Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren

[For the English version of this newsletter, please use the button at the top right to change the language.]

Archiv

Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 11.08.2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 87. Helmholtz Open Science Newsletter des Helmholtz Open Science Office, der in deutscher und englischer Sprache verfügbar ist. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Leiten Sie diesen Newsletter gerne weiter.

Für tagesaktuelle Informationen zum Thema Open Science: Die interne Mailingliste os-pro-helmholtz „Helmholtz Open Science Professionals“ richtet sich an Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft, die sich für Open-Science-Themen, wie zum Beispiel Open Access, offene Forschungsdaten und Open Research Software interessieren. Neben der Information über aktuelle Entwicklungen wird die Diskussion zu praktischen Fragen erleichtert. Sie können sich hier für die Liste anmelden. (Hinweis: Diese Liste ist nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft verfügbar).

Inhalt

Nachruf – Jutta Graf

1. open-access.network informiert Fachhochschulen

2. Studie zu 15 Jahren Open Access in Deutschland

3. Open Access Monitor – Neue Anwendungsoberfläche

4. Open Access im Pakt-Monitoring-Bericht 2021

5. DFG-Papier zu „Datentracking in der Wissenschaft“ veröffentlicht

6. ORCID DE Projekt entwickelt Instrument zur Analyse der Verbreitung der ORCID iD: Der ORCID DE Monitor

7. Save-the-Date: Online-Seminar zu „ROR“ | GRID wird eingestellt

8. Save-the-Date: 60. Online-Seminar zu „Preregistration“

9. Save-the-Date: Helmholtz-Beteiligung an CampusSource-Tagung und Award

10. Rückblick: 59. Online-Seminar zu Forschungsdatenmanagement und neues BMBF-Projekt für MOSAiC-Daten

11. Aktualisiertes Briefing zur guten (digitalen) wissenschaftlichen Praxis und Open Science

12. Aktualisiertes Metadatenschema für das „Registry of Research Data Repositories“ und weitere Neuigkeiten aus dem Projekt re3data COREF

13. Breite Beteiligung aus Helmholtz an der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

14. Forschende am KIT veröffentlichen Open-Source-Software „EYCALC“

15. Novellierung UrhG: Entfristung der Schranken für Bildung und Wissenschaft

16. Zweites Open-Data-Gesetz

17. Save-the-Date: DINI-Jahrestagung 2021 zur Nachhaltigkeit von Informationsinfrastrukturen

18. Save-the-Date: RDA DE Tagung 2022

19. Frankreich verabschiedet Fortsetzung seiner nationalen Open-Science-Strategie

20. G7-Staaten betonen die Bedeutung von Open Science

21. In eigener Sache: Helmholtz Open Science Office nun auch auf LinkedIn vertreten

Literaturhinweise

Nachruf – Jutta Graf

Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass Dr. Jutta Graf (langjährige Leiterin ‚Wissenschaftliche Information’ am DLR, davor Standortleiterin DLR Oberpfaffenhofen) am 28. Juli 2021 unerwartet verstorben ist.

Jutta Graf war seit 2004 eine aktive Akteurin im Bereich Open Science in der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie gehörte schon damals zu der Gruppe, die nach der Unterzeichnung der Berliner Erklärung durch die Helmholtz-Gemeinschaft eine entsprechende Roadmap entwickelt hat. Hier wurde früh neben Open Access das Thema Forschungsdaten für Helmholtz zentral gesetzt; dem Umgang mit Forschungsdaten galt in den folgenden Jahren ihr Augenmerk. Sie hat sich außerdem durch ihr langjähriges Engagement beim Vorsitz des Arbeitskreises Open Science intensiv für die Förderung von Open Science in der Helmholtz-Gemeinschaft eingesetzt.

Wir werden sie sehr vermissen und ihr ein ehrendes Gedenken bewahren.

