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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 09.12.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 83. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Briefing Paper und Veranstaltung zu Indikatoren für Open Science

Open Access, Open Research Data und Open Research Software: Diese Themen prägen die aktuellen Diskussionen zu Open Science in der Helmholtz-Gemeinschaft. Doch an welchen Indikatoren lässt sich der Kulturwandel hin zu Open Science ausmachen? Diesem Aspekt widmet sich das Helmholtz Open Science Forum unter dem Motto „Indikatoren für Open Science“ am 20.01.2021 von 10.00 Uhr – 14.00 Uhr. Als Impuls für die weiteren Diskussion lädt das Helmholtz Open Science Office zu einem virtuellen Helmholtz Open Science Forum. 

Nach einer Einführung und zwei Impulsvorträgen zu den Erfahrungen des Climate Service Center Germany (GERICS) im Bereich Wissenstransfer und dem offenen Zugang zu medizinischen Forschungsdaten an der Charité werden zu den drei Aspekten Open Access, Open Research Data und Open Research Software Diskussionsbeiträge zur Formulierung von Indikatoren gegeben. Alle interessierten Mitarbeitenden der Helmholtz-Gemeinschaft sind hierzu eingeladen. Die Anmeldung ist für Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft bis zum 15.01.2020 über die Website des Events möglich.

Weitere Informationen zur Vorbereitung der Veranstaltung können Sie dem vorab veröffentlichten Helmholtz Open Science Briefing zum Thema „Indikatoren für Open Science – Diskussionspapier des Helmholtz Open Science Officeentnehmen.

Briefing Paper zur guten (digitalen) wissenschaftlichen Praxis und Open Science erschienen

Seit dem 01.08.2019 ist der Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gültig. Für viele der im DFG-Kodex enthaltenen Leitlinien sind Open-Science-Aspekte relevant.

Das Helmholtz Open Science Office stellt für diese Aspekte ein Helmholtz Open Science Briefing unter dem Titel „Gute (digitale) wissenschaftliche Praxis und Open Science: Support und Best Practices zur Umsetzung des DFG-Kodex ‚Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis‘“ bereit. Anliegen des Helmholtz Open Science Office ist es, mit dieser Handreichung praxisnah anhand ausgewählter Empfehlungen des DFG-Kodexes die Relevanz von Open Science bei der Implementierung des Kodexes an den Helmholtz-Zentren zu beschreiben. Das Briefing ist unter https://doi.org/10.2312/os.helmholtz.012 veröffentlicht.

re3data: Forschungsdaten-Repositorien in der Helmholtz-Gemeinschaft

Seit 2012 ist das Helmholtz Open Science Office in den Betrieb von re3data – Registry of Research Data Repositories involviert. Dieser globale Dienst bietet Forschenden, Förderorganisationen und weiteren Akteuren eine Übersicht über digitale Forschungsinfrastrukturen zur Zugänglichmachung von Forschungsdaten. Im November 2020 listet das Verzeichnis über 2.500 Repositorien. Förderorganisationen wie z. B. die Europäische Kommission empfehlen Forschenden die Nutzung des Dienstes zur Umsetzung der Open-Science-Förderbedingungen in Horizon 2020. Auch stellt re3data Informationen für den Open Science Monitor der Europäischen Kommission bereit. Seit Januar 2020 wird das Registry im Rahmen des DFG-Projektes re3data COREF weiterentwickelt. Eine Liste aller in re3data indexierten Forschungsdaten-Repositorien mit Beteiligung von Helmholtz-Zentren ist nun auf der Webseite des Helmholtz Open Science Office zu finden. Nutzerinnen und Nutzer können neue Einträge für das Registry unter dem Menüpunkt „Suggest“ an das re3data Editorial Team melden.

