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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 18.04.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 67. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Rückblick: 11. Plenartagung der Research Data Alliance

Vom 21. bis 23. März 2018 fand in Berlin die 11. Plenartagung der Research Data Alliance statt. An der dreitägigen Veranstaltung nahmen rund 660 Personen aus 41 Ländern teil. Die Research Data Alliance (RDA) ist das internationale Forum für den Dialog über Strategien und Praktiken rund um die Öffnung digitaler Forschungsdaten.

Eröffnet wurde die Konferenz mit Grußworten von Georg Schütte (Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Steffen Krach (Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin) und Wolfgang Marquardt (Mitglied des Präsidiums der Helmholtz-Gemeinschaft). Georg Schütte betonte in seinem Grußwort: „Offener Zugang, Zusammenarbeit über Disziplinen hinweg und die Einbindung der wissenschaftlichen Communities sind die Schlüssel für einen verantwortungsvollen und innovativen Umgang mit Forschungsdaten.“

Über die Programmübersicht sind jeweils Materialien zu den Arbeitssitzungen verfügbar. Rund um die Veranstaltung fanden mehrere Satellitenveranstaltungen statt, z. B. „Applying RDA recommendations to make data FAIR in the Earth and Space Sciences“ (Potsdam), „The critical role of university RDM infrastructure in transforming data to knowledge“ (Göttingen), das „Industry Side Meeting - towards a flourishing data economy“ oder Sessions zur European Open Science Cloud (EOSC) und zur Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Auf Twitter finden sich vielfältige Eindrücke der Konferenz, die Fotogalerie ergänzt dies. Die Tagung wurde von der Abteilung Bibliothek und Informationsdienste (LIS) des Helmholtz-Zentrums Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ organisiert.

EOSCpilot: Demonstrator am DESY

Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY ist gemeinsam mit dem European XFEL und weiteren europäischen Forschungsinstitutionen am „Photon-Neutron Science Demonstrator“ des Projekts EOSCpilot beteiligt. Die EOSCpilot Science Demonstrators sind Pilotprojekte, in denen der praktische Nutzen von Services der geplanten European Open Science Cloud (EOSC) für die Wissenschaft gezeigt werden soll (s. Newsletter 61).

Im Photon-Neutron Science Demonstrator soll eine virtuelle, cloudbasierte Plattform geschaffen werden, die die Speicherung und Analyse sehr großer Datensätze aus Experimenten zur Strukturbiologie mittels serieller Röntgenkristallografie erlaubt. Um den Bedürfnissen einer Vielzahl wissenschaftlicher Nutzerinnen und Nutzer gerecht zu werden, soll die Plattform für zahlreiche andere Experimente und unterschiedliche Analysesoftware geeignet sein. Unter anderem sollen im Pilotprojekt auch Lösungen für eine Langzeitarchivierung der Daten entwickelt werden.

10 Jahre Steinbuch Centre for Computing am KIT

Das Steinbuch Centre for Computing (SCC) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Gegründet als Einrichtung, die „(...) Erkenntnisse aus der Forschung in das Design und die Entwicklung seiner IT-Dienste und -Infrastruktur (...)“ integriert, hat das SCC seinen Aufgabenbereich stetig erweitert. Nicht zuletzt durch seine Beteiligung in diversen Forschungs- und Infrastrukturprojekten ist das SCC mittlerweile ein wichtiger Open-Science-Akteur in der deutschen und europäischen Wissenschaftslandschaft.

Das Service-Spektrum des SCC umfasst Angebote wie das bwDataArchive, RADAR - Research Data Repositorium oder den EOSC-hub, die einen entscheidenden Beitrag zum offenen Umgang mit Forschungsdaten und Open Science auf nationaler und internationaler Ebene leisten. Somit stehen das SCC und KIT stellvertretend für die erfolgreiche Vorreiterrolle der Helmholtz-Gemeinschaft im Bereich Open-Science-Informationsinfrastrukturen.

Helmholtz-Zentren erweitern Open-Access-Konsortium mit Frontiers

Die Helmholtz-Zentren haben einen Vertrag mit dem Open-Access-Verlag Frontiers zur gebündelten Abrechnung von Open-Access-Publikationsgebühren von ursprünglich neun jetzt um drei weitere Zentren auf insgesamt zwölf Mitgliedsinstitutionen erweitert. Neu hinzugekommen sind das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel.

