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Die Ausgaben 1-23 des Newsletters finden Sie im Archiv.

Helmholtz Open Access Newsletter vom 06.10.2008

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dies ist der 24. Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Projekt. In diesem Newsletter geben wir Ihnen einen monatlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access.

Sie finden den aktuellen Newsletter und das Archiv auf der Website des Helmholtz Open Access Projekts.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte weiterleiten.

Start der Forschungsdaten-Zeitschrift: Earth System Science Data

Das neue Journal Earth System Science Data (ESSD) – A Data Publishing Journal ist mit einem ersten Artikel bei Copernicus Publications erschienen. Die Open-Access-Zeitschrift widmet sich der Publikation von Forschungsdaten wobei als Novum die Daten selbst der Peer Review unterzogen werden. Die Zeitschrift erschließt damit der wissenschaftlichen Publikationslandschaft ein neues Feld.

Die Daten selbst werden dabei nicht in dem Journal publiziert, sondern in ausgewählten Datenzentren offen zugänglich und dauerhaft verfügbar gemacht. Die Artikel in ESSD konzentrieren sich auf die Beschreibung der Datensätze, so dass der Leser (und möglicher Nachnutzer der Daten) einen qualitätsgesicherten, vollständig dokumentieren und somit nutzbaren Datensatz vorfindet.

In enger Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz Open Access Projekt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) wurde eine Manuskriptvorlage entwickelt, mit welcher nun der erste Datensatz publiziert wurde:

König-Langlo, G.; Gernandt, H.: Compilation of ozonesonde profiles from the Antarctic Georg-Forster-Station from 1985 to 1992. (Mit diesen Messungen wurde das Ozonloch „im Profil“ sichtbar.)

Die Nutzung des etablierten Publikationsweges für die Veröffentlichung von Forschungsdaten ebnet aber nicht nur den Weg für die Nachnutzung der Daten, sie schafft auch einen wesentlichen Anreiz für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, da die Veröffentlichung der Forschungsdaten mit einer Publikation „belohnt“ wird.

Weitere Informationen.

 

Rückblick: Offener Helmholtz Workshop - Umgang mit Forschungsdaten

Das Helmholtz Open Access Projekt veranstaltete im Rahmen der Reihe „Helmholtz Open Access Workshops“ vom 18.09. - 19.09.2008 einen offenen Workshop zum Thema „Umgang mit Forschungsdaten“ im Haus der Wissenschaft in Bremen. Mit 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus verschiedenen Disziplinen und unterschiedlichsten Einrichtungen (z.B. aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Förderorganisationen, Rechenzentren, Bibliotheken und Archiven) war der Workshop sehr gut besucht. Ziel des Workshop war es, zeitgemäße Regeln für den Umgang mit Forschungsdaten zu diskutieren, wie sie z.B. die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisation in der Schwerpunkinitative „Digitale Information“ fordert.

Am ersten Tag wurde in verschieden Vorträgen in das Thema eingeführt. Eröffnet wurde der Workshop durch ein Grußwort von Herrn Dr. Pfeiffenberger (Sprecher des Arbeitskreises Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft), der die Aktivitäten der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisation im Rahmen der Schwerpunktinitiative „Digitale Information“ vorstellte. Zielsetzung des Workshops sollte unter anderem sein, eine Arbeitsgrundlage für die Arbeitsgruppe „Forschungsprimärdaten“ innerhalb der Allianz-Initiative zu erstellen. Anschließend stellte Herr Dr. Read (Joint Information Systems Committee - JISC) Vorgehensweisen beim Forschungsdatenmanagement in Großbritannien vor. Er propagierte eine verteilte Infrastruktur von Daten-Zentren und Repositorien, die Forschungsdaten differenziert nach mögliche Nutzergruppen verwalten. Eine entscheidende zukünftige Herausforderung sei die Verankerung des Forschungsdatenmangements in der Wissenschaft und ihren Infrastruktureinrichtungen.

In den folgenden Vorträgen widmeten sich Herr Prof. Dr. Miller (Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung) und Herr Dr. Nießen (Deutsche Forschungsgemeinschaft) dem Umgang mit Forschungsdaten in den Geo- und Sozialwissenschaften. In beiden Disziplinen haben sich bereits Strukturen des Forschungsdatenmanagements etabliert.