Jülich DATA – Forschungsdaten-Repositorium des Forschungszentrums Jülich

Neuigkeiten zum Thema „Open Research Data“ aus dem Forschungszentrum Jülich: Nachdem am Zentrum im letzten Jahr eine Leitlinie zum Umgang mit Forschungsdaten im Forschungszentrum Jülich verabschiedet wurde, soll diese nun implementiert werden. Dazu wurde das Projekt Forschungsdatenmanagement im Forschungszentrum Jülich initiiert. In einem vorherigen Konzeptionierungsprojekt wurde zunächst der Bedarf an Unterstützung zum Forschungsdatenmanagement (FDM) der Forschenden ermittelt; daraus folgend wurden Dienste und Beratungsangebote entworfen.

Zur Unterstützung der Forschenden ging somit jüngst das Forschungsdaten-Repositorium Jülich DATA online. Für Jülich DATA wird die Softwarelösung Dataverse genutzt, insbesondere aufgrund der flexiblen Metadaten-Schemata. Publizierte Daten werden auf Jülich DATA automatisch mit einem DOI versehen. Auf diese Weise werden Forschungsdaten zitierbar gemacht. Somit kann nicht nur die dazu gehörende Journal-Publikation mit den Forschungsdaten verlinkt werden, sondern auch weitere Journal-Artikel oder andere Datenpublikationen können diese als Quelle aufführen. Dies schafft einen wirkungsvollen neuen Publikationskanal, der die Sichtbarkeit der Jülicher Forschung erhöht. 

Zukünftig soll das Repositorium auch für die Veröffentlichung von Forschungssoftware genutzt werden können.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie gerne das Team FDM des Forschungszentrums Jülich.

Save the Date: RDA Deutschland Tagung 2021

Vom 22. bis 26. Februar 2021 wird die nächste Tagung des RDA Deutschland e.V. stattfinden. Die Konferenz ist aufgrund der aktuellen Covid-19-Pandemie vollständig als Online-Event geplant. Im Rahmen der Tagung werden über die Woche verteilt diverse Vorträge, Sessions und Workshops rund um das Thema Forschungsdaten abgehalten. Das Konferenzprogramm und ein Link zur Registrierung werden zeitnah über https://www.rda-deutschland.de/events/rda-de-2021 veröffentlicht.

Das Helmholtz Open Science Office ist im kommenden Jahr erneut Mitveranstalter der Tagung. Zudem richtet das Office zwei Veranstaltungen mit speziellen Fokus auf das Thema Open Science aus:

  • Workshop: „Wie mache ich Daten FAIR? – In der Praxis“
    • Der Workshop beleuchtet das Thema Forschungsdatenmanagement aus verschiedenen fachlichen Perspektiven. Die Session wird u. a. auf die folgenden Fragen eingehen: Was bedeutet es in der Praxis, Forschungsdaten FAIR (Findable, Accessible, Interoperable & Reusable) zu gestalten? Wie hängen die FAIR-Data-Prinzipien mit anderen Kriterien wie den TRUST-Prinzipien für vertrauenswürdige Datenrepositorien zusammen? Wie wirken sich die FAIR-Data-Prinzipien auf das Verhältnis zwischen individuellen Forschenden und wissenschaftlichen Infrastrukturen sowie in Bezug auf Richtlinien von Forschungs- und Förderinstitutionen und Verlagen aus?
  • Session: Der DFG-Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“
    • Der Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde am 3. Juli 2019 durch die Mitgliederversammlung beschlossen und ist am 1. August 2019 in Kraft getreten. Er ersetzt die bis dahin geltende Denkschrift „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“. Mit Inkrafttreten des Kodex müssen alle Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen die 19 Leitlinien des Kodex rechtsverbindlich umsetzen, um Fördermittel durch die DFG erhalten zu können. Die Session wird u. a. auf die folgenden Fragen eingehen: Wie ist der Kodex aufgebaut? Wie wird er konkret an den Forschungseinrichtungen umgesetzt und welche Rolle spielen wissenschaftliche Ombudspersonen in diesem Kontext, insbesondere in Bezug auf den Bereich Forschungsdaten? Und wie verhält sich der Kodex zu Open-Science-Praktiken? 

