Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren

Archiv

Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 27.09.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 64. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Open APC: Transparenz bei Open-Access-Publikationsgebühren

Die Transparenz über die Mittelflüsse zwischen Wissenschaft und Verlagen ist eine zentrale Voraussetzung für die Gestaltung einer nachhaltigen Transformation des wissenschaftlichen Publikationswesens von Subskription zu Open Access. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen empfiehlt wissenschaftlichen Einrichtungen, Informationen zu gezahlten Open-Access-Publikationsgebühren offenzulegen, damit die Kostenstrukturen des Open-Access-Publikationsmarkts klar erkennbar werden.

Mit der „Open APC Initiative“ steht eine Open-Data-Plattform bereit, über die Publikationskosten aggregiert und öffentlich dokumentiert sowie Kostenstrukturen analysiert werden können (s. Newsletter 52). Auf der Plattform veröffentlichen bereits sechs Helmholtz-Zentren Daten über ihre Ausgaben für das Open-Access-Publizieren. Dank der breiten Beteiligung von wissenschaftlichen Einrichtungen und Förderorganisationen aus dem In- und Ausland (u. a. aus Großbritannien) werden so aktuell Ausgaben für 36.428 Artikel in Höhe von 68.943.741 Euro offen dokumentiert (Stand: 11.09.2017).

DEAL: Helmholtz-Zentren kündigen Elsevier-Verträge

Im Kontext der DEAL-Verhandlungen (s. Newsletter 59) wurde von 16 der 18 Helmholtz-Zentren entschieden, die Laufzeit ihrer Verträge mit dem Verlag Elsevier nicht über das laufende Jahr hinaus zu verlängern. Die beiden Helmholtz-Zentren, die bisher nicht gekündigt haben, sind durch längere Vertragslaufzeiten gebunden.

Seit 2016 verhandeln Vertreter des DEAL-Projektes im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit Elsevier über eine bundesweite Lizenzierung von Zeitschriften. Ein Ziel ist dabei die Umstellung der Publikationen von Autor/-innen aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen auf Open Access. Da die Verhandlungen sich sehr schwierig gestalten, soll durch den Ausstieg jetzt ein deutliches Zeichen gesetzt werden.

Rückblick: ORCID-Workshop

Anfang September 2017 fand an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main der ORCID-DE-Implementierungsworkshop statt. Beim Workshop, ausgerichtet von den Partnern des Projekts ORCID DE sowie ORCID EU, diskutierten mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter wissenschaftlicher Institutionen und ihrer Informationsinfrastruktureinrichtungen über die technischen Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Implementierung der Open Researcher and Contributor ID (ORCID) in Deutschland. Die Präsentationen des Workshops stehen online zur Verfügung.

Im Rahmen des Workshops wurden die neu eingerichteten Support-Webseiten vorgestellt, die das Blog des Projekts ergänzen und eine Hilfestellung für die Verbreitung und Einführung von ORCID an der eigenen Einrichtung darstellen. Die Veranstaltung war der zweite Workshop im Rahmen des Projekts ORCID DE, dem ein weiterer im nächsten Jahr folgen wird.

Open Science in TATuP

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis (s. Newsletter 62) hat Open Science als Hauptthema. Auf über 60 Seiten wird Open Science aus einer Reihe unterschiedlicher Blickwinkel betrachtet. Während in der Open-Science-Community oft die Erweiterungen der Handlungsspielräume der Wissenschaft durch die Digitalisierung betont werden, klingen im Themenheft auch andere, kritischere Einschätzungen an. So wird Open Science dort auch als mögliches Einfallstor für eine Reduktion der Selbstbestimmung der Wissenschaft diskutiert. In der Artikelsammlung wird weniger gut erkennbar, dass viele Open-Science-Aktivitäten der Lösung praktischer Probleme gewidmet sind, die sich im Zuge der Digitalisierung stellen. Konkrete Beispiele für solche Lösungsbedarfe sind Standardisierungen oder die Entwicklung von Software. Es ist begrüßenswert, wenn Open Science auch Thema der Technikfolgenabschätzung wird und unter dem Blickwinkel der, teils disruptiven, Dynamik der Technik- und Digitalisierungsentwicklung untersucht wird.

Riehm, U. & M. Nentwich 2017: Open Science aus Perspektive der Technikfolgenabschätzung. Zu Begriff, gesellschaftlicher Einbettung und möglichen Entwicklungen eines ubiquitären Konzepts. TATuP Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis 26: 11–17. https://doi.org/10.14512/tatup.26.1-2.11

BMBF fördert Open Access mit „Post-Grant-Fund“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat bekannt gegeben, dass Open-Access-Publikationsgebühren für Publikationen aus BMBF-geförderten Projekten auch nach Ablauf der Förderphase bis zu einer maximalen Höhe von 2400 Euro übernommen werden können. Das BMBF orientiert sich mit diesem Programm am „FP7 Post-Grant Open Access Publishing Funds Pilot“ der Europäischen Kommission. Details zu dem neuen Programm wurden am 1. September 2017 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Das Angebot reagiert auf den Umstand, dass viele Publikationen, die einem Forschungsprojekt zugerechnet werden können, erst nach dem Ende dessen Förderzeitraumes erfolgen.

