurse anbieten, mit denen außer Expertenwissen auch Grundkenntnisse zum Umgang mit Forschungsdaten vermittelt werden können. Ein vorläufiges Programm ist auf der Tagungswebseite angegeben. Eine Registrierung für die Teilnahme und die Einreichung von Beiträgen für die Breakout-Sessions wird in Kürze möglich sein.

BMBF veröffentlicht Open-Access-Strategie

Im September 2016 hat das BMBF mit „Open Access in Deutschland“ seine Strategie zur Beförderung des laufenden Umstellungsprozesses der Geschäftsmodelle zur Finanzierung des wissenschaftlichen Publizierens veröffentlicht. Zentrale Punkte der Strategie sind, dass

  • sich das BMBF klar zum Open Access bekennt,
  • das BMBF eine Nationale Kompetenz- und Vernetzungsstelle zum Thema Open Access einrichten wird,
  • das BMBF die Abstimmung mit den Ländern sucht,
  • das BMBF seine Projektförderung mit einer Open-Access-Klausel verbinden wird,
  • die Finanzierung gegebenenfalls anfallender Publikationskosten sichergestellt werden soll,
  • das BMBF für von ihm geförderte wissenschaftliche Projekte einen Post-Grant-Fund für die Finanzierung von Publikationsgebühren einrichten wird und
  • ein Open-Access-Monitor eingerichtet werden soll.

Mit seiner Open-Access-Strategie hat das BMBF einen starken Impuls in die deutsche Wissenschaftslandschaft gegeben.

Machbarkeitsstudie zur Umstellung auf OA Gold an amerikanischen Universitäten

Die bisher detailreichste Studie zur Machbarkeit einer flächendeckenden Transformation der wissenschaftlichen Zeitschriften hin zu OA Gold wurde unter der Regie der University of California Libraries erstellt. Der methodische Ansatz lohnt den näheren Blick auf die 180 Seiten. Eine Vielzahl von qualitativen und quantitativen Daten wurde erhoben und in ein wirtschaftswissenschaftliches Modell integriert. In diesem Modell wurden dann Szenarien durchgespielt und am Ende fünf Implementierungsvorschläge zur Finanzierbarkeit einer Transformation auch bei forschungsstarken Universitäten gemacht. In das Modell flossen u. a. Daten zum Publikationsaufkommen, Ausgaben der beteiligten Bibliotheken sowie das Drittmittelaufkommen der Institutionen ein. Eine Vielfalt von Daten zu „Article Processing Charges“ (APCs) und zu Kosten des Publizierens für Verlage wurde in Betracht gezogen. Grundnahme für die Modellentwicklung war: Bibliotheken tragen weiter einen großen Anteil an Kosten, Drittmittel werden grundsätzlich mit einbezogen, Marktanreize gehören ins Modell, Autorinnen und Autoren müssen – irgendwie – beteiligt sein, sollen aber nicht durch ein APC-Modell übermäßig belastet werden. Die vorgestellten Implementierungsvorschläge gehen von einer Machbarkeit aus, beziehen aber grundsätzlich neben Bibliotheksbeiträgen Dritt- und Haushaltsmittel aus dem Wissenschaftsbetrieb mit ein.

Smith, M. et al. 2016: Pay it forward. Investigating a sustainable model of open access article processing charges for large North American research institutions. Davis: University of California Libraries. http://icis.ucdavis.edu/wp-content/uploads/2016/07/UC-Pay-It-Forward-Final-Report.rev_.7.18.16.pdf

EU-Kommission veröffentlicht Entwurf zur Novellierung ihrer Urheberrechts-Richtlinie

Der im September 2016 von der EU-Kommission veröffentliche Entwurf „Proposal for a Directive of the European Parliament and of the Council on copyright in the Digital Single Market“ stellt den Auftakt zu Verhandlungen mit dem Parlament und dem Rat dar. Der Regelungsvorschlag wird in diesen Verhandlungen verändert werden. Entsprechend wird der Entwurf jetzt aus den interessierten Kreisen kommentiert (z. B. durch LERU, LIBER und STM), um noch Änderungsvorschläge im eigenen Interesse geltend zu machen.

