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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 13.10.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 88. Helmholtz Open Science Newsletter des Helmholtz Open Science Office, der in deutscher und englischer Sprache verfügbar ist. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Leiten Sie diesen Newsletter gerne weiter.

Für tagesaktuelle Informationen zum Thema Open Science: Die interne Mailingliste os-pro-helmholtz „Helmholtz Open Science Professionals“ richtet sich an Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich für Open-Science-Themen, wie zum Beispiel Open Access, offene Forschungsdaten und Open Research Software interessieren. Neben der Information über aktuelle Entwicklungen wird die Diskussion zu praktischen Fragen erleichtert. Sie können sich hier für die Liste anmelden. (Hinweis: Diese Liste ist nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft verfügbar).

1. Artikel-Serie zu Open Science in Helmholtz erschienen

In einer dreiteiligen Artikelserie auf der Webseite der Helmholtz-Gemeinschaft gibt Dr. Heinz Pampel vom Helmholtz Open Science Office einen Überblick der aktuellen Open-Science-Aktivitäten in Helmholtz. Unter dem Titel „Offene Daten für die Forschung” wird im ersten Artikel das Themenfeld Open Research Data beleuchtet. Der zweite Artikel „Offene Fachartikel aus der Forschung“ befasst sich mit dem Stand von Open Access. Im dritten und letzten Teil geht es um „Open Source in der Forschung“.

2. Dissertation von Helmholtz im Open Access

Hermann von Helmholtz ist Namenspatron der Helmholtz-Gemeinschaft. Als Universalgelehrter erforschte er Phänomene der Optik, Akustik, Geologie, Meteorologie und Wärmelehre. Am 31. August 2021 jährte sich sein Geburtstag zum 200. Mal. Anlässlich des Jubiläums stehen in diesem Jahr zahlreiche Helmholtz-Aktivitäten unter dem Motto „200 Jahre Helmholtz – Inspired by challenges“.

Helmut Kettenmann, Neurowissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, hat die Dissertation, die Hermann Helmholtz 1842 als 21-Jähriger an der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin auf Latein einreichte, erstmals ins Deutsche und Englische übersetzt, eingeleitet und kommentiert, zusammen mit der Altphilologin Julia Heideklang von der Humboldt-Universität und dem Neurobiologen Joachim Pflüger an der Freien Universität Berlin. 

Die Arbeit wurde als Open-Access-Veröffentlichung publiziert und kann, ganz im Sinne der Open-Access-Aktivitäten der Helmholtz-Gemeinschaft unter dem Digital Object Identifier (DOI) doi.org/10.18452/23281 auf dem Open-Access-Repositorium der Humboldt-Universität zu Berlin, als Nachfolgeinstitution der Friedrich-Wilhelm-Universität, abgerufen werden.

3. Save-the-Date: Helmholtz Open Science Forum zur NFDI

Mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) verfolgen Bund und Länder das Ziel, Datenbestände aus der Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem nach den FAIR-Prinzipien systematisch zu erschließen, damit diese für Dritte zugänglich gemacht werden. Die NFDI wird als Netzwerk von Konsortien über einen Zeitraum von drei Jahren in drei aufeinanderfolgenden Förderphasen aufgebaut. Zahlreiche NFDI-Konsortien werden mit substanzieller Helmholtz-Beteiligung realisiert und auch bei der Realisierung der EOSC engagieren sich Helmholtz-Zentren aktiv.

Zur Förderung des Dialogs zur NFDI in Helmholtz veranstaltet das Helmholtz Open Science Office ein zweites digitales Helmholtz Open Science Forum unter dem Motto „Helmholtz in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)” am 08. Dezember 2021, 10.00 bis 15.00 Uhr. Die Anmeldung ist für Mitarbeiter*innen der Helmholtz-Gemeinschaft ab sofort möglich (weitere Informationen und vorläufiges Programm).

Die Veranstaltung ist die zweite in einer Reihe von Helmholtz Open Science Foren zum Thema Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Eine erste Veranstaltung fand im Januar 2021 statt. Ein Report dokumentiert die Veranstaltung.

