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Die Ausgaben 1-43 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 25.06.2013

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 44. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Rückblick: Helmholtz Open Access Workshop zum Forschungsbereich Struktur der Materie

Im Juni 2013 fand am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg der zweitägige Workshop „Open Access to Publications and Data in the Research Field ‚Structure of Matter‘ of the Helmholtz Association“ statt, den das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro gemeinsam mit der DESY Zentralbibliothek veranstaltete. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Helmholtz-Zentren diskutierten über Open Access und den Zugang zu Forschungsdaten mit einem besonderen Schwerpunkt auf Materialforschung.

In zahlreichen Vorträgen gab es spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen zu Open Science im Forschungsbereich Struktur der Materie. Am ersten Veranstaltungstag gab Prof. Dr. Alexander Bradshaw eine Einführung in die Motive, die 1998 zur Gründung des New Journal of Physics als einer der ersten Open-Access-Zeitschriften führten. Weitere Vorträge beschäftigten sich z. B. mit Dateninfrastrukturen zur Forschung mit Photonen, Neutronen und Ionen. Am zweiten Tag wurden unter anderem ein Webportal zur Veröffentlichung von Forschungsdaten aus der Astroteilchenphysik und die Plattform Authorea zum gemeinschaftlichen Verfassen von interaktiven Publikationen vorgestellt. Ein Teilnehmer der Abschlussdiskussion war Prof. Dr. Brian Yates, einer der Direktoren des Australian Research Council (ARC), der sich aus Sicht einer Forschungsförderorganisation für das Management und den Zugang zu Forschungsdaten interessierte.

Alle Präsentationen stehen zum Herunterladen zur Verfügung. Dieser Helmholtz Open Access Workshop war der dritte in einer Reihe zu den Helmholtz-Forschungsbereichen, die weiter fortgesetzt wird.

Webinare zu Forschungsdaten

In der Reihe mit Helmholtz Open Access Webinaren zu Forschungsdaten gab es Mai 2013 eine Premiere. Mit dem Vortrag „DataUp - helping researchers manage, archive, and share their data“ von Dr. Carly Strasser von der California Digital Library fand erstmals ein transatlantisches Webinar statt. Über das Internet nahm die Referentin von Kalifornien aus teil, die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten aus ihren Helmholtz-Zentren den Vortrag über ein Tool zum Datenmanagement verfolgen und über den Live-Chat Fragen stellen.

In weiteren Webinaren sprechen im Juni 2013 Dr. Ralf Kunkel vom Forschungszentrum Jülich über „TEODOOR - Datenportal der Helmholtz-Geodateninfrastruktur TERENO“ und im Juli 2013 Philipp Gormanns und Dr. Michael Räß vom Helmholtz Zentrum München zum Thema „Von Mäusen und Menschen - Datenbrücken verbessern den Zugang zu Forschungsdaten in INFRAFRONTIER“. Die Präsentationen richten sich an interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft. Eine Anmeldung für die Webinare ist jeweils bis zum Tag vor der Veranstaltung möglich.

Helmholtz Open Access Workshop im Herbst

Das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro freut sich den internen Workshop „Von Open Access zu Open Science: aktuelle Herausforderungen in der Helmholtz-Gemeinschaft“ anzukündigen. Der Workshop am 27. und 28.11.2013 am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Zentren.

Im Jubiläumsjahr der „Berliner Erklärung“ wollen wir uns in einem disziplinübergreifenden Workshop dem Stand und den Perspektiven von Open Access an den Helmholtz-Zentren widmen. Anliegen ist es, gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen bei der Förderung von Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft zu diskutieren.

Zielgruppe dieses Workshops sind Leiter/-innen und Mitarbeiter/-innen aus Bibliotheken, Daten- und Rechenzentren, sowie weitere interessierte Personen aus Wissenschaft und Administration in der Helmholtz-Gemeinschaft. Kurze Vorträge sollen die Diskussionen anregen, im Mittelpunkt steht jedoch der Dialog unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Nähere Informationen zum Programm und zur Anmeldung werden auf der Website des Helmholtz Open Access Koordinationsbüros veröffentlicht.

