Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren

Archiv

Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 25.01.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 60. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf beteiligt sich an Open APC

Mit dem Beitritt des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf zu der „Open APC Initiative“ legt ein weiteres Helmholtz-Zentrum Informationen zu gezahlten Open-Access-Publikationsgebühren offen.

Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfiehlt wissenschaftlichen Einrichtungen, Informationen zu gezahlten Open-Access-Publikationsgebühren offenzulegen, damit die Kostenstrukturen des Open-Access-Publikationsmarkts klar erkennbar werden. Mit der „Open APC Initiative“ steht eine Open-Data-Plattform bereit, über die Publikationskosten aggregiert und öffentlich dokumentiert sowie Kostenstrukturen analysiert werden können.

Auftakt der Initiative „Helmholtz-Inkubator Information & Data Science“

Ob Steuersysteme, Wahlkampfanalysen oder Wissenschaft, die Menge der Daten, die uns heute in digitalisierter Form vorliegen, wächst stetig und stellt uns vor immer größere Herausforderungen. Den Umgang mit großen Datenmengen - Big Data - in der Wissenschaft zu verbessern, ist eine der aktuell wichtigsten Aufgaben in der Forschung. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft beschäftigt sich schon seit längerer Zeit mit dem Management und der Analyse großer Datenmengen.

Nun sollen diese Kompetenzen gebündelt werden, um das Thema effektiver bearbeiten zu können. Damit das gelingt, werden in der Helmholtz-Gemeinschaft neue Brücken geschlagen, zwischen Forschungsbereichen und Disziplinen. Hierfür dient die neue Initiative des Präsidenten, der „Helmholtz Inkubator Information & Data Science“. Der Inkubator setzt sich zusammen aus 36 IT- und Data-Science-Experten aus allen Helmholtz-Zentren und wird von Fachleuten aus der forschenden Industrie unterstützt. Im Herbst trat diese Runde erstmalig zusammen um im Rahmen einer zweitägigen Tour d'horizon ein übergreifendes Verständnis zu entwickeln und die strategisch prioritären Handlungsfelder für die HGF zu identifizieren.

Am 7. und 8. Dezember trafen sich die Experten erneut. Ziele des Winter-Workshops waren die Vernetzung entlang von Projektideen und die Bildung von ersten Projektgruppen. Unter anderem wurden Forschungsfelder identifiziert, denen auch in Zukunft besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Damit die ersten Ideen aus den beiden Workshops schnell zu schlagkräftigen Aktivitäten weiterentwickelt werden können, sollen ab Juli 2017 konkrete und ausgewählte Projekte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds gezielt finanziell gefördert werden.

ORCID-Deutschland-Konsortium startet mit 18 Mitgliedern

Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts ORCID DE, an dem auch das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro beteiligt ist, wurde jetzt das ORCID-Deutschland-Konsortium installiert.

Unter Administration der Technischen Informationsbibliothek (TIB) sind bis Ende 2016 18 wissenschaftliche Einrichtungen dem Konsortium zur Verbesserung der Autorinnen- und Autorenidentifikation beigetreten, darunter auch mehrere Helmholtz-Zentren. Die Mitglieder profitieren im Vergleich zu einer Einzelmitgliedschaft bei ORCID von einem reduzierten Preis für die Mitgliedschaft, einem geringeren Verwaltungsaufwand und einer zentralen Verwaltung der Verträge. Außerdem bieten die TIB und das Projekt ORCID DE eine Plattform für den Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie den Aufbau und Transfer und von Know-how. Interessierte Einrichtungen haben weiterhin die Möglichkeit, dem Konsortium beizutreten.

Rückblick: Helmholtz Open Science Workshop „Zugang zu und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software“

Mit der voranschreitenden Digitalisierung von Forschung und Lehre steigt die Zahl an Software-Lösungen, die an wissenschaftlichen Einrichtungen entstehen und zur Verarbeitung wissenschaftlicher Daten genutzt werden. Die unter dem Stichwort Open Science geforderte Zugänglichkeit und Nachnutzung von wissenschaftlichen Ergebnissen kann in vielen Fachgebieten nur sichergestellt werden, wenn Forschungsdaten und Programmcode offen zugänglich gemacht werden.

