Kriterien zum Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren

Um Open Access zielgerichtet zu fördern ist es notwendig Autorinnen und Autoren einfache Mechanismen zur Übernahme von Open-Access-Publikationsgebühren anzubieten. Der Arbeitskreis Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft hat am 21.09.2011 folgende Empfehlungen verabschiedet:

„Der Arbeitskreis Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft empfiehlt den Zentren, zur Förderung von Open Access geeignete Mechanismen zur Übernahme von Publikationsgebühren aufzubauen. Über diese Publikationsfonds, die von den Bibliotheken verwaltet werden, sollen Veröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften finanziert werden, für die keine Drittmittel bereitstehen. Die Finanzierung und die Steuerung der Open-Access-Publikationsfonds müssen in die jeweiligen Strukturen der Zentren integriert sein. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Bibliotheken der Helmholtz-Zentren zu.“

Zur Umsetzung dieser Empfehlung hat das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro gemeinsam mit dem Arbeitskreis Bibliotheks- und Informationsmanagement Kriterien erarbeitet, die bei dem Betrieb von Publikationsfonds berücksichtigt werden sollten.

Der Arbeitskreis Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft hat die Kriterien Anfang 2016 überarbeitet.

Kriterien zum Betrieb von Open-Access-Publikationsfonds

Ziel eines Open-Access-Publikationsfonds ist es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Publikation in Open-Access-Zeitschriften zu erleichtern. Die Publikationsfonds dienen der Finanzierung von Publikationsgebühren, die bei der Veröffentlichung eines Artikels in einer Open-Access-Zeitschrift an den Verlag zu bezahlen sind.

Autorinnen und Autoren, die Ergebnisse eines Drittmittel-Projektes publizieren, sind aufgefordert zu prüfen, ob der Drittmittelgeber Mittel zur Finanzierung von Artikeln in Open-Access-Zeitschriften bereitstellt. Falls dies der Fall ist, sollten diese Mittel in Anspruch genommen werden.

Bei dem Betrieb eines Publikationsfonds sollen in Anlehnung an das Förderprogramm „Open-Access-Publizieren“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • Ein Angehöriger des Helmholtz-Zentrums muss als „submitting author“ oder als „corresponding author“ an dem Artikel beteiligt sein.
  • Die Qualität der Zeitschrift muss durch die im jeweiligen Fach anerkannten Qualitätssicherungsverfahren gesichert sein.
  • Die Zeitschrift sollte im Directory of Open Access Journals (DOAJ) gelistet sein.
  • Falls die Publikation in einem kommerziell arbeitenden Verlag erscheint, sollte dieser Mitglied in der Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA) sein und deren Kriterien entsprechen.
  • Der Artikel sollte unter der Creative Commons Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) in einer Zeitschrift erscheinen, in der sämtliche Artikel unter CC-BY publiziert werden.
  • So genannte hybride Open-Access-Modelle (z. B. Springer Open Choice oder Elsevier Sponsored Articles) sollten nicht unterstützt werden, solange keine echten Transformationsmodelle angeboten werden.
  • Die Publikationsgebühr pro Aufsatz sollte angemessen sein.


Weitere Empfehlungen:

  • Es wird empfohlen fach- und zentrumsspezifische Deckelungssummen für die Unterstützung von Publikationsgebühren festzulegen.
  • Es empfiehlt sich die genannten Kriterien zu kommunizieren und einen Ansprechpartner für den Publikationsfonds zu benennen, der für Fragen zur Verfügung steht.
  • Der Publikationsfonds sollte von den für den Publikationsfonds Verantwortlichen jährlich überprüft und ggf. an Marktveränderungen angepasst werden.

 

 

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