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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 22.03.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 61. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Helmholtz-Zentren unterstützen arXiv

Die Finanzierung von Gemeinschaftsinfrastrukturen wie dem Open-Access-Repositorium arXiv stellt die Wissenschaft immer wieder vor Herausforderungen. Nachdem die Helmholtz-Gemeinschaft bereits 2010 gemeinsam mit der Technischen Informationsbibliothek (TIB) und der Cornell University Library ein „Memorandum of understanding“ zur Förderung von arXiv unterzeichnet hat (s. Newsletter 36), leisten auch 2017 wieder drei Helmholtz-Zentren, als vielfache Nutzer des arXiv, einen Beitrag zur Finanzierung des E-Print-Servers.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt sich über das von der DFG finanzierte NetzwerkarXiv-DH an dem Betrieb von arXiv, das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY und das Forschungszentrum Jülich über die Budgets der jeweiligen Bibliotheken. Eine Übersicht über die finanzielle Beteiligung findet sich auf einer Wikiseite der Cornell University Library, die das Repositorium betreibt.

Report zu Software-Workshop veröffentlicht

Der Report des Helmholtz Open Science Workshops „Zugang zu und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software“ (s. Newsletter 60) wurde jetzt veröffentlicht. Der Report behandelt die Themen Standards und Qualitätssicherung, Reproduzierbarkeit, Lizenzierung und weitere rechtliche Aspekte, Zitation und Anerkennung, Sichtbarkeit und Modularität, Geschäftsmodelle sowie Personal, Ausbildung, Karrierewege. Für jeden Themenbereich werden jeweils die Relevanz, Fragestellungen, Herausforderungen, mögliche Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen betrachtet.

UFZ fördert Transparenz im Open-Access-Markt

Als sechstes Helmholtz-Zentrum beteiligt sich jetzt auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ an der international beachteten „Open APC Initiative“. Durch die Offenlegung der gezahlten Open-Access-Publikationsgebühren auf der Open-Data-Plattform leistet das Zentrum einen Beitrag zur Gestaltung eines transparenten Open-Access-Publikationsmarkts.

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfiehlt wissenschaftlichen Einrichtungen, Informationen zu gezahlten Open-Access-Publikationsgebühren offenzulegen, damit die Kostenstrukturen des Publikationsmarkts klar erkennbar werden. Bereits über 40 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligen sich an dem Projekt.

Research Data Archive startet am KIT

Das Ende letzten Jahres im Rahmen des baden-württembergischen Landesdienstes bwDataArchiv gestartete Research Data Archive ermöglicht seit März 2017 das kostenlose Veröffentlichen und Archivieren von Forschungsdaten im institutionellen Repositorium KITopen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die konkreten Erweiterungen der Services von KITopen erfolgten im Rahmen des Landesprojektes bwDataDiss, das vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium auf den Weg gebracht wurde um Einrichtungen des Landes beim Aufbau von Infrastrukturen rund um das Thema Forschungsdaten zu fördern.

Am KIT stellt das Steinbuch Centre for Computing (SCC) die technische Infrastruktur für den Archivierungsdienst bwDataArchiv zur Verfügung. Die Bibliothek des KIT ist die erste Institution, welche mit ihrem Dienst im Rahmen von bwDataDiss auf dem Service Research Data Archive aufsetzt. Zunächst können Doktorandinnen und Doktoranden am KIT die zu ihrer Dissertation gehörenden Forschungsdaten direkt über das zentrale Repositorium KITopen veröffentlichen und gleichzeitig archivieren.

Stetiges Wachstum von ORCID

Die Open Researcher and Contributor ID (ORCID) erfreut sich eines stetigen Wachstums, das am 14. März 2017 mit dem ORCID Pi Day zelebriert wurde: die 3.141.593te vergebene ORCID iD markiert einen kuriosen Meilenstein auf dem Weg zu einem globalen Standard zur Identifikation von Autorinnen und Autoren. In Deutschland wurden bis März 2017 mehr als 70.000 ORCID iDs vergebenen.

Neben der steigenden Anzahl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in Deutschland eine eigene ORCID iD besitzen, nimmt ebenfalls die Zahl der Einrichtungen zu, die Mitglied im ORCID-Deutschland-Konsortium sind. Mit der Universitätsbibliothek der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die zehnte Hochschule bzw. das vierte Helmholtz-Zentrum dem erst seit sechs Monaten bestehenden Konsortium beigetreten.

Am 7. September 2017 veranstaltet das DFG-geförderte Projekt ORCID DE einen Implementierungsworkshop um Institutionen zu unterstützen, die ORCID an ihrer Einrichtung implementieren möchten.

