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Die Ausgaben 1-37 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 01.12.2011

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 38. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Herausforderungen und Chancen beim „data sharing“

Das Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projekts untersucht gemeinsam mit Partnern wie der Alliance for Permanent Access (APA), dem CERN und der Deutschen Nationalbibliothek im Rahmen des EU-Projekts Opportunities for Data Exchange (ODE) Chancen und Herausforderungen beim „sharing“ von Forschungsdaten. Dabei werden Entscheidungsträger und Förderorganisationen auf nationaler und europäischer Ebene konsultiert, Infrastrukturen untersucht und Wissenschaftler befragt.

Im Oktober wurden drei Publikationen aus dem Projekt veröffentlicht:

Die Broschüre „Ten tales of drivers & barriers in data sharing“ beschreibt zehn Blickwinkel von Personen aus Wissenschaft, Infrastruktur und Forschungsförderung auf das Thema. Aus Deutschland berichten Dr. Michael Diepenbroek (WDC-MARE), Prof. Dr. Peter Lemke (AWI) und Dr. Stefan Winkler-Nees (DFG). Die Broschüre basiert auf dem „Baseline report on drivers and barriers in data sharing“, in dem darüber hinaus weitere Wissenschaftler aus AWI, DLR und GSI zu Wort kommen.

Unter dem Titel „Integration of Data and Publications” widmet sich ein dritter Report dem Feld der Wissenschaftskommunikation und zeigt anhand aktueller Entwicklungen wie z. B. Bibliotheken und Verlage mit Forschungsdaten umgehen und deren Zugänglichkeit fördern. Eine Zusammenfassung und eine ausführliche Version sind online.

 

Strategie zum nachhaltigen Umgang mit Forschungsdaten

Die „High Level Expert Group on Scientific Data“ der Europäischen Kommission hat 2010 unter dem Titel „Riding the wave: how Europe can gain from the rising tide of scientific data“ die Vision des Umgangs mit Forschungsdaten im Jahr 2030 formuliert. In dieser heißt es: „Our vision is a scientific e-infrastructure that supports seamless access, use, re-use, and trust of data. In a sense, the physical and technical infrastructure becomes invisible and the data themselves become the infrastructure – a valuable asset, on which science, technology, the economy and society can advance.“

Knowledge Exchange, ein Netzwerk von vier europäischen Förderorganisationen, hat sich nun mit der Umsetzung dieser Vision beschäftigt. In dem Mitte November 2011 in Bonn vorgestellten Bericht „A surfboard for Riding the Wave“ werden verschiedene Bausteine auf dem Weg zur Umsetzung der Vision 2030 beschrieben. So betont der Bericht die Notwendigkeit von Anreizen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, damit Daten in einer nachnutzbaren Form erhalten werden und beschreibt die Bedeutung des Aufbaus und der Vernetzung von organisatorischen und technischen Forschungsdaten-Infrastrukturen.

In einem weiteren Bericht mit dem Titel „The legal status of research data in the Knowledge Exchange partner countries“ werden der Rechtsstatus von Forschungsdaten in den vier Mitgliedsländern verglichen und mögliche Hindernisse für den offenen Zugang zu Forschungsdaten identifiziert.

 

Rückblick: Open-Access-Tage 2011

In diesem Jahr fanden die Open-Access-Tage bereits zum fünften Mal statt. Gastgeber war vom 4. bis 5. Oktober die Universität Regensburg. Teilnehmer aus Wissenschaft und Infrastruktureinrichtungen wie Verlagen und Bibliotheken diskutierten über die aktuellen Herausforderungen rund um Open Access.

Eingeleitet durch einen Vortrag von Francesco Fusaro von der Europäischen Kommission widmete sich der erste Vortragsblock den Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem beschrieb beispielsweise Dr. Johannes Fournier von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die wissenschaftspolitischen Entwicklungen in Deutschland. In thematischen Sessions wurden anschließenden Schwerpunktthemen wie z. B. Publikationsmanagement und Open-Access-Publikationsfonds behandelt. Im letztgenannten Vortragsblock stellte u. a. Dr. Alexander Wagner vom Forschungszentrum Jülich den Umgang mit Publikationsgebühren in dem Helmholtz-Zentrum vor.

