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Helmholtz Open Science Newsletter vom 29.07.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 81. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Gestiegener Open-Access-Anteil in der Helmholtz-Gemeinschaft

Der gerade erschienene Bericht der Helmholtz-Gemeinschaft 2020 zum Pakt für Forschung und Innovation informiert wie im Vorjahr (s. Newsletter 75) über Aktivitäten der Helmholtz-Gemeinschaft zur Umsetzung von Open Science. Zur Erfassung des Open-Access-Anteils bei den wissenschaftlichen Publikationen aus Helmholtz-Zentren entsprechend der Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft heißt es auf S. 45 des Berichts: „Der Open Access-Anteil für Zeitschriftenaufsätze von Helmholtz aus dem Publikationsjahr 2017 betrug demnach insgesamt 56 %. Gegenüber einer Quote von 43 % im Vorjahr 2016 konnte der Open Access-Anteil damit deutlich gesteigert werden.“

Laut dem von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zusammengestellten Monitoring-Bericht 2020 zum Pakt für Forschung und Innovation werden von Bund und Ländern die Anstrengungen der Helmholtz-Gemeinschaft hinsichtlich der Definition von Open-Access-Kennzahlen ausdrücklich unterstützt.

Open Access Helpdesk gestartet

Das BMBF-Projekt open-access.network bietet ab sofort einen Beratungsdienst zum Thema Open Access an, der sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler richtet, u. a. an Mitarbeiter*innen aus Helmholtz-Zentren. Über eine Funktions-E-Mail-Adresse auf der Projektwebsite open-access.net werden durch den Helpdesk individuelle Fragen auf Deutsch und Englisch beantwortet.

Der Service wird von Expert*innen im Bereich Open Access betreut, die über langjährige Beratungspraxis verfügen. Im Projektverlauf wird das Helpdesk-Angebot um eine Telefonhotline erweitert. Das Helmholtz Open Science Office ist als Partner an dem Projekt beteiligt.

Open-Access-Tage 2020: vorläufiges Programm

Die Open-Access-Tage 2020, die vom 15. bis 17. September 2020 als reine Online-Tagung stattfinden werden (s. Newsletter 79), haben ein vorläufiges Veranstaltungsprogramm veröffentlicht.

Aus der Helmholtz-Gemeinschaft ist u. a. das Forschungszentrum Jülich mit einem Vortrag zum Open Access Monitor beteiligt. Das Helmholtz Open Science Office wird im Rahmen des Projekts ORCID DE gemeinsam mit weiteren Akteur*innen den Workshop „Persistente Identifikatoren für Open Science“ anbieten.

DLR beteiligt sich an Open APC

Seit Februar 2020 beteiligt sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) an der Initiative Open APC. Die Bibliothek des DLR ist verantwortlich für die Verwaltung der Publikationskosten und liefert die Angaben zur Höhe der Publikationsausgaben in Form von Article Processing Charges (APC) erstmalig für das Jahr 2018 an Open APC. Das DLR ist das achte von 19 Helmholtz-Zentren, das sich an Open APC beteiligt (s. Newsletter 75).

Mit der Meldung von Publikationskosten jeder weiteren Einrichtung wächst der bereitgestellte Datensatz auf der Open-Data-Plattform. Wie die Initiative zuletzt berichtete (Stand: Juni 2020), wurde im Februar und März dieses Jahres die Marke von 100.000 Artikeln überschritten und erstmals ein bedeutender Datensatz der Bill & Melinda Gates Foundation integriert, wodurch die aggregierte APC-Gesamtsumme auf über 200 Mio. Euro anstieg. Wie die Initiative außerdem informiert, ist es ab sofort möglich auch die Publikationskosten für Open-Access-Monografien (Book Processing Charges, BPC) zu melden, in Reaktion auf die Öffnung vieler Publikationsfonds für Open-Access-Bücher.

