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Die Ausgaben 1-39 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 12.06.2012

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 40. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Koordinationsbüros.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Open-Access-Zeitschrift „Nature Conservation“ am UFZ gegründet

„Der Verlust an Biodiversität ist eines der wichtigsten Themen für die Zukunft unseres Planeten. Unsere neue Open-Access-Zeitschrift Nature Conservation soll die wissenschaftlichen Informationen frei verfügbar machen, die zur Erhaltung der Natur beitragen. Die Zeitschrift zielt insbesondere darauf, den Informationsfluss zwischen Wissenschaftlern und Praktikern zu verbessern. Eines unserer wichtigsten Ziele ist es, Synergien zwischen Wissenschaft, Politik und Behörden zu unterstützen“, sagt Dr. Klaus Henle vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der die Zeitschrift bei Pensoft Publishers im Rahmen des vom UFZ koordinierten EU-Projektes SCALES etabliert hat.

Die Veröffentlichung von Forschungsdaten wird von der neuen Zeitschrift durch die Zusammenarbeit mit externen Repositorien und Dateninfrastrukturen wie der Global Biodiversity Information Facility (GBIF), Dryad oder der Enyclopedia of Life (EOL) gefördert. Biodiversitätsdaten können in Nature Conservation nach einem „Multiple-Choice-Modell“ in verschiedenen Formen und Komplexitätsgraden veröffentlicht werden, z. B. als Supplement zu einer Textveröffentlichung, als Datensätze in einem Datenrepositorium mit Verlinkung zum Text oder auch als eigenständige Datenveröffentlichungen.

Henle, K. et al. 2012: Nature Conservation – a new dimension in Open Access publishing bridging science and application. Nature Conservation 1: 1–10. doi:10.3897/natureconservation.1.3081

 

Helmholtz Open Access Webinar zu Forschungsdaten

Im Februar 2012 fand am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt der interne Workshop „Informations- und Forschungsdaten-Management und deren Infrastrukturen in der Helmholtz-Gemeinschaft“ statt, zu dem der Arbeitskreis Open Access der Helmholtz-Gemeinschaft eingeladen hatte. Dabei diskutierten Expertinnen und Experten aus Datenprojekten der Helmholtz-Gemeinschaft über Anforderungen an wissenschaftliche Informationsinfrastrukturen, Datenmanagement und den Zugang zu Forschungsdaten.

Zur Weiterführung der begonnenen Diskussionen veranstaltet das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro eine Reihe von Webinaren zu Forschungsdaten. Vorgesehen sind unter anderem die Themen „Persistente Identifikatoren“ und „Zugang zu Forschungsdaten“. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft sind zur Teilnahme an den Präsentationen von Experten eingeladen und können im Livechat über das Internet diskutieren. Den Anfang macht Dr. Jens Klump vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ am 22. Juni und 4. Juli 2012 mit dem Vortrag „Persistente Identifikatoren - Anwendungsfälle und Systeme für die Naturwissenschaften“. Eine Anmeldung für das Webinar ist ab sofort möglich.

SCOAP3 – Ausschreibung gestartet

Das internationale Konsortium zur Überführung der Kernzeitschriften der Teilchenphysik in Open Access, SCOAP3, befindet sich aktuell in seiner wohl spannendsten Phase: die Ausschreibung, an der sich die Verlage beteiligen können, wurde Anfang Juni gestartet. Teilnehmen können Verlage, die sich bereits bei der Marktumfrage Ende 2011 für eine Beteiligung qualifiziert haben.

Bis Mitte Juni haben die Verleger nun die Möglichkeit Angebote abzugeben. Diese Angebote werden dann durch das Konsortium begutachtet. Ausschlaggebend für die Annahme eines Verlagsangebots sind der Preis pro Artikel und die Einhaltung der vom Konsortium erarbeiteten Qualitätskriterien (siehe hierzu die technischen Spezifikationen von SCOAP3).

Anliegen von SCOAP3 ist es diesen Auswahlprozess bis Ende des dritten Quartals 2012 abzuschließen. Parallel dazu wird die operative Organisationsstruktur des Konsortiums gebildet. Für die Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert das DESY die Arbeit von SCOAP3. Weitere Informationen finden sich auf der Website des Konsortiums. Über den Stand von SCOAP3 in Deutschland informiert http://scoap3.de.

