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Die Ausgaben 1-26 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 21.04.2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 27. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

"Heidelberger Appell"

Seit Beginn des Jahres wird im Feuilleton deutscher Zeitungen eine Debatte über Googles Digitalisierungsprogramm „Google Books“ geführt, in deren Fahrwasser immer wieder auch gegen die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen polemisiert wurde. Im Rahmen der Schwerpunktinitiative haben die Allianz-Partnerorganisationen 2008 eine enge Zusammenarbeit im Bereich der digitalen wissenschaftlichen Informationssysteme beschlossen. Open Access ist dabei eines der Arbeitsfelder der Initiative.

Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung sah sich die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen in der Erklärung „Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte“, (dem sogenannten „Heidelberger Appell“), der von zahlreichen Verlegern und Autoren, mehrheitlich aus den Geisteswissenschaften, unterzeichnet wurde, mit der inakzeptablen Unterstellung konfrontiert, die Freiheit zur Veröffentlichung in grundgesetzwidriger Weise beschneiden zu wollen. Diese Unterstellung entbehrt jeder Tatsache und wurde in einer gemeinsamen Stellungnahme korrigiert.

Um die weltweit breite Zustimmung zu Open Access deutlich zu machen, seien hier einige Initiativen genannt, die belegen, dass Open Access eine aus der Wissenschaft selbst entstandene, innovative Publikationsstrategie ist.

In der öffentlichen Konsultation zum Grünbuch über den Europäischen Forschungsraum wurde eine überwältigende Zustimmung zu Open Access deutlich: Über 70% der Konsultanten forderten den freien Zugang zu öffentlich geförderten Forschungsergebnissen. In Deutschland haben alle bedeutenden Wissenschaftsorganisationen, so auch die Helmholtz-Gemeinschaft, die „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“ unterzeichnet. International unterstützen 262 Wissenschaftsorganisationen diese Erklärung.

Die EU-weite „Petition for guaranteed public access to publicly-funded research results“ wurde seit Anfang 2007 von 27.642 Einzelpersonen und Wissenschaftsorganisationen unterzeichnet. Unter den Signatoren sind neben Nobelpreisträgern wie Harold Varmus (Physiologie/Medizin, 1989) und Richard Roberts (Physiologie/Medizin, 1993) auch viele Wissenschaftler aus der Helmholtz-Gemeinschaft zu finden.

Auch die „Göttinger Erklärung zum Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“, in der die Forderung nach dem „Zugang zur weltweiten Information für jedermann zu jeder Zeit von jedem Ort für Zwecke der Bildung und Wissenschaft“ formuliert wird, wurde von mehr als 7000 Einzelpersonen sowie von hunderten Institutionen und Organisationen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften etc.) unterzeichnet.

4.000 begutachtete Open-Access-Zeitschriften und über 1.300 Repositorien zeigen ebenfalls die stetig wachsende Relevanz des Open Access. Open Access stärkt die Rechte der Autoren, fördert die Sichtbarkeit der Forschung und trägt der Forderung nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern Rechnung.

Einen lesenswerten Artikel zur Debatte bietet Drösser, C.: Das Denken ist frei. DIE ZEIT, 08.04.2009. Online.

Open Access Week 2009: Koordinationskomitee gebildet

In diesem Jahr findet vom 19. - 23. Oktober die internationale Open Access Week statt. Ziel ist es, das Thema Open Access weltweit an vielen verschiedenen Orten während dieser Woche lokal aufzugreifen, um für den freien Zugang zu Wissen und Information aus öffentlich geförderter Forschung zu werben und vor Ort zu informieren.

Die Arbeitsgruppe Open Access in der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen unterstützt eine breite Beteiligung deutscher Wissenschaftseinrichtungen an der internationalen Open Access Week. In Kooperation mit open-access.net wurde nun ein Koordinationskomitee gebildet, welches Wissenschaftsorganisationen in Deutschland bei der Planung und Umsetzung von Aktionen und Veranstaltungen im Rahmen der internationalen Open Access Week unterstützt.

Weitere Informationen zur Open Access Week (inklusive einer Ideensammlung für lokale Aktivitäten) finden Sie auf open-access.net. Nachnutzbare Informationen wie Postervorlagen, Webbanner usw. sind auf der englischsprachigen Website der Open Access Week zu finden.

Für Fragen und Anregungen rund um die Aktionswoche und darüber hinaus steht Ihnen das Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projekts gerne zur Verfügung.

 

MIT verabschiedete Open-Access-Richtlinie

Mitte März hat sich das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in einer verpflichtenden Richtlinie zu Open Access bekannt. In dieser heißt es „Each Faculty member grants to the Massachusetts Institute of Technology nonexclusive permission to make available his or her scholarly articles and to exercise the copyright in those articles for the purpose of open dissemination.“ Das MIT fördert Open Access seit langem z.B. durch die Plattform OpenCourseWare, auf der Lehrmaterialien zu 1.8000 Lehrveranstaltungen der Universität im Sinne des Open Access zugänglich gemacht werden. Auch wurde am MIT in Kooperation mit Hewlett-Packard die Repositorien-Software DSpace entwickelt.

