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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 31.01.2018

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 66. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Empfehlungen zum Umgang mit wissenschaftlicher Software an den Helmholtz-Zentren

Der Arbeitskreis Open Science der Helmholtz-Gemeinschaft hat das Diskussionspapier „Empfehlungen zur Implementierung von Leit- und Richtlinien zum Umgang mit wissenschaftlicher Software an den Helmholtz-Zentren“ veröffentlicht. Das Papier beschreibt Strategien für wissenschaftliche Einrichtungen um den Zugang zu wissenschaftlicher Software und deren Nachnutzung zu verbessern. Themen der Veröffentlichung sind Anreize und Metriken, Softwareentwicklungs- und Dokumentationspraxis, Zugänglichmachung, Publikations- und Transferstrategien, Infrastrukturen, Qualitätssicherung, Lizenzierung und weitere rechtliche Themen, Aus- und Weiterbildung sowie Leit- und Richtlinien.

11th RDA Plenary in Berlin: Anmeldung freigeschaltet

Die Anmeldung für die 11. Plenartagung der Research Data Alliance (RDA) vom 21. bis 23. März 2018 in Berlin ist freigeschaltet. Auf der zweimal jährlich stattfindenden RDA-Tagung werden Themen rund um Forschungsdaten in unterschiedlichen Gruppen diskutiert um den Austausch über technische und disziplinäre Grenzen hinweg zu ermöglichen. Darüber hinaus haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit schon vorab am 19. und 20. März 2018 an einem „Industry Side Meeting“ und weiteren Veranstaltungen zum wirtschaftlichen Potential von datenbasierten Technologien und zu weiteren Themen teilzunehmen.

Das 11th RDA Plenary in Berlin wird durch das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ im Namen der Helmholtz-Gemeinschaft organisiert.

Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ wird bis 2022 fortgesetzt

Die Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen geht in die dritte Phase. „Mit der nun beschlossenen Fortsetzung der Schwerpunktinitiative wirken die Allianz-Partner zusammen, um gemeinsam die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland zu steigern“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Eine Pressemitteilung und ein Leitbild informieren über die acht Handlungsfelder, mit denen die Partnerorganisationen der Allianz bis zum Jahr 2022 den digitalen Wandel aktiv mitgestalten werden. Die Initiative verfolgt den Anspruch, den wissenschaftspolitischen ebenso wie den wissenschaftsimmanenten Diskurs zur Ausgestaltung der Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft zu begleiten und mitzugestalten.

Projekt zur Open-Access-Transformation gestartet

Dank der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) befasst sich das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro seit Januar 2018 im Projekt Options4OA mit den strategischen und operativen Handlungsoptionen für wissenschaftliche Einrichtungen und Fachgesellschaften zur Gestaltung der Open-Access-Transformation. In einem ersten Schritt wird eine qualitative Erhebung zum Stand von Open Access in Deutschland durchgeführt. Dazu werden wissenschaftliche Einrichtungen und Fachgesellschaften zu ihren Open-Access-Aktivitäten befragt. Mit dieser Erhebung wird eine Grundlage für die Weiterentwicklung der Open-Access-Strategien in Deutschland geschaffen. Auf Basis der Ergebnisse werden in einem zweiten Schritt Handlungsoptionen zur Förderung der Open-Access-Transformation erarbeitet. Darüber hinaus werden in einem dritten Schritt Empfehlungen erstellt, die Maßnahmen zur Umsetzung der erarbeiteten Handlungsoptionen für die Transformation von Subskription zu Open Access beschreiben.

ORCID-Deutschland-Konsortium wächst

Das Projekt ORCID DE erreicht gemeinsam mit der Technischen Informationsbibliothek Hannover (TIB) als administrativer Führung des ORCID-Deutschland-Konsortiums einen neuen Meilenstein. Zum 1. Januar 2018 wurde ein kostenneutraler Wechsel des Konsortiums in den Premium-Tarif durch die Anzahl von nunmehr 35 Mitgliedern ermöglicht. Durch diesen Schritt erhalten die Konsortiums-Mitglieder weitere Vorteile, wie z. B. automatisierte Benachrichtigungen zu Änderungen in den ORCID-Profilen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch „Webhooks“. Dadurch haben Konsortiums-Mitglieder noch bessere Bedingungen, um ORCID in die internen Workflows des Publikationsmanagements, der Forschungsinformationssysteme oder der Profildienste integrieren zu können.

