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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 30.05.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 68. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Die am 25. Mai 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) möchten wir zum Anlass nehmen um Sie über unseren Umgang mit Ihren Daten zu informieren. Von Ihnen als Abonnentin / Abonnent des Helmholtz Open Science Newsletters haben wir Vorname, Nachname und E-Mail-Adresse gespeichert. Diese Angaben werden von uns nur zum Versand des Helmholtz Open Science Newsletters verarbeitet. Es erfolgt keine Verarbeitung für andere Zwecke und keine Weitergabe Ihrer Angaben an Dritte. Der Versand des Helmholtz Open Science Newsletters erfolgt etwa einmal pro Quartal.

Als Abonnentin / Abonnent des Helmholtz Open Science Newsletters willigen Sie in die Datenverarbeitung zu dem oben genannten Zweck ein. Rechtsgrundlage für unsere Datenverarbeitung ist Art. 6 Abs. 1a EU-DSGVO. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit widerrufen. Auch kann der Empfang des Helmholtz Open Science Newsletters jederzeit per E-Mail an paul.schultze-motel@os.helmholtz.de gekündigt werden. Darüber hinaus können Sie jederzeit Auskunft über die bei uns zu Ihrer Person gespeicherten Daten erhalten. Für weitergehende Fragen stehen wir Ihnen per E-Mail gerne zur Verfügung.

Viele Grüße aus dem Helmholtz Open Science Koordinationsbüro

Save the date: Helmholtz Open Science Workshop „Elektronische Laborbücher“

Das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro freut sich den Helmholtz Open Science Workshop „Elektronische Laborbücher“ anzukündigen. Der Workshop wird in Zusammenarbeit mit der Bibliothek des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) am 13. und 14.09.2018 im HZI in Braunschweig stattfinden.

Die Veranstaltung bietet einen Überblick zu Fragen im Zusammenhang mit der Einführung von elektronischen Laborbüchern in wissenschaftlichen Laboren und Institutionen. Dabei können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv mit Expertinnen und Experten diskutieren und Erfahrungen austauschen. Zielgruppe dieses Workshops sind Interessierte aus der Wissenschaft und aus Bibliotheken, Rechen- und Datenzentren. Nähere Informationen zum Programm und zur Registrierung werden demnächst auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros veröffentlicht.

Neue Helmholtz-Repositorien mit Invenio

Die am CERN entwickelte Repositoriensoftware Invenio findet zwei weitere neue Anwender-Einrichtungen innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft. Im April 2018 ging am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) das neue Forschungsdatenrepositorium RODARE (ROssendorf DAta REpository) an den Start. Mit RODARE können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des HZDR ihre Forschungsdaten sowie wissenschaftliche Software dauerhaft verfügbar machen. Es können aktuell bis zu 100 GB pro Datensatz hochgeladen und mit einem Digital Object Identifier (DOI) eindeutig zitierbar und dauerhaft verfügbar gemacht werden. Der Zugriff auf die Daten kann differenziert festgelegt werden. Das Datenrepositorium RODARE ist dynamisch mit der Publikationsdatenbank ROBIS verbunden, sodass Publikationen und dazugehörige Daten automatisch miteinander verlinkt werden.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) ist dem JOIN²-Konsortium (Just anOther INvenio INstance) beigetreten, einem Verbund von Einrichtungen, der sich der Weiterentwicklung und der Verbreitung von Invenio widmet. Die Abteilung Library and Information Services (LIS) des DZNE strebt den Aufbau einer Datenbank für Publikationen an und setzt dabei auf Invenio als bevorzugte Lösung. „JOIN² gibt uns seit einiger Zeit die Möglichkeit, die Arbeit ihres Konsortiums aus erster Hand zu beobachten und wir freuen uns nun in Zukunft mit ihnen zusammenarbeiten zu können,“ berichtet Andrea Ciocchetti, Leiter der Abteilung LIS des DZNE. Für das Projekt sind die Positionen eines Datenmanagers in der Abteilung LIS sowie eine eines Informatikers in der IT geplant.

