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Alle Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Science Newsletter vom 05.07.2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 63. Helmholtz Open Science Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Science.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Science Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

RDA Plenary Meeting 2018 in Berlin - save the date!

Vom 21. bis 23. März 2018 wird die 11. Plenartagung der Research Data Alliance (RDA) mit ca. 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Berlin stattfinden. Dies bietet Deutschland die Gelegenheit, seine Expertise in der datengetriebenen Wissenschaft und Wirtschaft Fachbesuchern aus über 110 Staaten darzustellen, an internationaler Sichtbarkeit zu gewinnen sowie die Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft verstärkt für das Thema „Daten“ zu sensibilisieren und neue Impulse zu setzen.

Die Tagung wird organisiert vom Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ. Kontakt: rda-plenary-2018-orga@gfz-potsdam.de

Helmholtz Open Science Webinar zu wissenschaftlicher Software

In der seit 2012 laufenden Reihe mit Helmholtz Open Science Webinaren veranstaltet das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro in loser Folge Webvorträge zu Forschungsdaten und weiteren Open-Science-Themen. Im nächsten Webinar wird es im August 2017 erstmals um das Thema wissenschaftliche Software gehen: Dr. Daniel S. Katz spricht in seinem Vortrag über Methoden zur Zitierung und Anerkennung für Software.

Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft und externe Gäste sind zur Teilnahme an der Präsentation willkommen und können mit dem Referenten im Chat live über das Internet diskutieren. Einzelheiten zur Teilnahme sind auf einer Webseite zu den Webinaren zu finden.

Neues zu ORCID in Deutschland

Auf dem 106. Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main war das Projekt ORCID DE in diversen Vorträgen und Workshops vertreten und konnte gute Nachrichten verkünden. Zum einen hat die Universitätsbibliothek Bielefeld als Betreiber der Bielefeld Academic Search Engine (BASE) ein Arbeitspaket abgeschlossen, das nun das „Claiming“ von Publikationen in BASE via ORCID ermöglicht. Zum anderen wurde mit der Veröffentlichung des im letzten Jahr in Auftrag gegebenen datenschutzrechtlichen Gutachtens ein weiteres wichtiges Arbeitspaket erledigt. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projektes ein Artikel zur Kooperation zwischen der Gemeinsamen Normdatei (GND) und ORCID veröffentlicht.

Nach Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft und der Leibniz-Gemeinschaft ist nun auch die Fraunhofer-Gesellschaft als eine der großen Forschungsorganisationen Deutschlands Mitglied im ORCID-Deutschland-Konsortium (s. Newsletter 60).

BMBF-Förderung zum Forschungsdatenmanagement

In seiner „Förderrichtlinie zur Erforschung des Managements von Forschungsdaten in ihrem Lebenszyklus an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zwei Projekte mit Helmholtz-Beteiligung.

Das Verbundprojekt RDMatDB unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf und des Helmholtz-Zentrums Berlin widmet sich der Entwicklung einer flexiblen Forschungsdaten-Managementlösung zur durchgängigen Beschreibung und Steuerung generischer Datenflüsse und Workflows an der Schnittstelle zwischen der Experimentsteuerung und einem Forschungsdatenregister.

Anliegen des Vorhabens GEO_DATA_NODE_GFZ des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ ist der Ausbau des Forschungsdatenmanagements eines fachspezifischen Knotenpunkts auf der Basis der Umsetzung der vorliegenden Forschungsdatenpolicy mithilfe definierter Vorlagen sowie eines breiten Einsatzes von persistenter Identifizierung.

UrhWissG: es kommt - zumindest vorübergehend

Am 30. Juni 2017, dem letzten Sitzungstag des deutschen Bundestages in der laufenden Legislaturperiode, wurde das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) beschlossen. Dem ging ein zähes Ringen voraus (s. Newsletter 62), das mit dem aktuellen Beschluss nur sein vorläufiges Ende gefunden hat.

Ohne einer detaillierteren Bewertung des jetzt beschlossenen und im März 2018 in Kraft tretenden Gesetzes vorzugreifen, können einige Feststellungen getroffen werden:

  • Die Neuformulierung der Schrankenregelungen für Bildung und Forschung ist wesentlich besser verständlich als die bislang geltenden Regelungen und erhöht damit die Rechtssicherheit.
  • Die neue Regelung erfüllt die Anforderungen, die aus der Wissenschaft an eine Wissenschaftsschranke formuliert wurden, nur teilweise. Der Umfang der neu ermöglichten Nutzung geht nur geringfügig über die bestehenden Möglichkeiten hinaus. Weiterhin ausgeschlossen ist eine Nutzung von Angeboten der sogenannten Leseplätze über VPN und damit unabhängig von Zeit und Ort. Die gänzlich neue Regelung für Vervielfältigungen zum Zweck von Text- und Datamining adressiert der Kern der Problematik nicht adäquat. Jedoch muss bei dieser Kritik der durch Europarecht eingeschränkte Handlungsspielraum des deutschen Gesetzgebers berücksichtigt werden.
  • Auf Grundlage der Schranke können zukünftig keine Zeitungsartikel mehr genutzt werden. Diese Verschlechterung gegenüber dem geltenden Recht ist schwer nachvollziehbar.

