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Die Ausgaben 1-32 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 12.07.2010

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 33. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Allianz verabschiedet "Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten"

Am 24. Juni 2010 verabschiedete die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten.

Qualitätsgesicherte Forschungsdaten bilden die Grundlage wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns. Ein großer Teil dieser Daten wird jedoch nach einer Auswertung durch einzelne Forschende oder Arbeitsgruppen nicht angemessen archiviert und einer Wiederverwertung nicht zugänglich gemacht. Hier sehen alle Wissenschaftsorganisationen einen dringenden Handlungsbedarf.

Das Grundsatzpapier berücksichtigt in besonderem Maß die Unterschiede zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, die in verschiedener Weise Daten produzieren und nutzen, unterschiedlichste Anforderungen an ein Datenmanagement haben und dies zum Teil bereits praktizieren. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wahrung der Rechte der Forschenden und des allgemeinen Datenschutzes, die nicht eingeschränkt werden dürfen. Gleichzeitig gilt es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ein „data sharing“ eine professionelle Anerkennung zukommen zu lassen.

Allerdings kann eine alle Disziplinen umfassende Allianz sich nicht ohne Bedingungen dem offenen Zugang zu Daten verschreiben. So werden im Text des Grundsatzpapiers unter anderem die Kriterien zur Unterstützung für „die langfristige Sicherung und den grundsätzlich offenen Zugang zu Daten aus öffentlich geförderter Forschung“ angeführt. Eine langfristige Sicherung ohne Zugang zu Daten ist genauso sinnlos wie aufwendige Zugänge ohne Erhaltung der Daten. Entscheidungen über die Auswahl erhaltenswerter Daten und den Zeitpunkt der Veröffentlichung werden im Grundsatzpapier an die einzelnen Fachdisziplinen delegiert. In Deutschland könnten diese Aufgabe je nach Disziplin etwa die Senatskommissionen oder Gutachterausschüsse der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder auch Fachgesellschaften übernehmen.

Die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen bilden zusammen zum Zweck gemeinsamer Beratungen die "Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen". Die Helmholtz-Gemeinschaft ist ein Partner der Allianz.

Zur Pressemitteilung.

 

Workshop "Qualität von Forschungsdaten": neuer Termin

Der Workshop “Qualität von Forschungsdaten“, der vom 30. bis 31.08.2010 im Haus der Wissenschaft in Bremen stattfinden sollte, wird aus organisatorischen Gründen leider abgesagt. Die Ausrichtung des Workshops plant das Helmholtz Open Access Koordinationsbüro jetzt für November 2010. Weitere Informationen folgen in Kürze.

Publizieren statt Patentieren: neues Verfahren zur Insulinherstellung Open Access veröffentlicht

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig haben gemeinsam mit indischen und italienischen Kollegen ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von Insulin mithilfe eines genetisch veränderten Hefepilzes entwickelt. Mit der neuen Methode kann das Hormon zur Behandlung von Diabetes besonders effizient und preisgünstig produziert werden. Dr. Ursula Rinas vom HZI und ihre Kollegen haben sich entschlossen, das neue Verfahren nicht zum Patent anzumelden, sondern zu veröffentlichen – in der Open-Access-Zeitschrift „Microbial Cell Factories“.

Eine Prüfung der Verwertungsaussichten für das neuartige Verfahren kam zu dem Ergebnis, dass ein Patentantrag voraussichtlich langwierig und die Erfolgsaussichten eher ungewiss sein würden. Die Forschergruppe um Dr. Ursula Rinas entschied sich stattdessen für den Weg der Veröffentlichung, um mit der neuen Methode hergestelltes preisgünstiges Insulin möglichst für Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zugänglich zu machen. Mit der Wahl einer Open-Access-Zeitschrift für die Publikation des Fachartikels ist sichergestellt, dass die Informationen nicht nur für Wissenschaftler aus den reichen Industriestaaten, sondern weltweit frei zur Verfügung stehen.

Originalveröffentlichung:

Gurramkonda, C. et al. 2010: Application of simple fed-batch technique to high-level secretory production of insulin precursor using Pichia pastoris with subsequent purification and conversion to human insulin. Microb. Cell Fact. 9: 31. doi:10.1186/1475-2859-9-31.

 

Dualer Buchvertrieb als Experiment

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) und das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich mit der edition sigma zusammen, einem kleinen sozialwissenschaftlichen Fachverlag, in dem verschiedene wissenschaftliche Buchreihen von ITAS und TAB erscheinen. Vor dem Hintergrund sinkender Absatzzahlen gedruckter Bücher stellte sich für die beiden Institutionen die Frage, wie auch in Zukunft eine möglichst weite Verbreitung ihrer wissenschaftlichen Veröffentlichungen sichergestellt werden kann. Das ITAS verfügte bereits über Open-Access-Erfahrungen als Herausgeber einer Zeitschrift.

Gemeinsam mit dem Verlag entstand die Idee, die Erfolgsaussichten eines dualen Vertriebs von gedruckten und digitalen Buchversionen zu testen, um den Buchabsatz zu maximieren. In einem auf drei Jahre befristeten Experiment sollen an mehreren Buchreihen folgende Vertriebsvarianten verglichen werden: (1) gleichzeitiger Vertrieb von gedrucktem Buch plus preisreduziertem E-Book, (2) Vertrieb von gedrucktem Buch, sechs Monate nach Erscheinen zusätzlich Angebot einer Open-Access-Version und (3) Vertrieb wie bisher ausschließlich als Printprodukt. Nach dem Ende des Versuchs werden beide Partner die Ergebnisse bewerten und dann entscheiden, welche Vertriebswege sie zukünftig gemeinsam einschlagen wollen.