Rückblick OA-Week 2020: 56. Online-Seminar des Helmholtz Open Science Office für Helmholtz Juniors und DeepGreen-Sprechstunde

Anlässlich der Internationalen Open-Access-Week 2020 – unter dem Motto „Open with Purpose: Taking Action to Build Structural Equity and Inclusion” – hat das Helmholtz Open Science Office zwei Veranstaltungen angeboten.

Am 20.10.2020 fand ein englischsprachiges Online-Seminar zum Thema Open-Access-Publizieren statt. Die Referent*innen aus dem Helmholtz Open Science Office, Roland Bertelmann, Antonia C. Schrader und Lea Maria Ferguson, rückten inbesondere die Situation von Nachwuchswissenschaftler*innen der Helmholtz-Gemeinschaft in den Fokus. Mit den 142 Teilnehmenden ergab sich eine anregende Diskussion, auf deren Basis weitere Veranstaltungen zu verwandten Themen vorbereitet werden. Der Foliensatz dieses 56. Online-Seminars des Helmholtz Open Science Office ist gemäß CC-BY 4.0 zur Nachnutzung freigegeben. Auf der Website zum Event finden Sie außerdem ein Open Science Factsheet, welches die wichtigsten Aspekte aus dem Seminar zusammenfasst, weiterführende Links auflistet und Fragen aus der Diskussionsrunde beantwortet.

Des Weiteren fand am 22.10.2020 unter Beteiligung des Helmholtz Open Science Office eine offene DeepGreen-Sprechstunde mit 29 interessierten Teilnehmenden aus Deutschland und Österreich statt. Es wurden u. a. Fragen gestellt zur DeepGreen-Datendrehscheibe, zum Zweitveröffentlichungsrecht und zur Moving Wall sowie zur Übertragbarkeit des DeepGreen-Gedankens auf weitere europäische Länder. Darüber hinaus erfolgte ein spontaner Feedback-Austausch mit und zwischen den Anwender*innen. Aus der DeepGreen-Sprechstunde ergaben sich vielversprechende Kommunikationsstränge mit potenziell kooperationsfreudigen Repositorien. Außerdem wurden die Frequently Asked Questions auf der DeepGreen-Projektseite erweitert.

Rückblick: 4. ORCID DE Workshop „Organization Identifiers“ & 5 Jahre Kerndatensatz Forschung

Am 02. Dezember 2020 fand der vierte – virtuell durchgeführte – ORCID DE Workshop zum Thema „Organization Identifiers“ statt. Mehr als 300 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nahmen an der Veranstaltung teil, die sich mit den Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen von Organisations-IDs (Organization Identifiers) befasste.
Diese überwältigende Beteiligung zeigt, dass das Thema auf großes Interesse in der Fachcommunity stößt. Die Folien des Workshops sind online und im aktuellen Blogpost auf orcid-de.org verlinkt.

Der Einsatz von Identifikatoren zur eindeutigen Verknüpfung von Forschenden mit ihren Forschungsergebnissen und der Einrichtung, an der sie entstanden sind, ist für die Forschenden selbst sowie für wissenschaftliche Einrichtungen von großer Bedeutung. Für Letztere vor allem, da nur somit eine umfassende Forschungsberichterstattung möglich ist. Aus diesem Grund war das ORCID-DE-Projektteam im November auch auf dem DINI-Workshop ‚Fünf Jahre Kerndatensatz Forschung’ mit einem Vortrag vertreten. Bereits seit 2016 empfiehlt der Wissenschaftsrat den Einsatz der ORCID iD zur Autor*innenidentifikation; in der kürzlich veröffentlichten Stellungnahme zur Weiterentwicklung des KDSF wird ebenfalls die Verwendung einer ‚Institutionen-ID’ im Kerndatensatz Forschung (KDSF) zur eindeutigen Identifikation von Organisationseinheiten empfohlen.

