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Helmholtz Open Science Newsletter vom 26.09.2019

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 76. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Editorial

Mit „Daten für Generationen“ wirbt der Trailer der MOSAiC-Expedition der „Polarstern“. Um dies zu gewährleisten wurde eine Data Policy für diese Expedition veröffentlicht, in der es im Vorwort heißt: „The Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate (MOSAiC) is a collaborative, international project to address pressing scientific questions in the central Arctic. The project’s success, and its ultimate impact on science and society, relies upon professional coordination and data sharing across the participants. A transparent Data Policy is essential to achieve MOSAiC science objectives, to facilitate collaboration, and to enable broad use and impact of the MOSAiC data legacy.“ Neben Metadaten-Standards und der Bereitstellung regelt die Policy den öffentlichen Zugang ab Januar 2023 und die Nachnutzung zu allen Daten, die im MOSAiC Projekt erhoben werden. So heißt es: „MOSAiC data will be freely and publicly available on the open MCS or PANGAEA and/or alternate public archives on 1 Jan 2023. From this date on there are no restrictions on data usage. Auch eine klare, konsistente Dokumentation der Daten wird angestrebt. Weiter gab es zur Nachnutzung der MOSAiC Daten eine BMBF-Ausschreibung.

Wir schauen also nicht nur gebannt auf die Expedition, sondern auch gespannt auf die Bereitstellung der Daten in einem großen Open-Science-Projekt. Über noch mehr innovative Open-Science-Projekte aus der Helmholtz-Welt oder drumherum lesen Sie im Folgenden.

Ihr

Helmholtz Open Science Koordinationsbüro

Studie zum Stand von Open Access in Deutschland erschienen

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes Options4OA wurde eine Erhebung zu Open Access unter wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland durchgeführt. Von September bis November 2018 haben sich 403 wissenschaftliche Einrichtungen an dieser Erhebung beteiligt.

Die Ergebnisse der Erhebung wurden nun in einem Bericht veröffentlicht. Die Erhebung ist die bisher umfangreichste Studie zu den Open-Access-Aktivitäten an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Ressortforschungseinrichtungen in Deutschland. Die Ergebnisse geben u. a. einen Überblick über die Verbreitung von Leit- und Richtlinien zu Open Access und über den Stand der Open-Access-Infrastrukturen. Darüber hinaus bieten die Ergebnisse einen Einblick in den Umgang mit Open-Access-Publikationskosten und dem damit verbundenen Monitoring der Finanzmittel an wissenschaftlichen Einrichtungen. Zudem beschreibt die Studie den Stand des Open-Access-Monitorings an wissenschaftlichen Einrichtungen und beschäftigt sich mit der Implementierung von Transformationsstrategien zur Förderung von Open Access.

DeepGreen im erweiterten Testbetrieb

Mit fünf Verlagen (Karger, SAGE, MDPI, Frontiers und De Gruyter) ist das DFG-geförderte Projekt DeepGreen im Juli 2019 mit 27 Repositorien von Universitäten und Hochschulen in den erweiterten Testbetrieb gestartet. Nun folgt eine zweite Runde, sodass insgesamt über 50 Repositorien an die Datendrehscheibe im Rahmen der Beta-Tests angeschlossen werden können. DeepGreen setzt auf die automatisierte Verteilung von Publikationen, die im Rahmen der Allianz- und Nationallizenzen frei zugänglich gemacht werden dürfen. Mit MDPI und Frontiers können nun auch Gold-Open-Access-Artikel über die Datendrehscheibe verteilt werden. Wie dies aus Repositoriensicht technisch ermöglicht werden kann, ist in einer Handreichung veröffentlicht.

Welche deutschen Fachgesellschaften veröffentlichen Open-Access-Zeitschriften?

In der Debatte um die Open-Access-Transformation wird auch die Rolle wissenschaftlicher Fachgesellschaften diskutiert. Bisher gab es keine systematische Erhebung zum Einfluss von Fachgesellschaften auf das Publikationssystem. Im Rahmen des BMBF-geförderten Projektes Options4OA wurde jetzt ein Datensatz zur Herausgabe von deutschen „Society Journals“ und deren Open-Access-Status veröffentlicht.

Eine Analyse der Herausgeberschaft von 300 Fachgesellschaften zeigte, dass 39 % herausgeberisch tätig sind, davon gibt mehr als die Hälfte eine Zeitschrift heraus. Von den 118 untersuchten Zeitschriften sind nur 7 % reine Open-Access-Zeitschriften, 56 % bieten eine Hybrid-Option an. Ein Poster für die Open-Access-Tage 2019 visualisiert die jetzt veröffentlichten Forschungsdaten.

Helmholtz unterstützt das DOAJ

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) ist eine zentrale Open-Access-Infrastruktur. Für die Wissenschaft ist es wichtig, Mechanismen zur Finanzierung solcher Infrastrukturen zu entwickeln. Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert die Transformation schon seit Jahren durch ihre Open-Access-Richtlinie und ab diesem Jahr auch durch die finanzielle Unterstützung des DOAJ.