4. Checkliste für Policies für nachhaltige Forschungssoftware erschienen

Im Nachgang zu dem Helmholtz Open Science Forum „Policies für Forschungssoftware“ im Mai 2021 wurde die „Checkliste zur Unterstützung der Helmholtz-Zentren bei der Implementierung von Richtlinien für nachhaltige Forschungssoftware“ erarbeitet. Diese Checkliste, die im September veröffentlicht wurde, richtet sich an Entscheider*innen in den Helmholtz-Zentren, die sich mit der Implementierung von Richtlinien für nachhaltige Forschungssoftware befassen. Sie ergänzt eine Muster-Richtlinie, die den Zentren bereits eine richtungsweisende und nachnutzbare Vorlage zur Erstellung von Regelungen für einen nachhaltigen Umgang mit Forschungssoftware gibt. Die Checkliste findet sich unter: https://doi.org/10.48440/os.helmholtz.031

5. Save-the-Date: 61. Online-Seminar und Internationale Open Access Week 2021

Das Thema der diesjährigen Internationalen Open Access Week lautet: „It Matters How We Open Knowledge: Building Structural Equity“. Dieses Motto hebt die Empfehlungen der UNESCO für Open Science und die dortige Forderung nach einer fairen Beteiligung aller Produzierenden und Nutzenden von Wissen hervor. Die Internationale Open Access Week bietet einer breiten Community die Gelegenheit, Maßnahmen zu koordinieren, um Offenheit zum Standard für die Forschung zu machen und sicherzustellen, dass Gleichberechtigung im Mittelpunkt dieser Arbeit steht. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Internationalen Open Access Week. Die Themenwoche findet vom 25. bis zum 31. Oktober 2021 statt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft beteiligt sich erneut mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten der Zentren an der Internationalen Open Access Week, die hier zusammengefasst sind.

In diesem Rahmen bietet das Helmholtz Open Science Office am Mittwoch, den 27. Oktober 2021, vom 15.00 Uhr bis 16.30 Uhr, das 61. Helmholtz Open Science Online Seminar an. Im Vortrag „Open Access Publishing – Zooming in Copyright and CC Licenses“ gehen wir auf Open-Access-Publikationsmöglichkeiten für Forschende ein und vertiefen die Themen Urheberrecht und CC-Lizenzen. Nach dem Vortrag von Dr. Christoph Bruch besteht reichlich Gelegenheit zur offenen Diskussion. Die 90-minütige Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird über das Videokonferenz-Tool Zoom durchgeführt; das Seminar wird nicht aufgezeichnet. Fragen können bereits vorab über dieses Pad gestellt werden. Zur Teilnahme an der kostenlosen Veranstaltung melden sie sich bitte hier an.

6. Rückblick: Open-Access-Tage 2021

Die Open-Access-Tage, vom 27. bis zum 29. September 2021, wurden dieses Jahr erneut virtuell und wieder mit breiter Beteiligung durch das Helmholtz Open Science Office durchgeführt. In drei Slots wurde zu aktuellen Entwicklungen in den Projekten Deep Green und ORCID DE berichtet (Abstract und Präsentationsfolien zu ORCID DE Monitor und Umfrageergebnisse). Darüber hinaus stellten Dr. Christoph Bruch (Helmholtz Open Science Office) und Fabian Rack (FIZ Karlsruhe) die neuen deutschsprachigen Creative-Commons-FAQs vor und baten um Feedback und Anregungen. Das Projekt open.access.network präsentierte sein Poster „Open Access Helpdesk: Behind the Scenes“ in der Postersession der Konferenz.

Die aufgezeichneten Vorträge (wie bspw. der Vortrag von ORCID DE zu „Organisations-IDs: integraler Bestandteil der OA-Transformation? Umfrageergebnisse zur Verbreitung und Nutzung an wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland“) werden in Kürze über das TIB AV Portal verfügbar gemacht. Die Vortragsfolien, Poster und Materialien zu den Open-Access-Tagen 2021 sind bereits auf Zenodo zu finden.