Die Freude über das neue Instrument wird durch den Umstand getrübt, dass die Förderbedingungen von denen abweichen, die für DFG-geförderte Open-Access-Publikationsfonds gelten. Abweichend von diesen können mit den BMBF-Mitteln auch Publikationsgebühren über 2000 Euro und für Artikel in hybriden Zeitschriften finanziert werden. Die aus Sicht der begünstigten Autorinnen und Autoren begrüßenswerte Flexibilisierung steht in einem Spannungsverhältnis zu dem Anliegen, das Ansteigen von Publikationsgebühren zu bremsen und Doppelzahlungen („double dipping“) auszuschließen.

Open Access: Herausgeber rebellieren

Ende Juni 2017 haben die Herausgeber der Springer-Zeitschrift „Journal of Algebraic Combinatorics“ bekannt gegeben, dass sie ihre Ende des Jahres auslaufenden Verträge nicht verlängern werden und stattdessen gemeinsam die neue Open-Access-Zeitschrift „Algebraic Combinatorics“ betreiben wollen. Zur Begründung werden die hohen Subskriptionsgebühren der bisherigen Zeitschrift und die ablehnende Haltung des Verlages gegenüber einer Umstellung auf Open Access genannt. Wie der britische Mathematiker Timothy Gowers in einem Blogbeitrag schreibt, wurden die Herausgeber bei ihrer Entscheidung durch die Organisation MathOA beraten, der er selbst angehört.

Das Herausgebergremium des „Journal of Algebraic Combinatorics“ folgt damit einem ähnlichen Schritt der Herausgeber der Elsevier-Zeitschrift „Lingua“, die geschlossen zurücktraten um als Alternative die Open-Access-Zeitschrift „Glossa“ zu gründen (s. Newsletter 55).

Literaturhinweise

Fuchs, C., H. Pampel & P. Vierkant 2017: ORCID in Deutschland – Ergebnisse einer Bestandsaufnahme im Jahr 2016. o-bib - das offene Bibliotheksjournal 4: 35–55. https://doi.org/10.5282/o-bib/2017H2S35-55

Husen, S. E. et al. 2017: Recommended versus certified repositories: mind the gap. Data Science Journal 16: 42. https://doi.org/10.5334/dsj-2017-042

O’Carroll, C. et al. 2017: Providing researchers with the skills and competencies they need to practise Open Science. Report of the Working Group on Education and Skills under Open Science. Brussels: European Commission - Directorate-General for Research and Innovation. http://ec.europa.eu/research/openscience/pdf/os_skills_wgreport_final.pdf

Pampel, H. 2017: Open Access – Die Transformation gestalten! Laborjournal 2017 (7–8): 32–34. http://www.laborjournal.de/rubric/essays/essays2017/e17_09.lasso

Piwowar, H. et al. 2017: The state of OA: a large-scale analysis of the prevalence and impact of Open Access articles. PeerJ Preprints 5: e3119v1. https://doi.org/10.7287/peerj.preprints.3119v1

Westergaard, D. et al. 2017: Text mining of 15 million full-text scientific articles. bioRxiv:162099

Wilson, G. et al. 2017: Good enough practices in scientific computing. PLOS Computational Biology 13: e1005510. https://doi.org/10.1371/journal.pcbi.1005510

Wohlgemuth, M., C. Rimmert & N.C. Taubert 2017: Publikationen in Gold-Open-Access-Journalen auf globaler und europäischer Ebene sowie in Forschungsorganisationen. Forschungsbericht 18.07.2017. Bielefeld: Universität Bielefeld. https://pub.uni-bielefeld.de/publication/2912807

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

Newsletter abonnieren.

Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine E-Mail-Nachricht an paul.schultze-motel@os.helmholtz.de.

URL dieser Newsletter-Ausgabe: http://os.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-64-vom-27092017/

Lizenz

Die Inhalte dieses Newsletters sind gemäß Creative Commons by Attribution 4.0 lizenziert. Es ist erlaubt, die Inhalte des Newsletters weiter zu verwenden und zu verbreiten, wenn der Newsletter als Quelle angegeben wird.

Newsletter

Allianz der deutschen Wissenschafts-organisationen

Schwerpunktinitiative „Digitale Information“