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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 22.04.2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 79. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Office. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Office.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Informationssammlung zu COVID-19 und Open Science

Das Helmholtz Open Science Office stellt eine Informationssammlung zu COVID-19 und Open Science bereit. Diese skizziert Entwicklungen bei der Erforschung der COVID-19-Pandemie im Kontext von Open Science. Die Informationssammlung wird dynamisch fortgeführt, verfolgt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie steht unter einer offenen Lizenz und kann gerne nachgenutzt werden.

Eine Übersicht der Helmholtz-Aktivitäten im Bereich der COVID-19-Forschung findet sich auf www.helmholtz.de.

Forschungszentrum Jülich verhandelt Open-Access-Rahmenvertrag mit Frontiers

Das Forschungszentrum Jülich und der Schweizer Open-Access-Verlag Frontiers haben im Februar 2020 in Jülich eine Absichtserklärung für eine neue Vereinbarung unterzeichnet, die es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglicht in einem vereinfachten Verfahren in den Zeitschriften von Frontiers zu publizieren.

Das Forschungszentrum Jülich führte die zweijährigen Verhandlungen im Auftrag der Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die Vereinbarung sieht vor, dass alle deutschen Forschungseinrichtungen und Universitäten, die am Projekt DEAL beteiligt sind, die Möglichkeit zur Teilnahme erhalten. Ein entsprechender Vertrag soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Open-Access-Buch mit mehr als einer Million Leser/-innen

Das wissenschaftliche Kompendium „Klimawandel in Deutschland: Entwicklung, Folgen, Risiken und Perspektiven“ wurde bis heute mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Das Buch steht im Open Access zur Verfügung und war Ende 2016 unter einer CC-BY-Lizenz erschienen, herausgegeben von Wissenschaftler/-innen des Climate Service Center Germany (GERICS), einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht.

KIT: Neues zum Publizieren von Forschungsdaten am KIT

Am KIT arbeitet ein organisationsübergreifendes Serviceteam RDM@KIT am Thema Forschungsdaten. Der Betrieb des DataCite-Dienstes re3data (an dem im Rahmen des Projekts re3data COREF auch GFZ und die HU Berlin beteiligt sind) gilt mittlerweile als internationale Referenz für Forschungsdatenrepositorien und unterstützt auch am KIT die Forschenden bei der Suche nach geeigneten fachspezifischen Forschungsdatenrepositorien. Mit Partnern unterschiedlicher Fachrichtungen entstehen Lösungen zum Publizieren von Forschungsdaten, die auf Fachdisziplinen angepasst sind und auch auf angrenzende Fachgebiete ausgeweitet werden können. Diese Lösungen bilden Bausteine für den Aufbau der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI.

Ein Beispiel für fachspezifische Repositorien am KIT ist das Forschungsdatenrepositorium Chemotion, das Informationen von Molekülen, ihren Eigenschaften und spektroskopischen Daten, sowie chemische Reaktionen gemäß chemiespezifischen Standards und Formaten speichert. Es vergibt Digital Object Identifiers (DOI), ermöglicht die Vergabe von Embargoperioden und bietet einen internen Review-Prozess. Mit Hilfe eines elektronischen Laborjournals können die Daten und notwendigen Metadaten schon während des Forschungsprozesses so aufbereitet werden, dass für die Übertragung nach Chemotion nur wenige Klicks notwendig sind. Weitere Beispiele für das Publizieren von Forschungsdaten über fachspezifische Repositorien am oder mit Beteiligung des KIT sind der KASKADE Data Shop des KASCADE Cosmic Ray Data Centre (KCDC) oder das Helmholtz Repository of BioParts.

