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Die Ausgaben 1-41 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 12.12.2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 42. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Rückblick: Open Access Week 2012

Im Rahmen der internationalen Open Access Week war das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro in diesem Jahr an zwei Veranstaltungen beteiligt. Zum Auftakt wurde gemeinsam mit Partnern von der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin eine Podiumsdiskussion zum Themenfeld „Open Science“ veranstaltet, die Prof. Dr. Martin Grötschel (TU Berlin) mit einem Einführungsreferat eröffnete. Der Mathematiker brachte seine Vision der Informationsversorgung klar und deutlich auf den Punkt: „Ich will alles und zwar sofort, jederzeit, überall und kostenlos zur Verfügung haben.“ Anschließend diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Verlagswesen und Forschungsförderung über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in Forschung und Lehre. Besondere Würdigung in der Debatte erhielten die in diesem Jahr veröffentlichten Empfehlungen der „Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft“ zum Thema Open Access. Deutlich wurde aber auch das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Verlagen. So musste sich die Elsevier-Vertreterin deutlicher Kritik aus dem Publikum an dem Geschäftsgebaren des Verlagsgiganten stellen. Eine Dokumentation der Veranstaltung steht zur Verfügung.

Wie in den Vorjahren veranstaltete das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro auch während der diesjährigen Open Access Week ein Webinar für Doktorandinnen und Doktoranden der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Titel „Science is open: an introduction to open access“. Insgesamt meldeten sich mehr als 50 Interessenten aus 15 Helmholtz-Zentren für das Webseminar an. An zwei Terminen konnten die Teilnehmer live über das Internet eine Einführung in das Thema Open Access verfolgen und per Chat Fragen stellen. Dabei ging es unter anderem um den Impact Factor von Open-Access-Zeitschriften und die Nutzung von Repositorien der Helmholtz-Zentren für Zweitveröffentlichungen im „grünen Weg“ des Open Access.

Neue Webinare zu Forschungsdaten

Die Reihe mit Helmholtz Open Access Webinaren zu Forschungsdaten wird nach den Themen „Forschungsdaten in der Hochenergiephysik“ und „marine Forschungsdaten“ mit weiteren Vorträgen fortgesetzt. Am 14. und 19. Dezember 2012 wird Dr. Hans Pfeiffenberger vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) über „'Barriers and Drivers in Data Sharing' - Ergebnisse des EU-Projekts ODE“ berichten. Am 15. und 21. Januar 2013 gibt Dr. Martin Fenner von ORCID einen Überblick über „Autorenidentifikation mit Hilfe von ORCID“. Am 12. und 20. Februar 2013 wird Dr. Miguel Andrade vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Methoden des Textmining in einem englischsprachigen Vortrag vorstellen: „Mining the biomedical literature for protein functions and interactions“.

Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft sind zur Teilnahme an den Präsentationen der Experten eingeladen und können im Livechat über das Internet diskutieren. Eine Anmeldung für die Webinare ist jeweils bis zum Tag vor der Veranstaltung möglich.

Symposium „Forschungsdaten-Infrastrukturen“

Die Flut an digitalen Daten, die z. B. bei Untersuchungen in den Sozialwissenschaften oder bei Satellitenmissionen in den Naturwissenschaften entstehen, wächst rasant. Die dauerhafte Speicherung dieser Daten für zukünftige Generationen von Forscherinnen und Forschern stellt das gesamte Wissenschaftssystem vor Herausforderungen. Jüngst hat die EU-Kommission Empfehlungen an ihre Mitgliedsstaaten zur dauerhaften Zugänglichkeit von Forschungsdaten verabschiedet. Doch noch sind viele Fragen ungelöst. So müssen Aspekte der Finanzierung, Organisation und Technologie der zu schaffenden Forschungsdaten-Infrastrukturen sowie deren rechtliche und politische Rahmenbedingungen geklärt werden.

Diese Themenfelder werden in einem gemeinsam organisierten Symposium der DFG-Projekte Radieschen, re3data.org, KomFor, EWIG und BoKeLa diskutiert. Das Symposium findet am 22. Januar 2013 am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) in Potsdam statt. Eine Anmeldung ist erforderlich. An den beteiligten Projekten arbeiten mehrere Helmholtz-Zentren mit, u. a. das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

 

Informationsbroschüre „Open-Access-Strategien“

Im Rahmen der Open Access Week 2012 hat die Arbeitsgruppe Open Access in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der Wissenschaftsorganisationen die Broschüre „Open-Access-Strategien für wissenschaftlichen Einrichtungen - Bausteine und Beispiele“ veröffentlicht.