An ORCID interessierte Einrichtungen haben die Möglichkeit sich über den aktuellen Stand und die weiteren Entwicklungen von ORCID in Deutschland auf dem kommenden ORCID-DE-Workshop am 8. November 2018 in Bielefeld zu informieren.

SCOAP³: APS als weiterer Verlag dabei

Das Ziel von SCOAP³ ist es, alle Artikel der Hochenergiephysik (HEP) im Open Access zu publizieren. Physical Review D ist die Zeitschrift, in der die meisten HEP-Artikel erscheinen. Aus Sicht des SCOAP³-Konsortiums war es sehr bedauerlich, dass die American Physical Society (APS) als Herausgeber 2013 entschied, nicht bei SCOAP³ mitzumachen, obwohl sie an der Ausschreibung erfolgreich teilgenommen hatte. Im letzten Jahr gelang es, APS doch noch an Bord zu holen (s. Newsletter 62). Die ersten 78 Artikel (Stand: 23.01.2018) wurden bereits via SCOAP³-Finanzierung unter CC-BY-Lizenz veröffentlicht und die operative Umsetzung verläuft reibungslos.

Physical Review D wird anders als die anderen „Kernzeitschriften“ (European Physical Journal C, Journal of High Energy Physics, Nuclear Physics B, Physics Letters B), die alle jeweils zu mehr als 60 % aus HEP-Artikeln bestehen, nicht vollständig in eine reine Open-Access-Zeitschrift umgewandelt. Ein zweiter Wermutstropfen ist der Einfluss auf den mittleren Preis pro Artikel bei SCOAP³. In der ersten Phase von SCOAP³ (2014-2016) betrug er 1032 Euro. Für die zweite Phase (2017-2019) wurde neu verhandelt und zunächst ein mittlerer Preis pro Artikel von ca. 950 Euro erreicht. Durch den Einstieg von APS (2018-2019) wird er stattdessen über dem der ersten Phase liegen.

EOSC-hub – ein Infrastrukturprojekt der European Open Science Cloud

Im Januar 2018 startet das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt EOSC-hub. Mit einem Budget von 30 Millionen Euro und 74 Partnern bestehend aus Forschungsinfrastrukturen, nationalen e-Infrastrukturanbietern, KMUs und wissenschaftlichen Einrichtungen ist EOSC-hub das zentrale Infrastrukturprojekt der European Open Science Cloud (EOSC). Ziel des Projekts EOSC-hub ist es u. a. einen einfachen Zugang zu hochqualitativen digitalen Diensten zu schaffen, die von den europäischen Partnern in einem offenen Service-Katalog angeboten werden. Aus der Helmholtz-Gemeinschaft sind das Forschungszentrum Jülich, das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ und das Steinbuch Centre for Computing des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) beteiligt.

Public Sector Information Directive

Die EU-Kommission erwägt die Richtlinie über die „Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors“ (2003/98/EG) aus dem Jahr 2003, novelliert im Jahr 2013 (2013/37/EU), erneut zu novellieren. Ende des vergangenen Jahres wurde von der Kommission hierzu eine Befragung durchgeführt, deren Auswertung noch nicht vorliegt. Im Januar 2018 veranstaltete die Kommission in der Sache eine öffentliche Anhörung.

Die Richtlinie dient dem Anliegen, die Nutzung von Informationen, die bei öffentlichen Stellen vorliegen, durch private Unternehmen zu fördern. Hierin sieht die Kommission erhebliches Potential zur Wirtschaftsförderung. Dazu sollte die erste Version der Richtlinie

  • die Mitgliedstaaten dazu motivieren mehr Informationen zugänglich zu machen,
  • diese Informationen kostenfrei oder lediglich kostendeckend zugänglich zu machen und
  • sicherstellen, dass alle Interessierten gleiche Zugangsmöglichkeiten haben.

