Wissenschaftliche Software

Mit der voranschreitenden Digitalisierung von Forschung und Lehre steigt die Zahl an Software-Lösungen, die an wissenschaftlichen Einrichtungen entstehen und zur Verarbeitung wissenschaftlicher Daten genutzt werden. Die unter dem Stichwort Open Science geforderte Zugänglichkeit und Nachnutzung von wissenschaftlichen Ergebnissen kann in vielen Fachgebieten nur sichergestellt werden, wenn neben den Forschungsdaten auch der Programmcode offen zugänglich gemacht wird.

Infrastrukturen sind das technologische Fundament für die kollaborative sowie organisationsübergreifende Softwareentwicklung (z. B. GitHub, GitLab, Jupyter). Die Verwendung von möglichst offenen und standardisierten Lizenzen (siehe z. B. Auflistung verschiedener Lizenzen der Free Software Foundation oder Empfehlungen des Software Sustainability Institute) kann sowohl die Nutzung der Software als auch die Nachnutzung beziehungsweise Weiterentwicklung des Programmcodes ermöglichen. Dabei sollte wissenschaftliche Software als eigener Publikationstyp anerkannt werden. Der Zugang zu und die Nachnutzung von wissenschaftlicher Software können durch die Würdigung der hinter Softwareentwicklung stehenden Leistung gefördert werden. Dafür ist die Etablierung von Publikations- und Zitationsstrategien in der Wissenschaftspraxis wichtig. Für die zukünftige Gestaltung des Umgangs mit wissenschaftlicher Software sind vielfältige Lehr- und Lernformate (z. B. duale Studiengänge) sowie Aus- und Weiterbildungsangebote (z. B. Software-Carpentry-Kurse oder Codecademy ausschlaggebend. Zwar steigt die Wahrnehmung der Bedeutung von Software im Wissenschaftsbetrieb, allerdings herrscht in vielen Bereichen noch Diskussions- und Handlungsbedarf.

Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft gibt es vielfältige Beispiele für die Entwicklung wissenschaftlicher Software (siehe z. B. DESY, DKFZ, DLR, HMGU, HZI, KIT und UFZ). Die Helmholtz-Gemeinschaft hat mit dem Helmholtz Open Science Workshop „Zugang zu und Nachnutzung von wissenschaftlicher Software“ einen Impuls gesetzt, um den Austausch und die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren für gemeinsame Aktivitäten in diesem Themenbereich zu stärken. Die Ergebnisse des Workshops sind in einem Report zusammengefasst. Die im Rahmen des Workshops eingerichtete Mailingliste soll die Diskussion rund um das Thema wissenschaftliche Software fördern.

Um das Thema wissenschaftliche Software über die Grenzen der Helmholtz-Gemeinschaft hinweg weiter voranzutreiben wurde eine Ad-hoc-AG „Wissenschaftliche Software“ der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ins Leben gerufen. Aufgabe dieser Ad-hoc-AG ist es herauszuarbeiten, in welchen Formaten und mit welchen voraussichtlichen Ergebnissen die zentralen Themen weiter bearbeitet werden können.

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