Neues DFG-Förderprogramm „Open-Access-Publikationskosten“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) setzt mit dem Förderprogramm „Open-Access-Publikationskosten“ ab dem Jahr 2021 ihre Förderung zur „Strukturanpassung der Finanzierungsströme für die Open-Access-Transformation“ fort. Während im vorhergehenden Programm „Open-Access-Publizieren“ zum Aufbau von Publikationsfonds ausschließlich Hochschulen antragsberechtigt waren, sind nun auch außeruniversitäre Einrichtungen antragsberechtigt.

Wissenschaftliche Einrichtungen können einen Zuschuss für die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse im Open Access beantragen. Voraussetzung ist ein Publikationsmanagement an den Einrichtungen, dass Informationen über Publikationen und damit verbundene Kosten sicherstellt. In der ersten Förderphase (2021–2023) wird für die Veröffentlichung von Forschungsartikeln ein fester Zuschuss in Höhe von 700 EUR pro Artikel gewährt, in einer zweiten Förderphase (2024–2027) 1.400 Euro. Auf den strukturbildenden Ansatz einer Obergrenze für Open-Access-Publikationsgebühren wurde in dem Förderprogramm verzichtet. Informationen zu dem Förderprogramm bietet ein Merkblatt, eine FAQ-Liste sowie eine Handreichung für die Begutachtung.

Erfolgreicher Start der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI): Vereinsgründung und festliche Eröffnung der Geschäftsstelle

Im Oktober wurde der Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) e.V. gegründet. Gründungsmitglieder sind der Bund und die Länder. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, stellte zum Start des Vereines fest: „Jeden Tag sammeln Forscherinnen und Forscher wertvolle Daten, überall in Deutschland. Wenn wir diese Daten vernetzen, damit sie ausgetauscht und weiterverwendet werden können, potenziert sich die Chance, dass daraus Innovationen entstehen. Dafür brauchen wir die NFDI, eine Infrastruktur, die es bisher weder in Deutschland noch international gibt.“

Zweck des Vereins ist die Etablierung und Fortentwicklung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland und somit die Effizienzsteigerung des deutschen Wissenschaftssystems. Die Satzung des Vereins ist online auffindbar. NFDI-Konsortien und andere juristische Personen können Mitglieder werden. Organe des Vereins sind die Mitgliederversammlung, das Direktorat, das Kuratorium, der Wissenschaftliche Senat und die Konsortialversammlung. Konsortienübergreifende Sektionen ermöglichen die Arbeit an „Standards, Metadatenstandards und Formaten“.

Auch wurde im Oktober die Geschäftsstelle der NFDI in Karlsruhe mit Grußbotschaften von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Landesministerin für Wissenschaft und Forschung Theresia Bauer eröffnet. Bei der Eröffnung sagte der Präsident des KIT, Holger Hanselka: „Die Wissenschaft ist unser bestes Mittel, um den Herausforderungen unserer Zeit wie dem Klimawandel, neuartigen Pandemien oder dem rasanten gesellschaftlichen Wandel zu begegnen. Voraussetzung dafür ist kooperatives Handeln und ein aktiver Austausch. Mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur ermöglichen wir den Zugang, die Organisation und die Verknüpfung von Wissen für eine gemeinsame, offene und zukunftsweisende Forschung.“ Der Festakt wurde als Video dokumentiert.

In einer lesenswerten Stellungnahme adressiert das NFDI-Expertengremium in November aktuelle Herausforderungen bei der Etablierung der NFDI. Unter anderem wird ein „weiterer und dringender Finanzierungsbedarf für Basisdienste in der NFDI gesehen“.