Helmholtz-Zentren unterstützen neue Open-Access-Zeitschrift

Die neu gegründete Open-Access-Zeitschrift Geothermal Energy wird von drei Helmholtz-Zen­tren ideell und finanziell unterstützt. Das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ, das Karls­ruher Institut für Technologie (KIT) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ fördern die von SpringerOpen verlegte Zeitschrift durch eine Anschubfinanzierung für drei Jahre. Dadurch wird unter anderem ermöglicht, dass bis Ende 2015 von allen Autoren keine Publikationsgebühren erhoben werden.

Treibende Kraft hinter der neuen Zeitschrift mit einem Schwerpunkt auf Grundlagenfor­schung und Technologieentwicklung zur Geothermie als nachhaltiger Energiequelle sind die drei Herausgeber Prof. Dr. Ernst Huenges (GFZ), Prof. Dr. Thomas Kohl (KIT) und Prof. Dr. Olaf Kolditz (UFZ). „Wir freuen uns sehr, dass wir für Geothermal Energy ein sehr renommiertes internationales Gutachtergremium gewinnen konnten und gleichzeitig mit der neuen Open-Access-Zeitschrift einen freien Zugang und damit eine hohe Sichtbarkeit für aktuelle Ergebnis­se der Geothermie-Forschung erreichen können,“ sagte Prof. Huenges. Seit März 2013 können Manuskripte für Geothermal Energy eingereicht werden. Das Redaktionsbüro der Zeitschrift ist am UFZ in Leipzig beheimatet.

Die neue Zeitschrift hat bereits Konkurrenz bekommen: auch der geowissenschaftliche Verlag Copernicus Publications hat mit Geothermal Energy Science eine einschlägige Open-Access-Zeitschrift gestartet.

 

DESY, FZJ und GSI entwickeln Repositoriensystem

Bereits seit 2005 hatten das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) gemeinsam an Publikationsdatenbanken bzw. institutionellen Repositorien gearbeitet. Als in der Hochenergiephysik ein Nachfolgesystem für die weltweite SPIRES-Datenbank gesucht wurde, kristallisierte sich relativ schnell INVENIO, ein beim CERN entwickeltes und dort erfolgreich als Repositorium und Publikationsdatenbank eingesetztes System heraus. Das neue INSPIRE-Projekt mit CERN ging Mitte 2011 in Produktion.

Es war bald klar, dass INVENIO auch die Voraussetzungen für eine gemeinsame Publikationsdatenbank von FZJ und DESY erfüllen könnte. Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entschied sich ebenfalls dazu INVENIO einzusetzen und wurde in die Kollaboration von FZJ und DESY aufgenommen. Ein Supportvertrag mit CERN gab die Sicherheit bei Problemen schnell und kompetent Hilfe zu erhalten. Schließlich kam als weiterer Partner im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) die RWTH Aachen hinzu.

Um die Entwicklungsarbeiten zu koordinieren wurde relativ früh eine gemeinsame, aber verteilte IT-Infrastruktur bestehend aus WIKI (FZJ), HilfetextWIKI (GSI) und GIT Repositorium (DESY) aufgesetzt, die ergänzt durch Chat (Jabber), Mailinglisten und regelmäßige Videokonferenzen und Workshops eine effektive Zusammenarbeit erlaubt. Während sich die GSI hauptsächlich um die Statistikmodule und Teile des Backends kümmerte, steuerte die RWTH diverse Komponenten zum Frontend bei. Bei DESY wurde hauptsächlich die Backendfunktionalität für die neuen Eingabemasken entwickelt. Jülich stellte unter anderem die von allen gemeinsam genutzten Normdatensätze für Zeitschriften und Projekte bereit und beschäftigte sich mit der Rechteverwaltung.

Im November 2012 ging das FZJ nach der Migration von rund 127.000 Altdaten als erster Partner mit dem neuen System in Betrieb. Kurze Zeit später folgte die GSI und seit 1. Juni 2013 ist auch das DESY produktiv. Die RWTH wird in den nächsten Monaten folgen. In knapp zwei Jahren gelang es in dem Projekt in drei sehr unterschiedlichen Helmholtz-Zentren und einer Universität ein gemeinsames System optimal an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und dabei auf einer gemeinsamen Codebasis zu bleiben. Durch die zentrumsübergreifende Entwicklung konnten in dem Projekt deutlich mehr Ressourcen eingesetzt werden, als dies für jeden einzelnen der Partner möglich gewesen wäre. Die beteiligten Zentren gehen davon aus, dass die Helmholtz-spezifischen Anforderungen in anderen Helmholtz-Zentren ggf. übernommen werden könnten.