4. ORCID DE Workshop zu „Organization Identifiers“

Am 2. Dezember 2020 organisieren die Projektpartnerinnen und Projektpartner von ORCID DE einen virtuellen Workshop zum Thema „Organization Identifiers“. Während sich die Open Researcher and Contributor iD (ORCID) de facto als Standard für die eindeutige Identifikation von Autor*innen etabliert hat, gibt es für die Identifikation von wissenschaftlichen Organisationen derzeit verschiedene Lösungen, wie ISNI, GRID und die kommerzielle RingGold ID. Im deutschsprachigen Raum verfolgt auch die Gemeinsame Normdatei (GND) für Kultur und Wissenschaft oder der Einrichtungs-Identifier des Portals GERiT der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) dieses Anliegen.

Das von der DFG seit 2016 geförderte Projekt ORCID DE möchte daher auf dem Workshop im Dezember die Chancen und Herausforderungen von Organisations-IDs diskutieren. Hierfür wird es in verschiedene Impulsvorträge geben, u. a. zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Research Organization Registry (ROR) und die Gemeinsame Normdatei (GND). Ein vorläufiges Programm ist ab sofort verfügbar. Nähere Informationen zur Anmeldung und zum technischen Ablauf folgen im Herbst. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Rückblick zu Webinar „ORCID an der eigenen Einrichtung implementieren“

Unter dem Titel „ORCID an der eigenen Einrichtung implementieren“ organisierte das Projekt ORCID DE in Kooperation mit ORCID Anfang Juli 2020 ein einstündiges Webinar. Die Open Researcher and Contributor iD (ORCID) hat sich in den letzten Jahren als globaler Standard für Autor*innenidentifikation in wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen etabliert. Das ORCID Deutschland Konsortium und das Projekt ORCID DE bilden die Basis für die Vernetzung dieser Institutionen in Deutschland.

Das Webinar richtete sich an Vertreter*innen wissenschaftlicher Institutionen und ihre Informationsinfrastruktureinrichtungen, die Interesse an dem Thema ORCID haben. Die überwältigende Beteiligung von über 300 Teilnehmer*innen zeigte, dass es an wissenschaftlichen Einrichtungen eine anhaltende Nachfrage nach Informationen über die Implementierungsmöglichkeiten von ORCID gibt. Die Folien der Sprecher*innen sind online im Open Access verfügbar.

Online-Seminar zur Evaluierung wissenschaftlicher Produkte

An einem Fallbeispiel aus dem Bereich Klimaservice stellen Dr. Elke Keup-Thiel und Susanne Schuck-Zöller vom Climate Service Center Germany (GERICS) am 4. und 10. September 2020 „Indikatoren für transdisziplinär entwickelte, wissenschaftliche Produkte“ in einem Helmholtz Open Science Online-Seminar vor. Im Anschluss können Fragen an die Referentinnen im Livechat diskutiert werden. Informationen zur Teilnahme sind hier zu finden.

Data Policy am Alfred-Wegener-Institut

Neuigkeiten aus Bremerhaven und Potsdam: Kurz vor seinem 40-jährigen Institutsjubiläum hat das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) Leit- und Richtlinien zu Forschungsdaten veröffentlicht. Damit hat ein weiteres Helmholtz-Zentrum eine Data Policy zum Umgang mit Forschungsdaten verabschiedet (s. Newsletter 57).

Auch als Beitrag zum „Kodex“ zur guten wissenschaftlichen Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (s. Newsletter 75) nimmt die Forschungsdaten-Leitlinie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts, Expeditionsteilnehmer und Nutzer von AWI-Infrastrukturen an die Hand und möchte die Umsetzung des offenen Zugangs, der FAIR-Prinzipien und die Qualität der Forschungsdaten sicherstellen. Zu dieser eher langfristig gültigen Zielsetzung stellt die Forschungsdaten-Richtlinie eine Ergänzung der Leitlinie dar. Für den sorgfältigen Umgang mit Forschungsdaten gibt es in diesem Dokument neben Hinweisen zur Umsetzung Raum für disziplinspezifische Veränderungen, technische Entwicklungen oder Anpassungen rechtlicher Rahmenbedingungen.