Aktuelle Positionspapiere zur digitalen Wissenschaft

Im Oktober wurden zwei lesenswerte Positionspapiere zur Digitalisierung der Forschung veröffentlicht:

In einem Positionspapier zur datenintensiven Forschung befasst sich der Wissenschaftsrat in acht Leitlinien und daraus resultierende Empfehlungen mit den Prozessen der Digitalisierung im Kontext der datenintensiven Wissenschaft. Auszug aus der Pressemitteilung: „Dreh- und Angelpunkt des Kulturwandels ist die Bereitschaft von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Daten mit anderen zu teilen. Nur dann können Daten in neuer Weise zusammengeführt und wiederverwendet werden. Um dabei hohe Qualität und effiziente Arbeitsprozesse zu sichern, ist es wichtig, sich auf gemeinsame Standards für die Aufbereitung der Daten, für die Dokumentation ihrer Verarbeitung einschließlich der Offenlegung verwendeter Software sowie für die Nutzung von Daten zu verständigen.“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) behandelt das Themen umfassender. Unter dem Titel „Digitaler Wandel in den Wissenschaften“ beschreibt ein Impulspapier aktuelle Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels. In der Pressemitteilung heißt es: „Im Forschungsalltag vieler Fächer ist der Umgang mit Forschungsdaten und Forschungssoftware nicht mehr wegzudenken. Das Impulspapier macht sehr deutlich, dass Daten und Software unbedingt als zusammengehörig verstanden werden müssen. Denn einerseits müssen die Daten für wissenschaftliche Zwecke qualitätsgesichert sein, andererseits können die umfangreichen Datenbestände häufig nur noch mit Software ausgewertet werden; diese Auswertung muss aber aus wissenschaftlicher Perspektive nachvollziehbar bleiben. Deshalb sollen künftig die Qualitätssicherung digitaler Methoden und die Förderung digitaler Expertise noch stärker in den Blick genommen werden.“

In der Helmholtz-Gemeinschaft wird das Thema im Rahmen einer Digitalisierungsstrategie umfassend behandelt. Anliegen ist es, „mit ihrer strategisch ausgerichteten Spitzenforschung die Digitale Transformation weiterhin zu gestalten und ihre Chancen für die Gesellschaft noch besser nutzbar zu machen.“ In dieser Digitalisierungsstrategie ist auch das Thema Open Science verankert.

Umsetzung der DSM-Richtlinie in deutsches Recht

Mit dem „Gesetz zur Anpassung des Urheberrechts an die Erfordernisse des digitalen Binnenmarktes” möchte die Bundesregierung die „DSM-Richtlinie der Europäischen Union” (Richtlinie (EU) 2019/790 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über das Urheberrecht und die verwandten Schutzrechte im digitalen Binnenmarkt und zur Änderung der Richtlinien 96/9/EG und 2001/29/EG) in deutsches Recht umsetzen. Seit dem 13. Oktober liegt ein Referentenentwurf für dieses Gesetz vor, der bis zum 6. November kommentiert werden konnte. Die Kommentare wurden, soweit eine Zustimmung der Kommentierenden vorliegt, vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) auf dieser Seite veröffentlicht. Ebenfalls zugänglich ist die Stellungnahme der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Zentrales Anliegen der Allianz ist die ersatzlose Streichung der derzeit geltenden Befristung (bis Ende Februar 2023) der Schranken für Bildung und Wissenschaft (Gesetzlich erlaubte Nutzungen für Unterricht, Wissenschaft und Institutionen, §§ 60a ff UrhG).

Open Research Europe: Einreichungen möglich

Die Europäische Kommission stellt mit Open Research Europe jetzt eine Plan-S-konforme Open-Access-Publikationsplattform bereit. Seit Ende November 2020 sind Einreichungen möglich. Auswahlkriterien für die Veröffentlichung bei Open Research Europe sind u. a.:

  • Mindestens ein*e Autor*in muss an einem laufenden oder abgeschlossenen Horizon 2020-Projekt beteiligt sein.
  • Auch muss der Artikel ein Ergebnis dieses Projekts sein.
  • Bei der Einreichung muss eine ORCID iD angegeben werden. 

Wichtig: Für Horizon 2020 geförderte Forschende fallen keine Publikationskosten an.