Neues zu Forschungsdaten am Forschungszentrum Jülich

Zurzeit erstellt die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich (FZJ) in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Zentrums ein zentrales Repositorium für den Nachweis aller im FZJ oder in Zusammenarbeit mit Jülich erzeugten Daten. Der Dienst entsteht auf Grundlage der quelloffenen Software Dataverse (s. Newsletter 53), zu deren Weiterentwicklung im Rahmen dieses Projektes aktiv beigetragen wird. So soll unter anderem Dataverse an die Helmholtz Data Federation (HDF) angeschlossen werden können. Das Repositorium dient vor allem der Speicherung von Metadaten und der Bereitstellung von DataCite-DOIs für nachgewiesene Daten.

Im Forschungszentrum Jülich existieren neben dem oben genannten Dienst mehrere, insbesondere fachlich spezialisierte Repositorien für Forschungsdaten (u. a. forschungsprojektbasierte Entstehungen). Diese mussten bisher auf den Einsatz von DataCite-DOIs verzichten. Durch die direkte Mitgliedschaft des Forschungszentrums im DataCite e. V. ermöglicht das Forschungszentrum Jülich nun deren Ausbau, wie z. B. den spezifischen Einsatz einer DOI-Vergabe mit eigenen Präfixen für Publikationen einzelner (Groß-)Projekte und befördern ihre Nutzung durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

EOSC-Projekte an Helmholtz-Zentren

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt sich mit zwei weiteren Projekten an der European Open Science Cloud (EOSC; s. Newsletter 65). Zum einen wirkt das KIT gemeinsam mit dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ am Projekt EOSC-Pillar mit. Zum anderen erweitert das ebenfalls in diesem Sommer anlaufende Projekt EOSC-synergy das EOSC-Portfolio des KIT, das sich bereits in Projekten wie EOSCpilot (s. Newsletter 61), EOSC-hub (s. Newsletter 66) und EOSCsecretariat (s. Newsletter 73) einbringt. Hierbei trägt das Steinbuch Centre for Computing (SCC) des KIT mit seiner Erfahrung in Projekten zum Forschungsdatenmanagement maßgebliche Expertise beim Aufbau der EOSC bei.

Darüber hinaus koordiniert das Forschungszentrum Jülich seit Anfang des Jahres das EOSC-Projekt ENVRI-FAIR, das 37 Projektpartner umfasst und durch die Europäische Union für vier Jahre gefördert wird. Übergeordnetes Ziel ist es, dass alle teilnehmenden Projektpartner am Projektende eine Reihe von FAIR-Datendiensten aufgebaut haben, die die Effizienz und Produktivität der Forscherinnen und Forscher steigern, Innovationen unterstützen sowie daten- und wissensbasierte Entscheidungen ermöglichen und den ENVRI-Cluster mit der EOSC verbinden.

Rückblick: Fourth Conference of Research Software Engineering

Die RSEConUK 2019 (Fourth Conference of Research Software Engineering) fand vom 17. bis 19. September 2019 mit über 400 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der University of Birmingham statt. Das Programm bot ein breites Themenspektrum zum Research Software Engineering in verschiedenen Formaten. Als Highlight ist die Keynote Bad Science/Wrong Number hervorzuheben, in der Ben Goldacre auf sehr unterhaltsame Art und Weise einen kritischen Blick auf die Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse in den Medien warf sowie die oft vorherrschende Intransparenz von klinischen Studien unter die Lupe nahm.

Aus der Helmholtz-Gemeinschaft präsentierten Carina Haupt und Tobias Schlauch eine Analyse des Auf- und Ausbaus der RSE Community am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Stephan Druskat, ebenfalls vom DLR, stellte vor, wie man Software fit für den „Research Citation Graph“ machen kann. In der Plenarveranstaltung RSE Worldwide: Sharing Across Borders wurde u. a. die Initiative de-RSE vorgestellt (s. Newsletter 72), deren Repräsentant/-innen auf der Konferenz vertreten waren. Eindrücke der Konferenz sind auf Twitter unter #ukrse19 zu finden.

DEAL und Springer Nature setzen Rahmen für nationalen Open-Access-Vertrag

Das Projekt DEAL und Springer Nature haben im August ein „Memorandum of Understanding“ für die bisher umfassendste Open-Access-Vereinbarung weltweit vereinbart. Mit DEAL verfolgen die Wissenschaftsorganisationen das Ziel nationale Lizenzvereinbarungen unter der Prämisse „Publish & Read“ für die elektronischen Zeitschriften der drei größten akademischen Verlage Elsevier, Springer Nature und Wiley zu erreichen. Mit Wiley wurde bereits im Januar 2019 ein solcher Vertrag abgeschlossen (s. Newsletter 72). Anliegen ist es nun, noch in diesem Jahr auch mit Springer Nature einen solchen Vertrag abzuschließen. Damit könnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den DEAL-Mitgliedereinrichtungen fast in dem gesamten Springer-Nature-Zeitschriftenportfolio Open Access veröffentlichen. Zusätzlich erhalten sie Lesezugriff auf die gesamten Inhalte dieser Zeitschriften. Weitere Informationen finden sich in einer Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Open-Access-Strategie für Brandenburg

Am 8. August 2019 wurde in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg in Potsdam die Brandenburger Open-Access-Strategie durch die Wissenschaftsministerin Martina Münch gemeinsam mit Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam und Vorsitzender der Brandenburgischen Landesrektorenkonferenz, sowie Ellen Euler, Professorin an der Fachhochschule Potsdam vorgestellt. Vision der Open-Access-Strategie ist es, „wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Land Brandenburg (…) ohne finanzielle, technische oder rechtliche Barrieren in digitaler Form weltweit zugänglich und nutzbar“ zu machen.