1. open-access.network informiert Fachhochschulen

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts open-access.network hat das Helmholtz Open Science Office in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen in ganz Deutschland in der Workshopreihe „Einführung in Open Access und das Urheberrecht“ insgesamt 16 regionale Veranstaltungen für Wissenschaftler*innen durchgeführt. Zwischen September 2020 und Mai 2021 konnten die Teilnehmer*innen der Online-Workshops ihr Wissen über Open Access zu wissenschaftlichen Publikationen und das Urheberrecht vertiefen und über Anwendungsbeispiele aus der eigenen Praxis diskutieren. Die Leitungen der gastgebenden Hochschulen machten zusätzlich Gebrauch vom Angebot für Beratungsgespräche zu Themen wie Einführung einer Open-Access-Leitlinie, Einbindung von Open Access in Publikationsworkflows oder Einrichtung eines Fonds für Open-Access-Publikationsgebühren an der Hochschule.

Zu weiteren Informationsangeboten von open-access.network gehören unter anderem ein Helpdesk (s. Newsletter 84) und ein Forum. Das Helmholtz Open Science Office ist als Partner an dem Projekt beteiligt.

2. Studie zu 15 Jahren Open Access in Deutschland

Am Forschungszentrum Jülich wurde eine lesenswerte Studie zur Entwicklung von Open Access im Zeitraum der Jahre 2005 bis 2019 durchgeführt. Die Arbeit von Irene Barbers und Philipp Pollack betrachtet den Publikationsoutput und dessen Entwicklung im Bereich Open Access in Deutschland auf Basis der Datenbanken Unpaywall und Dimensions. Ein Ergebnis: „Der Open Access-Anteil steigt im Beobachtungszeitraum in allen Bundesländern um ca. 20 Prozentpunkte. Im Jahr 2005 liegt er je nach Bundesland zwischen 20 % und 30 % und steigt bis 2019 in fast allen Ländern auf über 40 %.“ Die Studie wurde im Projekt SynOA erarbeitet, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde. SynOA hat den Open Access Monitor Deutschland entwickelt, der nun im Nachfolgeprojekt OAM betrieben und weiter ausgebaut wird (s. Newsletter 86).

3. Open Access Monitor – Neue Anwendungsoberfläche

Der von der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich betriebene Open Access Monitor Deutschland – OAM (gefördert vom BMBF) steht wissenschaftlichen Einrichtungen und allen Interessierten seit 2019 zur Nutzung zur Verfügung (s. Newsletter 72). Als frei zugängliches Tool ermöglicht der OAM eine Darstellung des Publikationsaufkommens und der Publikationskosten deutscher akademischer Einrichtungen in wissenschaftlichen Zeitschriften und unterstützt damit die Einrichtungen bei Maßnahmen zur Förderung der Open-Access-Transformation. Die Oberfläche des OAM wurde überarbeitet und bietet nun bessere Funktionen sowie eine gesteigerte Performance und einfachere Bedienbarkeit. Für Feedback und Rückfragen stehen die Kolleg*innen unter info@open-access-monitor.de zur Verfügung.

4. Open Access im Pakt-Monitoring-Bericht 2021

Der jetzt erschienene Monitoring-Bericht 2021 der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zum Pakt für Forschung und Innovation informiert unter anderem über Aktivitäten der Wissenschaftsorganisationen zur Umsetzung von Open Access von wissenschaftlichen Publikationen. Für die Helmholtz-Gemeinschaft heißt es auf Seite 13 des Berichts zur Erfassung des Open-Access-Anteils entsprechend der Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft:

„Auch die Helmholtz-Gemeinschaft hat ihren Open-Access-Anteil während der Paktlaufzeit kontinuierlich auf zuletzt 60 %, bezogen auf das Publikationsjahr 2018, gesteigert und damit die durch die Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft gesetzte Zielmarke von 60 % erfüllt.“

