Open Science – Chancen, Herausforderungen und Handlungsfelder

Selbstverständnis des Arbeitskreises Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft

(26.02.2015)

 

[in English]

Der Begriff Open Science bezeichnet einen kulturellen Wandel in der wissenschaftlichen Arbeitsweise und Kommunikation. Computergestütztes Arbeiten und die digitale Kommunikation ermöglichen einen effektiveren und offeneren Informationsaustausch innerhalb der Wissenschaft und fördern den Transfer der Ergebnisse in die Gesellschaft.

Der offene, d. h. durch möglichst wenige finanzielle, technische und rechtliche Hürden behinderte Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen wie Publikationen, Forschungsdaten und wissenschaftlicher Software erweitert die Transparenz in der Wissenschaft, verbessert die Verfahren der Qualitätssicherung und erhöht durch eine verbesserte Informationsversorgung  die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft. Open Science dient somit immer auch der Verbesserung der guten wissenschaftlichen Praxis. Darüber hinaus fördert Open Science den Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Für den Arbeitskreis Open Science steht das Prinzip „intelligent openness“ im Mittelpunkt jeglicher Verfahren von Open Science. Dies bedeutet, dass entsprechend der programmatischen Schrift „Science as an open enterprise“¹ wissenschaftliche Ergebnisse zugänglich, bewertbar, verständlich und nachnutzbar gemacht werden sollen. Bei der Umsetzung gilt es Chancen und Herausforderungen abzuwägen und Augenmaß beim Umgang mit der Offenheit zu wahren. Zur intelligenten Offenheit zählt auch die Anerkennung legitimer Gründe zur Einschränkung von Öffentlichkeit. Mit dieser Anerkennung ist Spielraum für Verhandlungen der von den Veränderungsprozessen betroffenen Akteure geschaffen.

Die Entwicklung von Open Science ist in den Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft, je nach Disziplin und Publikationskultur, unterschiedlich weit fortgeschritten. Anliegen des Arbeitskreises Open Science ist es, den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in enger Zusammenarbeit mit dem Helmholtz Open Science Koordinationsbüro² Unterstützung bei der Entwicklung von Orientierungslinien zu bieten. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist gefordert, den beginnenden Kulturwandel „from closed to open“ im Sinne der Wissenschaft mitzugestalten.

Folgende Handlungsfelder stellt der Arbeitskreis Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft in den Fokus seiner Arbeit:

  • Open Access - Zugang und Nachnutzung zu textuellen Publikationen
  • Open Research Data - Zugang und Nachnutzung zu Forschungsdaten
  • Open Research Software – Zugang und Nachnutzung zu wissenschaftlicher Software
  • Nationale und internationale Vernetzung zum Thema Open Science

Mit Blick auf die dynamische Entwicklung des Themenfeldes und seiner Rahmenbedingungen  sind in der Zukunft Anpassungen dieser Handlungsfelder notwendig und vorgesehen.

 

¹ Boulton, G. et al. 2012: Science as an open enterprise. London: Royal Society.
https://royalsociety.org/policy/projects/science-public-enterprise/Report/

² http://oa.helmholtz.de

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