RDMO-Anwendertreffen in Darmstadt

Für Anwenderinnen und Anwender des Research Data Management Organiser (RDMO; s. Newsletter 74) findet am 7. Oktober 2019 an der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt ein RDMO Community Workshop statt. Die Teilnahme ist kostenlos, für die bessere Planung bittet das Veranstaltungsteam jedoch um eine Anmeldung. Weitere Details zum Programm und ein Link zur Anmeldung sind auf der Veranstaltungswebseite zu finden.

Handreichung „Urheberrecht in der Wissenschaft“ erschienen

Das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bibliotheksverband die Handreichung „Urheberrecht in der Wissenschaft“ veröffentlicht. Sie soll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Umgang mit dem Urheberrecht eine Orientierung geben. Thematisiert wird, unter welchen Voraussetzungen urheberrechtlich geschützt Werke in Lehre und Forschung verwendet werden können, u. a. werden der Umgang mit Creative-Commons-Lizenzen erörtert und die Anwendung des Zweitveröffentlichungsrechts im Hochschulbereich thematisiert.

Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit

Artikel 5 des Grundgesetzes legt unter anderem die Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre fest. Zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes hat nun die Allianz der Wissenschaftsorganisationen eine Selbstverpflichtung formuliert. Die „Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit“ sind ein Bekenntnis zur eigenen Verantwortung, die internen Strukturen so aufzubauen, dass Wissenschaftsfreiheit jederzeit gewährleistet ist. Sie sind aber auch eine Aufforderung an Staat und Gesellschaft, die Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen. Das Memorandum wird zum Abschluss der gemeinsamen Kampagne der Allianz der Wissenschaftsorganisationen „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft. 70 Jahre Grundgesetz.“ veröffentlicht.

WHO wird Mitglied der cOAlition S

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bekanntgegeben, dass sie als erste Sonderorganisation der Vereinten Nationen der cOAlition S beitritt und damit den Plan S unterstützt (s. Newsletter 70), mit dem Ziel des sofortigen Open Access zu Publikationen aus WHO-geförderten Projekten der Gesundheitsforschung. Damit wird eine 2014 eingeführte Open-Access-Richtlinie der WHO bekräftigt. Vertreter der cOAlition S und von Forschungsinstitutionen des Globen Südens begrüßten den Schritt.

In einer parallelen Entwicklung in den USA, wo Plan S von Regierungsstellen bislang mit Zurückhaltung betrachtet wurde, hat das National Cancer Institute (NCI) der National Institutes of Health (NIH) nun ebenfalls eine Verpflichtung für sofortigen Open Access zu Publikationen aus seinem Förderprogramm „Cancer Moonshot“ beschlossen.

Literaturhinweise

Barnes, L. & R. Gatti 2019: Bibliodiversity in practice: developing community-owned, open infrastructures to unleash open access publishing. ELPUB 2019, Marseille. https://hal.archives-ouvertes.fr/hal-02175276

Callaghan, S. 2019: Research data publication: moving beyond the metaphor. Data Science Journal 18: 39. https://doi.org/10.5334/dsj-2019-039

Cruz, M. et al. 2019: Policy needs to go hand in hand with practice: the learning and listening approach to data management. Data Science Journal 18: 45. https://doi.org/10.5334/dsj-2019-045

Lindstädt, B. & B. Adam 2019: ELN-Wegweiser. Elektronische Laborbücher im Kontext von Forschungsdatenmanagement und guter wissenschaftlicher Praxis – ein Wegweiser für die Lebenswissenschaften. Köln: ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften. https://doi.org/10.4126/FRL01-006415715

Madsen, R.R. 2019: Scientific impact and the quest for visibility. The FEBS Journal (early view). https://doi.org/10.1111/febs.15043

Morrison, H. 2018: Global OA APCs (APC) 2010–2017: major trends. ELPUB 2018, Toronto. https://doi.org/10.4000/proceedings.elpub.2018.16

Penders, B., J.B. Holbrook & S. de Rijcke 2019: Rinse and repeat: understanding the value of replication across different ways of knowing. Publications 7: 52. https://doi.org/10.3390/publications7030052

Treloar, A. & J. Klump 2019: Updating the Data Curation Continuum: not just data, still focussed on curation, more domain-oriented. International Journal of Digital Curation 14: 87–101. https://doi.org/10.2218/ijdc.v14i1.643

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel, Paul Vierkant und Eike Wannick

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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