5. DFG-Papier zu „Datentracking in der Wissenschaft“ veröffentlicht

Der Ausschuss für Wissenschaftliche Bibliotheken und Informationssysteme (AWBI) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat am 18. Juni 2021 ein Informationspapier über „Datentracking in der Wissenschaft“ veröffentlicht, welches die „Aggregation und Verwendung bzw. Verkauf von Nutzungsdaten durch Wissenschaftsverlage“ in den Fokus nimmt. Entsprechend des Fazits könne Datentracking grundsätzlich der Wissenschaftsfreiheit und der informationellen Selbstbestimmung widersprechen, Wissenschaftler*innen gefährden und die Wettbewerbsfreiheit im Bereich der Informationsversorgung behindern. Daher regt das Papier zur vertieften Beschäftigung mit dem Thema und einem breiten Diskurs auf allen Ebenen der Wissenschaft an.

6. ORCID DE Projekt entwickelt Instrument zur Analyse der Verbreitung der ORCID iD: Der ORCID DE Monitor

Zum 109. Bibliothekartag präsentierte das DFG-Projekt ORCID DE, an dem auch das Helmholtz Open Science Office beteiligt ist, erstmals den ORCID DE Monitor. Der ORCID DE Monitor ist ein Instrument zur Analyse der Nutzung der ORCID iD in der wissenschaftlichen Publikationslandschaft. Mit der Entwicklung des ORCID DE Monitors reagiert das Projekt auf die zunehmende Nachfrage nach Analysen der Verbreitung der ORCID iD im Bereich der digitalen Wissenschaftskommunikation.

Der ORCID DE Monitor ist über https://monitor.orcid-de.org/ erreichbar. Die Benutzeroberfläche und Auswertungsmöglichkeiten werden im weiteren Verlauf des Projektes erweitert und optimiert. Mehr Informationen stehen im Blogbeitrag auf orcid-de.org bereit.

7. Save-the-Date: Online-Seminar zu „ROR“ | GRID wird eingestellt

Unter dem Titel „Research Organization Registry (ROR): Nutzen und Vorteile einer offenen Organisations-ID“ veranstaltet das Projekt ORCID DE am 18. August 2021, von 10.00 Uhr bis 11.00 Uhr, ein Online-Seminar. Im Fokus der Veranstaltung steht die ROR-ID, ein offener und Community-betriebener Identifikator für wissenschaftliche Organisationen. Mit der Einstellung von GRID (Global Research Identifier Database) zum Ende des Jahres, dessen Daten ROR seit seiner Gründung im Jahr 2019 spiegelte, steigt die Bedeutung von ROR als der zentrale Identifikator für wissenschaftliche Organisationen. 

Zum kommenden kostenlosen ROR-Seminar sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Bitte registrieren Sie sich vorab. Das Seminar wird auf deutscher Sprache stattfinden. Mehr Informationen können Sie dem Blogbeitrag auf der Projektwebsite von ORCID DE entnehmen.

8. Save-the-Date: 60. Online-Seminar zu „Preregistration“

Am Dienstag, den 21. September 2021, findet von 15.00 Uhr bis 16.00 Uhr das 60. Helmholtz Open Science Online-Seminar statt. Prof. Dr. med. Ulrich Dirnagl wird zum Thema „Preregistration: The Panacea for Trustworthy and Useful Science?“ referieren. Prof. Ulrich Dirnagl ist Professor für Klinische Neurowissenschaften und Direktor der Klinik für Experimentelle Neurologie an der Charité Berlin. Seit 2017 ist er zudem Gründungsdirektor des QUEST Center for Responsible Biomedical Research am Berlin Institute of Health. Das einstündige Online-Seminar wird in englischer Sprache mit der Videokonferenz-Software Zoom durchgeführt und nicht aufgezeichnet.

Um an der kostenlosen Veranstaltung teilzunehmen, registrieren Sie sich bitte vorab hier. Weitere Informationen finden Sie auf der Veranstaltungsseite.