Am zweiten Veranstaltungstag beschrieb Heinz Pampel vom Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projektes die Chancen und Herausforderungen des „data sharing“. Weiter widmete sich Steffen Bernius (Goethe-Universität Frankfurt am Main) der ökonomischen Betrachtung von Open Access. Spannend war auch das Referat von Martin Rasmussen (Copernicus Publications), der die Aktivitäten der internationalen Vereinigung von Open-Access-Verlagen OASPA vorstellte. Alle Folien der Veranstaltung sind online zugänglich.

 

Rückblick: „Webinar“ zur Open Access Week 2011

Wie bereits im vergangenen Jahr veranstaltete das Koordinationsbüro des Helmholtz Open Access Projekts Ende Oktober während der internationalen Open Access Week 2011 ein „Webinar” für Doktorandinnen und Doktoranden der Helmholtz-Gemeinschaft mit dem Titel „Science is open: an introduction to open access“. Insgesamt meldeten sich über 50 Interessenten aus 11 Helmholtz-Zentren für das Webseminar an. An zwei Terminen konnten die Teilnehmer der Veranstaltung live über das Internet folgen und per Chat Fragen zum Thema Open Access stellen. Dabei ging es unter anderem um die Finanzierung von Publikationsgebühren in Open-Access-Zeitschriften und die Gleichwertigkeit von Open-Access-Publikationen bei der Bewertung von Forschungsleistungen.

Rückblick: APA Conference 2011

Am 8. und 9. November 2011 fand die diesjährige Konferenz der Alliance for Permanent Access (APA) statt. Die APA ist ein Netzwerk von Institutionen, die sich der dauerhaften Zugänglichkeit wissenschaftlicher Informationen widmen. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist 2009 Mitglied in diesem Netzwerk. Am ersten Tag berichteten u. a. Mitgliederorganisationen über ihre Aktivitäten rund die digitale Langzeitarchivierung wissenschaftlicher Informationen. Dabei wurden auch die Aktivitäten an der Helmholtz-Gemeinschaft vorgestellt. Besonders interessant war eine Session, die sich der Sicht führender IT-Unternehmen widmete. Referentinnen und Referenten von Google, IBM, Microsoft und Oracle stellten ihre Sicht auf das Thema vor.

Der zweite Konferenztag begann mit einem Themenblock zu den Aktivitäten der Europäischen Kommission. Anschließend wurden in zwei Sessions Ergebnisse der EU-Projekte APARSEN - Network of Excellence und Opportunities for Data Exchange (ODE) vorgestellt. In der ODE-Session berichtete u. a. Dr. Eefke Smit von der International Association of STM Publishers über aktuellen Entwicklungen rund um die Publikation von Forschungsdaten. Dr. Hans Pfeiffenberger, Projektverantwortlicher des Helmholtz Open Access Projekts, widmete sich in seinem Vortrag den Treibern und Barrieren beim Austausch wissenschaftlicher Daten.

Von zahlreichen Vorträgen sind Videomitschnitte verfügbar. Alle Folien der Konferenz werden in Kürze auf der Website der APA zu finden sein.

 

Open-Access-Erfolgsgeschichten veröffentlicht

Im Rahmen der internationalen Open Access Week 2011 präsentierte Knowledge Exchange, ein Zusammenschluss von europäischen Förderorganisationen, eine lesenswerte Sammlung von Erfolgsgeschichten rund um Open Access. Die DFG, die Mitglied in dem Netzwerk ist, hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der DFG-Präsident Prof. Dr. Matthias Kleiner die Vorteile von Open Access unterstreicht. „Der freie Zugriff auf wissenschaftliche Informationen fördert die internationale Vernetzung der Wissenschaft und trägt wesentlich zur besseren Wahrnehmung deutscher und europäischer Forschung weltweit bei. Damit ist Open Access zu einer wichtigen strategischen Frage für den Forschungsstandort Deutschland geworden“.

Die Erfolgsgeschichten können unter oastories.org gelesen und weiterverwendet werden.