Bei der Bewertung der Auswirkungen der im Entwurf der EU-Kommission vorgeschlagenen Änderungen und Ergänzungen an der Infosoc-Richtlinie ist zu beachten, dass EU-Richtlinien die Regierungen der Mitgliedstaaten, nicht deren Bürger adressieren. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die EU-Richtlinien in dafür jeweils vorgesehenen Zeiträumen in nationales Recht umzusetzen. EU-Richtlinien lassen den nationalen Gesetzgebern Handlungsspielraum, sie bewirken deshalb nur eine Teilharmonisierung des jeweiligen Rechtsgebietes. Für die Bundesregierung stellt sich jetzt die Frage, ob es sinnvoll ist, die angekündigte Wissenschaftsschranke in das deutsche Urheberrecht einzufügen, bevor die Novellierung der Infosoc-Richtlinie beschlossen und damit der Handlungsspielraum der nationalen Gesetzgeber in der Sache bestimmt ist.

Mit dem jetzt veröffentlichten Entwurf schlägt die Kommission ein ganzes Paket von Änderungen und Ergänzungen vor, von denen die meisten konkrete Bedeutung für die Wissenschaft haben:

  • Mit Artikel 3 des Entwurfes sollen die Mitgliedstaaten zur Einführung einer Urheberrechtsschranke für Text- und Datamining verpflichtet werden, das in Rahmen von Forschung an Wissenschaftsorganisationen durchgeführt wird. Der genaue Umfang der Schranke, vor allem wer genau profitieren soll, ist noch unklar.
  • Mit Artikel 4 sollen die Mitgliedstaaten zur Einführung einer Bildungsschranke verpflichtet werden. Diese soll jedoch so ausgestaltet werden, dass angemessene Lizenzangebote von Verlagen Vorrang haben sollen, d. h. die Schranke aushebeln würden.
  • Mit Artikel 5 werden die Mitgliedstaaten aufgefordert eine Schranke in ihr Urheberrecht einzufügen, die es Gedächtnisorganisationen erlaubt in ihren Sammlungen befindliche Werke zum Zweck der Langzeitarchivierung zu kopieren. Unklar ist, ob die auf dieser Rechtsgrundlage hergestellten Kopien den Nutzern der jeweiligen Institution zugänglich gemacht werden dürfen.
  • Mit den Artikeln 7 bis 9 werden die Mitgliedstaaten aufgefordert Regelungen zu schaffen, die es Verwertungsgesellschaften ermöglichen, Gedächtnisorganisationen für die Digitalisierung und Veröffentlichung vergriffener und verwaister Werke zu lizenzieren.
  • Mit Artikel 11 werden Mitgliedsstaaten aufgefordert ein Leistungsschutzrecht für die Online-Angebote der Presseverlage zu schaffen. Damit soll eine oft als „Lex Google“ bezeichnete Regelung, die es in Deutschland und Spanien bereits gibt, EU-weit normiert werden. Für die Wissenschaft ist dieser Vorschlag von Bedeutung, weil ihn die Wissenschaftsverlage zum Anlass genommen haben, auch für sich solch ein Leistungsschutzrecht zu fordern (STM).
  • Mit Artikel 12 wird den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eröffnet gesetzlich die Verlage an den Einnahmen der Verwertungsgesellschaften aus Kompensationen für die Nutzung der Urheberrechtsschranke zu beteiligen. Dieser Vorschlag betrifft die wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren, weil bei dessen Umsetzung deren Einnahmen aus den Ausschüttungen vor allem der VG Wort geringer ausfallen würden.
  • Mit Artikel 13 werden die Mitgliedstaaten aufgefordert Regelungen in Kraft zu setzen, die Plattformbetreiber – gedacht ist wohl primär an Musik- und Videoplattformen – stärker bei der Unterbindung der Verbreitung illegal hochgeladener Inhalte in die Verantwortung zu nehmen. Dieser Vorschlag könnte auch Auswirkungen auf die Betreiber von Repositorien für wissenschaftliche Publikationen haben.