Was kommt nach den Daten?

Die International Geo Sample Number (IGSN) ist ein persistenter Identifikator für physische Objekte, wie Gesteine, Mineralien, aber auch Pflanzen und Wasserproben. Analog zu den DOIs für digitale Objekte ist jede IGSN weltweit eindeutig und besteht aus zwei Komponenten: einem QR-Code auf der Probe (über den jede Probe eindeutig identifiziert werden kann) und der digitalen Beschreibung der Probe auf einer IGSN Landing Page im Internet (z. B. http://igsn.org/ICDP5054EHW1001). Das internationale Steuerungsgremium IGSN e.V. betreibt den zentralen Handle-Server, bei dem alle IGSNs registriert werden.

IGSNs werden von designierten „IGSN Allocating Agents“ vergeben, in Deutschland sind diese das MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen und das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam, die auch Kataloge all ihrer registrierten IGSNs führen. Darüber hinaus ist ein zentraler IGSN Katalog für alle bisher über sechs Millionen registrierten IGSNs kurz vor der Fertigstellung. IGSNs sind als neuer „related identifier type“ im DataCite Metadata Schema 4.0 offiziell anerkannt und können in wissenschaftlichen Artikeln zitiert werden (s. Conze et al. 2017). Am GFZ wurde im letzten Jahr ein IGSN-Implementierungsservice für wissenschaftliche Bohrungen im Rahmen des International Continental Drilling Programmes (ICDP) entwickelt.

Conze, R. et al. 2017: Utilizing the International Geo Sample Number concept in continental scientific drilling during ICDP expedition COSC-1. Data Science Journal 16: 1-8. https://doi.org/10.5334/dsj-2017-002

Kontakt für weitere Information: K. Elger (kelger@gfz-potsdam.de)

EOSCpilot startet

Das EU-geförderte Projekt EOSCpilot ist Anfang des Jahres mit einem Kick-off-Meeting gestartet. Ziel des Projektes ist es, die erste Entwicklungsphase der European Open Science Cloud (EOSC) zu unterstützen, indem existierende Cloud-Basisdienste zusammengetragen, ein Regulierungsrahmen für die EOSC vorgeschlagen, eine Reihe von „Science Demonstrators“ aufgebaut und der Austausch mit Interessenvertreter/-innen gepflegt werden. Anhand von positiven Beispielen sollen das Vertrauen in eine möglichst offene Wissenschaftspraxis gefördert und Fertigkeiten für einen Umgang mit Dateninfrastrukturen und -services entwickelt werden. Die Fragmentierung der Dateninfrastrukturen soll reduziert und ihre Interoperabilität verbessert werden.

An dem Projekt EOSCpilot mit einem Budget von rund 10 Millionen Euro und einer Laufzeit von 24 Monaten sind 33 Partner beteiligt, u. a. das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

ESA gewährt offenen Zugang zu ihren Bildern und Daten

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat im Februar 2017 angekündigt eigene Bilder und Daten soweit möglich der Öffentlichkeit unter einer freien Lizenz zur Nachnutzung zur Verfügung zu stellen. Bereits während der Kometenmission Rosetta hatte die ESA Bilder der Raumsonde offen zugänglich gemacht.

Die Inhalte werden von der ESA unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-SA 3.0 IGO veröffentlicht, die auch von anderen zwischenstaatlichen Organisationen (IGOs) genutzt wird und z. B. die Nachnutzung von Bildern in Wikipedia gestattet. Die ESA folgt damit einem ähnlichen Schritt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), das bereits seit 2012 Medieninhalte unter Creative-Commons-Lizenzen zur Verfügung stellt (s. Newsletter 39).

Open-Access-Strategie für die Schweiz

Ende Januar 2017 wurde von Swissuniversities, der Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen, die erste nationale Open-Access-Strategie für die Schweiz beschlossen. Der Entscheidungsprozess hierfür war im Dezember 2015 vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation mit dem Auftrag an Swissuniversities und den Schweizerischen Nationalfonds zur gemeinsamen Erarbeitung der Strategie angestoßen worden. Jetzt soll in einem zweiten Prozess bis zum Herbst ein Konzept zur Implementierung der Strategie erarbeitet werden.