9. Save-the-Date: Helmholtz-Beteiligung an CampusSource-Tagung und Award

Am 16. September 2021 findet die Herbsttagung des Fördervereins CampusSource e. V. statt. Auf der Tagung wird es u. a. einen Vortrag aus dem Helmholtz Open Science Office zum Thema „Gute wissenschaftliche Praxis und Open-Science-Publizieren: Worauf Wissenschaftler:innen achten sollten“. Unsere Kollegen aus dem KIT werden das Tool „Softwipe“ vorstellen (wir berichteten zum Tool in Newsletter 86).

Nähere Informationen dazu und das vorläufige Programm finden Sie hier. Zur Anmeldung für die kostenlose Online-Tagung geht es hier.

Außerdem wird auf der Tagung die Ausschreibung zum campusSOURCE Award 2022 bekannt gegeben, den der CampusSource e.V. in Kooperation mit dem de-RSE e.V. und dem Helmholtz Open Science Office 2022 vergeben wird.

10. Rückblick: 59. Online-Seminar zu Forschungsdatenmanagement und neues BMBF-Projekt für MOSAiC-Daten

Anlässlich des 59. Helmholtz Open Science Online-Seminars referierte Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, der u. a. die Datenabteilung des Rechen- und Datenzentrums des Alfred-Wegener-Instituts leitet, zu Forschungsdatenmanagement im Kontext von Biodiversität und des Projekts MOSAiC. Es nahmen rund 100 Interessierte aus der Helmholtz-Gemeinschaft und anderen Institutionen teil. Die Folien des Vortrags können hier und das begleitende Factsheet hier heruntergeladen werden (verfügbar unter CC BY 4.0 International). Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Veranstaltungsseite.

Außerdem wurde kürzlich bekannt gegeben, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Titel „M-VRE: The MOSAiC – Virtual Research Environment“ die Entwicklung einer Reihe von Analyse-Tools durch das Alfred-Wegener-Institut, das DKRZ Hamburg und das DLR Jena fördert, mit denen zunächst Forschende und später auch die breite Öffentlichkeit online auf die wertvollen Daten der MOSAiC-Expedition zugreifen und sie weiterverarbeiten können. Auf diese Weise werden die Arktisdaten offen und nachhaltig zugänglich gemacht. Hier geht es zur Pressemitteilung.

11. Aktualisiertes Briefing zur guten (digitalen) wissenschaftlichen Praxis und Open Science

Die Handreichung „Gute (digitale) wissenschaftliche Praxis und Open Science” des Helmholtz Open Science Office wurde aktualisiert: https://doi.org/10.48440/os.helmholtz.027.

Hintergrund: Seit dem 01. August 2019 ist der Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gültig. Für viele der im DFG-Kodex enthaltenen Leitlinien sind Open-Science-Aspekte relevant (s. Newsletter 83). Mit der Handreichung des Helmholtz Open Science Office werden praxisnah und anhand ausgewählter Empfehlungen des DFG-Kodexes die Bedeutung von Open Science bei der Implementierung des Kodexes an den Helmholtz-Zentren beschrieben. Nähere Informationen hierzu enthält auch der Vortrag anlässlich des 109. Bibliothekartags: „Gute wissenschaftliche Praxis und Open Science: Zur Rolle der Bibliotheken im DFG-Kodex“ (Folien online verfügbar).

Das Onlineportal „Wissenschaftliche Integrität“, welches von der DFG angeboten wird, ist nun auch in englischer Sprache verfügbar: https://wissenschaftliche-integritaet.de/en.

12. Aktualisiertes Metadatenschema für das „Registry of Research Data Repositories“ und weitere Neuigkeiten aus dem Projekt re3data COREF

Der internationale Dienst re3data, an dessen Aufbau das Helmholtz Open Science Office seit 2012 beteiligt ist, liefert Beschreibungen von Forschungsdatenrepositorien, welche auf einem detaillierten Metadatenschema basieren. Das Register verbessert die Sichtbarkeit von Repositorien und unterstützt Nutzer*innen dabei, einen geeigneten Dienst für die Speicherung von und die Suche nach Forschungsdaten zu finden. Anfang August 2021 wurde die neue Version 3.1 des Metadatenschemas durch das Projekt re3data COREF veröffentlicht.