Workshop zum Urheberrecht in Bildung und Wissenschaft

Am 10. und 11. November 2016 veranstaltet das Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ einen Workshop zu den aktuellen Entwicklungen im Urheberrecht. Neben den Entwicklungen auf europäischer Ebene soll die Diskussion um eine allgemeinen Bildungs- und Wissenschaftsschranke im deutschen Urheberrecht im Fokus der Veranstaltung stehen. In einer Diskussionsrunde werden Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik ihre Sicht auf die Urheberrechtsreform erörtern. Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.

JOIN² – gemeinsame Repositoriensysteme (nicht nur) in der Helmholtz-Gemeinschaft

Gestartet zunächst als ein gemeinsames Projekt des Forschungszentrums Jülich (FZJ), des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und wenig später des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung sind seit Mitte 2013 in der Helmholtz-Gemeinschaft die Repositoriensysteme JuSER (FZJ), pubdb (DESY) und GSI Repository (GSI) produktiv im Einsatz (s. Newsletter 44). Danach gingen mit iMPULSE (Heinz Maier-Leibnitz-Zentrum, MLZ) und RWTH Publications (RWTH Aachen) weitere Systeme online. Auch das Museum Zitadelle in Jülich betreibt auf gleicher Softwarebasis seinen Katalog mit überwiegend lokalgeschichtlichem Bestand.

Spätestens mit unseren Partnern außerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft wurde es notwendig, dem Projekt, intern zunächst als hgf-invenio tituliert, einen neuen Namen zu geben. JOIN² (Just anOther INvenio 2 JOIN) wurde geboren. JOIN² konnte in den letzten Jahren einige Synergieeffekte nutzen um neue Funktionalitäten für die Nutzerinnen und Nutzer zu realisieren. So ist durch die Integration von Repositorium und Publikationsdatenbank eine Erfüllung der Open-Access-Anforderungen signifikant vereinfacht und der nötige Erfassungsaufwand drastisch reduziert worden. Zur Steigerung der Sichtbarkeit wurden die JOIN²-Repositorien gemeinsam nach Level 3 für Literaturdatenbanken, dem höchsten derzeit vorhandenen Level, für OpenAIRE zertifiziert. Damit erfüllt die Meldung zur Publikationsdatenbank mit Open-Access-Volltexten auch automatisch die Anforderungen aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon2020.

Durch die ORCID-Mitgliedschaft des Forschungszentrums Jülich realisiert JuSER bereits die Meldung von Daten in die ORCID-Profile seiner Autoren und Autorinnen. Diese Schnittstelle kann von allen Partnern übernommen werden. Derzeit finden abschließende Arbeiten an der DataCite-Integration zur Vergabe von DOIs statt. Das flexible zugrunde liegende Datenmodell gestattete in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das Angebot so zu ergänzen, dass nun auch „externe Publikationen“ leicht erfasst werden können. Dies erlaubt beispielsweise die Darstellung, den Export und die Nachnutzung von Publikationslisten, die über die eigene Einrichtung hinausreichen. So können Wissenschaftler/-innen und Projekte neben der institutionellen Abbildung der Publikationen der eigenen Einrichtung auch ihre kompletten Literaturlisten pflegen.

Aktuell stellen die JOIN²-Repositorien ca. 330.000 bibliographische Datensätze und ca. 40.000 Open-Access-Volltexte bereit. Zu den eigentlichen Publikationsmetadaten stellt JOIN² noch einmal etwa 140.000 z. T. sehr aufwendige Normdatensätze als Infrastruktur bereit, die die hohe Datenqualität der bibliographischen Metadaten sicherstellen. Diese umfassen z. B. Projektdaten, Experimente und Großgeräte (s. Publikationen des JOIN²-Projekts). Als jüngster Partner arbeitet derzeit das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) an der Datenmigration und Einführung eines JOIN²-Repositoriums. Am DESY ist geplant, das bisherige Aleph-Bibliothekssystems durch JOIN²-Invenio zu ersetzen.