Im letzten Vortrag des Tages berichtete Herr Prof. Dr. Lerchl (Jacobs University Bremen) über die Fälschung von Forschungsdaten im Rahmen von Untersuchungen zur Strahlung von Mobiltelefonen und über den Wert von offen zugänglichen Daten zur Qualitätskontrolle von Forschungsergebnissen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen sich alle Referenten sehr differenziert für einen „leichten“ Zugang zu Forschungsdaten aus, die im Rahmen der öffentlich finanzierten Forschung erhoben werden („readily available“). Der offene Zugang - womöglich in der Murray-Rust'schen Ausprägung von „Open Data“ - wird nicht für alle Disziplinen homogen durchsetzbar seien (Schutz personenbezogener Daten, Auflagen des Geldgebers zur Vermarktung bzw. Einfrodern eines Kostendeckungbeitrags, …)

Der zweite Tag war der Arbeit in Gruppen gewidmet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten in vier Gruppen über Inhalte einer zukünftigen Richtlinie für den Umgang mit Forschungsdaten („Organisation“, „Technik“, Zugänglichkeit und Qualität“ sowie „Anreize“).

Bei der Vorstellung der Erbebnisse im Plenum wurde wie schon am ersten Tag deutlich, dass ein breiter Konsens zum offenen Zugang zu Forschungsdaten bei den Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmern besteht, jedoch unterschiedliche Bedürfnisse in den Fachdisziplinen bei der konkreten Umsetzung existieren. Orientiert an der zu formulierenden Richtlinie, in der eher globale Anforderungen gestellt werden sollen, müssen die Fachcommunities eigene Strukturen vorantreiben und dabei offene Standards unterstützen. Im Rahmen der Forschungsförderung könnten Darlegungen über das geplante Datenmanagement schon in den Anträgen gefordert werden und somit auch der Begutachtung unterliegen. Um ein solches Vorgehen zu vermitteln und praktikabel zu machen, wären jedoch Bewusstseinsbildung und sogar Ausbildung vonnöten, zudem unterstützt durch Anreizsysteme.

Welche Form auch immer „Richtlinien“ - seien es Förderrichtlinien oder solche zur guten wiss. Praxis - annehmen: Sie müssen in die Landschaft der „wissenschaftsimmanenten“ Selbstorganisation „passen“.

Alle Folien des Workshops sind online.

Mailingliste zum Umgang mit Forschungsdaten gestartet

Im Rahmen des offenen Workshops zum Umgang mit Forschungsdaten wurde der Wunsch nach einer Mailingliste laut, in welcher der Umgang mit Forschungsdaten diskutiert werden kann.

Das Helmholtz Open Access Projekt hat nun eine offene Mailingliste „Forschungsdaten“ eingerichtete. Diese dient der Information und Diskussion von Themen wie: Organisation und Technik des Forschungsdatenmanagement, Zugänglichkeit und Qualitätssicherung von Forschungsdaten, Anreize und Richtlinen im Umgang mit Forschungsdaten.

Die Mailingliste steht allen Interessierten offen. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung.

Für Fragen zur Liste stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Zur Anmeldung.

Open-Access-Richtlinien für RP7

Die EU-Kommission hat im August bekannt gegeben im Rahmen des siebten EU-Forschungsrahmenprogramm (RP7) den „grünen Weg“ des Open Access fördern zu wollen. Begutachtete Publikationen (die auf Basis geförderter Projekte entstehen) sollen nach einer Sperrfrist zwischen 6 und 12 Monaten frei zugänglich sein. Das Pilotprojekt wird etwa 20% des gesamten RP7-Budgets umfassen und sich insbesondere auf die Bereiche Gesundheit, Energie, Umwelt, Sozialwissenschaften sowie Informations- und Kommunikationstechnologien erstrecken.

EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung Janez Potocnik kommentierte die Entscheidung wie folgt: „Ein einfacher und entgeltfreier Zugang zu den aktuellsten Erkenntnissen in strategischen Bereichen ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der EU in der Forschung. Dieses Open Access-Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt für die Verwirklichung der 'fünften Freiheit', d.h. dem freien Verkehr von Wissen in den Mitgliedstaaten, auf Ebene der Forscher und der Unternehmen und in der breiten Öffentlichkeit“.

In den nächsten Wochen soll weitere Details der Regelung veröffentlicht werden.

Weitere Informationen.

 

GSI: Sponsor der Open-Access-Zeitschrift PRST-AB

Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in der Helmholtz-Gemeinschaft ist Sponsor der Open-Access-Zeitschrift Physical Review Special Topics - Accelerators and Beams (PRST-AB). Die Zeitschrift, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, wird von der American Physical Society (APS) herausgegeben und finanziert sich durch Sponsoring. Aktuell wird Sie durch 20 Forschungseinrichtungen weltweit finanziert.

