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Die Ausgaben 1-19 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 11.04.2008

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der zwanzigste Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen monatlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

 

4. Helmholtz Open Access Workshop: Ankündigung

Vom 17.06. bis 18.06. wird der 4. Helmholtz Open Access Workshop in Potsdam am GeoForschungsZentrum stattfinden.
Ein Schwerpunkt des Workshops wird die Weiterentwicklung und Vernetzung der Repositorien und Publikationsdatenbanken in der Helmholtz-Gemeinschaft sein.

Der interne Workshop richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen wie Bibliotheken, Daten- und Rechenzentren in den Helmholtz-Forschungszentren, die in ihrer täglichen Arbeit mit Open Access-relevanten Themen zu tun haben.Selbstverständlich steht die Veranstaltung auch interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Helmholtz-Gemeinschaft offen.

Das detaillierte Programm wird in Kürze bekannt gegeben.

Primärdatenpublikation: Neue Entwicklungen in der Helmholtz-Gemeinschaft

Während beim Open Access zu Text-Publikationen in den letzten Jahren eine Vielzahl von Herausforderungen gemeistert wurden, sind im Bereich „Open Data“ noch eine Vielzahl an Fragen offen. Im Folgenden wollen wir zwei aktuelle Projekte vorstellen, die ganz unterschiedliche Herangehensweisen an den offenen Zugang haben. Während die Betreiber der Datenbank „PlanktonNet Data Portal“ den Open Access vollständig ermöglichen, spielt für die Wissenschaftler der Medizinischen Physik die Kontrolle über die Verwendung ihrer Forschungsdaten bisher noch eine wichtige Rolle.

PlanktonNet Data Portal

Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes PlanktonNet, an dem auch das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung beteiligt ist, werden mit Hilfe des OAI-PMH-Protokolls verteilte Informationen zu Plankton-Organismen über die Datenbank „PlanktonNet Data Portal“ nachgewiesen. Diese Datenbank (Service-Provider) bietet Zugriff auf Plankton-Beschreibungen, die von den Projekt-Partnern aus Frankreich, Israel und Portugal erhoben wurden und in verschiedenen Repositorien (Data-Provider) gespeichert sind. Das gesamte Projekt unterstützt den Open Access: Fotografien der Plankton-Organismen und deren taxonomische Beschreibungen werden im Sinne des Open Access publiziert. Forscher aus aller Welt wird so die Nachnutzung der Daten ermöglicht. In einem „Agreement on data use“ werden Aussagen zur Qualität der Daten, deren Zitierung und der verwendeten Creative-Commons-Lizenzen festgehalten.

The GSF Virtual Human

Am Helmholtz Zentrum München gibt es mit der Datenbank „The GSF Virtual Human“ erste Schritte in Richtung „Open Data“. Hier stellt die Arbeitsgruppe Medizinphysik des Institut für Strahlenschutz Forschungsergebnisse, darunter virtuelle Menschmodelle, Dosiskonversionsfaktoren sowie Text-Publikationen mit einer zweistufigen Zugriffsbarriere anderen Forschern zur Verfügung. Nach einer einfachen Online-Registrierung sind die meisten Inhalte der Datenbank „The GSF Virtual Human“ zugänglich. Im Falle der als besonders „wertvoll“ angesehenen Daten für Menschmodelle ist der Zugang jedoch erst nach Abschluss eines „Collaboration Agreement“ möglich, in dem beispielsweise die inhaltliche Mitsprache und Koautorenschaft bei der gemeinsamen Publikation von Ergebnissen, die auf den Menschenmodellen beruhen, geregelt wird.

 

Open Repositories 2008: Rückblick

Vom 1. bis 4. April fand in Southampton (UK) die diesjährige Tagung „Open Repository 2008“ statt. Themenschwerpunkte der ersten beiden Konferenztage waren Interoperabilität von Repositorien, Rechtsfragen, nationale und internationale Fallbeispiele, Nachhaltigkeit/Archivierungsaspekte und Web 2.0 Anwendungen.

