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Die Ausgaben 1-31 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 26.05.2010

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 32. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

KIT veröffentlicht Open-Access-Leitlinie

Das Präsidium des Helmholtz-Zentrums Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat im März eine Grundsatzposition zu Open Access verabschiedet: „Publikationen aus dem Karlsruher Institut für Technologie sollen künftig frei zugänglich sein, soweit nicht Vereinbarungen mit Verlagen und anderen dem entgegenstehen. Das KIT ermutigt seine Forschenden, ihre Ergebnisse in Open Access-Zeitschriften zu veröffentlichen“. Damit macht das KIT deutlich, dass Open Access eine zukunftsweisende Strategie der Wissenschaftskommunikation ist.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde als Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe und der Universität Karlsruhe gegründet. Im KIT vereinen sich die Missionen der beiden Vorläufer-Institutionen: einer Universität in Landeshoheit mit Aufgaben in Lehre und Forschung und einer Großforschungseinrichtung der Helmholtz-Gemeinschaft mit programmorientierter Vorsorgeforschung im Auftrag des Staates.

In der Vergangenheit wurden bereits an den beiden Vorgängereinrichtungen des KIT entsprechende Servicestrukturen wie zentrale Open-Access-Repositorien und ein Open-Access-Verlag aufgebaut. Diese Dienste werden nun unter dem Dach des KIT zusammengeführt.

Seit der Verabschiedung der Open-Access-Empfehlung der Mitgliederversammlung der Helmholtz-Gemeinschaft im Jahr 2004 haben damit mehrere Helmholtz-Zentren Open Access institutionell verankert, indem sie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern empfehlen, Forschungsergebnisse im Sinne des Open Access zu publizieren.

Forschungszentrum Dresden-Rossendorf empfiehlt Open Access

Das Direktorium des Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD), das 2011 Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft wird, hat im April eine Open-Access-Leitlinie verabschiedet. In dieser wird den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfohlen im Sinne des Open Access zu publizieren: „Der Vorstand fordert die Wissenschaftler auf, künftig verstärkt elektronische Formen, insbesondere Open Access-Zeitschriften, für die Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse zu nutzen.“

Mit dieser Leitlinie setzt das FZD einen Zeichen für eine innovative Publikationsstrategie, die die Chancen der vernetzen Wissenschaftskommunikation nutzt und von Wissenschaftsorganisationen in Kooperation mit Verlagen weltweit vorangetrieben wird.

Das institutionelle Repositorium des FZD, auf welchem referieret Volltexte kostenfrei zugänglich gemacht werden, ist Teil von Qucosa, dem sächsischen Dokumenten- und Publikationsserver. Qucosa wird von den Bibliotheken im Freistaat Sachsen getragen und wurde von der Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) zertifiziert. Damit entspricht das Repositorium internationalen Standards des elektronischen Publizierens.

Die Bibliothek, die die Open-Access-Aktivitäten des Forschungszentrums betreut, arbeitet eng mit den Helmholtz-Bibliotheken und dem Open-Access-Koordinationsbüro der Helmholtz-Gemeinschaft zusammen, um den freien Zugang zu Wissen und Information kooperativ zu fördern.

 

Ankündigung: Offener Workshop "Qualität von Forschungsdaten"

Das Open Access Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft veranstaltet vom 30. bis 31. August 2010 im Haus der Wissenschaft in Bremen einen offenen Workshop zum Thema „Qualität von Forschungsdaten“.

Der Workshop soll ein Forum zum Informationsaustausch bieten und Beiträge zur Diskussion über die „dauerhafte Zugänglichkeit von qualitätsgesicherten Forschungsdaten“ liefern. Diese Begriffskombination wurde in der EUROHORCS/ESF Road Map als essentiell für eine wettbewerbsfähige Forschungslandschaft gesetzt.

Die Fragestellung „Was ist Qualität von Forschungsdaten und wie sichert man diese?“ soll mit einigen fachbezogenen Vorträgen (mit Fokus auf Natur-, Lebens- und Ingenieurswissenschaften) und einer Podiumsdiskussion zunächst am ersten Veranstaltungstag erschlossen werden. Mehrere parallele Arbeitsgruppen werden dann am zweiten Tag möglichst allgemeingültige, aber dennoch konkrete Qualitätskriterien und praktische Ansätze für die Umsetzung von qualitätssichernden Maßnahmen und Prozessen in der wissenschaftlichen Praxis erörtern und erarbeiten.

Anschließend wird in einem Entwicklerworkshop Infrastruktureinrichtungen die Gelegenheit geboten, einschlägige Projekte aus der Praxis zum Umgang mit Forschungsdaten vorzustellen und zu diskutieren.

Alle Interessierten sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Weitere Informationen zum Programm werden in Kürze auf der Website des Open-Access-Koordinationsbüros der Helmholtz-Gemeinschaft veröffentlicht.

Es bietet sich an bei der Terminplanung die "Sail Bremerhaven 2010" zu berücksichtigen.

 

Save the Date: DINI/Helmholtz-Workshop "Repositorien – Vision und Praxis"

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation (DINI) veranstaltet das Helmholtz Open Access Projekt vom 30.11. bis 01.12.2010 in Berlin-Adlershof (Erwin Schrödinger-Zentrum) einen Workshop zur strategischen Weiterentwicklung von Repositorien.