Neben der GSI wird PRST-AB in der Helmholtz-Gemeinschaft auch durch das Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) unterstützt.


Einen Rückblick auf das zehnjährige Bestehen der Open-Access-Zeitschrift finden Sie online.

 

SHERPA/RoMEO: Neue Features

SHERPA/RoMEO jetzt mit RSS-Feed

Dank eines RSS-Feeds können sich Repositorien-Manager jetzt komfortabel über Neuigkeiten bei Verlagsbedingungen zur Selbstarchivierung informieren. Dank dem Dienst „Recently Added Publishers“ werden neu erfasste Verlage jetzt gesondert dargestellt.

SHERPA/RoMEO informiert über die Veröffentlichung im Verlagslayout

Bei der Zweitveröffentlichung von Publikationen in Repositorien stellt sich häufig die Frage: Gestattet der Verlag die Archivierung im Verlagslayout? Zur Beantwortung dieser Frage hat SHERPA nun eine einfache Übersicht generiert: Auf der Website „Publisher version/PDF use in Institutional Repositories“ kann auf einen Blick festgestellt werden, ob - und unter welchen Bedingungen - ein Verlag die Veröffentlichung im Verlagslayout gestattet. Nach Angaben von SHERPA stimmen aktuell immerhin 69 der 414 in RoMEO erfassten Verlage einer Veröffentlichung im Verlagslayout zu.

 

panFMP – PANGAEA Framework for Metadata Portals

Im Rahmen des Publishing Network for Geoscientific & Environmental Data – PANGAEA, das am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und am MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen betrieben wird, wurde nun eine Framework für die Erstellung von Metadaten-Portalen erstellt: panFMP.

Die Open-Source-Software ermöglicht das Zusammenführen (Harvesten) von XML-Metadaten über OAI-PMH und vielfältige andere Protokolle. Dabei können Inhaltsstandards ineinander überführt werden. Mit Hilfe der Suchmaschinentechnologie Apache Lucene, die in panFMP integriert ist, können die Metadaten durchsucht werden. Da der Fokus von panFMP dabei auf Geodateninfrastrukturen liegt, wurde die Volltextsuchmaschine um besonders performante numerische Abfragemöglichkeiten erweitert. panFMP wurde unter der Apache License 2.0 veröffentlicht und kann im Rahmen dieser Lizenz weiterentwickelt werden.

Weitere Informationen.

Wachstum des Open Access

Die kanadische Bibliothekarin Heather Morrison weist in ihrem Blog „The Imaginary Journal of Poetic Economics“ auf die steigende Zahl von Open-Access-Publikationen hin. Am Beispiel der Suchmaschine Scientific Commons und dem Directory of Open Access Journals wird der Anstieg deutlich:

Scientific Commons weist aktuell 22,6 Millionen Open-Access-Publikationen nach. Allein 2007 kamen 6,4 Millionen Publikationen dazu. Auch die Anzahl der Open-Access-Zeitschriften steigt stetig. Das Directory of Open Access Journals listet der Zeit 3.668 Zeitschriften. Im letzten Jahr kamen 822 neue dazu. Im Durchschnitt werden pro Tag 2,25 neue Zeitschriften in das Verzeichnis aufgenommen.

 

Microsoft Office: Einfache Integration von Creative-Commons-Lizenzen

Microsoft hat auf der Website "Scholarly Communication" einige nützliche Werkzeuge für Autoren bereitgestellt. U.a. ein Creative Commons Add-in für Microsoft Office. Dank diesem können CC-Lizenzen unkompliziert in Office-Dokumente eingefügt werden.

Weitere Informationen.

 

Literaturhinweise

Der Journalist Richard Poynder hat Dr. Annette Holtkamp (Mitglieder des Arbeitskreises Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft) in Rahmen seiner „Open Access Interviews“ zu den Open-Access-Aktivitäten in der Hochenergiephysik interviewt.

Poynder, R. (2008): The Open Access Interviews: Annette Holtkamp.

 

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird vom Helmholtz Open Access Projekt herausgegeben.

Redaktion: Andreas Hübner, Heinz Pampel, Sünje Dallmeier-Tiessen.

Kontakt: open-access@helmholtz.de

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URL dieser Newsletter-Ausgabe: http://oa.helmholtz.de/bewusstsein-schaerfen/newsletter/archiv/newsletter-24-vom-06102008.html

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