 

Repositorium für biologische Signal- und Stoffwechselwege

Bioinformatiker und Systembiologen aus den Niederlanden und den USA berichten in einem aktuellen Fachaufsatz über eine neuartige Form der Zusammenarbeit bei der Erforschung biologischer Signal- und Stoffwechselwege. WikiPathways ist ein öffentlich zugängliches Repositorium für biologisches Wissen in Form von Diagrammen von Signal- und Stoffwechselwegen zur gemeinsamen Bearbeitung, Publikation und Nachnutzung. Aktuell sind Daten zu über 1600 Signal- und Stoffwechselwegen aus 21 Arten enthalten. Aus dem Wiki können unter anderem Diagramme von Signal- und Stoffwechselwegen als Abbildungen oder Zusatzmaterial direkt in Publikationen eingebunden werden. Die Einrichtung einer WikiPathways Collection bei Nature Precedings erlaubt zusätzliche Möglichkeiten bei der schnellen Veröffentlichung neuer Ergebnisse.

Kelder, T. et al. 2011: WikiPathways: building research communities on biological pathways. Nucleic Acids Research (Advance Access). doi:10.1093/nar/gkr1074

 

Literaturhinweise: Open Access

Ginsparg, P. 2011: ArXiv at 20. Nature 476: 145-147. doi:10.1038/476145a

O’Keeffe, J., J. Willinsky & L. Maggio 2011: Public access and use of health research: an exploratory study of the National Institutes of Health (NIH) public access policy using interviews and surveys of health personnel. Journal of Medical Internet Research 13: e97. doi:10.2196/jmir.1827

Sutton, C. 2011: Sharing knowledge: EC-funded projects on scientific information in the digital age. Conclusions of a strategic workshop - Brussels, 14-15 February 2011. Luxembourg: European Commission - Directorate-General for Research and Innovation. http://ec.europa.eu/research/science-society/document_library/pdf_06/sharing-knowledge-digital-age_en.pdf

Swan, A. 2011: Sharing knowledge: open access and preservation in Europe. Conclusions of a strategic workshop - Brussels, 25-26 November 2010. Brussels: European Commission - Directorate-General for Research and Innovation. http://ec.europa.eu/research/science-society/document_library/pdf_06/oa-preservation-2011_en.pdf

Voronin, Y., A. Myrzahmetov & A. Bernstein 2011: Access to scientific publications: the scientist’s perspective. PLoS ONE 6: e27868. doi:10.1371/journal.pone.0027868

Wilbanks, J. 2011: Openness as infrastructure. Journal of Cheminformatics 3: 36. doi:10.1186/1758-2946-3-36

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Alsheikh-Ali, A.A. et al. 2011: Public availability of published research data in high-impact journals. PLoS ONE 6: e24357. doi:10.1371/journal.pone.0024357

Hagedorn, G. et al. 2011: Creative Commons licenses and the non-commercial condition: implications for the re-use of biodiversity information. ZooKeys 150: 127. doi:10.3897/zookeys.150.2189

Klump, J. 2011: Langzeiterhaltung digitaler Forschungsdaten. In: Handbuch Forschungsdatenmanagement, S. 115-122. Herausg. von S. Büttner, H.-C. Hobohm & L. Müller. Bad Honnef: Bock & Herchen. http://opus.kobv.de/fhpotsdam/volltexte/2011/233/

Mindell, D.P. et al. 2011: Aggregating, tagging and integrating biodiversity research. PLoS ONE 6: e19491. doi:10.1371/journal.pone.0019491

Pampel, H. & R. Bertelmann 2011: „Data Policies“ im Spannungsfeld zwischen Empfehlung und Verpflichtung. In: Handbuch Forschungsdatenmanagement, S. 49-61. Herausg. von S. Büttner, H.-C. Hobohm & L. Müller. Bad Honnef: Bock & Herchen. http://opus.kobv.de/fhpotsdam/volltexte/2011/228/

Thessen, A. & D. Patterson 2011: Data issues in the life sciences. ZooKeys 150: 15. doi:10.3897/zookeys.150.1766

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Heinz Pampel, Dr. Angela Schäfer und Dr. Paul Schultze-Motel.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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