Die Geltungsdauer der Neuregelung insgesamt ist auf fünf Jahre befristet. Ohne eine Verlängerung oder Entfristung durch ein weiteres Gesetz verfällt die neue Schranke nach Fristende ersatzlos. Diese Bestimmung steht einer Befriedung des Konfliktes um eine Schranke für Bildung und Wissenschaft entgegen. Die nächste Runde in diesem Konflikt wird jedoch mutmaßlich unter anderen Rahmenbedingungen ausgetragen werden, weil aktuell eine Änderung des europäischen Urheberrechtes verhandelt wird. Es wäre sogar möglich, dass die Änderungen aus Brüssel den deutschen Gesetzgeber dazu zwingen, noch vor dem Ablauf der Fünf-Jahres-Frist in der Sache erneut aktiv zu werden.

Positionierungen zur European Open Science Cloud

Die Diskussion um die European Open Science Cloud (EOSC) nimmt an Fahrt auf. Ende Mai 2017 haben Deutschland und die Niederlande in einem gemeinsamen Positionspapier eine schnelle Realisierung der cloudbasierten Forschungsdaten-Infrastruktur gefordert. „Die European Open Science Cloud bietet Europa die einmalige Chance, für europäische Forscherinnen und Forscher eine verlässliche und offene Umgebung zum Umgang mit Forschungsdaten zu schaffen“, so Staatssekretär Georg Schütte in einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Beide Länder schlagen die Umsetzung der GO-FAIR-Initiative zur praktischen Implementierung der EOSC vor.

Im Juni veranstaltete die zuständige Expertengruppe der EU-Kommission einen Workshop, in dem die aktuellen Herausforderungen bei der Realisierung der EOSC adressiert wurden. Auf der Website der EU-Kommission findet sich eine umfassende Dokumentation der Veranstaltung. Zur Betreuung des weiteren Prozesses wurden jüngst eine neue ESOC-Expertinnen- und Expertengruppe eingerichtet sowie eine Arbeitsgruppe berufen, die sich mit der Umsetzung der FAIR-Prinzipien in Europa beschäftigt.

UK Open Research Data Task Force

Auf Einladung der Regierung hat in Großbritannien eine vierzehnköpfige Open Research Data Task Force ihre Arbeit aufgenommen, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Universitäten und Forschungsförderern besteht. Vorausgegangen war die Formulierung eines Concordat on Open Research Data, in dem zehn Grundprinzipien für den Umgang mit Forschungsdaten empfohlen werden.

Die jetzt eingesetzte Task Force hat die Aufgabe eine „Roadmap“ für eine nationale Infrastruktur für offene Forschungsdaten zu erarbeiten. Dazu wurde in diesem Jahr zunächst ein Bericht über den Ist-Zustand erstellt, im kommenden Jahr soll ein weiterer Report folgen, der konkrete Handlungsempfehlungen enthält.

Literaturhinweise

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Lowndes, J. S. S. et al. 2017: Our path to better science in less time using open data science tools. Nature Ecology & Evolution 1: 0160. https://doi.org/10.1038/s41559-017-0160

Pampel, H. & M. Tullney 2017: Open-Access-Publikationsfonds. In: Praxishandbuch Open Access, S. 162-172. Herausg. von K. Söllner & B. Mittermaier. Berlin: De Gruyter Saur. https://doi.org/10.1515/9783110494068 (Preprint: https://doi.org/10.5281/zenodo.439267)

Pfeiffenberger, H. 2017: Data Publishing und Open Access. In: Praxishandbuch Open Access, S. 333-340. Herausg. von K. Söllner & B. Mittermaier. Berlin: De Gruyter Saur. https://doi.org/10.1515/9783110494068 (Postprint: hdl:10013/epic.50946)

Zhu, Y. 2017: Who support open access publishing? Gender, discipline, seniority and other factors associated with academics’ OA practice. Scientometrics 111: 557–579. https://doi.org/10.1007/s11192-017-2316-z

Impressum

Der Helmholtz Open Science Newsletter wird vom Helmholtz Open Science Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel, Kaja Scheliga, Dr. Paul Schultze-Motel und Paul Vierkant

Kontakt: open-science@helmholtz.de

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