 

Open-Access-Tage 2012: Anmeldung eröffnet

Vom 26. bis 27. September 2012 finden die 6. Open-Access-Tage statt. Gastgeber der Konferenz ist in diesem Jahr die Universität Wien. Die jährlich stattfindende Tagung wird von den Betreibern und Partnern der Informationsplattform open-access.net veranstaltet, wie in den vergangenen Jahren unter Beteiligung des Helmholtz Open Access Koordinationsbüros, das auch einen Workshop zum Thema Zugang zu Forschungsdaten sowie gemeinsam mit der österreichischen Nationalbibliothek einen Satelliten-Workshop zur Vorstellung des EU-Projektes APARSEN organisiert. Ein vorläufiges Programm ist bereits online, ab sofort ist die Anmeldung möglich. Die Konferenz wird durch eine Messe ergänzt, auf der sich Akteure und Dienstleister rund um Open Access präsentieren.

 

Rückblick: Open Access beim Frühjahrstreffen der Helmholtz-EU-Referenten

Beim Frühjahrstreffen der EU-Referentinnen und EU-Referenten der Helmholtz-Gemeinschaft im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) am 8. Mai 2012 konnte das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro gemeinsam mit der Bibliothek des HZDR in einem Vortragsblock über den „EU Open Access Pilot“ und über die praktische Unterstützung von Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern in EU-geförderten Projekten bei der Umsetzung der Open-Access-Bedingung („Special Clause 39“) für Publikationen aus ihren EU-Projekten informieren.

An dem Treffen nahmen rund 40 EU-Referentinnen und EU-Referenten aus den Helmholtz-Zentren und aus dem Helmholtz-Büro Brüssel teil. Bei der Veranstaltung erhielten die Teilnehmer aktuelle Informationen über die Förderung von Open Access zu Publikationen und Forschungsdaten durch die Helmholtz-Gemeinschaft und zur möglichen Ausweitung der Open-Access-Regeln im kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“. Ein Ziel war es die EU-Referenten an ihren jeweiligen Zentren in den Informationsaustausch zwischen Bibliotheken und Helmholtz-Wissenschaftlern in betroffenen EU-Projekten einzubeziehen. Die Präsentationen wurden mit Interesse aufgenommen und es gab eine angeregte Diskussion.

Bibliothekartag 2012 mit Fokus auf Open Access und Forschungsdatenmanagement

Unter dem Motto „Bibliotheken – Tore zur Welt des Wissens“ trafen sich vom 22. bis 25. Mai 2012 Bibliothekare, Informationsspezialisten und Wissenschaftler im Kongresscenter Hamburg um über aktuelle Entwicklungen und Zukunftstrends in Informationseinrichtungen zu diskutieren.

Besondere Schwerpunkte im Konferenzprogramm bildeten dieses Jahr die Themenbereiche Open Access und Forschungsdatenmanagement. Alleine die Diskussion um den Umgang mit Forschungsdaten und deren Konsequenz für die bibliothekarische Praxis wurde in zehn Sessions behandelt. Im Themenbereich Open Access stand die Einrichtung von Open-Access-Publikationsfonds und deren Management im Fokus. Aus der Helmholtz-Gemeinschaft berichtete u. a. der Leiter der KIT-Bibliothek Frank Scholze über die Open-Access-Aktivitäten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Ferner wurden Wege vorgestellt, wie Open Access verstärkt an die Erwerbungspolitik wissenschaftlicher Institutionen gekoppelt werden an. Dabei wurde auch die Verankerung von Open Access in der kooperativen Erwerbung der Wissenschaftsorganisationen („Allianz-Lizenzen“) behandelt.

Das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro war wie in den letzten Jahren mit einem Vortragsblock zum Thema Forschungsdatenmanagement vertreten. Neben einem Vortrag von Dr. Stefan Winkler-Nees (DFG) über den internationalen Umgang von Forschungsdaten im Rahmen von Knowledge Exchange, wurden praktische Serviceangebote rund um das Forschungsdatenmanagement an der RWTH Aachen und am GeoForschungsZentrum GFZ vorgestellt. In weiteren Vorträgen wurden Ergebnisse des EU-Projekts Opportunities for Data Exchange (ODE), das sich auf europäischer Ebene mit dem „data sharing“ beschäftigt, von Referentinnen des CERN und der Deutschen Nationalbibliothek präsentiert.