Nach dem Forschungszentrum Jülich 2013 wird das MLZ, einer der JOIN²-Projektpartner, den 4. Invenio User Group Workshop vom 21.-24. März 2017 in Garching organisieren.

Neue Preprint-Server nach dem Vorbild von arXiv

SocArXiv, engrXiv, ChemRxiv, PsyArXiv: in den letzten Monaten wurde in schneller Folge die Gründung einer ganzen Serie von neuen Preprint-Servern für verschiedene Wissenschaftsdisziplinen bekannt gegeben. Vorbild ist in allen Fällen der Preprint-Server arXiv, der seit fast 25 Jahren von der Cornell University Library betrieben wird und Publikationen aus der Physik und verwandten Fächern vorab veröffentlicht. Die Idee ist einfach: noch bevor ein Artikel das Begutachtungsverfahren einer wissenschaftlichen Zeitschrift durchlaufen hat, kann er in Form eines Open-Access-Manuskripts auf den Preprint-Server hochgeladen und die neusten Forschungsergebnisse in der Wissenschaftsgemeinschaft diskutiert werden.

Für die Biowissenschaften kam vor drei Jahren am Cold Spring Habor Laboratory der Preprint-Server bioRxiv hinzu (s. Newsletter 48). Nachdem im Mai 2016 der Preprint-Publikationsdienst Social Science Research Network (SSRN) vom Großverlag Elsevier übernommen wurde, folgte kurz darauf die Ankündigung, dass die University of Maryland zusammen mit der Nonprofit-Organisation Center for Open Science den Server SocArXiv für Preprints in den Sozialwissenschaften betreiben wird. Ebenfalls mit Unterstützung des Centers for Open Science folgten die Preprint-Server engrXiv für die Ingenieurswissenschaften und PsyArXiv für die Psychologie. Aus einer ganz anderen Richtung kommt ein weiterer Preprint-Server: die einflussreiche American Chemical Society (ACS), die selbst 50 wissenschaftliche Zeitschriften verlegt, hat die Gründung von ChemRxiv für Preprints aus der Chemie angekündigt.

Literaturhinweise

Bousfield, D. et al. 2016: Patterns of database citation in articles and patents indicate long-term scientific and industry value of biological data resources. F1000Research 5: 160. http://dx.doi.org/10.12688/f1000research.7911.1

Lariviere, V. et al. 2016: A simple proposal for the publication of journal citation distributions. bioRxiv:062109

Liebig, S. et al. 2016: Forschungsdatenmanagement in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften. Orientierungshilfen für die Beantragung und Begutachtung datengenerierender und datennutzender Forschungsprojekte. Berlin: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD). http://www.ratswd.de/dl/RatSWD_Output3_Forschungsdatenmanagement.pdf

Ottaviani, J. 2016: The post-embargo open access citation advantage: it exists (probably), it’s modest (usually), and the rich get richer (of course). PLOS ONE 11: e0159614. http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0159614

Pinfield, S., J. Salter & P.A. Bath 2016: A 'gold-centric' implementation of open access: hybrid journals, the 'total cost of publication' and policy development in the UK and beyond. Journal of the Association for Information Science and Technology (in press). http://eprints.whiterose.ac.uk/96336/

Rios, F. 2016: Preserving and sharing software for transparent and reproducible research: a review. Open Science Framework, August 2016. https://osf.io/d4kef/

Solomon, D. & B.-C. Björk 2016: Article processing charges for open access publication - the situation for research intensive universities in the USA and Canada. PeerJ 4: 2264. http://dx.doi.org/10.7717/peerj.2264

Solomon, D.J., M. Laakso & B.-C. Björk 2016: Converting scholarly journals to open access: a review of approaches and experiences. Herausg. von Peter Suber. http://nrs.harvard.edu/urn-3:HUL.InstRepos:27803834

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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