KITopen mit neuen Schnittstellen und Nutzerfeatures

Das Karlsruher Institut für Technologie verbessert sein institutionelles Open-Access-Repositorium KITopen. Einerseits ist KITopen jetzt über Schnittstellen an Datenbanken wie Scopus und Web of Science angebunden, wodurch Zitationshäufigkeiten einer Publikation direkt im KITopen-Katalog angezeigt werden können. Andererseits werden ab sofort weitere Statistiken, wie z. B. Downloadzahlen und Seitenaufrufe angezeigt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Publikationen aus KITopen in diversen Datenformaten zu exportieren und den Publikationsnachweis in Social-Media-Diensten zu posten. Ob eine Publikation mit Volltext in KITopen oder externen Datenbanken frei verfügbar ist, zeigt ein Open-Access-Logo im KITopen-Katalog an.

Forschungszentrum Jülich unterstützt SciPost

Die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich unterstützt seit April 2018 als Supporting Partner den in akademischer Trägerschaft betriebenen Open-Access-Verlag SciPost. Dieser Verlag finanziert sich über Mitgliedsbeiträge wissenschaftlicher Einrichtungen. Es fallen weder Subskriptionskosten noch Publikationsgebühren an. Das Geschäftsmodell des Verlages steht somit stellvertretend für eine steigende Zahl an Open-Access-Publikationsplattformen, die jenseits kommerzieller Interessen arbeiten. Die Führung des Verlages organisiert der Verein SciPost Foundation, der als Non-Profit-Organisation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern betrieben wird. Aktuell gibt der Verlag drei Open-Access-Zeitschriften im Bereich der Physik heraus. Die Einreichungen erfolgen über den Preprint-Server arXiv und die Peer-Review-Gutachten werden im Rahmen eines Open-Peer-Review veröffentlicht.

GEOMAR: Open Science auf offener See

Anfang 2018 startete das deutsche Forschungsschiff „Poseidon“ zu einer besonderen Forschungsfahrt vor der mauretanischen Küste: an Bord war ein Forschungsteam des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, das noch während der Expedition in einem offenen Laborbuch seine Messdaten im Internet veröffentlichte. Zusätzlich berichteten Dr. Tobias Steinhoff und sein Team in einem Expeditionsblog von ihrer Arbeit an Bord. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Expedition sollen später frei zugänglich in Open-Access-Zeitschriften veröffentlicht werden. „Ich möchte das Konzept der offenen Forschung von Anfang bis Ende einmal ausprobieren. Ich möchte den ganzen Prozess von der Vorbereitung, der Durchführung und der Datenauswertung transparent gestalten, so dass alle die Möglichkeit haben unsere Experimente zu verstehen und einschätzen zu können“, sagte Tobias Steinhoff.

Unterstützt wird das Projekt durch das Förderprogramm „Freies Wissen“ von Wikimedia Deutschland, Stifterverband und VolkswagenStiftung. Es richtet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Methoden, Forschungsdaten und Publikationen transparent gestalten und damit einen Beitrag zu Open Science leisten möchten.

In eigener Sache: Verstärkung gesucht

Zur Bearbeitung des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes DeepGreen sucht das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ nächstmöglich eine engagierte Persönlichkeit, die über fundierte Kenntnisse in Open Science im Allgemeinen und Open Access im Speziellen verfügt, sehr kommunikativ ist und gerne über digitale Netzwerke mit nationalen und internationalen Projektpartnern teamorientiert zusammenarbeitet. Weitere Einzelheiten finden sich in der Stellenausschreibung.

EU-Kommission aktualisiert ihre Open-Science-Empfehlungen

Ende April 2018 bestätigte die EU-Kommission mit der Aktualisierung ihrer „Empfehlung über den Zugang zu wissenschaftlichen Informationen und deren Bewahrung“ aus dem Jahr 2012 ihre seit Jahren kontinuierlich entwickelte Open-Science-Politik und die sich daraus ableitenden Empfehlungen an die Mitgliedstaaten. Die Kontinuität geht soweit, dass weiterhin die unrealistische Forderung bekräftigt wird, bis spätestens zum Jahr 2020 100 % Open Access für alle wissenschaftlichen Publikationen zu erreichen, die aus öffentlich geförderter Forschung stammen.