 

G8-Staaten beschließen Open Access in der Wissenschaft

Nachdem die Vereinigung der europäischen Wissenschafts- und Förderorganisationen Science Europe bereits im April „Principles on the Transition to Open Access to Research Publications“ veröffentlichte und der Global Research Council im Mai einen „Action Plan towards Open Access to Publications“ vorstellte, haben die Wissenschaftsministerinnen und -Minister der G8-Staaten im Juni in einer gemeinsamen Erklärung die Bedeutung von Open Access für die Industrienationen gewürdigt.

Erfreulich ist, dass die G8-Staaten nicht nur dem offenen Zugang zu wissenschaftliche Artikeln hervorheben, sondern auch die Bedeutung des Zugangs zu Forschungsdaten betonen. Angelehnt an den Open-Science-Report der Royal Society stellen die Wissenschaftsminister fest: „Open scientific research data should be easily discoverable, accessible, assessable, intelligible, useable, and wherever possible interoperable to specific quality standards.“ In der ebenfalls verabschiedeten „G8 Open Data Charter and Technical Annex“ werden auch Daten aus Wissenschaft und Forschung ausdrücklich zur Nachnutzung empfohlen.

 

KIT am Aufbau des RADAR - Research Data Repositoriums beteiligt

Das Steinbuch Centre for Computing (SCC) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist an dem Aufbau eines generischen Forschungsdaten-Repositoriums beteiligt. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes wird der Aufbau eines Daten-Repositoriums zur Veröffentlichung und Archivierung von Forschungsdaten anstrebt. Anliegen ist es das in vielen Disziplinen noch wenig etablierte Forschungsdatenmanagement zu unterstützen.

RADAR richtet sich sowohl an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Hochschulen und Forschungseinrichtungen als auch in der Industrie. Das Forschungsdaten-Repositorium will mit einem zweistufigen System die fachübergreifende sowie die fachspezifische Speicherung und Publikation von Forschungsdaten anbieten, die im Kontext der guten wissenschaftlichen Praxis archiviert werden sollen. Diese Forschungsdaten können als Bestandteil einer klassischen Text-Publikation oder als eigenständige Publikation dauerhaft verfügbar gemacht werden. Wichtiger Baustein des Projektes ist die Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells.

Weitere Partner von RADAR sind das Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur (FIZ Karlsruhe), das chemische Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie sowie die Technische Informationsbibliothek (TIB).

 

re3data.org - Research Data Repositories online

Ende Mai ist das Webportal re3data.org - Research Data Repositories offiziell online gegangen. re3data.org bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine Orientierung über die heterogene Landschaft der Forschungsdaten-Repositorien. Über eine Suchmaske können potenzielle Orte zur Speicherung und Auffindbarkeit von wissenschaftlichen Daten gefunden werden. Daten-Repositorien können nach verschiedenen Kriterien gefilterten werden, z. B. nach Disziplin oder Zugangsbedingungen.

Weiter soll infrastrukturellen Dienstleistern, wie Datenzentren, Rechenzentren und Bibliotheken, eine Übersicht über die Landschaft der Forschungsdaten-Repositorien gegeben werden. Darüber hinaus kann der Dienst von Förderorganisationen genutzt werden: fordern diese Mittelempfängerinnen und -empfänger auf, gewonnene Forschungsdaten offen zugänglich zu machen kann eine Recherche in re3data.org helfen potenzielle Repositorien zur Speicherung der Forschungsdaten zu finden. Im April 2013 waren über 338 Forschungsdaten-Repositorien in dem Verzeichnis nachgewiesen. Von diesen Informationsinfrastrukturen waren 171 nach dem umfangreichen re3data.org-Vokabular indexiert.