Neben dem Blick auf den Stand der Repositorien an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wird das Umfeld der Repositorien beleuchtet. Dabei werden u.a. folgende Themen behandelt: Zusammenspiel von institutionellen und disziplinären Repositorien, Zusammenspiel von Forschungsdaten- und Text-Repositorien, Anforderungen aus Sicht der Wissenschaft, Repositorien und Forschungsinformationssysteme (Current Research Information Systems - CRIS), Repositorien und Soziale Netzwerke in der Wissenschaft.

Am ersten Veranstaltungstag werden aktuelle Themen im Rahmen von Vorträgen aufgegriffen. In parallelen Kleingruppen werden am zweiten Veranstaltungstag einzelne Aspekte vertieft. Zur Zielgruppe der Veranstaltung gehören sowohl Betreiber von Repositorien als auch Entwickler von Software und Diensten im Kontext von Repositorien

Leitfaden zur Übergangsfrist des § 137l UrhG

Unter dem Titel „Zur Online-Bereitstellung älterer Publikationen“ ist ein Juristischer Leitfaden zur Übergangsfrist des § 137l UrhG erschienen.

Der Leitfaden verdankt seine Entstehung einem Workshop der Arbeitsgruppe Open Access in der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und der Informationsplattform Open Access, der im Mai 2009 an der SUB Göttingen durchgeführt wurde. In dessen Verlauf erörterten Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften und der bibliothekarischen Praxis Problemfelder hinsichtlich des praktischen Umgangs mit unter § 137l UrhG fallenden Publikationen.

Die in Ansätzen diskutierten Lösungsvorschläge wurden im Nachgang von Herrn Dr. Till Kreutzer systematisiert und inhaltlich ausgeführt, sodass ein Leitfaden für die tägliche Arbeit von Bibliotheken und Repositorien-Betreibern entstanden ist.

 

Weitere Unterstützer für SCOAP3

In diesem Frühjahr konnte das internationale Konsortium zur Überführung der Kernzeitschriften der Teilchenphysik in Open Access weitere Fortschritte erzielen.

In Europa hat die Technische Nationalbibliothek Tschechiens im April ihren Beitritt in das Konsortium bekannt gegeben. Damit wird SCOAP3 nun durch 24 Länder unterstützt.

In den USA wurden weitere wichtige Partner gewonnen: The Bridge (Carleton College, St Olaf College), State University of New York at Stonybrook, Tufts University und University of West Virginia. Damit sind in den USA bereits 3.2 Millionen Dollar und insgesamt 7 Millionen Euro gesichert. International sind nun rund 70 Prozent des benötigten Budgets zugesagt.

Im Deutschland wird im Rahmen von SCOAP3-DH die Beteiligung der Hochschulen und weiterer Einrichtungen am internationalen Konsortium, in Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft (vertreten durch das Deutsche Elektronen Synchotron DESY) und der Max-Planck-Gesellschaft vorbereitet. Koordiniert wird das Projekt von der Technischen Informationsbibliothek (TIB) in Hannover.

 

USA: Forderung nach Open Access erreicht US Kongress

Den beiden Kammern des US-Kongress liegt aktuell ein Gesetzentwurf vor, dessen Ziel es ist, die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung im Open Access zugänglich zu machen.

Der sogenannte Federal Research Public Access Act wurde bereits im Juni 2009 von den Senatoren Joe Lieberman und John Cornyn eingereicht. Drei Jahre zuvor hatten beide Senatoren schon eine ähnliche Initiative gestartet. Unterstützung fand die Gesetzesinitiative im November 2009 durch einen offenen Brief von 41 Nobelpreisträgern.

Über den Senat hinaus wird der Federal Research Public Access Act nun seit April diesen Jahres im Repräsentantenhaus diskutiert. In einer gemeinsamen Initiative haben sechs Abgeordnete den Gesetzentwurf eingebracht.

Der Federal Research Public Access Act sieht vor, dass Bundesanstalten mit einem Forschungsbudget von über 100 Millionen US-Dollar verpflichtet werden, verbindliche Richtlinien zum Thema Open Access zu verankern. Begutachtete Publikationen, die im Rahmen öffentlich geförderten Forschungsaktivitäten entstehen, müssen bis spätestens zwölf Monaten nach ihrem Erscheinen in einer Zeitschrift kostenlos öffentlich zugänglich gemacht werden.

Der Gesetzentwurf wird von einer Vielzahl von Vertretern von amerikanischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen mitgetragen, die sich in der Alliance for Taxpayer Access zusammengeschlossen haben.

 

Open Access Week 2010

Nach der erfolgreichen ersten internationalen Aktionswoche zum Thema Open Access im letzten Jahr, an der allein in Deutschland über 70 wissenschaftliche Institutionen beteiligt waren, haben sich die internationalen Organisatoren in Abstimmung mit nationalen Akteuren für eine Fortsetzung der Aktionswoche in 2010 ausgesprochen.

Die zweite internationale Open Access Week wird vom 18.-24.10.2010 stattfinden. Das Konzept der Aktionswoche, die Diskussion um Open Access durch verteilte Aktionen an Wissenschaftsstandorten zu fördern, wird fortgesetzt.

 

Literaturhinweise: Open Access

Butler, D.: US seeks to make science free for all. Nature 464, 822-823 (2010). Online.

Wald, C.: Scientists Embrace Openness. Science Career Magazine, 09.04.2010. Online.

 

Literaturhinweise: Forschungsdaten

Dockser Marcus, A.: My Data, Your Data, Our Data. Wall Street Journal, 13.04.2010. Online.

Editorial: Data for eternity. Nature Geoscience 3, 219 (2010). Online.

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Kathrin Gitmans, Heinz Pampel.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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URL dieser Newsletter-Ausgabe: http://oa.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-32-vom-26052010.html

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