Ein zentrales Anliegen der ersten Novellierung der Direktive im Jahr 2013 war es sicherzustellen, dass Daten, die durch öffentliche Stellen öffentlich zugänglich gemacht werden, auch kommerziell nachgenutzt werden können. Mit dieser Novellierung wurde außerdem der Geltungsbereich der Richtlinie ausgeweitet und schließt seitdem öffentliche Museen, Bibliotheken und Archive ein.

Sollte die öffentlich geförderte Wissenschaft im Rahmen einer weiteren Novellierung der Richtlinie stärker in die Pflicht genommen werden, könnten sich daraus Belastungen für die öffentlichen Wissenschaftsorganisationen in Europa ergeben, die sich unabhängig von dieser Direktive am Leitbild Open Science orientieren.

Blockchain und Provenienz von Forschungsdaten

Blockchain ist der Name der Technologie, die u. a. der Digitalwährung Bitcoin zugrunde liegt. Im Prinzip handelt es sich um eine in einem Netzwerk von Rechnern gemeinsam betriebene Datenbank, die Informationen zu miteinander verketteten Datenblöcken enthält. Jeder neue Block ist mit Transaktionsdaten und einem Zeitstempel versehen und über ein kryptografisches Verfahren mit dem vorhergehenden Block verbunden, sodass er nicht verändert werden kann. Dadurch, dass jeder Rechner im Netzwerk alle Informationen der Blockchain speichert, erhält man eine Art verteiltes, unveränderliches „Kassenbuch“.

Aktuell befassen sich zahlreiche Autoren mit Überlegungen, ob auf Blockchain basierende Systeme für die Dokumentation der Provenienz von Forschungsdaten und für größere Transparenz in der Wissenschaft verwendet werden könnten, darunter ein Report von Jisc und ein Report des Holtzbrinck-Unternehmens Digital Science. Blockchain-Anwendungen haben allerdings auch Nachteile: sie sind rechenintensiv und es fallen dabei sehr große Datenmengen an. Kritiker bezweifeln daher den Nutzen von Blockchain für die Wissenschaft; so zitiert der schon genannte Jisc-Report Anwendungsfälle, für die Blockchain ungeeignet ist.

Literaturhinweise

Bountra, C., W.H. Lee & J. Lezaun 2017: A new pharmaceutical commons: transforming drug discovery. Oxford: Oxford Martin School at the University of Oxford. https://www.oxfordmartin.ox.ac.uk/publications/view/2613

Jubb, M. et al. 2017: Monitoring the transition to open access. London: Universities UK. http://www.universitiesuk.ac.uk/policy-and-analysis/reports/Pages/monitoring-transition-open-access-2017.aspx

Klump, J. et al. 2017: Editorial: 20 years of persistent identifiers – applications and future directions. Data Science Journal 16: 52. https://doi.org/10.5334/dsj-2017-052

Mittermaier, B. 2017: Aus dem DEAL-Maschinenraum – ein Gespräch mit Bernhard Mittermaier. LIBREAS. Library Ideas 32. http://libreas.eu/ausgabe32/mittermaier/

Neylon, C. 2017: Sustaining scholarly infrastructures through collective action: the lessons that Olson can teach us. KULA: knowledge creation, dissemination, and preservation studies 1: 3. https://doi.org/10.5334/kula.7

Rodrigues, E. et al. 2017: Next generation repositories. Behaviours and technical recommendations of the COAR Next Generation Repositories Working Group. COAR Report. https://www.coar-repositories.org/news-media/technical-recommendations-for-next-generation-repositories/

Schmid, S.L. 2017: Five years post-DORA: promoting best practices for research assessment. Molecular Biology of the Cell 28: 2941-2944. https://doi.org/10.1091/mbc.E17-08-0534

Shotton, D. 2018: Funders should mandate open citations. Nature 553: 129. https://doi.org/10.1038/d41586-018-00104-7

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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