Ein automatischer Zugriff auf die Repositorienbeschreibungen in re3data kann über die Weboberfläche oder per API erfolgen. Im Rahmen von re3data COREF wurden zwei exemplarische Templates entwickelt, die Nutzungsmöglichkeiten der re3data-API aufzeigen und über GitHub heruntergeladen und nachgenutzt werden können.

Am 13. Juli 2021 beteiligte sich das re3data-Team an dem Webinar „Using registries to improve the visibility of your repository service“ des FAIRsFAIR-Projekts, das sich speziell an Betreiber*innen von Forschungsdatenrepositorien richtete. Die Folien und eine Aufzeichnung des Seminars sind auf der Veranstaltungswebsite verfügbar.

Auch auf dem 109. Bibliothekartag war das Projekt re3data COREF mit einem Vortrag vertreten.

13. Breite Beteiligung aus Helmholtz an der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) verkündete im Juli 2021 ihre Förderentscheidung über Anträge für Konsortien in der zweiten Runde der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Mit dieser Initiative verfolgen Bund und Länder das Ziel, Datenbestände aus der Forschung für das deutsche Wissenschaftssystem nach den FAIR-Prinzipien systematisch zu erschließen, damit diese für Dritte besser zugänglich gemacht werden. Die NFDI wird als Netzwerk von Konsortien über einen Zeitraum von drei Jahren ab 2020 in drei aufeinanderfolgenden Förderphasen aufgebaut. Am 12. Mai 2021 wurde die dritte und letzte Ausschreibung für die Förderung von Konsortien in der NFDI veröffentlicht.

Im Mai 2021 veranstaltete das Helmholtz Open Science Office ein internes Forum mit dem Titel „Helmholtz in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)“. Ein Report steht zum Download bereit.

Zum derzeitigen Stand sind an 15 von insgesamt 19 bewilligten NFDI-Konsortien der ersten und zweiten Runde 18 unterschiedliche Helmholtz-Zentren beteiligt:

  • DAPHNE4NFDI (Beteiligung aus Helmholtz: DESY, FZJ, HZB, HZDR, HEREON, KIT)
  • DataPLANT (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ)

  • FAIRmat (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ, HZB, HZDR, KIT)

  • GHGA (Beteiligung aus Helmholtz: CISPA, DKFZ, DZNE, HMGU, HZI)

  • NFDI4BioDiversity (Beteiligung aus Helmholtz: AWI, UFZ)

  • NFDI4Cat (Beteiligung aus Helmholtz: KIT)
  • NFDI4Chem (Beteiligung aus Helmholtz: KIT, UFZ)

  • NFDI4DataScience (Beteiligung aus Helmholtz: AWI)

  • NFDI4Earth (Beteiligung aus Helmholtz: AWI, DLR, FZJ, GEOMAR, GFZ, HEREON, KIT, UFZ)

  • NFDI4Health (Beteiligung aus Helmholtz: MDC)

  • NFDI4Ing (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ, DLR, KIT)

  • NFDI4Microbiota (Beteiligung aus Helmholtz: DLR, FZJ, GFZ, HMGU, HZI, KIT, MDC, UFZ)

  • NFDI-MatWerk (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ, HEREON, KIT)

  • PUNCH4NFDI (Beteiligung aus Helmholtz: DESY, DLR, FZJ, GSI, HZDR, KIT)

  • Text+ (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ)

Darüber hinaus ist Helmholtz an drei GAIA-X-Leuchtturmprojekten beteiligt, die den Ausbau datengetriebener Geschäftsmodelle, KI-basierter Services und dem Aufbau europäischer Datenräume voranbringen sollen. Die 16 Gewinnerkonsortien des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgerichteten GAIA-X-Förderwettbewerbs wurden Ende Juni 2021 bekanntgegeben.