Zu Recht werden die Anforderungen an die öffentliche Zugänglichmachung von Forschungsdaten deutlich vorsichtiger formuliert. Hier wird zwar gefordert, die Erstellung von Datenmanagementplänen und die Archivierung von Forschungsdaten gemäß den FAIR-Prinzipien durchzusetzen, jedoch wird weiterhin explizit formuliert, dass in begründeten Fällen vom Publikationsprinzip abgewichen werden kann. Beispielhaft werden die folgenden konkreten Begründungen genannt: Schutz der Privatheit, nationale Sicherheit, Urheberrechte Dritter, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse und weitere legitime kommerzielle Interessen. Es fällt auf, dass hier keine Embargofristen genannt werden, die den Teams, die Forschungsdaten generieren, Zeit für eine exklusive Auswertung geben. Die EU-Kommission sollte deutlich formulieren, dass sie den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diesen Freiraum bewahren möchte.

Mehrfach wird in den Empfehlungen auf die European Open Science Cloud Bezug genommen (s. Newsletter 63). Was aus Sicht der EU-Kommission als ein fester Baustein der europäischen Wissenschaftsinfrastruktur behandelt wird, ist für die Allianz der Wissenschaftsorganisationen erklärungsbedürftig. In einer Pressemitteilung mahnt sie nicht nur eine bessere Erläuterung des Konzeptes, sondern auch eine stärkere Wissenschaftsorientierung des Vorhabens an.

PLOS und bioRxiv schließen Preprint-Abkommen

Der Open-Access-Verlag Public Library of Science (PLOS) und der biowissenschaftliche Preprint-Server bioRxiv (s. Newsletter 48) haben eine Zusammenarbeit ab Mai 2018 angekündigt. Autorinnen und Autoren können nun bei den meisten PLOS-Zeitschriften wählen, ob ihr eingereichtes Manuskript automatisch auch als Preprint bei bioRxiv veröffentlicht werden soll. Wissenschaftliche Ergebnisse werden damit noch vor Durchlaufen eines Peer Reviews sofort verfügbar. PLOS verpflichtet sich zu einer Vorprüfung der als Preprints weitergeleiteten Einreichungen gemäß den bioRxiv-Standards.

Ein ähnlicher Weiterleitungsservice existiert bei bioRxiv bereits in umgekehrter Richtung. Autorinnen und Autorinnen von Preprints, die bei bioRxiv publiziert werden, können sich entscheiden ihr Manuskript von bioRxiv aus direkt bei einer von mehr als 100 biowissenschaftlichen Zeitschriften einzureichen.

Literaturhinweise

Barbers, I., N. Kalinna & B. Mittermaier 2018: Data-driven transition: joint reporting of subscription expenditure and publication costs. Publications 6: 19. https://doi.org/10.3390/publications6020019

Crosas, M. et al. 2018: Data policies of highly-ranked social science journals. SocArXiv:9H7AY

Federer, L.M. et al. 2018: Data sharing in PLOS ONE: an analysis of Data Availability Statements. PLOS ONE 13: e0194768. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0194768

Ferwerda, E. et al. 2018: OAPEN-CH - Auswirkungen von Open Access auf wissenschaftliche Monographien in der Schweiz. Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds. Bern: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. https://doi.org/10.5281/zenodo.1219172

Johansson, M.A. et al. 2018: Preprints: an underutilized mechanism to accelerate outbreak science. PLOS Medicine 15: e1002549. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1002549

McNutt, M.K. et al. 2018: Transparency in authors’ contributions and responsibilities to promote integrity in scientific publication. Proceedings of the National Academy of Sciences 115: 2557-2560. https://doi.org/10.1073/pnas.1715374115

Mittermaier, B. et al. 2018: Open Access löst nicht alle Probleme – aber mehr, als mancher meint. LIBREAS. Library Ideas 33. https://libreas.eu/ausgabe33/mittermaier/

Morais, R., J. Bauer & L. Borell-Damián 2018: EUA big deals survey report. The first mapping of major scientific publishing contracts in Europe. Brussels: European University Association. http://eua.be/Libraries/publications-homepage-list/eua-big-deals-survey-report---the-first-mapping-of-major-scientific-publishing-contracts-in-europe.pdf

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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