Zentrale Aussagen der schweizerischen Strategie sind:

  • Bis 2024 soll die Open-Access-Quote für alle wissenschaftlichen Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung stammen, 100 % erreicht haben.
  • Verpflichtungen zum Open-Access-Publizieren sollen mit Ausnahmeklauseln versehen werden.
  • Open Access kann über den grünen und den goldenen Weg realisiert werden.
  • Die Umstellung auf Open Access-Publizieren soll mittel- und langfristig kostenneutral realisiert werden.
  • Offsetting-Verträge werden lediglich als Übergangsstadium betrachtet.
  • Das Urheberrecht der Schweiz soll um ein Zweitveröffentlichungsrecht ergänzt werden.

Die Erarbeitung der Strategie ging mit der Erstellung einer Finanzflussanalyse einher, in der die Kostenentwicklung für verschiedene Umstellungsszenarien prognostiziert wird.

Gates-Stiftung testet Open-Access-Vereinbarung mit „Science“

Die Bill & Melinda Gates Foundation als Forschungsförderer und die American Association for the Advancement of Science (AAAS) als Herausgeber der Zeitschrift „Science“ haben im Februar 2017 bekannt gegeben, dass Publikationen aus Projekten der Stiftung, die 2017 zur Veröffentlichung in „Science“ und vier weiteren AAAS-Zeitschriften angenommen werden, sofort im Open Access zur Verfügung gestellt werden. Gegen eine Einmalzahlung der Gates-Stiftung verpflichtet sich die AAAS zunächst für ein Jahr, Publikationen von geförderten Autorinnen und Autorinnen der Gates-Stiftung bei der Veröffentlichung mit einer CC-BY-Lizenz zu versehen und online sofort offen verfügbar zu machen.

Publikationen in „Science“ erfüllen damit die geltende Open-Access-Verpflichtung der Gates-Stiftung, wonach Publikationen aus geförderten Projekten und die zugrunde liegenden Forschungsdaten ohne Wartezeit frei zugänglich gemacht werden müssen (s. Newsletter 51). Die Gates-Stiftung will die Vereinbarung mit der AAAS zunächst testen und gegebenenfalls über das Jahresende hinaus verlängern. Mit weiteren Zeitschriften ist die Stiftung zu ähnlichen Regelungen im Gespräch.

Literaturhinweise

Background information note. Data on open access to scientific publications in Horizon 2020. European Commission - Directorate General for Research and Innovation, 14.02.2017. http://data.europa.eu/euodp/data/dataset/open-access-to-scientific-publications-horizon2020

Björk, B.-C. 2017: Scholarly journal publishing in transition - from restricted to open access. Electronic Markets (published online). https://doi.org/10.1007/s12525-017-0249-2 (Postprint: http://www.openaccesspublishing.org/Landscape Green versionacr.pdf)

Curating research data. Herausg. von L. R. Johnston, 2017. Chicago: Association of College and Research Libraries. Bd. 1: Practical strategies for your digital repository. http://www.ala.org/acrl/sites/ala.org.acrl/files/content/publications/booksanddigitalresources/digital/9780838988596_crd_v1_OA.pdf Bd. 2: A handbook of current practice. http://www.ala.org/acrl/sites/ala.org.acrl/files/content/publications/booksanddigitalresources/digital/9780838988633_crd_v2_OA.pdf

Datenschutz und Forschungsdaten. Aktuelle Empfehlungen. Rat für Informationsinfrastrukturen, März 2017. http://www.rfii.de/?wpdmdl=2249

Fenner, M. et al. 2016: A data citation roadmap for scholarly data repositories. bioRxiv:097196

Kindling, M. et al. 2017: The landscape of research data repositories in 2015: a re3data analysis. D-Lib Magazine 23 (3/4). https://doi.org/10.1045/march2017-kindling

Mons, B. et al. 2017: Cloudy, increasingly FAIR; revisiting the FAIR Data guiding principles for the European Open Science Cloud. Information Services & Use 37: 49–56. https://doi.org/10.3233/ISU-170824

Pampel, H. & M. Kindling 2017: Informationsinfrastrukturangebote für digitale Forschungsdaten. In: Peter Schirmbacher sei Dank – E(hren)-Journal anlässlich seiner Emeritierung als Professor am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, S. 15-33. Herausg. von B. Jacob, M. Kindling & U. Müller. Berlin: Humboldt-Universität zu Berlin. http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:11-100244024

Tenopir, C. et al. 2017: Research data services in European academic research libraries. LIBER Quarterly 27: 23-44. https://doi.org/10.18352/lq.10180

Thelwall, M. & K. Kousha 2017: Do journal data sharing mandates work? Life sciences evidence from Dryad. Aslib Journal of Information Management 69: 36-45. http://doi.org/10.1108/AJIM-09-2016-0159 (Preprint: http://hdl.handle.net/2436/620330)

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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