14. Forschende am KIT veröffentlichen Open-Source-Software „EYCALC“

Open Source etabliert sich als Standard für Software aus der Wissenschaft. So haben Forschende am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die Open-Source-Software EYCALC (Energy Yield Calculator) veröffentlicht: Mit dieser Software lässt sich der Energieertrag von Perowskit-Tandem-Solarzellen präzise berechnen. Die Simulationssoftware eignet sich für alle herkömmlichen, vor allem aber erstmals für neuartige Solarzellen-Architekturen mit hoher Komplexität. Als Open-Source-Werkzeug steht EYCALC allen Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung; die Software ist über GitHub verfügbar (GPLv3-lizenziert). Weitere Informationen zum Projekt sind hier zu finden. 

15. Novellierung UrhG: Entfristung der Schranken für Bildung und Wissenschaft

Das deutsche Urheberrechtsgesetz enthält eine Reihe sogenannter Schranken, die die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung unter Beachtung bestimmter Bedingungen erlauben. Die Geltungsdauer dieser Erlaubnisse war mit der letzten Novellierung des Urheberrechtsgesetzes im Jahr 2017 bis Ende Februar 2023 befristet worden.

Um die europäische Digital Single Market Richtlinie (2019/790) in deutsches Recht umzusetzen, wurde das Gesetz jetzt erneut novelliert. Die aufgrund der Befristung drohende vollständige Streichung der in Deutschland geltenden urheberrechtlichen Schranken für Bildung und Wissenschaft hätte gegen die neue EU-Richtlinie verstoßen. Der deutsche Gesetzgeber musste deshalb die geltende Befristung zumindest teilweise aufheben. Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen setzte sich für eine ersatzlose vollständige Streichung der Befristung ein. Diese Position setze sich durch, d. h. die Befristung wurde ersatzlos gestrichen. Die gestrichene Befristung war mit einer Aufforderung an das BMJV zu einer Evaluation der Wirkung von Schranken für Bildung und Wissenschaft verbunden. Dieses Verfahren wird aktuell durchgeführt.

Über viele Jahre wurde in Deutschland um die Ausgestaltung der Urheberechtlichen Schranken für Bildung und Wissenschaft gerungen. Der deutsche Gesetzgeber reagierte auf die bestehenden Interessenwidersprüche mit der Formulierung zunehmend komplizierterer Schrankenbestimmungen, die mit dem Gebot der Rechtsklarheit nicht mehr im Einklang standen. Im Rahmen der letzten Novellierung des Urheberrechtes im Jahr 2017 wagte der Gesetzgeber einen Neuanfang. Die Schranken für Bildung und Wissenschaft wurden im Unterabschnitt 4 – „Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen“ – zusammengefasst und grundlegend neu und wesentlich verständlicher formuliert. Gleichzeitig wurde die Geltungsdauer dieses neuen Unterabschnitts bis Ende Februar 2023 befristet.

16. Zweites Open-Data-Gesetz

Im Jahr 2003 verabschiedete der europäische Gesetzgeber erstmals eine Richtlinie (2003-98), die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtete, Informationen der öffentlichen Verwaltung, insbesondere für die Nutzung von Unternehmen, leicht und kostengünstig zugänglich zu machen. In Deutschland wurde diese Richtlinie im Jahr 2006 mit dem Informationsweiterverwendungsgesetz umgesetzt. Die europäische Richtlinie wurde in den Jahren 2013 und 2019 novelliert. Mit beiden Novellierungen wurde der Geltungsbereich der Richtlinie erweitert. Mit der Richtlinie von 2019 wurden erstmals Forschungsdaten einbezogen. Diese jüngste Richtlinie zur Förderung der Zugänglichmachung von Informationen bei öffentlichen Stellen wurde jetzt vom deutschen Gesetzgeber mit dem „Gesetz zur Änderung des E-Government-Gesetzes und zur Einführung des Gesetzes für die Nutzung von Daten des öffentlichen Sektors“ in deutsches Recht umgesetzt. Diese gesetzliche Regelung zur Zugänglichmachung von Forschungsdaten betrifft in Deutschland allerdings nicht die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, jedoch z.B. die Ressortforschungseinrichtungen.