In diesem Kontext empfiehlt sich auch ein Blick auf die vorgesehene Verankerung von Open Science der Europäischen Kommission im kommenden Rahmenprogramm Horizon Europe (ab 2021). Das Model Grant Agreement für Horizon Europe wurde noch nicht veröffentlicht. Eine Foliensatz (ab Folie 11) gibt jedoch einen Einblick über die Open-Science-Förderbedingungen. Darüber hinaus wird das Thema Open Science in den Artikeln 10 und 35 in den Statuten des Rahmenprogramms adressiert.

cOAlition S stellt Betaversion des Journal Checker Tool zum Test zur Verfügung

Unter https://journalcheckertool.org steht seit dem 18. November 2020 die Beta-Version des Journal Checker Tool (JCT) der cOAlition S zur freien Verfügung. Das JCT ist ein webbasiertes Tool, welches wissenschaftlichen Autor*innen schnell und einfach ermöglichen soll, zu prüfen, in welchen Journals oder auf welchen Publikationsplattformen sie veröffentlichen können, um die an Plan-S-ausgerichteten Open-Access-Richtlinien ihrer Förderorganisation einzuhalten.

Während dieser ersten, offenen Testphase hat die Wissenschaftscommunity die Möglichkeit, sich mit dem JCT vertraut zu machen und Feedback zu geben. Mehr Informationen zur Funktion des JCT sind hier zu finden.

EU-Richtlinie: Strategien zur Zugänglichmachung von Forschungsdaten

Im Juni des vergangenen Jahres wurde auf europäischer Ebene eine Novellierung der Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors beschlossen (Originalrichtlinie 2003/98/EC, erste Novellierung Directive 2013/37/EU, aktuelle Novellierung (Directive (EU) 2019/1024). Diese jüngste Novellierung der Richtlinie tangiert die Wissenschaft, weil die EU-Mitgliedstaaten durch die neue Richtlinie zur Erarbeitung von Strategien zur Zugänglichmachung dieser Daten verpflichtet werden. Letzteres umfasst die Verantwortung dafür zu sorgen, dass diese Strategie durch die öffentlichen Forschungsorganisationen des jeweiligen Landes umgesetzt werden. Die Anforderungen im einschlägigen Art. 10 der Richtlinie sind weich formuliert, jedoch könnte auf die betroffenen Forschungsorganisationen ein erheblicher Prüfungs- und Dokumentationsaufwand zukommen, um darlegen zu können, welche der in Artikel 10 genannten Bedingungen auf bestimmte Forschungsdatensätze zutreffen. Die Originalrichtlinie wurde mit dem „Gesetz über die Weiterverwendung von Informationen öffentlicher Stellen“ in deutsches Recht übersetzt. Der Entscheidungsprozess zur Anpassung des Informationsweiterverwendungsgesetzes an die neue EU-Richtlinie läuft, ein Referentenentwurf wurde bisher noch nicht veröffentlicht.

arXiv verlinkt Softwarecode in Preprints

Das Open-Access-Repositorium arXiv hat bekanntgegeben, dass bei der Einreichung von Preprints zum Thema „Maschinelles Lernen“ ab sofort Softwarecode auf einfache Weise verlinkt werden kann. Ermöglicht wird der neue Service durch eine Partnerschaft von arXiv mit dem Projekt Papers with Code, das den Softwarecode über eine eigene Website zur Verfügung stellt. Alle Daten auf Papers with Code sind offen verfügbar und mit einer CC-BY-SA-Lizenz versehen. Mit der Zusammenarbeit soll die Transparenz und Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen verbessert werden.

Europäische Forschungspolitik: Neue Version der Strategic Research and Innovation Agenda (SRIA) verfügbar

Die European Open Science Cloud und die mit ihr korrespondierende Strategic Research and Innovation Agenda (SRIA) sind zentrale Bausteine der europäischen Forschungspolitik. Vor wenigen Tagen wurde die neueste Version der SRIA (Version 0.9) veröffentlicht. Die SRIA wird auch Grundlage für Ausschreibungen von Forschungs- und Unterstützungsprojekten der EU-Kommission sein. Die Veröffentlichung der neuen Version der SRIA steht auch im Zusammenhang mit der ersten Mitgliederversammlung der jüngst gegründeten EOSC Association, die am 17. Dezember 2020 stattfinden wird, denn die SRIA bildet einen wesentlichen Ankerpunkt für die Gestaltung des Verhältnisses zwischen EOSC Association und EU-Kommission.