Die Reaktionen auf den Start des Dienstes waren sehr positiv, u. a. fand re3data.org in der Zeitschrift Nature Erwähnung. Projektpartner von re3data.org sind die Abteilung Bibliothek und Informationsdienste des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin sowie die Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Pampel, H. et al. 2013: Making research data repositories visible: the re3data.org registry. PeerJ PrePrints 1: e21v1. doi:10.7287/peerj.preprints.21v1

 

Forschungsdaten-Infrastrukturen: wohin geht die Reise?

Das DFG-Projekt „Rahmenbedingungen einer disziplinübergreifenden Forschungsdaten-Infrastruktur (Radieschen)“ widmete sich im Zeitraum Mai 2011 bis März 2013 dem Stand und der Perspektive von Forschungsdaten-Infrastrukturen in Deutschland.

Der jetzt veröffentlichte Abschlussbericht beschreibt den Status Quo der Forschungsdaten-Infrastrukturen, benennt Lücken und weist auf den Entwicklungsbedarf hin. Der Report befasst sich mit der Organisationsstruktur, der Technologie und der finanziellen Dimension des Themenfeldes. Darüber hinaus werden Querschnittsthemen wie das Wertesystem wissenschaftlicher Veröffentlichungen oder die Rolle der sozialen Medien in der Wissenschaft behandelt. Aus der Helmholtz-Gemeinschaft war das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ an dem Projekt beteiligt.

 

Rückblick: Symposium „The Now and Future of Data Publishing 2013“

Vom 22. bis 24. Mai fanden in Oxford mehrere Meetings zu aktuellen Themen der Informationsinfrastruktur statt. Es begann mit dem Symposium „The Now and Future of Data Publishing 2013“, ging über zu einem Outreach-Meeting und „Code-Fest“ von ORCID und endete mit dem Dryad Membership Meeting.

Insbesondere das erste „Plenary Panel“ des Symposiums zeigte, dass auch die grossen Verlage (Nature, Elsevier, F1000) sich nunmehr ernsthaft mit Daten beschäftigen - bis hin zu dem Punkt, dass sie selbst den Autoren helfen wollen, brauchbare Metadaten zu formulieren und Daten in dynamische Artikel einzubauen. Dryad erlaubte einige sehr detaillierte Blicke ins Innenleben eines nunmehr selbstständigen Datenrepositories, einschließlich des Preismodells und der Nutzungsstatistik. ORCID stellte sich nicht nur bei diesen Veranstaltungen in Oxford als Bindeglied zwischen Repositories und Verlagen dar. Das ORCID-Modell des eindeutigen Identifiers für Autoren - und wie die Verbindung zwischen Artikeln, Daten und Identifiern konkret für jede Person geschaffen wird - ist jetzt nicht nur auf Journalartikel sondern auch auf Daten anwendbar (s. ODIN – ORCID and DataCite Interoperability Network).

 

Zweitveröffentlichungsrecht: Ausgang ungewiss

In der deutschen Regierungskoalition gibt es starken Widerstand gegen das Zweitveröffentlichungsrecht. Es ist deshalb unklar, ob es in der jetzt bekannten, in geänderter Form oder gar nicht durch den Bundestag kommt.

Seit Jahren fordern die Kultusministerkonferenz und die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für Autoren wissenschaftlicher Werke, die mindestens zur Hälfte auf öffentlich finanzierter Forschung beruhen. Diese Forderung wird im aktuellen Bundestag von den Oppositionsparteien unterstützt. Für ein Zweitveröffentlichungsrecht hat sich zudem die Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ ausgesprochen. Hier wurde die Empfehlung durch die Vertreter der Regierungskoalition mitgetragen. Der Widerstand innerhalb der Regierungskoalition verhinderte seit Beginn dieser Legislaturperiode den schon in der vorherigen Legislaturperiode angekündigten „Dritten Korb“ der Urheberrechtsnovellierung, der vor allem den Interessen der Wissenschaft Rechnung tragen sollte. Das Zweitveröffentlichungsrecht wäre ein wesentlicher Teil diese Korbes, eine Wissenschaftsschranke der andere.

