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Helmholtz Open Access Newsletter vom 18.05.2006

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

dies ist der fünfte Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Project. In diesem Newsletter wollen wir Ihnen einen monatlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access geben. Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv jederzeit auf dem Portal "Helmholtz Open Access Projekt".

 

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Keine Beeinträchtigung von Zeitschriften durch Pre-print Server nachweisbar

In der Diskussion um den "Grünen Weg" wird immer wieder gefragt, ob Institutional Repositories nicht die traditionellen Zeitschriften untergraben. Zumindest im Bereich der Pre-prints zeigt eine Studie der Cornell University, dass Wissenschaftler die Originalveröffentlichung bevorzugen, wenn sie diese bekommen können.

 

In der Studie wurden Manuskripte im arXiv-Server ausgewertet, die später in den führenden vier Astronomie Zeitschriften erschienen. Die Auswertung der Download-Statistik zeigte, dass das Interesse der Wissenschaftler an den Pre-prints schlagartig auf Null fiel, sobald die Manuskripte in den jeweiligen Zeitschriften erschienen waren.

 

Die Autoren der Studie interpretieren dies als deutliches Zeichen, dass Wissenschaftler die Originalveröffentlichung gegenüber einer Zweitveröffentlichung in einem Institutional Repository vorziehen. Das wiederum würde bedeuten, dass die Existenz von Institutional Repositories das traditionelle Zeitschriftenmodell nicht untergräbt.

(JK)

Federal Research Public Access Act (FRPAA) im US Senat

Wie von Peter Suber auf der Berlin IV Konferenz angekündigt, ist die Cornyn/Lieberman Bill jetzt als Federal Research Public Access Act (FRPAA) im US Senat eingebracht und damit im Gesetzgebungsprozess. Die wichtigsten Neuerungen gegenüber der NIH-Policy sind:

  • Die elektronische Open Access Zweitveröffentlichung ist für öffentlich geförderte Forschungsergebnisse verpflichtend.
  • Die Embargofrist beträgt nur noch 6 Monate.
  • Als Institutional Repository (IR) wird kein zentrales IR vorgeschrieben, auch Self-Archiving ist zulässig.
  • Die Policy umfasst nicht mehr nur biomedizinische Forschung, sondern alle großen Bereiche öffentlich geförderter Forschung.

Es bleibt nun abzuwarten, wie schnell die Gesetzesvorlage nun tatsächlich in geltendes Recht umgesetzt wird.

Die Gesetzesvorlage finden Sie unter http://cornyn.senate.gov/doc_archive/05-02-2006_COE06461_xml.pdf

(JK)

Verlage unerfreut über FRPAA

Wie erwartet zeigen sich die Wissenschaftsverlage unerfreut über den Federal Research Public Access Act, der von den Senatoren Joseph Lieberman (D-Conn.) and John Cornyn (R-Tex) in den Kongress eingebracht wurde. Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Verkaufszahlen ihrer Zeitschriften.

 

Für die Befürchtungen der Verlage gibt es jedoch keine empirische Grundlage. Ganz im Gegenteil profitieren gerade kleine Zeitschriften durch die höhere Verbreitung, die sie durch Open Access - sei es über den Grünen oder den Goldenen Weg - erfahren.

 

Empirisch belegt ist weiterhin, dass Open Access Zweitveröffentlichungen (Grüner Weg) als Werbung für die Originalveröffentlichung fungieren (s. dieser Newsletter).

(JK)

Öffentliche Konsultation der EU über Scientific Publication (Einsendeschluss 1/6/06)

Eine der Empfehlungen der EU-geförderten Studie über die Strukturen im wissenschaftlichen Publikationswesen (s.u.) scheint auch in die Richtung der Mandatierung von Open Access zu Ergebnissen EU-geförderter Forschung zu deuten.

 

Herr Ihssen, ein Helmholtz-Kollege aus dem Brüsseler Büro versandte den unten angehängten Text. Herr Reinke, wissenschaftlicher Referent am AWI, machte deutlich, dass nicht nur institutionelle, sondern auch persönliche Stellungnahmen sinnvoll sind, da die Pro- und Contra-Mails an rtd-scientific-publication@cec.eu.int im wesentlichen gezählt werden!