UNESCO-Empfehlung zum Thema Open Science – Entwurf veröffentlicht

In der UNESCO wird an einer Empfehlung zum Thema Open Science gearbeitet. Seit kurzem liegt ein erster Entwurf für diese Empfehlung vor. Die Bedeutung, die dem Thema Open Science innerhalb der Vereinten Nationen zugemessen wird, wird auch an einer gemeinsamen Erklärung, dem „Joint Appeal for Open Science“, von UNESCO, WHO und des Kommissariats der Vereinten Nationen für Menschenrechte deutlich. Diese Erklärung und das große Interesse am Thema Open Science erklärt sich auch über Herausforderungen, die aus der COVID-19-Pandemie resultieren, bzw. den großen Hoffnungen, die in diesem Kontext auf der Wissenschaft ruhen. Der Entwurf für die UNESCO-Empfehlung zu Open Science ist lesenswert; der Fokus liegt weniger auf Techniken oder Policies zur Realisierung von Open Science, sondern vielmehr den Hoffnungen und Ansprüchen, die mit dem Konzept verbunden werden.

Literaturhinweise

Azoulay, A. (2020). Preliminary Report on the first draft of the Recommendation on Open Science (CL/4333). UNESDOC Digital Library. https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000374409.page=10

Böker, E., Suchodoletz, D. von, Brettschneider, P., & Rapp, F. (2020). Entwicklung in Baden-Württemberg: ORCID und ROR IDs als Standard für langfristige Personen- und Institutionen-Identifier. Bausteine Forschungsdatenmanagement, 2, 80–88. https://doi.org/10.17192/bfdm.2020.2.8272

European Commission. Directorate General for Research and Innovation. (2020). Reproducibility of scientific results in the EU: scoping report. Publications Office. https://data.europa.eu/doi/10.2777/341654

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Katz, D. S., Chue Hong, N. P., Clark, T., Muench, A., Stall, S., Bouquin, D., Cannon, M., Edmunds, S., Faez, T., Feeney, P., Fenner, M., Friedman, M., Grenier, G., Harrison, M., Heber, J., Leary, A., MacCallum, C., Murray, H., Pastrana, E., … Yeston, J. (2020). The importance of software citation. F1000Research, 9, 1257. https://doi.org/10.12688/f1000research.26932.1

Katz, D. S., Malik, S., Neubauer, M. S., Stewart, G. A., Assamagan, K. A., Becker, E. A., Chue Hong, N. P., Cosden, I. A., Meehan, S., Moyse, E. J. W., Price-Whelan, A. M., Sexton-Kennedy, E., Evans, M. O., Feickert, M., Lange, C., Lieret, K., Quick, R., Sánchez Pineda, A., & Tunnell, C. (2020). Software Sustainability & High Energy Physics. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.4095837

Klebel, T., Reichmann, S., Polka, J., McDowell, G., Penfold, N., Hindle, S., & Ross-Hellauer, T. (2020). Peer review and preprint policies are unclear at most major journals. PLOS ONE, 15(10), e0239518. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0239518

Morrison, C., Secker, J., Vezina, B., Juan, I. L. I., & Proudman, V. (2020). Open Access: An Analysis of Publisher Copyright and Licensing Policies in Europe, 2020. Zenodo. https://doi.org/10.5281/ZENODO.4046624

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Katja Faensen, Lea Maria Ferguson, Dr. Reinhard Messerschmidt, Heinz Pampel, Antonia C. Schrader, Dr. Paul Schultze-Motel und Nina Weisweiler

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