7. Neues Webportal open-access.network gestartet

Im September ist das Webportal open-access.network als umfangreicher Informationsservice rund um das Thema Open Access gestartet. Bei einer Relaunch-Party im Rahmen der Open-Access-Tage 2021 wurde die neugestaltete Website freigegeben und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Das Informationsangebot für Wissenschaftler*innen, Open-Access-Neulinge und -Professionals reicht von grundlegenden Informationen zu Open Access über Angebote für verschiedene Wissenschaftsdisziplinen bis zu Finanzierungs- und Rechtsfragen. Das neue Portal wurde vom gleichnamigen BMBF-geförderten Projekt open-access.network komplett überarbeitet und erweitert. Es ersetzt die bereits seit 2007 bestehende „Informationsplattform Open Access“. Zu weiteren Informations- und Vernetzungsangeboten von open-access.network gehören unter anderem ein Helpdesk (s. Newsletter 84) und ein Forum. Das Helmholtz Open Science Office ist als Partner an dem Projekt beteiligt.

8. Rückblick: 60. Online-Seminar zu „Preregistration“

Am 21. September 2021 fand das 60. Helmholtz Open Science Online-Seminar „Preregistration: The panacea for trustworthy and useful science?“ statt. Der Referent Prof. Dr. med. Ulrich Dirnagl ist Professor für klinische Neurowissenschaften und Direktor des Department of Experimental Neurology an der Charité Berlin. Seit 2017 ist er Gründungsdirektor des QUEST Center for Responsible Biomedical Research am Berlin Institute of Health. QUEST gehört, wie auch das Helmholtz Open Science Office, zu den Gründungsmitgliedern des German Reproducibility Network (GRN). Der Begriff „Preregistration“ beschreibt eine Praxis, die im Bereich der biomedizinischen Forschung besonders etabliert ist: Geplante Studien werden vor Beginn in einem öffentlichen Repositorium persistent referenziert und auf diese Weise dokumentiert und zugänglich gemacht. Dieses Vorgehen soll die Vertrauenswürdigkeit und Reproduzierbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen gewährleisten, ermöglicht den Schutz von Ideen in einem frühen Stadium und erleichtert die Koordination der eigenen Forschung. Die Folien des Vortrags können hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Veranstaltungsseite.

9. re3data COREF Meilenstein erreicht: „Stakeholder Survey und Workshop Report“ und „Conceptual Model for User Stories“

Das re3data COREF-Projekt hat mit der Veröffentlichung des Conceptual Model for User Stories für re3data – das Registry of Research Data Repositories – einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Conceptual Model basiert auf den Ergebnissen einer Stakeholder-Befragung und eines dreitägigen Workshops. Die Teilnehmenden wurden befragt, wie sie re3data aktuell nutzen und wie sie re3data in Zukunft nutzen möchten. Die Ergebnisse aus der Umfrage, den Präsentationen und Diskussionen sind dokumentiert und wurden im re3data Stakeholder Survey and Workshop Report veröffentlicht. Das Conceptual Model beschreibt die Entstehung, den Betrieb und die aktuelle technische Infrastruktur von re3data. Die Ergebnisse des Berichts wurden für den Hauptteil des Models, für die Beschreibung der Zielgruppen und User Stories herangezogen. Beide Dokumente ermöglichen es dem Projektteam, die re3data entsprechend der aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen der Forschungsdaten-Community weiterzuentwickeln.

Am 23. September 2021 wurde das neue Modell in einem Lightning Talk auf der Open Science Fair 2021 vorgestellt. Die Präsentation ist zum Download verfügbar.

Vom 19. bis 21. Oktober 2021 findet die Konferenz Gateways 2021 statt. Das Projekt re3data COREF wird mit einer Working Session mit dem Titel „Introducing re3data – the Registry of Research Data Repositories“ vertreten sein. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

10. Rückblick: 22. DINI-Jahrestagung „Zukunft gestalten“

Vom 5. bis 6. Oktober 2021 fand die 22. Jahrestagung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) im virtuellen Format statt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung standen die Herausforderungen rund um den nachhaltigen Betrieb von Informationsinfrastrukturen für Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Die Helmholtz-Gemeinschaft war auch dieses Jahr mit mehreren Beiträgen vertreten. Am Dienstag, den 5. Oktober, berichtete Dr. Sven Rank vom Forschungszentrum Jülich GmbH zu Prozess- und Organisationsentwicklung für ein digitales Wissenschaftsunternehmen. Am Mittwoch folgte eine Keynote zum Nachhaltigkeitsmanagement in der Helmholtz-Gemeinschaft von Dr. Fabian Trinkel, ebenfalls vom FZ Jülich.  Auch die Drittmittelprojekte open-access.network, Deep Green und ORCID DE, an denen das Helmholtz Open Science Office beteiligt ist, präsentierten sich auf der Tagung. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm.