Während verpflichtende Richtlinien international an Bedeutung gewinnen, wurden in Deutschland bisher nur empfehlende Richtlinien verankert. Die Helmholtz-Gemeinschaft war 2004 die erste deutsche Forschungsorganisation, die eine solche Empfehlung durch einen Beschluss der Mitgliederversammlung festgeschrieben hat.

Ein lesenswerter Aufsatz zum Hintergrund der MIT-Richtlinie wurde im MIT Faculty Newsletter veröffentlicht: Abelson, H.: Open Access Publishing. The Future of Scholarly Journal Publishing. Online.

4.000 Zeitschriften im DOAJ

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) weißt seit April 4.000 peer-reviewed Open-Access-Zeitschriften nach. Das Verzeichnis erschließt aktuell Open-Access-Zeitschriften aus 98 Ländern, die in rund 50 Sprachen von über 2.000 Verlegern publiziert werden. DOAJ verzeichnet 8 Millionen Zugriffe pro Monat und ist somit die wichtigste Quelle für eine Suche nach qualitätsgesicherten Open-Access-Zeitschriften.

Das Directory of Open Access Journals wird von Lund University Libraries gepflegt.

Aktuell wird die digitale Langzeitarchivierung von Open-Access-Zeitschriften auf Basis des neugestarteten e-Depot der Königliche Bibliothek der Niederlande erprobt.

Kooperation zur dauerhaften Adressierung von Forschungsdaten gestartet

Führende wissenschaftliche Bibliotheken haben den Aufbau einer gemeinsamen Agentur zur dauerhaften und eindeutigen Registrierung von Forschungsdaten beschlossen. Ziel ist es, den Zugang zu digitalen Forschungsdaten zu verbessern.

Beteiligt sind die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB), die British Library, die Bibliothek der ETH Zürich, das französische Institute for Scientific and Technical Information (INIST), das Technical Information Center aus Dänemark und die Bibliothek der TU Delft.

Die Agentur wird in einem ersten Schritt auf einem im Rahmen des DFG-Projekts STD-DOI entwickelten Konzepts aufgebaut, um den Einsatz von Digital Object Identifiern (DOI) bei Forschungsdaten zu fördern. Die Erprobung des Konzepts erfolgte mit maßgeblicher Beteiligung von Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft.

Seit 2005 hat die TIB rund 600.000 Forschungsdatensätze mit einer DOI registriert und somit einen einfachen Zugriff und die Verbesserung der Zitierfähigkeit ermöglicht. Die langfristige Vision der Partnerschaft ist es, Forschern Methoden zur Verfügung zu stellen, die es ihnen ermöglichen, Daten sicher und eindeutig zu finden, zu identifizieren und zu zitieren.

 

Weitere Fortschritte bei SCOAP3

Anfang April sind in den USA weitere vier Institutionen dem Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics (SCOAP3) beigetreten.

So wird das Konsortium durch in den USA nun von über 100 wissenschaftlichen Einrichtungen unterstützt. Weltweit haben bereits Institutionen aus 21 Ländern ihre Beteiligung an SCOAP3 zugesagt.

Aktuell ist über 60% des benötigten Budgets zur Überführung der Kernzeitschriften der Hochenergiephysik in Open Access zugesagt.

 

Erinnerung: Interner Kurz-Workshop im Rahmen des Bibliothekartag

Das Helmholtz Open Access Projekt lädt im Rahmen des 98. Deutschen Bibliothekartag zu einem internen Kurz-Workshop für die „Helmholtz Open Access Professionals“.  Alle anderen Interessierten aus Helmholtz-Zentren sind ebenfalls herzlich eingeladen.

Der Workshop wird am 04.06.2009, 15:00 - 17:00 Uhr im Augustinerkloster zu Erfurt stattfinden. Ziel des Workshops ist es, den Austausch zum Thema Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft zu fördern. Ein Schwerpunkt des Workshops wird die Einbindung der Helmholtz-Repositorien und -Publikationsdatenbanken in das EU-geförderte Projekt Digital Repository Infrastructure Vision for European Research (DRIVER) sein.

Zur besseren Planung bitten wir um eine formlose Anmeldung mit dem Betreff „Bibliothekartag 2009“ an pampel@gfz-potsdam.de.

Literaturhinweise

Bertelmann, R.: Ein Segen für die Wissenschaft. taz, 31.03.2009. Online.

Müller, U.: Peer-Review-Verfahren zur Qualitätssicherung von Open-Access-Zeitschriften – systematische Klassifikation und empirische Untersuchung. 2008. Online.

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Andreas Hübner, Heinz Pampel, Sünje Dallmeier-Tiessen.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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