 

(Es ist recht aufwendig, Zugang zum erwähnten System "Synapse" zu gewinnen; bisher ist die dort angekündigte strukturierte Konsultation - wohl in Fragebogenart - nicht eingerichtet. Ob sich dort rechtzeitg vor dem 1.6. interessante Debatten ergeben, ist also offen, der Weg per Mail vorzuziehen.)

(HP)

 

 

EU/RESEARCH: Commission seeking to promote scientific publication

 

Brussels, 03/04/2006 (Agence Europe) - On 31 March the European Commission published a study carried out by a group of experts, which examines the scientific publication system in Europe. It was commissioned as part of the current debate on access conditions to scientific publication and their diffusion.

 

Scientific publication ensures that research results are made known. Given the high level of investment in research by the public authorities, it is becoming increasingly important that the publication of research results is accessible to as wide a public as possible. Recommendations include: Guaranteed public access to publicly-funded research, at the time of publication and also long-term; a “level-playing field” so that different business models in publishing can compete fairly in the market; ranking scientific journals by quality, defined more widely than pure scientific excellence, but also taking into account factors such as management of copyright, search facilities and archiving; developing pricing strategies that promote competition in the journal market; scrutinising major mergers that may take place in this sector in the future; promoting the development of electronic publication, for example by eliminating unfavourable tax treatment of electronic publications and encouraging public funding and public-private partnerships to create digital archives in areas with little commercial investment.

 

The European Commission is keen to hear the views of all interested parties. It is therefore calling for reactions to the study, and contributions on other issues linked to scientific publications. Contributions should be sent to rtd-scientific-publication@cec.eu.int by 1st June 2006. The study and its public feedback will be at the centre of a conference on scientific publication to be held in autumn 2006. SINAPSE, the web interface between the scientific community and Europe's policy-makers, will also host a debate on the subject. (SINAPSE's website: europa.eu.int/sinapse).

 

The study was carried out by a consortium led by Professor Mathias Dewatripont of the “Université Libre of Brussels”.The study is available for downloading at: (http: //europa.eu.int/comm/research/science-society/pdf/scientific-publication-study).

Grüner Weg nicht im Konflikt mit Außenhandelsrecht

In den vergangenen Monaten wurde im AK Open Access der Helmholtz-Gemeinschaft diskutiert, ob bei elektronischen Zweitveröffentlichungen (Grüner Weg) die Bestimmungen des Außenhandelsrechts beachtet werden müssen. Im Einzelnen geht es dabei um die Prüfung, ob dadurch Embargobestimmungen auf den Export von Technologie berührt werden.

 

Bei einer Sitzung des AK Recht der Helmholtz-Gemeinschaft wurde diese Frage diskutiert. Konsens war, dass es sich beim Grünen Weg um eine Zweitveröffentlichung handelt, die ursprüngliche Veröffentlichung also bereits stattgefunden hat. Damit ist eine weitere Prüfung nicht notwendig. Kurz gesagt: veröffentlicht ist veröffentlicht.

(JK)

Scholarly Electronic Publishing Bibliography aktualisiert

Die Scholarly Electronic Publishing Bibliography ist seit kurzem im HTML-Format online (http://epress.lib.uh.edu/sepb/sepb.html) (siehe 3. Newsletter vom 4.4.2006). Durch die Produktion aus der Druckvorstufe war die Bibliographie leider nicht ganz aktuell. Diese Lücke ist in der neuen Online-Fassung vom 28.4.2006 weitgehend geschlossen worden.

(JK)

Archiv

Die Ausgaben 1-4 des Newsletters finden Sie im Archiv.

 

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird herausgegeben durch das Helmholtz Open Access Projekt.

Redaktion: Dr. Jens Klump und Ines Böttcher.

Kontakt:

Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, schreiben sie bitte an ines.boettcher@awi.de.

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