Der nun erweiterte Vertrag sieht einen Rabatt von 15 % auf Publikationsgebühren vor. Wissenschaftlichen Autorinnen und Autoren aus den beteiligten Helmholtz-Zentren werden Open-Access-Veröffentlichungen in sämtlichen Frontiers-Zeitschriften damit erleichtert. Ähnliche Vereinbarungen für die Open-Access-Publikationen von Helmholtz-Autor/-innen existieren mit einer Reihe weiterer Verlage (s. Newsletter 43). Damit wird die Umsetzung der Open-Access-Richtlinie der Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt.

Open-Access-Publikationen des KIT über TU9-Suchmaschine auffindbar

Als Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Teil der TU9-Allianz führender Technischer Universitäten in Deutschland. Über eine neue Metasuchmaschine können die Open-Access-Publikationen der TU9 jetzt einfach recherchiert werden. Mit einer gemeinsamen Suchabfrage über die Suchmaschine BASE sind die Open-Access-Publikationen der TU9-Partner nun einfach durchsuchbar. Mittels Filterfunktionen können die Abfragen angepasst werden. Gefundene Publikation können direkt per Link ausgewählt und dank Open Access sofort gelesen werden. Mit diesem Schritt stützt TU9 Open Access und fördert die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit der Veröffentlichungen der beteiligten Universitäten.

Schwerpunktinitiative „Digitale Information“: Handreichungen veröffentlicht

Seit Jahresbeginn läuft die dritte Phase der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen. Acht neue definierte Handlungsfelder werden die Arbeit die nächsten fünf Jahre prägen:

Zum Abschluss der zweiten Phase wurden mehrere Handreichungen zu den von Arbeitsgruppen bearbeiteten Themenfeldern veröffentlicht:

ERC: Open Research Data and Data Management Plans

In seinem Leitfaden Open Research Data and Data Management Plans erläutert der European Research Council (ERC) praxisnah die Open-Science-Anforderungen an die von ihm geförderten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und informiert darüber, was bei der Erstellung eines Datenmanagementplans zu beachten ist. In dem Papier macht der ERC deutlich, dass er von seinen Mittelempfängern grundsätzlich die Zugänglichmachung von Forschungsdaten aus ERC-geförderten Projekten erwartet. Ebenso deutlich wird gesagt, dass Gründe respektiert werden, die der gewünschten Offenheit entgegenstehen. Das Vorliegen der Gründe ist dann zu spezifizieren. Dieses „sowohl als auch“ sollte nicht als Beliebigkeit missverstanden werden. Der ERC äußert klar seine Präferenz für Open Science, aber eben praxisorientiert. Letztendlich entscheidet der oder die verantwortliche Wissenschaftler/-in, welche Daten bewahrt und möglicherweise veröffentlicht werden sollen. Auch in Fällen, in welchen Daten nicht veröffentlicht werden, sind die fachspezifischen Regeln des guten Datenmanagements zu beachten.

In den übersichtlich dargestellten Möglichkeiten zur Ablage von Forschungsdaten in fachspezifischen Datenbanken wird deutlich, dass die benötigte Infrastruktur bislang nur lückenhaft existiert. In der Schließung dieser Lücken liegt die aktuelle Herausforderung für die Wissenschaftspolitik und die Fach-Communities, die hier unverzichtbare Partner sind.

Literaturhinweise

Adema, J. & S.A. Moore 2018: Collectivity and collaboration: imagining new forms of communality to create resilience in scholar-led publishing. Insights 31: 3. https://doi.org/10.1629/uksg.399

Björk, A. et al. 2018: Opening academic publishing. Development and application of systematic evaluation criteria. Open Science and Research Initiative. https://openscience.fi/opening-academic-publishing

Borgman, C.L. 2018: Open data, grey data, and stewardship: universities at the privacy frontier. arXiv:1802.02953

Martín-Martín, A. et al. 2018: Evidence of Open Access of scientific publications in Google Scholar: a large-scale analysis. arXiv:1803.06161

Naudet, F. et al. 2018: Data sharing and reanalysis of randomized controlled trials in leading biomedical journals with a full data sharing policy: survey of studies published in The BMJ and PLOS Medicine. BMJ 360: k400. https://doi.org/10.1136/bmj.k400

Pathways to open access. University of California Libraries, Februar 2018. https://libraries.universityofcalifornia.edu/groups/files/about/docs/UC-Libraries-Pathways%20to%20OA-Report.pdf

Piwowar, H. et al. 2018: The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ 6: e4375 https://doi.org/10.7717/peerj.4375

Siler, K. et al. 2018: Authorial and institutional stratification in open access publishing: the case of global health research. PeerJ 6: e4269. https://doi.org/10.7717/peerj.4269

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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