17. Save-the-Date: DINI-Jahrestagung 2021 zur Nachhaltigkeit von Informationsinfrastrukturen

Vom 05. bis 06. Oktober 2021 findet die 22. Jahrestagung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) statt. Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahrestagung stehen die Herausforderungen rund um den nachhaltigen Betrieb von Informationsinfrastrukturen für Forschung, Lehre und Wissenstransfer. Das Helmholtz Open Science Office ist mit Beiträgen zu DeepGreen und ORCID DE beteiligt. Die Jahrestagung wird durch eine Posterausstellung begleitet. Der Call for Posters endet am 01. September 2021. 

18. Save-the-Date: RDA DE Tagung 2022

Die RDA DE Tagung 2022 wird vom 21. bis zum 25. Februar 2022 erneut als Onlineveranstaltung stattfinden. Das Helmholtz Open Science Office freut sich, auch im kommenden Jahr die Tagung gemeinsam mit dem Verein RDA Deutschland e.V. auszurichten. Informationen zur Veranstaltung werden zu gegebener Zeit auf der Veranstaltungswebsite zu finden sein.

19. Frankreich verabschiedet Fortsetzung seiner nationalen Open-Science-Strategie

Am 06. Juli 2021 stellte Frédérique Vidal, die französische Ministerin für Hochschulbildung, Forschung und Innovation, den zweiten „Plan national pour la science ouverte“ vor, der von 2021 bis 2024 gültig sein wird und den ersten „Nationalen Plan für offene Wissenschaft 2018 bis 2021“ Frankreichs fortsetzt und erweitert. Der neue Plan orientiert sich eng an den Open-Science-Bestrebungen der Europäischen Union und verspricht eine Verdreifachung des Budgets für Open Science von 5 Mio. auf 15 Mio. Euro pro Jahr. Neben dem offenen Zugang zu Publikationen und Forschungsdaten, wird der Anwendungsbereich nun auch auf den offenen Zugang zu Forschungssoftware ausgedehnt. Erwähnenswert ist auch die Schaffung der nationalen Forschungsdatenplattform „Recherche Data Gouv“. Frankreich hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 eine Open-Access-Quote von 100 % für alle Forschungspublikationen zu erreichen.

Ähnliche Bestrebungen gibt es in der Slowakischen Republik, wo im Juni 2021 eine nationale Strategie für Open Science 2021 bis 2028 verabschiedet wurde, die ab September 2021 auch auf englisch verfügbar sein wird. In der Schweiz wurde im Juli 2021 eine nationale Open-Research-Data-Strategie verabschiedet in Ergänzung zur bereits gültigen Open-Access-Strategie und dem dazugehörigen Aktionsplan. Orientiert an der Datenstrategie der deutschen Bundesregierung wurde ebenfalls Anfang Juli 2021 in Deutschland eine auf fünf Jahre angelegte Open-Data-Strategie beschlossen, die den Fokus über Forschungsdaten hinaus auf öffentliche Verwaltungsdaten legt.

20. G7-Staaten betonen die Bedeutung von Open Science

Die Wissenschaftsministerien der G7-Staaten haben sich im Juli 2021 mit dem Thema Open Science befasst. Im „G7 Research Compact“ heißt es: „As our nations and communities start to recover from the pandemic and build resilience for future shocks, we will continue to work with our research and business communities to remove barriers to the open and rapid sharing of knowledge, data and tools, to the greatest extent possible, recognising the importance of research security in particular in cutting-edge fields, and to promote open science and increase open, safe and transparent dissemination of science to citizens, and to strive to minimise technology-related risk."