Der vom Justizministerium im April veröffentlichte „Entwurf eines Gesetzes zur Nutzung verwaister und vergriffener Werke und einer weiteren Änderung des Urheberrechtsgesetzes“ wurde von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und dem Bundesrat begrüßt. Kritisiert wurde jedoch die Einschränkung des Anwendungsbereichs im Kabinettsentwurf. Irritationen löste die Formulierung aus, die das Zweitveröffentlichungsrecht auf Werke beschränken soll, die öffentlich „gefördert“, nicht „finanziert“ sind. Diese zunächst unverständliche Differenzierung soll das Gros der wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Deutschland, d. h. die der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulen, von der Regelung ausschließen.

Im Mai 2013 wurde der Gesetzentwurf mit geringfügigen redaktionellen Änderungen in den Bundestag eingebracht. Am 6. Juni fand im Plenum des Bundestages die erste Lesung (S. 30911, 31097ff.) und die Überweisung in die Ausschüsse statt. Der für dieses Gesetzgebungsverfahren federführende Rechtsausschuss veranstaltete am 10. Juni eine öffentliche Anhörung zu dem Gesetzentwurf. Am 26. Juni wird der Gesetzentwurf in den Ausschüssen verhandelt. Die abschließende dritte Lesung wird voraussichtlich am 27. Juni stattfinden.

 

The future of publishing

Die Zeitschrift Nature veröffentlichte Ende März 2013 eine Sonderausgabe zur Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens. Darin finden sich unter anderem Beiträge von Jason Priem mit Alternativen zum wissenschaftlichen Artikel als Publikationsstandard, von John Wilbanks über den Wert der CC-BY-Lizenz für Open-Access-Publikationen und von Richard Monastersky zu Bibliotheken und Datenveröffentlichungen.

The future of publishing: a new page. Nature 495: 425. doi:10.1038/495425a

 

Literaturhinweise: Open Access

Anderson, T. 2013: Open access scholarly publications as OER. International Review of Research in Open and Distance Learning 14: 81–95. http://www.irrodl.org/index.php/irrodl/article/view/1531

Björk, B.-C. 2013: Open access subject repositories – an overview. Preprint. http://www.openaccesspublishing.org/2013/05/22/open-access-subject-repositories-an-overview/

Darling, E.S. et al. 2013: The role of twitter in the life cycle of a scientific publication. arXiv:1305.0435

Desjardins-Proulx, P. et al. 2013: The case for open preprints in biology. PLoS Biology 11: e1001563. doi:10.1371/journal.pbio.1001563

Kurata, K. et al. 2013: Remarkable growth of open access in the biomedical field: analysis of PubMed articles from 2006 to 2010. PLoS ONE 8: e60925. doi:10.1371/journal.pone.0060925

Laakso, M. & B.-C. Björk 2013: Delayed open access: an overlooked high-impact category of openly available scientific literature. Preprint. http://www.openaccesspublishing.org/delayed/laakso_bj_rk_delay_preprint.pdf

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Costas, R. et al. 2013: The value of research data. Metrics for datasets from a cultural and technical point of view. Copenhagen: Knowledge Exchange. http://www.knowledge-exchange.info/datametrics

Gura, T. 2013: Citizen science: amateur experts. Nature 496: 259–261. doi:10.1038/nj7444-259a

Hardisty, A. & D. Roberts 2013: A decadal view of biodiversity informatics: challenges and priorities. BMC Ecology 13: 16. doi:10.1186/1472-6785-13-16

Jasny, B.R. 2013: Realities of data sharing using the genome wars as case study - an historical perspective and commentary. EPJ Data Science 2: 1. doi:10.1140/epjds13

Leadbetter, A. et al. 2013: Ocean data publication cookbook. Paris: UNESCO Intergovernmental Oceanographic Commission. http://www.iode.org/index.php?option=com_oe&task=viewDocumentRecord&docID=10574

Piwowar, H. & T.J. Vision 2013: Data reuse and the open data citation advantage. PeerJ PrePrints 1: e1. doi:10.7287/peerj.preprints.1

Rung, J. & A. Brazma 2013: Reuse of public genome-wide gene expression data. Nature Reviews Genetics 14: 89–99. doi:10.1038/nrg3394

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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