11. Save-the-Date: German Reproducibility Day

Am Dienstag, den 16. November, lädt das German Reproducibility Network (GRN) von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr zum ersten „German Reproducibility Day” ein. Der „German Reproducibility Day” ist allen Agierenden der deutschen und internationalen Wissenschaftslandschaft gewidmet. Diese erste Veranstaltung des GRN zielt darauf ab, das allgemeine Bewusstsein für das Thema reproduzierbare Wissenschaft zu schärfen und die Relevanz von reproduzierbarer und robuster Forschung für die wissenschaftliche Community zu diskutieren. Es wird beleuchtet, warum ein starkes Netzwerk von Initiativen, die sich für offene Forschung in Deutschland einsetzen, notwendig ist und welche Rollen und Aufgaben dieses Netzwerks in Zukunft übernehmen kann. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und wird über das Videokonferenz-Tool Zoom durchgeführt (Anmeldung). Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem vorläufigen Programm.

12. Einreichungen ab sofort möglich: campusSOURCE Award 2022

Bis zum 15. Dezember 2021 ist die Einreichung von Bewerbungsunterlagen für den campusSOURCE Award 2022 möglich. Mit dem Award sollen Personen oder Teams ausgezeichnet werden, die wesentliche Beiträge zur Unterstützung von wissenschaftlich Arbeitenden leisten, die Forschungssoftware entwickeln und so neue und innovative Forschungssoftware ermöglichen. Der Preis soll den Fokus auf Personen in der Wissenschaft richten, die sich hauptberuflich nicht ausschließlich mit der Entwicklung von Forschungssoftware befassen. Insgesamt stehen Preisgelder in Höhe von 17.000 EUR zur Verfügung. Der campusSOURCE Award 2022 wird vergeben vom campusSOURCE e. V., dem Helmholtz Open Science Office und dem de-RSE e.V. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Ausschreibung.

13. Wissenschaftliche Fachgesellschaft stellt um auf Open Access

Die American Astronomical Society (AAS) hat bekannt gegeben, dass sie ihr Portfolio traditioneller Fachzeitschriften ab Januar 2022 komplett auf Open Access umstellen will. Die bisher subskriptionsbasierten „hybriden“ Zeitschriften Astronomical Journal, Astrophysical Journal, Astrophysical Journal Letters und Astrophysical Journal Supplement Series sollen Wissenschaftler*innen in Zukunft Open-Access-Optionen für die Veröffentlichung ihrer Forschung in der Astronomie und verwandten Disziplinen bieten. Im Rahmen des neuen Open-Access-Modells werden Subskriptionsgebühren und Paywalls vollständig abgeschafft. Die neue Veröffentlichungspolitik wird auch in einer FAQ-Liste erklärt und in einem Video dargestellt. „Der Open-Access-Artikel, der die Beobachtung des ‚Schattens‘ eines Schwarzen Lochs durch das Event Horizon Telescope beschreibt, wurde erstaunliche 340.000 Mal von Menschen auf der ganzen Welt heruntergeladen“, sagte eine Vertreterin der AAS. „Die Umstellung aller unserer Zeitschriften von Hybrid auf Open Access im Januar wird demselben breiten Publikum Zugang zum gesamten Kosmos verschaffen.“

14. Empfehlungen der cOAlition S für Open-Access-Bücher

Die cOAlition S hat in einem kürzlich veröffentlichten Statement fünf Empfehlungen zum Umgang mit Open-Access-Büchern und ihrer Förderung veröffentlicht. Es wird gefordert, dass alle akademischen Bücher, die mit Mitteln von Organisationen der cOAlition S gefördert wurden, im Open Access zugänglich gemacht machen sollten. Außerdem wird die Vergabe von Creative-Commons-Lizenzen für wissenschaftliche Buchpublikationen empfohlen, die eine erfolgreiche Nachnutzung gewährleisten. Die cOAlition S empfiehlt darüber hinaus, Embargofristen für wissenschaftliche Bücher so kurz wie möglich zu gestalten (maximal 12 Monate). cOAlition S Förderer sollten Open Access für akademische Bücher mit Hilfe ihrer Förderprogramme und Open-Access-Geschäftsmodelle im Rahmen entsprechender Vereinbarungen finanziell unterstützen.