Informationsinfrastrukturen für die COVID-19-Forschung

Die Confederation of Open Access Repositories (COAR), der die Helmholtz-Gemeinschaft angehört, hat im Juni 2020 Empfehlungen für Open-Access-Repositorien zu Metadaten von Ressourcen zur COVID-19-Forschung veröffentlicht. U. a. wird die Verwendung von ORCID zur eindeutigen Adressierung wissenschaftlicher Autor*innen empfohlen.

Auch die Research Data Alliance (RDA), in der Helmholtz ebenfalls Mitglied ist, befasst sich mit der Thematik. Eine internationale Arbeitsgruppe hat nach einer Konsultationsphase Ende Juni einen Abschlussbericht zum Thema veröffentlicht. Dieser Bericht beschreibt aus Sicht verschiedener Handlungsfelder (z. B. Klink, Proteomik, Sozialwissenschaften) die Notwendigkeit des Forschungsdatenmanagements und gibt Empfehlungen zu dessen Umsetzung vor dem Hintergrund der Pandemie.

Das Helmholtz Open Science Office stellt eine Informationssammlung zu COVID-19 und Open Science bereit. Eine Übersicht der Helmholtz-Aktivitäten im Bereich der COVID-19-Forschung findet sich auf helmholtz.de.

PIDs für Instrumente und Forschungssoftware

Die dauerhafte Identifikation von Instrumenten mit Persistenten Identifikatoren (PIDs) ist ein Thema, das viele Helmholtz-Zentren beschäftigt. Dank der Anwendung von PIDs für Instrumente können Ergebnisse, die externe Forscher*innen an den Helmholtz-Forschungsinfrastrukturen gewinnen, mit den Zentren als Betreiberinnen dieser zentralen Infrastrukturen dauerhaft in Beziehung gesetzt werden. Forschungsergebnisse können so, im Sinne von Open Science, einfacher nachvollziehbar gemacht werden. Dieser Ansatz verbessert die Sichtbarkeit der Forschungsinfrastrukturen im Bereich der wissenschaftlichen Kommunikation, da die Instrumente auch maschinenlesbar zitiert werden können. Darüber hinaus wird so die wichtige Arbeit der Personen, die am Betrieb dieser Infrastrukturen beteiligt sind, als Forschungsleistung sichtbar. Eine lesenswerte Publikation beschreibt jetzt den Stand der Überlegung im Kontext einer Arbeitsgruppe der Research Data Alliance (RDA) zum Thema. Beleuchtet werden u. a. verschiedene Helmholtz-Anwendungsfälle.

Im Kontext der RDA und in Kooperation mit der Community von FORCE 11 hat sich die „Software Source Code Identification (SCID) Working Group“ gebildet. Diese Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Identifikation von Forschungssoftware. Die Arbeitsgruppe hat nun unter dem Titel „Software Source Code Identification“ ein erstes Papier rund um die Nutzung von Persistenten Identifikatoren (PIDs) für wissenschaftliche Software veröffentlicht, das bis zum 17.08.2020 kommentiert werden kann.

NFDI startet mit breiter Helmholtz-Beteiligung

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) informierte im Juni 2020 über ihre Förderentscheidung in der ersten Runde der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Auf Grundlage einer Förderempfehlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) wurden folgende Konsortien zur Förderung ausgewählt:

  • DataPLANT (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ)

  • GHGA (Beteiligung aus Helmholtz: CISPA, DKFZ, DZNE, HMGU, HZI)

  • KonsortSWD (Beteiligung aus Helmholtz: -)

  • NFDI4BioDiversity (Beteiligung aus Helmholtz: AWI, UFZ)

  • NFDI4Cat (Beteiligung aus Helmholtz: KIT)

  • NFDI4Chem (Beteiligung aus Helmholtz: KIT, UFZ)

  • NFDI4Culture (Beteiligung aus Helmholtz: -)
  • NFDI4Health (Beteiligung aus Helmholtz: MDC)

  • NFDI4Ing (Beteiligung aus Helmholtz: FZJ, DLR, KIT)

Somit sind an sieben der neun Konsortien insgesamt elf Helmholtz-Zentren beteiligt.