Dieses allgemeine Bekenntnis zu Open Science wird durch zwei Maßnahmen unterstützt, mit denen die Themen (1) Open Research Data und (2) Forschungsassessment aufgegriffen werden. Zum Forschungsassessment wird festgehalten: „Explore incentives, including enhancements to research assessment that foster recognition and reward collaboration across all disciplines and topics to drive a culture of rapid sharing of knowledge, data, software, code and other research resources. Investigate how open science practices help achieve increasingly robust, reliable and impactful research outcomes“.

21. In eigener Sache: Helmholtz Open Science Office nun auch auf LinkedIn vertreten

Das OS Office unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft bei der Gestaltung des Kulturwandels hin zu Open Science: Es fördert den Dialog zu Open Science zusätzlich zu diesem Newsletter, unserem Twitter-Kanal und weiteren Angeboten nun auch auf der Plattform LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/helmholtz-open-science-office

Literaturhinweise

Association of American Universities (AAU) & Association of Public and Land-grant Universities (APLU). (2021). Guide to accelerate public access to research data. https://www.aau.edu/accelerating-public-access-research-data

Besançon, L., Peiffer-Smadja, N., Segalas, C., Jiang, H., Masuzzo, P., Smout, C., Billy, E., Deforet, M., & Leyrat, C. (2021). Open science saves lives: lessons from the COVID-19 pandemic. BMC Medical Research Methodology, 21(1), 117. https://doi.org/10.1186/s12874-021-01304-y

Berkman, P. A., Brase, J., Hartshorn, R., Hodson, S., Hugo, W., Leonelli, S., Mons, B., Pergl, H., & Pfeiffenberger, H. (2020). Open Science for a Global Transformation: CODATA coordinated submission to the UNESCO Open Science Consultation. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.3935461

Bosman, J., Jonge, H. de, Kramer, B., & Sondervan, J. (2021). Advancing open access in the Netherlands after 2020: from quantity to quality. Insights, 34(1), 16. https://doi.org/10.1629/uksg.545 

Jahn, N., Matthias, L., & Laakso, M. (2021). Toward transparency of hybrid open access through publisher-provided metadata: An article-level study of Elsevier. Journal of the Association for Information Science and Technology. https://doi.org/10.1002/asi.24549

Leimüller, G., Benke, S., & Gerbl, B. (2021). Openness in internationaler ­Wissen­schafts-­und ­Innovationspolitik. Was Deutschland lernen kann. ınnOscı / Forum für offene Innovationskultur. https://innosci.de/wp-content/uploads/210617_innOsci_Studie_Openness_international.pdf

Momeni, F., Mayr, P., Fraser, N., & Peters, I. (2021). What happens when a journal converts to open access? A bibliometric analysis. Scientometrics. https://doi.org/10.1007/s11192-021-03972-5

Wachtler, T., Bauer, P., Denker, M., Grün, S., Hanke, M., Klein, J., Oeltze-Jafra, S., Ritter, P., Rotter, S., Scherberger, H., Stein, A., & Witte, O. W. (2021). NFDI-Neuro: building a community for neuroscience research data management in Germany. Neuroforum, 27(1), 3–15. https://doi.org/10.1515/nf-2020-0036

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Roland Bertelmann, Dr. Christoph Bruch, Lea Maria Ferguson, Dr. Reinhard Messerschmidt, Dr. Heinz Pampel, Antonia C. Schrader, Dr. Paul Schultze-Motel und Nina Weisweiler


Kontakt: open-science@helmholtz.de

Newsletter abonnieren.

Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail-Nachricht an paul.schultze-motel@os.helmholtz.de.

Lizenz

Die Inhalte dieses Newsletters sind gemäß Creative Commons by Attribution 4.0 lizenziert. Es ist erlaubt, die Inhalte des Newsletters weiter zu verwenden und zu verbreiten, wenn der Newsletter als Quelle angegeben wird.