 

Open-Access-Tage 2010

Vom 4. bis 5. Oktober 2010 finden die vierten Open-Access-Tage in Göttingen statt. Bei der Ausrichtung der Konferenz kooperiert die Helmholtz-Gemeinschaft mit der Max-Planck-Gesellschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Leibniz-Gesellschaft sowie der Universität Zürich und der Universität Wien.

Die Veranstaltung richtet sich an Fachleute aus dem Open-Access-Bereich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, an Wissenschaftler/-innen aller Fachrichtungen, Verlagsvertreter und Unterstützer des wissenschaftlichen Forschungs- und Kommunikationsprozesses an Bibliotheken, Forschungsinstituten und Fördereinrichtungen. Zu den Schwerpunktthemen gehören unter anderem Open Access in Verlagen, Open Access zu Forschungsdaten, Open Access und Open Content, Retrodigitalisierung sowie Open-Access-Repositorien. Parallel findet an beiden Veranstaltungstagen die Open-Access-Messe statt, auf der sich Open-Access-Projekte, -Verlage, -Zeitschriften und Repositorien vorstellen und verschiedene Dienstleister ihre Aktivitäten im Bereich Open Access präsentieren. Die Messeaussteller erhalten zudem die Möglichkeit, sich im Rahmen einer eigenen Session kurz vorzustellen.

Neben verschiedenen Hauptvorträgen und geplanten Themensessions wird es eine offene Session geben. Für diese können bis zum 30.07.2010 Vorschläge eingereicht werden. Weitere Information.

 

Open Access ist Teil der "Digitalen Agenda" Europas

In einer Mitteilung an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen hat die Europäische Kommission im Juni eine Digitale Agenda für Europa veröffentlicht.

In der Agenda werden sieben Ziele beschrieben, die Europas Wirtschaft im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien für das nächste Jahrzehnt vorbereiten. Open Access ist Teil der Digitalen Agenda. Unter dem Titel „Vorantreiben von IKT-Innovationen durch Nutzung des Binnenmarkts“ heißt es auf Seite 27: „Öffentlich finanzierte Forschungsarbeit muss ebenfalls durch frei zugängliche Veröffentlichung wissenschaftlicher Daten und Unterlagen allgemein verbreitet werden.“

Die Digitale Agenda ist die erste der sieben Leitinitiativen der Strategie Europa 2020 für ein intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum.

 

Rückblick: DataCite Summer Meeting 2010

„Making Datasets Visible and Accessible“ lautete das Motto des ersten DataCite Summer Meetings, das vom 7. bis 8. Juni 2010 in Hannover stattfand und von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) ausgerichtet wurde. Mehr als 100 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer reisten an, um sich über den Zugang zu Forschungsdaten im Internet fachlich auszutauschen. Vertreterinnen und Vertreter aus Bibliotheken, Datenzentren und Verlagen informierten sich gegenseitig über die aktuellen Entwicklungen, Workflows und Best Practice im Umgang mit Forschungsdaten. Das Ziel der Diskussionen lag unter anderem auf der Erörterung von einheitlichen Standards zur Identifizierung von Forschungsdaten, der Qualität von Metadaten und Wegen zur internationalen Zusammenarbeit. Aus der Helmholtz-Gemeinschaft sprachen Dr. Hans Pfeiffenberger über die Open-Access-Zeitschrift Earth System Science Data (ESSD), Dr. Jens Klump über die Vertrauenswürdigkeit von Datenzentren, Dr. Gert König-Langlo über das Baseline Surface Radiation Network sowie Dr. Hannes Grobe über das Forschungsdatenrepositorium PANGAEA.

Das Konsortium DataCite wurde von der TIB gemeinsam mit internationalen Partnern gegründet, um Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zu digitalen Forschungsdaten zu erleichtern. Hierbei registriert DataCite Forschungsdaten und teilt ihnen eine eindeutige digitale Kennung zu – einen sogenannten Digital Object Identifier (DOI). Das Verfahren der DOI-Vergabe für Forschungsdaten wurde im Rahmen des STD-DOI-Projektes maßgeblich durch Helmholtz-Zentren vorangetrieben.

 

Springer startet neues Open-Access-Programm

Unter dem Namen SpringerOpen hat der Wissenschaftsverlag Springer Ende Juni ein Programm von originären Open-Access-Zeitschriften gestartet, das auf alle Disziplinen ausgerichtet ist. SpringerOpen wird in enger Zusammenarbeit mit dem Open-Access-Verlag BioMed Central betrieben, der 2008 von Springer übernommen wurde. Publikationen, die in einer SpringerOpen-Zeitschrift erscheinen, werden unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung“ veröffentlicht. Dank dem SWORD-Protokoll wird eine automatischen Ablieferung an das institutionelle Repositorium der Institution des Autors ermöglicht. Institutionelle Mitgliedschaften in SpringerOpen werden zukünftig über BioMed Central organisiert. Unter der Marke Springer wurde bisher lediglich ein hybrides Open-Access-Model namens Open Choice betrieben. Mit SpringerOpen baut der Verlag seine Open-Access-Aktivitäten konsequent aus.

 

Literaturhinweise: Open Access

Björk, B.-C. et al. 2010: Open Access to the scientific journal literature: situation 2009. PLoS ONE 5: e11273. doi:10.1371/journal.pone.0011273.

Kretschmer, M.: Open Access: konsequent oder unverschämt? blogfraktion.de, 25.06.2010. Online

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Overbye, D.: In the hunt for planets, who owns the data? New York Times, 14.06.2010. Online

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Kathrin Gitmans, Heinz Pampel und Dr. Paul Schultze-Motel.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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