Mehrfach wurde auf der Konferenz betont, dass die Ablage von Publikationen in Repositorien stärker und einfacher in den Wissenschafts- und Publikationsworkflow eingearbeitet werden muss. Diese Zielsetzung wird in vielen interessanten Projekten verfolgt. Connotea bietet ein Beispiel für Entwicklungen, die dem wachsenden Anspruch vom schnellen und einfachen Informationsaustausch gerecht werden: Dort hat man vor kurzem die Implementierung von Open ID eingeführt, welches eine „klassische“ Registrierung ersetzen kann. Angemeldete Nutzer von verlinkten Repositorien können so eine automatische Registrierung bei Connotea besitzen. Im Gegenzug ermöglicht dieser Service die Anreicherung der Daten im Repositorium durch „social data“, z.B. Empfehlungen für andere Artikel - ein beliebter Service im Wissenschaftsbetrieb. Da die Implementierung von Open ID erst vor kurzem abgeschlossen wurde, gibt es leider noch keine Evaluierung von der Nutzung dieses neuen Services.

Alle Präsentationen und Materialien der Konferenz sind online verfügbar. Außerdem finden sich dort die Unterlagen zu den User-Group-Meetings der letzten Konferenztage: am dritten Konferenztag kamen die Anwender und Entwickler der Softwarepakete für den Betrieb von Repositorien Fedora, DSpace und Eprints in den jeweiligen Workshops zusammen, um Neuentwicklungen, Fallbeispiele und Probleme zu diskutieren. Der weiteren Zukunft von OAI (Open Archives Initiative) und der Neuentwicklung OAI-ORE (Object Re-Use and Exchange) widmete sich der letzte Konferenztag.

Entwicklung bei der "licence to publish"

Die niederländische SURFfoundation hat Ende Februar eine Studie vorgestellt, in der 47 traditionelle (nicht Open Access) Verlage zu Ihrer Haltung in Bezug auf die von SURF und JISC definierten „Open Access-Principles“ befragt wurden.

Insgesamt ergab sich ein positives Bild; etliche Verlage überdenken ihre Lizenz-Politik oder akzeptieren schon heute z.B. das Ablegen von Volltexten in institutionellen Repositorien. Besonders interessant ist, dass insgesamt 15 aller befragten Verlage schon jetzt eine eigene „licence to publish“ anstatt eines „copyright transfer“ benutzen. In diesen Fällen verbleibt das Copyright beim Autor und dem Verlag werden bestimmte, zur Publikation und Wertschöpfung nötige Rechte vom Autor erteilt.

Österreich: Wissenschaftsfond fordert Open Access

Der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Österreichs zentrale Einrichtung zur Förderung der Grundlagenforschung, hat seine Open Access-Richtlinien verschärft. Dabei wurden interessante Details wie eine verpflichtende Begründung bei Ausnahmen zu Open Access sowie eine massive Förderung des goldenen und hybriden Publizierens formuliert.

In der Richtlinie „verpflichtet“ der FWF die Förderungsempfänger zu Open Access; Ausnahmen sind nur erlaubt, „wenn es aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist.“ Diese Formulierungen laufen in der Summe eher auf eine Empfehlung denn eine Verpflichtung zu Open Access hinaus. Allerdings wird es den Geldempfängern etwas erschwert, Open Access zu ignorieren (so sie es denn wollten): es sind „die Open Access Aktivitäten […] in allfälligen Berichten an den FWF anzuführen, gegebenenfalls ist zu begründen, warum die Open Access Policy des FWF aus rechtlichen Gründen nicht umgesetzt werden konnte.“