Anliegen der Veröffentlichung ist es einen Überblick über praktische Maßnahmen zur Förderung von Open Access zu geben. In kurzen Artikeln von Autorinnen und Autoren aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen beschreibt die Broschüre Bausteine einer umfassenden Open-Access-Strategie ebenso wie beispielhafte Kombinationen von Maßnahmen, die darauf abzielen, Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen dabei zu unterstützen die eigenen Forschungsergebnisse weltweit ohne Barrieren für die Nutzer bereitzustellen.

 

Umstieg auf Open Access brächte volkswirtschaftliche Vorteile

Eine Umstellung des wissenschaftlichen Publizierens auf Open Access brächte für Deutschland volkswirtschaftliche Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Oktober 2012 veröffentlichte Studie. Die von der DFG geförderte Analyse ist die jüngste einer Reihe von Untersuchungen, die auf einem Modell des australischen Wirtschaftswissenschaftlers John W. Houghton basieren. Sie wurde von ihm in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main erstellt.

In den Untersuchungen wurden die Kosten für die Umstellung des Publizierens aller wissenschaftlichen Artikel aus einem Land den zu erwarteten volkswirtschaftlichen Gewinnen gegenübergestellt. Die zu realisierenden Gewinne können demnach über den grünen Weg des Open Access günstiger als über den goldenen Weg erreicht werden. Für die Deutschlandstudie wurde zudem das Programm Nationallizenzen in den Vergleich einbezogen. Damit ließe sich Open Access kostengünstiger umsetzen als über den goldenen Weg, jedoch weniger günstig als über den grünen Weg.

Neben dem Kostenvergleich verdeutlichen die Ergebnisse die Bedeutung des von der Kultusministerkonferenz und der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen geforderten unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechtes für Autoren wissenschaftlicher Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung stammen. Dieses Recht würde die Nutzung des grünen Weges erheblich erleichtern.

Houghton, J. et al. 2012: General cost analysis for scholarly communication in Germany. Results of the „Houghton Report” for Germany. Frankfurt am Main: Goethe-Universität. urn:nbn:de:hebis:30:3-275309

 

Goldförderung: britische Forschungsförderer zahlen für Open-Access-Publikationen

Die Dachorganisation der britischen Forschungsförderer, Research Councils UK (RCUK), hat im November direkte Förderzahlungen an die britischen Universitäten zur Finanzierung von Publikationsgebühren angekündigt, die bei der Erfüllung der Open-Access-Richtlinie für Publikationen aus geförderten Forschungsprojekten anfallen. Von 2013 bis 2017 wollen die RCUK für diesen Zweck jährlich steigende Fördermittel von insgesamt rund 125 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Damit soll erreicht werden, dass im ersten Jahr 45 % und im zweiten Jahr mehr als 50 % der jährlich etwa 26.000 Publikationen aus geförderten Projekten im goldenen Weg des Open Access, also durch Erstveröffentlichungen in Open-Access-Zeitschriften erscheinen. Bis 2017 soll dieser Anteil den Planungen der RCUK zufolge auf 75 % steigen, die restlichen 25 % sollen durch den grünen Weg des Open Access, d. h. Zweitveröffentlichungen in Repositorien realisiert werden. Dabei wird eine nahezu vollständige Umsetzung der Open-Access-Verpflichtung angestrebt.

Für die Höhe der Förderzahlungen an die einzelnen Universitäten wird ein Schlüssel verwendet, der sich an den Personalkosten aus geförderten Forschungsprojekten der letzten drei Jahre orientiert. An der geplanten Verteilung der Fördergelder wird inzwischen kritisiert, das Verfahren sei zu intransparent, kleine Universitäten könnten benachteiligt werden oder die Doktorandenstipendien könnten bei der Anrechnung der Personalkosten unberücksichtigt bleiben. Weitere Kritik bezieht sich darauf, dass Publikationsgebühren und damit die Kosten des Verfahrens insgesamt zu hoch angesetzt sein könnten. Befürchtungen, dass die Universitäten mit Nachteilen bei unzureichender Umsetzung der vorgegebenen Gold-Quoten zu rechnen hätten, haben die RCUK bereits zurückgewiesen.