Ein Teil der generischen Services am KIT ist auch das institutionelle Repositorium KITopen, das seit einiger Zeit neben Textpublikationen auch Forschungsdaten publiziert und archiviert. Der Vorteil eines solchen übergreifenden Forschungsservices liegt auf der Hand – auf einer Plattform können Forschende des KIT ihre Forschungs- und neuerdings auch ihre Lehrmaterialien komfortabel erfassen, bequem untereinander in Beziehung setzen, ihre Literaturlisten in weitere Forschungsprofile und Publikationslisten exportieren und, wenn gewünscht, auch publizieren. KITopen ist zur Datenspeicherung und -archivierung an die zentrale Infrastruktur bwDataArchive des Rechenzentrums des KIT angebunden und interagiert eng mit dem weiteren generischen Forschungsdatenrepositorium RADAR4KIT, das sich derzeit im Aufbau befindet. Bislang sind über KITopen am KIT annähernd 150 Sets von Forschungsdaten nach informationsfachlichen Standards publiziert und in den meisten Fällen mit den im weiteren Forschungskontext entstandenen Publikationen verknüpft worden.

Regine Tobias & Dr. Hans-Jürgen Göbelbecker

DLR Partner des EU-Projektes BE OPEN

Innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft besteht ein breiter Konsens, die Möglichkeiten, die durch die Digitalisierung eröffnet werden, zur Realisierung von Open Science zu nutzen. Für die konkrete Umsetzung dieser gemeinsamen Zielsetzung müssen die einzelnen Fächer bzw. Forschungsfelder individuelle Wege gestalten. Ein Leuchtturm-Projekt in diesem Sinne im Bereich Verkehrsforschung ist das EU-Projekt BE OPEN, an dem aus der Helmholtz-Gemeinschaft das Deutsche Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR) beteiligt ist.

Muster-Richtlinie für nachhaltige Forschungssoftware erschienen

Seit 2016 widmet sich der Arbeitskreis Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft mit seiner Task Group Forschungssoftware der Zugänglichkeit und Nachnutzung von Forschungssoftware im Kontext von Open Science. Ausgehend von einem Workshop zum Thema wurden ein Positionspapier erarbeitet und Ende 2019 „Empfehlungen zur Implementierung von Leit- und Richtlinien zum Umgang mit Forschungssoftware an den Helmholtz-Zentren“ veröffentlicht. Die Handlungsempfehlungen adressieren folgende Themenfeder: Anreize und Metriken, Softwareentwicklungs- und Dokumentationspraxis, Zugänglichmachung, Publikations- und Transferstrategien, Qualitätssicherung, Lizenzierung und weitere rechtliche Themen, Aus- und Weiterbildung sowie Leit- und Richtlinien.

Um die Verankerung dieser Handlungsempfehlungen an den Helmholtz-Zentren zu unterstützen wurde jetzt eine Muster-Richtlinie für den nachhaltigen Umgang mit Forschungssoftware erarbeitet.

At home but open: Open-Access-Tage 2020 als Online-Tagung

Die Veranstalter der diesjährigen Open-Access-Tage haben entschieden, dass die Konferenz zum Thema Open Access im September 2020 wegen der COVID-19-Pandemie nicht als Vor-Ort-Veranstaltung in Bielefeld stattfinden wird, sondern stattdessen erstmals als reine Online-Tagung.

Dazu wurden der Call for Proposals um Hinweise für die Durchführung im digitalen Format ergänzt und die Einreichungsfrist für Vorträge und Workshops bis zum 3. Mai 2020 verlängert. Die Frist für Poster, den Tool-Marktplatz und den Aufruf für Moderator/-innen bleibt unverändert zum 1. Juli 2020.

Save the date: ORCID-DE-Workshop zu „Organization Identifiers“

Als Partner im Projekt ORCID DE ist das Helmholtz Open Science Office Mitveranstalter eines Workshops zum Thema „Organization Identifiers“ am 2. Dezember 2020 in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2016 geförderte Projekt möchte auf diesem Workshop die Chancen und Herausforderungen rund um Identifikatoren für Wissenschaftsorganisationen diskutieren. Dabei sollen u. a. aktuelle Entwicklungen rund um die Gemeinsame Normdatei (GND) und das Research Organization Registry (ROR) thematisiert werden.