 

APARSEN: Reports zur Langzeitarchivierung von Forschungsdaten

In dem Projekt APARSEN - Alliance Permanent Access to the Records of Science in Europe Network wird ein Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung aufgebaut. Das „Network of Excellence“ wird im 7. Forschungsrahmenprogramm von der Europäischen Kommission gefördert.

Unter dem Dach von APARSEN vernetzen rund 30 Institutionen aus ganz Europa ihre Forschungsaktivitäten im Bereich der Langzeitarchivierung und Zugänglichmachung von Forschungsdaten. Im Mai 2012 sind mehrere Reports rund um das Thema „Vertrauenswürdigkeit“ erschienen. Eine der Studien wurde maßgeblich durch das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro verfasst; der „Report on peer review of research data in scholarly communication“ behandelt Maßnahmen der Qualitätssicherung wissenschaftlicher Daten. Dabei wird die Rolle von Wissenschaftlern, Repositorien sowie Verlagen und Herausgebern unter die Lupe genommen.

Liste aller bisher von APARSEN veröffentlichten Berichte:

- Report on authenticity and plan for interoperable authenticity evaluation system
- Implementation and testing of an authenticity protocol
- Persistent identifiers interoperability framework
- Report on peer review of research data in scholarly communication
- Report on peer review of digital repositories

Das Projekt APARSEN ist eng mit der Alliance for Permanent Access verbunden, deren diesjährige Jahreskonferenz vom 6. bis 7. November in Frascati stattfinden wird.

 

Neues Projekt erstellt Verzeichnis von Datenrepositorien

Um Wissenschaftlern, Förderorganisationen und anderen Akteuren rund um den Umgang mit Forschungsdaten eine Orientierung über die heterogene Landschaft der Datensammlungen zu geben, widmen sich die Bibliothek des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ, das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) der Humboldt-Universität zu Berlin und die Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) dem Aufbau eines Verzeichnisses von Forschungsdaten-Repositorien.

In dem von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) von 2012 bis 2014 geförderten Projekt „re3data.org - Registry of Research Data Repositories“ werden bestehende Forschungsdaten-Repositorien recherchiert und in einem weltweiten, disziplinübergreifenden, webbasierten Verzeichnis erschlossen. Anliegen ist es Datensammlungen sichtbarer zu machen um Wissenschaftlern, die ihre Daten zugänglichen machen wollen, geeignete „Orte“ zu zeigen. Weiter soll mit re3data.org auch die Auffindbarkeit von potenziellen Sammlungen gefördert werden. Sucht ein Wissenschaftler z. B. Forschungsdaten aus einer anderen Disziplin, kann ihm re3data.org Orientierung bieten. Darüber hinaus ist es das Anliegen des Projektes einen Beitrag zur Vernetzung der Repositorien und der Förderung des „data sharings“ zu leisten.

re3data.org kooperiert mit DataCite. Die Zusammenarbeit wurde im Februar 2012 mit einem Memorandum of Understanding besiegelt.

 

Open Access gewinnt in den USA an Fahrt

Seit dem 20. Mai 2012 fordert eine an die US-Regierung gerichtete Petition auf der Regierungswebsite „We the People“, dass Veröffentlichungen aus mit Steuermitteln geförderten Forschungsprojekten nach dem Vorbild der Public Access Policy der National Institutes of Health (NIH) im Internet frei verfügbar gemacht werden sollen. In nur zwei Wochen hat die Petition bereits die Schwelle von 25.000 Unterschriften überschritten, die für eine offizielle Stellungnahme des Präsidialamtes im Weißen Haus gesetzt wurde. Von einer entsprechenden Gesetzesänderung wäre im Erfolgsfall die Forschungsförderung durch 11 weitere amerikanische Bundesbehörden betroffen, darunter die National Science Foundation (NSF), die Environmental Protection Agency (EPA) und die NASA. Die Petition kann auch von Personen unterstützt werden, die nicht US-Staatsbürger sind.

Bereits im März hatte das Massachusetts Institute for Technology (MIT) eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema Open Access ins Leben gerufen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Positionierungen gegenüber Elsevier und anderen Verlagen eingeräumt um Optionen für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich Open Access zu erreichen und die Abläufe des Open-Access-Publikationsverfahrens am MIT transparent für jeden zu machen. Dass die Open Access Policy am MIT funktioniert, belegen die Zahlen: die Hochschule verzeichnet 26.000 Downloads pro Monat für ihre Open-Access-Publikationen.