Die Task Group „Zugang zu und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software“ des Helmholtz-Arbeitskreises Open Science veranstaltete im November 2016 am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf einen Workshop, der sich mit verschiedenen Aspekten rund um die Zugänglichmachung und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software befasste, u. a. mit technischen Infrastrukturen, Standards und Lizenzierung. An dem Workshop nahmen 70 Personen aus Wissenschaft, Infrastruktur und Administration wissenschaftlicher Einrichtungen in Deutschland teil. Der Workshop wurde vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf organisiert.

Rückblick: RDA-Deutschland-Treffen 2016

Mit einer Rekordbeteiligung fand Ende November 2016 das dritte RDA-Deutschland-Treffen zum Thema Forschungsdaten am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam statt und wurde dort wie in den beiden Vorjahren vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro organisiert. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an Trainingskursen zum Umgang mit Forschungsdaten und informierten sich in Vorträgen und in der Diskussion mit Posterautor/-innen über neueste Entwicklungen u. a. zu Forschungsdatenrepositorien, Informationsinfrastrukturen und dem Stand von Aktivitäten der Research Data Alliance.

Wichtige Aspekte der Tagung waren der Vergleich von „Best Practices“ und die Vernetzung zum Thema Forschungsdaten über Disziplingrenzen hinweg. Präsentationen und Poster des RDA-Deutschland-Treffens 2016 stehen auf der Tagungswebseite zum Herunterladen zur Verfügung.

RDA-DE-Trainingskurse im Juni

Was müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beim Thema „Forschungsdaten und wie gehe ich damit um“ beachten? Welche Methoden oder Werkzeuge unterstützen das Forschungsdatenmanagement? Welche Angebote gibt es?

Nach dem sehr gut angenommenen und erfolgreichen ersten Trainingsworkshop im letzten Jahr (s. Newsletter 56) wird die Research Data Alliance Deutschland (RDA-DE) am 8. und 9. Juni 2017 am Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen der TU Dresden den zweiten RDA-DE-Trainingsworkshop zum Forschungsdatenmanagement veranstalten. Themenwünsche für Kurse werden von den Organisatoren per E-Mail gern entgegen genommen.

Wissenschaftsschranke: wann wird die Diskussion offiziell eröffnet?

In der zweiten Januarwoche dieses Jahres wurde der lange erwartete Gesetzentwurf für die Wissenschaftsschranke vorab bekannt, der sich aktuell in der Ressortabstimmung befindet. Diese Abstimmung kann sicherlich dazu führen, dass eine geänderte Version in den Bundestag eingebracht wird. Mit dem Begriff Allgemeine Bildungs- und Wissenschaftsschranke wird eine seit Langem von der Wissenschaft geforderte Regelung bezeichnet, die im Urheberrechtsgesetz die Paragraphen 52a (Öffentliche Zugänglichmachung für Unterricht und Forschung), 52b (Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen in öffentlichen Bibliotheken, Museen und Archiven) und 53a (Kopienversand auf Bestellung) ersetzen soll.

In der geltenden Fassung sind die Regelungen so schwer verständlich formuliert sind, dass schon im Interesse der Herstellung von mehr Rechtssicherheit eine Überarbeitung notwendig ist. Darüber hinaus wurde die Schranke für Bildung und Wissenschaft durch Rechtsprechung deutlich weiterentwickelt, sodass ihr Verständnis durch einfaches Lesen des Gesetzestextes aktuell ausgeschlossen ist. Im Urheberrecht ergeben sich erhebliche Spannungen aus dem Missverhältnis vor Jahren getroffener Regelungen mit den aktuellen technischen Möglichkeiten. Beispielsweise erlaubt § 52b öffentlichen Bibliotheken Printwerke aus ihrem Bestand zu digitalisieren und die Digitalisate an Computerterminals in ihren Räumlichkeiten den Nutzern zugänglich zu machen. Dies schließt nach neuester Rechtsprechung auch die Möglichkeit des Speicherns und Ausdruckens zumindest von Teilen so zugänglich gemachter Werke ein. Ausgeschlossen ist hingegen dieselbe Nutzung z. B. für die Studenten einer Hochschule von zu Hause aus. Ein weiteres Beispiel ist das Fehlen einer Schranke für die Anfertigung temporärer elektronischer Kopien im Kontext von Text- und Datamining. Hierfür enthält der Gesetzentwurf einen Vorschlag.