15. EU-Report zu Open Access veröffentlicht

Die EU-Kommission hat den Bericht „Monitoring the open access policy of Horizon 2020“ veröffentlicht, der den Erfolg der Open-Access-Bedingungen für Textpublikationen und Forschungsdaten aus EU-geförderten Projekten des im letzten Jahr ausgelaufenen Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 bewertet. Dem Bericht zufolge wurden 83 % der Textpublikationen aus Horizon 2020 im Open Access zugänglich gemacht, d. h. in Open-Access-Zeitschriften oder -Büchern veröffentlicht (Open Access Gold) oder über Repositorien zweitveröffentlicht (Open Access Grün). Dabei war ein deutlicher Anstieg der Open-Access-Quote zu beobachten, von 65 % (2014) auf 86 % (2019). Nachholbedarf besteht allerdings bei der z. B. für Text- und Datamining elementaren Vergabe der offensten Creative Commons Lizenzen CC BY oder CC 0; etwa die Hälfte der Publikationen führt derzeit noch einschränkende offene Lizenzen wie CC BY-SA und BY-NC. Die Publikationsgebühren für Open-Access-Zeitschriftenartikel betrugen durchschnittlich 2.200 EUR, in Hybridzeitschriften dagegen rund 2.600 EUR. Im Folgeprogramm Horizon Europe werden hybride Open-Access-Publikationen nach den Regeln von Plan S nicht mehr zulässig sein.

16. Studie zur Normierung von Datenzugangsrechten für Wissenschaft und Forschung

Im August wurde die von Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstellte „Studie zur Regulierung eines privilegierten Zugangs zu Daten für Wissenschaft und Forschung durch die regulatorische Verankerung von Forschungsklauseln in den Sektoren Gesundheit, Online-Wirtschaft, Energie und Mobilität“ veröffentlicht. Eine große Mehrheit von Forschungsprojekten schließt Datenanalysen ein, die vielfach im Rahmen des jeweiligen Projektes erzeugt werden. Oft wird für die Verfolgung eines Forschungsinteresses jedoch zusätzlich der Zugriff auf Daten benötigt, die sich in der Verfügungsgewalt Dritter befinden. Durch die Digitalisierung nehmen sowohl die Menge der Daten, als auch die Möglichkeiten für ihre Analyse stark zu. Aus diesem Grund gewinnt die Frage an Bedeutung, ob bzw. unter welchen Bedingungen Forscher*innen Zugangsrechte zu bestimmten Daten erhalten sollten. In der Studie werden Regelungsziele und rechtliche Detailfragen – sowohl abstrakt als auch illustriert an Fallbeispielen aus den Sektoren Gesundheit, Online-Wirtschaft sowie Mobilität und Energie – untersucht sowie Empfehlungen formuliert.

17. Neue Studie über die Bedeutung von Open-Source-Software und -Hardware

Open Source wird zunehmend für digitale Technologien eingesetzt und hat sich im letzten Jahrzehnt in allen Bereichen der Softwareindustrie durchgesetzt. Die Studie „The impact of Open Source Software and Hardware on technological independence, competitiveness and innovation in the EU economy“ analysiert die wirtschaftliche Bedeutung von Open-Source-Software (OSS) und Open-Source-Hardware (OSH) und untersucht globale Policy-Empfehlungen zur Nutzung und Verbesserung von OSS. Die Analyse schätzt ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von über 1:4 und prognostiziert, dass ein Anstieg der OSS-Beiträge zusätzliche Neugründungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie in der EU generieren wird. Fallstudien zeigen, dass der öffentliche Sektor durch die Beschaffung von OSS anstelle von proprietärer Software die Gesamtbetriebskosten senken, Lock-In-Effekte vermeiden und damit seine digitale Souveränität erhöhen könnte. Die Studie wurde von der GD CONNECT der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und im September 2021 veröffentlicht und ist hier verfügbar.

Literaturhinweise

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