Rückblick: RDA-DE-Tagung

Vom 25. bis 27. Februar 2020 fand die RDA-Deutschland-Tagung der Research Data Alliance zum fünften Mal am Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ statt. Veranstalter waren der Verein RDA DE gemeinsam mit dem Helmholtz Open Science Office. Die Konferenzreihe verbindet die Diskussion aktueller Themen im Kontext Forschungsdaten, die für die deutsche Forschungsdaten-Community von besonderem Interesse sind, mit Schlaglichtern auf internationale Entwicklungen. Wie im Vorjahr war die Konferenz auch in diesem Jahr frühzeitig ausgebucht. Erstmalig in diesem Jahr wurde der eigentlichen Konferenz eine anderthalbtägige Weiterbildungsphase mit 12 Workshops vorgeschaltet, die ebenfalls schnell ausgebucht war. Die Präsentationen der Workshops und der Sessions während der Konferenz sowie die Poster, die im Rahmen der Konferenz gezeigt wurden, sind über die Tagungswebseite des Vereins RDA DE abrufbar.

Diskussionspapier „Wege zur digitalen Qualifikation“ veröffentlicht

Im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen wurde ein Diskussionspapier zur digitalen Qualifikation in der Wissenschaft veröffentlicht. Das Papier widmet sich der Herausforderung des digital qualifiziertem Personal in der Wissenschaft und beschreibt Anforderungen an Qualifizierungsangebote. Das Papier liegt in deutscher und englischer Sprache vor.

Beijing Declaration on Research Data

Ende November 2019 veröffentlichte das Committee on Data (CODATA) des International Council of Science die bereits im September 2019 verfasste Beijing Declaration on Research Data. Seitdem kann die Declaration kommentiert werden.

Mit der Erklärung wird gefordert wissenschaftliche Ergebnisse, insbesondere Forschungsdaten, die aus öffentlich geförderter Forschung stammen frei zugänglich zu machen um so die Fähigkeit der Wissenschaft zur Lösung drängender Probleme der Menschheit zu erhöhen. Die Inhalte der Erklärung und deren Begründung sind nicht neu. Aufmerksamkeit verdient sie vor allem, weil sie von einer Nichtregierungsorganisation mit globaler Vernetzung in alle Wissenschaftsbereiche erarbeitet wurde und derzeit eine Vielzahl vergleichbarer Forderungskataloge mit einem Fokus auf Bewältigung der COVID-19-Pandemie veröffentlicht werden.

In eigener Sache: Verstärkung gesucht

Das Helmholtz Open Science Office am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ sucht für die Projekte „EcoDM - Ökosystem Datenmanagement“ und „re3data COREF“ Verstärkung.

Literaturhinweise

Bertelmann, R. et al. 2019: ORCID DE 2 – Konsolidierung der ORCID-Informationsinfrastruktur in Deutschland. Projektantrag. https://doi.org/10.2312/lis.20.01

Christian, T.-M. et al. 2020: Journal data policies: exploring how the understanding of editors and authors corresponds to the policies themselves. PLOS ONE 15: e0230281. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0230281

Davenport, J.H., J. Grant & C.M. Jones 2020: Data without software are just numbers. Data Science Journal 19: 3. https://doi.org/10.5334/dsj-2020-003

Mittermaier, B. & I. Barbers 2020: Zeitschriftenmonitoring. Preprint. http://hdl.handle.net/2128/22746

Robinson-Garcia, N., R. Costas & T.N. van Leeuwen 2020: State of Open Access penetration in universities worldwide. arXiv:2003.12273

Sever, R., M. Eisen & J. Inglis 2019: Plan U: universal access to scientific and medical research via funder preprint mandates. PLoS Biology 17: e3000273. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3000273

Stocker, M. et al. 2020: Persistent identification of instruments. arXiv:2003.12958

Strech, D., T. Weissgerber & U. Dirnagl on behalf of QUEST Group 2020: Improving the trustworthiness, usefulness, and ethics of biomedical research through an innovative and comprehensive institutional initiative. PLoS Biology 18: e3000576. https://doi.org/10.1371/journal.pbio.3000576

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Office herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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