Damit wirklich der gesamte Spielraum von Open Access-Möglichkeiten ausgenutzt werden kann, unterfüttert der FWF konsequenterweise seine Open Access Bemühungen mit dem Angebot, Publikationsgebühren von Open Access-Verlagen auf Antrag hin zu bezahlen. Interessanterweise werden hier auch die zum Teil erheblichen Publikationsgebühren, die bei hybriden Geschäftsmodellen für die Freischaltung von Artikeln im Rahmen des optionalen Open Access anfallen, abgedeckt. Letzterem stehen die meisten Forschungsförderer in Deutschland eher zurückhaltend gegenüber, da hier die Gefahr der Doppelfinanzierung der Publikationen durch die meistens zusätzlich zu den Gebühren laufenden Zeitschriftenabonnements gesehen wird.

SCOAP3: Weiterer Zuwachs

Das "Sponsoring Consortium for Open Access Publishing in Particle Physics (SCOAP3)" hat in den letzten Wochen weitere Unterstützer gewonnen. Nach OhioLink, einem aus 86 Bibliotheken bestehenden Konsortium des Bundesstaat Ohio, ist die University of Oregon als 18. US-Institution SCOAP3 beigetreten. Darüber hinaus haben die Association of Souteastern Research Libraries (ASERL), eine Vereinigung von 38 Bibliotheken und Maine InfoNet, eine Einrichung der University of Maine System und der Maine State Library ihre Unterstützung geäußert. Damit sind bereits rund 15% des US-Beitrags zu SCOAP3 gesichert.

Die Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt SCOAP3 durch die folgenden 5 Zentren: Deutsches Elektronen-Synchrotron, Forschungszentrum Karlsruhe, Forschungszentrum Jülich, Gesellschaft für Schwerionenforschung, Hahn-Meitner-Institut Berlin.

Informationsplattform open-access.net geht in die 2. Runde

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Verlängerungsantrag für die Informationsplattform open-access.net bewilligt.

Die geplante Weiterentwicklung von open-access.net umfasst die inhaltliche Erweiterung des Informationsangebots, die Internationalisierung und Mehrsprachigkeit der Plattform sowie die Intensivierung bestehender sowie den Aufbau weiterer Kooperationsbeziehungen.

Zudem soll ein Netzwerk der Open-Access-Beauftragten aufgebaut werden, das zwei Ebenen umfasst – eine Arbeitsebene und eine politische Ebene. Auf der Arbeitsebene sollen vor allem Kommunikation und Erfahrungsaustausch zwischen Personen, die sich tagtäglich mit Open Access und Repositorien beschäftigen, gefördert werden sowie Informationsveranstaltungen initiiert werden. Auf einer politisch-strategischen Ebene wird die „Konferenz der Open-Access-Beauftragten“ entstehen, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern wissenschaftlicher Einrichtungen zusammensetzt und gemeinsame Strategien und Maßnahmen zur Förderung von Open Access erarbeitet und öffentlich formuliert. 

Das Helmholtz Open Access Projekt begrüßt die Bewilligung des Verlängerungsantrags und wird seine Kooperationen mit der Informationsplattform open-access.net zukünftig noch weiter verstärken.

Leseempfehlungen

Die Initative „Create Change“, die von der Association of Research Libraries (ARL) und der Scholarly Publishing and Academic Resources Coalition (SPARC) in Zusammenarbeit mit der Association of College and Research Libraries (ACRL) gegründet wurde, stellt auf ihrer Website lesenswerte Interviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unter dem Moto „Cases in Point“ zum Thema digitale Wissenschaftskommunikation vor.

Das Helmholtz Open Access Projekt führt seit längerer Zeit ähnliche, jedoch deutlich kürze Interviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Helmholtz-Gemeinschaft, die als Editoren für Open-Access- Zeitschriften aktiv sind.

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Andreas Hübner, Heinz Pampel, Sünje Dallmeier-Tiessen

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Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail an pampel@gfz-potsdam.de

URL dieser Newsletter-Ausgabe: http://oa.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-20-vom-11042008.html

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