 

IOP Publishing ändert Lizenz zu CC-BY

Der Verlag IOP Publishing hat im Oktober mitgeteilt, dass alle seine Open-Access-Publikationen künftig unter der freieren Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ (CC-BY) erscheinen werden. Diese Regelung gilt für die Open-Access-Zeitschriften „New Journal of Physics“ und „Environmental Research Letters“ ebenso wie für „Hybrid“-Publikationen des Verlages. Gegenüber der bisher von IOP Publishing verwendeten CC-BY-SA-NC-Lizenz ist unter der CC-BY-Lizenz nun die uneingeschränkte Nachnutzung der Inhalte erlaubt, u. a. für Textmining.

Nachdem in Großbritannien der Welcome Trust und die Research Councils UK für Open-Access-Publikationen die CC-BY-Lizenz verlangen, empfiehlt jetzt auch die internationale Vereinigung der Open-Access-Wissenschaftsverlage OASPA ihren Mitgliedern die Nutzung dieser Lizenz „wo auch immer es möglich ist“. Die CC-BY-Lizenz wird bereits von mehreren großen Verlagen wie PLOS, BioMed Central, SpringerOpen und Wiley eingesetzt.

 

Literaturhinweise: Open Access

Gumpenberger, C., M.-A. Ovalle-Perandones & J. Gorraiz 2012: On the impact of Gold Open Access journals. Scientometrics. doi:10.1007/s11192-012-0902-7

Laakso, M. & B.-C. Björk 2012: Anatomy of open access publishing: a study of longitudinal development and internal structure. BMC Medicine 10: 124. doi:10.1186/1741-7015-10-124

Neylon, C. 2012: More than just access: delivering on a network-enabled literature. PLoS Biology 10: e1001417. doi:10.1371/journal.pbio.1001417

Schmidt, B. & K. Shearer 2012: Licensing revisited: open access clauses in practice. LIBER Quarterly 22 (3). http://liber.library.uu.nl/index.php/lq/article/view/8055

Syka, J. et al. 2012: Open access in biomedical research. Strasbourg: European Science Foundation / European Medical Research Councils. http://www.esf.org/fileadmin/Public_documents/Publications/spb47_OpenAccess.pdf

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Haak, L.L. et al. 2012: Standards and infrastructure for innovation data exchange. Science 338: 196–197. doi:10.1126/science.1221840

Horn, J.D. van & M.S. Gazzaniga 2012: Why share data? Lessons learned from the fMRIDC. NeuroImage (in press). doi:10.1016/j.neuroimage.2012.11.010

Kunkel, R. et al. 2012: TEODOOR: Geodateninfrastruktur zur Verwaltung und Veröffentlichung von terrestrischen Beobachtungsdaten der HGF Infrastrukturmaßnahme TERENO aus verteilten Quellen. In: Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme. 6. Konferenz der Zentralbibliothek, Forschungszentrum Jülich 5.-7. November 2012 (WissKom 2012), S. 75–92. Herausg. von B. Mittermaier. Jülich: Forschungszentrum Jülich. hdl:2128/4699

Pampel, H., H.-J. Goebelbecker & P. Vierkant 2012: re3data.org: Aufbau eines Verzeichnisses von Forschungsdaten-Repositorien. Ein Werkstattbericht. In: Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme. 6. Konferenz der Zentralbibliothek, Forschungszentrum Jülich 5.-7. November 2012 (WissKom 2012), S. 61-73. Herausg. von B. Mittermaier. Jülich: Forschungszentrum Jülich. hdl:2128/4699

Stoltzfus, A. et al. 2012: Sharing and re-use of phylogenetic trees (and associated data) to facilitate synthesis. BMC Research Notes 5: 574. doi:10.1186/1756-0500-5-574

Williams, A.J., J. Wilbanks & S. Ekins 2012: Why open drug discovery needs four simple rules for licensing data and models. PLoS Computational Biology 8: e1002706. doi:10.1371/journal.pcbi.1002706

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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