Die Harvard University, eine der reichsten Hochschulen der Welt, kann die ständig steigenden Kosten für wissenschaftliche Fachzeitschriften nicht mehr stemmen. Vor dem Hintergrund von Teuerungsraten um 145 % im Laufe der letzten sechs Jahre und Gewinnspannen von bis zu 35 % auf Seiten der Wissenschaftsverlage veröffentlichte der Faculty Advisory Council der Harvard-Bibliothek im April ein „Memorandum on Journal Pricing“. Darin ist von einer „unhaltbaren Situation“ die Rede. In einem Neun-Punkte-Plan wird Handlungsbedarf u. a. für Autorinnen und Autoren der Hochschule beschrieben. Diese sollen ihre Publikationen auf dem Open-Access-Repositorium DASH frei zugänglich machen oder in Open-Access-Zeitschriften veröffentlichen.

Als jüngste US-Universität hat die University of California, San Francisco (UCSF), eine der größten biomedizinischen Forschungseinrichtungen des Landes, Ende Mai eine Open-Access-Verpflichtung beschlossen. Durch einstimmigen Beschluss des akademischen Senats werden die Fakultätsangehörigen dazu aufgerufen ihre Publikationen unmittelbar nach Veröffentlichung in einem Open-Access-Repositorium frei verfügbar zu machen. Die Autorinnen und Autoren der Hochschule können sich allerdings individuell gegen die Verpflichtung entscheiden.

 

Neue Entwicklungen in Europa

In einer Rede auf der Jahrestagung der britischen Verleger hat der britische Wissenschaftsminister David Willetts am 2. Mai 2012 angekündigt, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein sollen. Die britische Regierung wird daher Open-Access-kompatibles Publizieren zur Norm im Bereich ihrer Forschungsförderung machen. Besonders unterstützt werden sollen auch der freie Zugang zu Forschungsdaten und die Verlinkung zwischen Publikationen und Datensätzen.

Auch in Deutschland ist Bewegung zu verzeichnen. Der Unmut gegen eine aus Sicht der Wissenschaft unakzeptable Geschäftspolitik bestimmter Verlage konzentriert sich aktuell auf den Elsevier-Verlag. Die Selbstverpflichtung, keine Gutachterdienste mehr für Elsevier-Zeitschriften zu leisten („The Cost of Knowledge“), wurde auch von deutschen Wissenschaftlern unterzeichnet. Mit der Anfang Mai 2012 angekündigten Abbestellung aller Elsevier-Zeitschriften durch das an der TU München angesiedelte Zentrum für Mathematik hat der Protest jetzt die institutionelle Ebene erreicht.

Open Access wird in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages thematisiert. In dem Zwischenbericht der Projektgruppe Bildung und Forschung, der im Mai veröffentlicht wurde, wird das Thema umfassend behandelt. Handlungsempfehlungen werden folgen.

Auf Landesebene ist der vor einem Jahr geschlossene Koalitionsvertrag zwischen Bündnis 90/Die Grünen und der SPD in Baden-Württemberg hervorzuheben. Darin haben die beiden Parteien festgelegt eine Open-Access-Strategie für das Land zu entwickeln. Die Arbeiten an diesem Projekt haben bereits begonnen.

 

Kommentar: Vom „Dritten Körbchen“

Nach einem mehrjährigen Verhandlungsprozess wurde vom Deutschen Bundestag im Herbst 2007 das „Zweite Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft“ beschlossen. Zu den von dem Gesetz Enttäuschten gehörten die in Bildung und Forschung Tätigen. Für sie waren vor allem drei Neuregelungen von Bedeutung: Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung (§ 52a UrhG), Elektronische Leseplätze (§ 52b UrhG) und Elektronischer Kopienversand durch öffentliche Bibliotheken (§ 53 UrhG). Alle drei Regelungen sind unzureichend. Dies war den am Entscheidungsprozess beteiligten Parteien auch bewusst. Bildung und Wissenschaft wurden deshalb verbesserte Regelungen in Aussicht gestellt. Diese sollten zentraler Bestandteil der nächsten Novellierung des Urheberrechtes werden, dem sogenannten Dritten Korb.

