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Helmholtz Open Access Newsletter vom 21.03.2006 (Ausgabe 2)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,


dies ist der zweite Helmholtz Open Access Newsletter, herausgegeben vom Helmholtz Open Access Project. In diesem Newsletter wollen wir Ihnen einen monatlichen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen zum Thema Open Access geben.

Wir freuen uns, wenn Sie diesen Newsletter an Interessierte in ihrem Zentrum weiterleiten.

Alles, was Sie schon immer über Institutional Repositories wissen wollten

Im Januar 2006 erschien bei Chandos Publishing The Institutional Repository von Jones u.a., das aus einem Projekt der University of Edinburgh heraus entstand. Das Buch wendet sich an wissenschaftliche Bibliotheken und behandelt das Thema Institutional Repositories (IR) aus deren Perspektive. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern viel mehr um Fragen wie:

Welche Rolle spielt ein IR in der strategischen Perspektive einer Bibliothek?
Wie werbe ich bei der Universitätsleitung und bei den Wissenschaftlern für das IR?
Welche Risiken bestehen für das Projekt?
Wie ist die rechtliche Situation?
Was kostet es, ein IR zu betreiben? ...

In den technischen Abschnitten wird das Prinzip des Open Archive erklärt und verschiedene IR-Systeme verglichen. Sehr hilfreich ist auch die Erläuterung des OAI-PMH Protokolls und der dort gebräuchlichen Dublin Core Auszeichnungen.

Dieses Buch ist das bisher umfassendste zu Institutional Repositories und wird von uns als Leitfaden für den Aufbau eines IR empfohlen.

Jones, R., Andrew, T. & MacColl, J. (2006) The Institutional Repository, Chandos Publishing, Oxford, UK. http://hdl.handle.net/1842/858

Was kostet ein Institutional Repository?

Die Schätzungen über die Kosten eines Repositories gehen weit auseinander. In einem Beitrag zur JISC-Reppositories Mailingliste wies Steve Harnad auf das ePrints Wiki hin (http://wiki.eprints.org/w/How_much_will_it_cost%3F), das wiederum auf der Kostenschätzung des CalTech Review and Cost Estimate (2001) beruht (http://www.arl.org/sparc/pubs/enews/aug01.html#6). Diese Schätzung basiert jedoch auf der Annahme, dass faktisch keine Personalkosten anfallen.

 

Ganz anders die Studie von Jones et al. (2006) in "The Institutional Repository" (Chandos Publishing, Oxford, http://hdl.handle.net/1842/858). Hier zeigt sich, dass die Personalkosten der wirklich bestimmende Faktor sind. Jones et al. (2006) gehen davon aus, dass für ein Institutional Repository, das von einer Bibliothek als Service angeboten wird, mindestens 1,5 Personalstellen notwendig sind.

 

Fazit: Qualität hat ihren Preis.

(JK)

Welche Risiken gibt es beim Aufbau eines Institutional Repository?

Ein Institutional Repository aufzubauen ist, wie jede Unternehmung, mit dem Risiko behaftet, das es scheitern könnte. Aber wie groß ist das Risiko, dass das Projekt scheitert?

 

Arthur Sale von der University of Tasmania hat die Risiken, mit denen man beim Aufbau eines Institutional Repository rechnen muss, systematisch analysiert, in einem kurzen technischen Bericht zusammengefasst und über das Repository der Univ. Tasmania veröffentlicht (http://eprints.comp.utas.edu.au:81/archive/00000266/).

 

Die Studie zeigt, dass die Risiken beim Aufbau eines Institutional Repository weitgehend wenig kritisch und auch handhabbar sind. Das größte Risiko, von dem der Erfolg eines Institutional Repository Projekts ernsthaft bedroht wird, ist, dass das Repository leer bleibt. Arthur Sale empfiehlt daher, dass der Aufbau eines Repositorys unbedingt von einer Policy begleitet werden muss, in der die Mitarbeiter der Institution dazu verpflichtet werden, Kopien ihrer Werke dort zu archivieren. Dieser Prozess muss von der jeweiligen Bibliothek unterstützt werden. Mit diesen begleitenden Maßnahmen lässt dich das Risiko des Scheiterns minimieren.

 

Studien der University of Southampton bestätigen, dass eine entsprechende Policy die Autoren zur Unterstüzung des Institutional Repository motiviert. Für die Umsetzung müssen dann auf jeden Fall unsterstützende Strukturen geschaffen werden.

(JK)

Ein Institutional Repository in nur 10 Tagen

Die School of Business der University of Otago (Dunedin, Neuseeland) hat als erste Institution in Neuseeland ein Institutional Repository aufgebaut. Über ihre Erfahrungen berichten die Kollegen aus Neuseeland in einem kurzen Paper. In den drei Monaten seit Projektbeginn wurden dort über 18,000 Dokumente angefordert, ein Impact, der sich sehen lassen kann.

 

http://www.business.otago.ac.nz/infosci/pubs/papers/papers/dp2006-07.pdf

http://eprints.otago.ac.nz/274/

 

(JK)

EU unterstützt Digitale Bibliothek

Die Europäische Kommission unterstützt den Plan zum Aufbau einer Europäischen Digitalen Bibliothek, die mehr als sechs Millionen Werke in sich vereinen soll. Die Auffassungen von Bibliotheken und Verlagen zu den Urheberrerchten an den digitalisierten Werken liegen allerdings noch weit auseinander. Dennoch ist die Europäische Kommission davon überzeugt, dass dieser Konflikt lösbar ist und will das Projekt nun mit den Nationalbibliotheken und anderen Institutionen (z.B. Museen) beginnen. Laut Angaben der Europäischen Kommission sollen bis Ende 2008 etwa zwei Millionen Bücher, Fotografien, und anderes Material online über die Europäische Digitale Bibliothek verfügbar sein. Bis Ende 2010 soll die Zahl auf über sechs Millionen Objekte steigen. (The Register, 3 March 2006 http://www.theregister.com/2006/03/03/european_digital_library_goes_live/)

 

Es ist bemerkenswert, dass sich auch hier die Europäische Kommission wieder tendenziell gegen die Verlage stellt.

(JK)

GKSS beschließt die Einführung von Open Access Publikationen

Dem Plan zur "Realisierung des offenen Zugangs zu Publikationen und Daten aus der Helmholtz-Gemeinschaft" der Arbeitsgruppe Open Access in der Helmholtz-Gemeinschaft folgend, wird bei GKSS künftig entsprechend den folgenden Empfehlungen verfahren:

1. Alle GKSS Publikationen sollen, soweit dies rechtlich möglich ist, künftig im Volltext offen zugänglich gemacht werden.

2. Bei Verlagen, die bisher ein ausdrückliches Recht auf Zweitverwertung nicht anbieten, wird empfohlen den Autorenverträgen einen Absatz entsprechend des Jülicher Vorschlags beizufügen.

3. Die Mitarbeiter sollen ermuntert werden in Open Access Journals (Golden Road) zu publizieren.

(Gisbert Breitbach, GKSS)

Impressum

Der Helmholtz Open Access Newsletter wird herausgegeben durch das Helmholtz Open Access Projekt.

Redaktion: Dr. Jens Klump und Ines Böttcher.

Kontakt:

Falls Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten wollen, schreiben sie bitte an ines.boettcher@awi.de.

Copyright

Die Inhalte dieses Newsletters sind gemäß Creative Commons by Attribution lizenziert (CC-by, http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/). Es ist erlaubt, die Inhalte des Newsletters weiter zu verwenden und zu verbreiten, wenn der Newsletter als Quelle angegeben wird.

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