Auf der NFDI-Konferenz 2020 wurde Anfang Juli über die Perspektive der NFDI diskutiert. Unter dem Titel „Neue Perspektiven in der kooperativen Wissenschaft!“ veranstaltet die U Bremen Research Alliance am 9. September 2020 eine moderierte Online-Diskussion zum Thema.

EOSC-Projekt ExPaNDS an Helmholtz-Zentren

Im September 2019 startete ein weiteres EOSC-Projekt unter Beteiligung von Helmholtz-Zentren (s. Newsletter 76). Am Projekt ExPaNDS sind das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) beteiligt. Ziel ist es Photonen- und Neutronen-Forschungsinfrastrukturen auf nationaler Ebene zu etablieren, indem die Mehrheit ihrer Daten nach den FAIR-Prinzipien „offen“ gemacht wird und ihre Datenkataloge und Datenanalysedienste durch die European Open Science Cloud (EOSC) harmonisiert werden.

EOSC-Partnerschaft im Programm „Horizont Europa“

Die EU-Kommission hat Ende Mai ihre Vorstellungen zur weiteren Umsetzung der European Open Science Cloud (EOSC) im Rahmen des kommenden Forschungsrahmenprogramms „Horizon Europe“ veröffentlicht. Beschrieben werden die Rechtsform nach belgischem Recht, die Vision und der vorgesehene Prozess der Implementierung, u. a. Governance und Zeitplan der EOSC. Auch werden Key Performance Indicators (KPIs) für die Bereiche Open Access und FAIR/Open Research Data benannt. Cathrin Stöver, EOSC Executive Board Co-chair, gibt weitere Einblicke in den Prozess. Jüngst wurde auch der Arbeitsplan 2020 für die EOSC veröffentlicht. Demnach soll der Launch der EOSC im Dezember stattfinden. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ist vom 19. bis 20.10.2020 in Berlin eine Konferenz zum Thema geplant.

Open Science Policy Platform veröffentlicht Abschlussbericht

Die von der EU-Kommission 2016 als Beratungsgremium eingesetzte Open Science Policy Platform (s. Newsletter 65) hat jetzt ihren Abschlussbericht „Progress on Open Science: towards a shared research knowledge system“ vorgelegt. In dem Bericht beschreiben die 25 Expert*innen des Gremiums ihre Vision für die Weiterentwicklung von Open Science bis zum Jahr 2030.

Literaturhinweise

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Fraser, N. et al. 2020: The relationship between bioRxiv preprints, citations and altmetrics. Quantitative Science Studies 1: 618–638. https://doi.org/10.1162/qss_a_00043

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Moher, D. et al. 2020: The Hong Kong Principles for assessing researchers: Fostering research integrity. PLOS Biology 18: e3000737. doi.org/10.1371/journal.pbio.3000737

Schrögel, P. et al. 2020: Von offener Wissenschaft zu zugänglicher Wissenschaft. Diskussionspapier. https://doi.org/10.5281/zenodo.3911600

Smedsrød, B. & L. Longva 2020: The costly prestige ranking of scholarly journals. Ravnetrykk 39: 60–66. https://doi.org/10.7557/15.5507

Stieglitz, S. et al. 2020: When are researchers willing to share their data? – Impacts of values and uncertainty on open data in academia. PLOS ONE 15: e0234172. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0234172

Walters, W.H. 2020: Data journals: incentivizing data access and documentation within the scholarly communication system. Insights 33: 18. https://doi.org/10.1629/uksg.510

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Katja Faensen, Lea Maria Ferguson, Heinz Pampel, Antonia Schrader und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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