Im Juni 2010 leitete die Bundesministerin der Justiz die Verhandlungen zum Dritten Korb ein. Wissenschaft und Bildung beteiligten sich daran u. a. über die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, die (1) ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für Autoren wissenschaftlicher Werke, die aus öffentlich geförderter Forschung stammen sowie (2) eine Schranke für Bildung und Wissenschaft fordert. Die erste Forderung zielt auf die Unterstützung des grünen Weges zum Open Access, die zweite auf eine verständliche, zeitgemäße und praxisgerechte Regelung zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke für Bildung und Forschung.

Ein Gesetzentwurf ist seit Langem angekündigt, wurde bislang jedoch nicht geliefert. Ein am 31. Mai 2012 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienener Artikel der Bundesjustizministerin deutet an, dass der Dritte Korb allenfalls ein „Körbchen“ werden wird. Wer sich an politischer Kaffeesatzleserei beteiligen möchte, kann darauf hoffen, dass die bis zum Ende des Jahres befristete Geltungsdauer des § 52a UrhG verlängert wird.

Dr. Christoph Bruch

Tagungshinweise: DINI-Jahrestagung 2012 und WissKom2012

An zwei Helmholtz-Zentren finden in diesem Jahr spannende Tagungen rund um die Zukunft der Wissenschaftskommunikation statt:

Auf der 13. Jahrestagung der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) werden am 24. und 25. September 2012 „Bausteine für Open Science“ diskutiert. Das Programm ist online, die Anmeldung ist eröffnet.

Vom 5. bis 7. November 2012 findet die WissKom2012 statt. Das Motto der 6. Konferenz der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich lautet „Vernetztes Wissen – Daten, Menschen, Systeme“. Das Programm ist online.

 

Literaturhinweise: Open Access

Look, H. & K. Marsh 2012: Benefits of Open Access to scholarly research to the public sector. A research report to JISC. http://ie-repository.jisc.ac.uk/575/

Open-Access-Rechte in Allianz- und Nationallizenzen. Eine Handreichung für Repository-Manager, Bibliothekare und Autoren. Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, April 2012. doi:10.2312/allianzoa.004

Pampel, H. & L. Liebenau 2012: Umgang mit Open-Access-Publikationsgebühren – Praxis und Perspektive in der Helmholtz-Gemeinschaft. Bibliothek Forschung und Praxis 36: 110-116. doi:10.1515/bfp-2012-0013.

Swan, A. 2012: Policy guidelines on the development and promotion of open access. Paris: UNESCO. http://www.unesco.org/ulis/cgi-bin/ulis.pl?catno=215863

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Edmunds, S.C. et al. 2012: Adventures in data citation: sorghum genome data exemplifies the new gold standard. BMC Research Notes 5: 223. doi:10.1186/1756-0500-5-223

Eynden, V. van den et al. 2012: Managing and sharing data. Best practice for researchers. 3rd, fully revised ed. Colchester: UK Data Archive. http://www.data-archive.ac.uk/media/2894/managingsharing.pdf

Friend, F. 2012: IPR policy and scientific research. Knowledge Exchange report for scientific policy makers. Copenhagen: Knowledge Exchange. http://www.knowledge-exchange.info/Default.aspx?ID=516

Klump, J. 2012: Offener Zugang zu Forschungsdaten. Open Data und Open Access to Data – die ungleichen Geschwister. In: Open Initiatives: Offenheit in der digitalen Welt und Wissenschaft, S. 45-53. Herausg. von U. Herb. Saarbrücken: Universitätsverlag des Saarlandes. urn:nbn:de:bsz:291-universaar-873

Marx, V. 2012: My data are your data. Nature Biotechnology 30: 509–511. doi:10.1038/nbt.2243

Mooney, H. & M. Newton 2012: The anatomy of a data citation: discovery, reuse, and credit. Journal of Librarianship and Scholarly Communication 1: eP1035. http://jlsc-pub.org/jlsc/vol1/iss1/6

Simons, N. 2012: Implementing DOIs for research data. D-Lib Magazine 18 (5/6). doi:10.1045/may2012-simons

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Koordinationsbüro herausgegeben.

Redaktion: Dr. Christoph Bruch, Kathrin Gitmans, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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