Eine detaillierte Bewertung des vorliegenden Entwurfes würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Stark verkürzt kann aber gesagt werden, dass die jetzt vorgeschlagenen Neuerungen am Gesetzestext zu großen Teilen die durch Gerichtsurteile konkretisierte Rechtslage widerspiegeln. Anders ausgedrückt, durch die Annahme des Gesetzentwurfes würden keine tiefgreifenden Änderungen am geltenden Recht vorgenommen. Ein wesentlicher Fortschritt, der durch den Beschluss der Gesetzesvorschlages herbeigeführt würde, ist die deutlich bessere Verständlichkeit der Regelungen.

Citizen Science

Die Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern im Wissensgenerierungsprozess erfährt zurzeit einen Aufschwung. Einerseits gibt es Initiativen engagierter Bürger, die Projekte ins Leben rufen. Andererseits werden Bürgerwissenschaften (oder „Citizen Science“) zunehmend von Förderorganisationen (z. B. dem BMBF) und Forschungseinrichtungen unterstützt. Online-Plattformen (z. B. „Bürger schaffen Wissen“) ermöglichen es Forschungsprojekte mit Bürgerbeteiligung aufzusetzen. Gleichzeitig können sich interessierte Personen einen Überblick über Forschungsprojekte verschaffen, die ihren Interessen entsprechen. Auch die Helmholtz-Gemeinschaft ist im Bereich Citizen Science aktiv.

Bürgerwissenschaften sind eine Chance den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit zu intensivieren. Zwei aktuelle Publikationen widmen sich diesem Thema.

Chandler, M. et al. 2016: Contribution of citizen science towards international biodiversity monitoring. Biological Conservation (published online). https://doi.org/10.1016/j.biocon.2016.09.004

Scheliga, K. et al. 2016: Setting up crowd science projects. Public Understanding of Science (published online). https://doi.org/10.1177/0963662516678514

Literaturhinweise

Egloff, W. et al. 2016: Copyright and the use of images as biodiversity data. bioRxiv:087015

Fenner, M. et al. 2016: Autorenidentifikation für wissenschaftliche Publikationen. Bericht über den Workshop der DINI-AG Elektronisches Publizieren auf dem 6. Bibliothekskongress. o-bib - das offene Bibliotheksjournal 3: 286–293. https://doi.org/10.5282/o-bib/2016H4S286-293

Johnson, R., O. Fernholz & M. Fosci 2016: Text and data mining in higher education and public research. An analysis of case studies from the United Kingdom and France. Paris: ADBU – Association des directeurs et des personnels de direction des bibliothèques universitaires. http://adbu.fr/competplug/uploads/2016/12/TDM-in-Public-Research-Revised-15-Dec-16.pdf

Katz, D.S. et al. 2016: Software vs. data in the context of citation. PeerJ Preprints 4: e2630v1. https://doi.org/10.7287/peerj.preprints.2630v1

Laakso, M. et al. 2017: Research output availability on academic social networks: implications for stakeholders in academic publishing. Electronic Markets. https://doi.org/10.1007/s12525-016-0242-1 (Postprint: http://30daysfor.science/Laakso_et_al_2017_ASN.pdf)

Principles for promoting access to federal government-supported scientific data and research findings through international scientific cooperation. Office of Science and Technology Policy (OSTP), United States Government, Dezember 2016. https://obamawhitehouse.archives.gov/sites/default/files/microsites/ostp/NSTC/iwgodsp_principles_0.pdf

Tenopir, C. et al. 2016: Data management education from the perspective of science educators. International Journal of Digital Curation 11: 232–251. https://doi.org/10.2218/ijdc.v11i1.389

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

Newsletter abonnieren.

Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail-Nachricht an paul.schultze-motel@os.helmholtz.de.

URL dieser Newsletter-Ausgabe: http://os.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-60-vom-25012017/

Lizenz

Die Inhalte dieses Newsletters sind gemäß Creative Commons by Attribution 4.0 lizenziert. Es ist erlaubt, die Inhalte des Newsletters weiter zu verwenden und zu verbreiten, wenn der Newsletter als Quelle angegeben wird.

Newsletter

Allianz der deutschen Wissenschafts-organisationen

Schwerpunktinitiative „Digitale Information“